Spacer Januar & Februar 2009: Lesungen & Veranstaltungen in Henris Bar, Berlin
Mit vielen neuen und besuchenswerten Terminen wartet "Henris Bar" Berlin zum neuen Jahresstart auf. Unsere Empfehlung am 25.02.2009: die Lesung "Blut zu Blut". Die junge Autorin Silberne Klinge liest ihre Kurzgeschichten, die tief unter die Haut gehen. Einlass ab 20h; Eintritt frei – Spende erbeten. Dies und mehr unter http://www.henris-bar.com/

 

 

 

 

LustSchmerz Story Preis 2001


3.Preis
Berührungen
Autorin: Candy Bukowski

Ich stand vor dem Spiegel und überprüft den Sitz der schwarzen, halterlosen Strümpfe. Der Hauch aus Luxus und Sünde umschloss meine Beine mit einer zärtlichen Berührung. Der breite Spitzenbund endete dort, wo die Lust begann. Schnell schlüpfte ich in meine hohen Schuhe und weidete mein Auge an dem Anblick meiner - zwar nicht makellosen - aber dennoch eleganten Schönheit. Ich war zufrieden mit mir, mit meinem runden Po, den üppigen Oberschenkeln und dem kleinen Bauchansatz. Nein, gewiss nicht makellos, aber trotzdem schön!

Warum bin ich eigentlich immer noch nervös? Es war nun wirklich nicht das erste Mal, daß ich Sie treffen würde. Ich kannte ihre Vorliebe für subtile Spielchen. Ihr Köpfchen schien eine Unmenge Phantasien zu beherbergen und ich durfte daran teilhaben. Aber dieses Kribbeln bei den Vorbereitungen auf ein Treffen mit Ihr blieb.

Sorgfältig zog ich die Klinge über meine Wange. Sie mochte keine Bartstoppeln. Nirgendwo! Das Handtuch hatte nach der ausgiebigen Dusche um meine Hüften geschlungen. Sie legte großen Wert auf eine gepflegte Erscheinung.

Mit langen Strichen bürstete ich mein Haar. Wie ein Strom von Lava floss es mir glutrot den Rücken entlang. Oft war ich schon meiner vollen roten Haare wegen beneidet worden. Jetzt noch der Lippenstift. Sorgfältig aufgetragen, er würde wie immer an meinem Lippen hängen, wenn ich ihm dies gestatten würde. Zufrieden mit meinen Aussehen ging ich in meine Ankleidezimmer und nahm den langen Mantel vom Bügel.

Ich habe Anzüge eigentlich immer als Uniformen der Karrieristen empfunden. Sie hat mir klar gemacht, daß Sie mich so am liebsten sieht. Ich liebe dieses Leuchten in ihren Augen, wenn Sie mich in einem der von ihr bevorzugten Kleidungsstücken sieht. Ihre Augen weiten sich für einen kleinen, kaum wahrnehmbaren Moment. Das Grün ihrer Pupillen scheint sich kurz zu erhellen. Meine Anblick scheint direkt durch ihre Augen in ihr Herz zu gelangen. Er berührt ihre Seele. Dieses Strahlen möchte ich nicht missen.

Tadellos sitzt der graue Einreiher. Die Hose, deren Weite sie bestimmt hat, betont meinen Po in fast schon unanständiger Weise. Sie mag es so! Dazu das hellblaue Hemd und die ebenfalls blaue Krawatte. Wie oft hat Sie mich schon mit der dezent gemusterten Seidenkrawatte auf "Niveau gebracht". Sie zieht den Knoten eng und zwingt mich dann Ihrem Zug nach unten zu folgen. Schon oft hat Sie meine Krawatte unten Ihrem Stiefel eingeklemmt und sich genüsslich an meiner erzwungenen Unterwürfigkeit ergötzt. Sie liebt es sehr, wenn Sie meinen raus gestreckten Po in aller Ruhe betrachten kann. Und ich liebe den Anblick ihrer Stiefel so dicht vor meinen gierigen Augen.

Ein letzter Blick in den Spiegel und dann nehme ich die Autoschlüssel und verlasse meine Wohnung. Sie hat mich zu ihr bestellt. Ich kenne ihre großzügige Altbauwohnung. Die Küche, in der ich mich als Zofe nützlich zu machen hatte. Sie hatte mir das schwarze kurze Kleidchen mit der weißen Spitzebordüre gekauft. Sie legte großen Wert auf Details, also musste ich auch das Häubchen tragen. Die kleine, weiße Schürze hatte sie mir umgebunden. Meine Füße steckten in schwarzen Pumps. Sie legte mir Fußfesseln aus Metall an. "Damit Du mir nicht wegläufst!", sagte sie damals und lächelte. So stand ich dann in Ihrer Küche und musste abwaschen. Die oberarmlangen Latexhandschuh komplettierten mein Outfit. Sie gab mir einen winzigen Abwaschschwamm und eine klitzekleine Bürste und ließ mich allein.

Ich schaute mich um, die Küche war in warmen Holz gestaltet. Mattes Edelstahl fügte sich ein. Ich stand vor der Spüle und zögerte beim Anblick des schmutzigen Geschirrs. Da hörte ich ihre Stimme : "Warum fängst Du nicht an?" Ich steckte schnell eine Hand in das Wasser, welches sich bereits im Spülbecken befand und wollte so vortäuschen, daß ich bereits mit meiner Arbeit begonnen habe. "Du sollst abwaschen und nicht Deine Finger baden!".

Ich war irritiert, meine Gedanken galoppierten nur so dahin. Woher wusste Sie, daß ich nicht mit meiner Arbeit begonnen hatte? Kannte sie mich so gut? War es nur eine Vermutung? Unwillkürlich nahm ich den Schwamm und begann den ersten Teller zu säubern. Nach dem ich mich vergewissert hatte, daß er wirklich sauber war, wollte ich ihn zur Seite stellen. "Spül den Teller unter klarem Wasser ab!" kam unvermittelt ihre Anweisung. Sie muß eine Kamera installiert haben. Ich wagte nicht mich umzuschauen. Ich versuchte mich auf die Arbeit zu konzentrieren und riskierte nur einen suchenden Blick nach der Kamera, wenn ich das Geschirr zum Trocknen zur Seite stellte.

Sie mußte doch irgendwo zu entdecken sein... In guter Erinnerung ist mir auch noch der große Tisch im Esszimmer. Mehr als nur einmal, hat sie mich, mit auf den Rücken gefesselten Händen, bäuchlings auf das edle Holz gedrückt, um mir den Hintern zu versohlen. Auch das großzügige Badezimmer mit dem Bidet und der großen runden Badewanne mit den integrierten Massagedüsen durfte ich schon betreten. Dies war ihr bevorzugte Ort für Wasserspielchen aller Art. Eigentlich kannte ich jeden Raum ihres Refugiums. Es erfüllte mich mit Stolz, daß gerade ich das Spielzeug ihrer Lust sein durfte. Es dürften mich etliche Männer um Sie beneiden!

Jetzt sollte er bereits im Wagen sitzen. Das gleichmäßige Schnurren des Motors dürfte seine Nerven etwas beruhigen. Obwohl wir uns jetzt schon so lange kannten, war er immer noch nervös. Eigentlich zurecht, stellte ich mit einem Lächeln auf den Lippen fest. Ich verstand es immer wieder ihn zu überraschen: Ein Einkaufsbummel in einer nahegelegenen Großstadt - er mußte mir die Strümpfe anziehen und die Stiefel schnüren. Die Verkäuferin war perplex und verunsichert.

Ein Essen in einem sündhaft teureren Restaurant der gehobenen Art.

Er trug mein Lieblingsspielzeug in sich. Das Vibrieren und die Stromschläge, welche ich mit der kleinen Fernbedienung auslöste, machten ihm sichtlich zu schaffen. Er hatte Mühe sich auf das köstliche Mahl zu konzentrieren. Seine vorangegangene Bestellung bei dem dienstbefliessenen Kellner war begleitet worden von seinem Stöhnen unter meiner Behandlung. "Geht es Dir nicht gut?", hatte ich mit besorgter Stimme gefragt und im selben Moment einen weiteren Stromstoß in seine Eingeweide geschickt. Er schaute betreten nach unten und ich konnte die Gänsehaut die sich auf seinem Rücken entlang zog geradezu körperlich spüren. Auch heute würde er sich wieder wundern und die Verunsicherung würde seine Geilheit nur steigern. Ich zündete alle verfügbaren Kerzen im Wohnzimmer an. Auch das Kaminfeuer prasselte vor sich hin.

Draußen war es schon lange dunkel. Der Wind trieb die letzten Herbstblätter vor sich her. Man konnte den nahen Winter schon riechen. Sie hatte mir den elektronischen Schlüssel für die Tiefgarage gegeben. Sie wollte Ihre Zeit nicht mit dem Suchen eines Parkplatzes vergeuden. Neben ihrem Stellplatz hatte Sie einen weiteren angemietet. Ich verschloss den Wagen und eilte zum Fahrstuhl. Der gläserne Lift war außen an dem Haus angebaut worden. Ein Schauer lief mir über den Rücken, als ich daran dachte, was Sie mit mir hier schon alles angestellt hatte.

Er klingelte! Endlich, pünktlich! Jetzt konnte mein Spiel beginnen: er war es gewohnt, daß ich ihn an der Tür empfange. Oder es lag zu mindestens ein Zettel mit Anweisung dort und wartete auf ihn. Dies mal war er allein in dem großen Flur.

Hatte ich etwas übersehen? War der Zettel vielleicht in eine Ecke geweht? Was habe ich zu tun? Wo ist Sie? Tausend Gedanken rauschten durch meinen Kopf. Verschiedene Varianten unseres Spiels flackerten als kurze Sequenzen vor meinem inneren Auge dahin. Was sollte ich bloß tun? Nur keinen Fehler machen! Nicht gleich am Anfang etwas falsch machen!

Ich versuchte heraus zu finden, was Sie von mir verlangen würde. Hinknien und warten, bis Sie Zeit für mich hat? Dicht an der Tür mit gesenktem Haupt stehen bleiben und auf weitere Anweisungen warten? Oder doch eintreten, um Sie angemessen zu begrüßen? Unschlüssig blieb ich stehen, wo ich war.

45 Sekunden dürften reichen, um ihn in völlig zu verunsichern. So habe ich noch keine Spiel begonnen. Dieses Mal sollte alles ganz anders werden.... Ja, ich besitze etliche CD`s mit Musik, die ganz wundervoll den Spannungsbogen einer dominanten Frau unterstützt. Je nach meiner Laune setze ich mystische, kraftvolle oder auch lautmalerische Musik ein. Gerne lasse ich mich von ihr inspirieren, übernehme ihren Rhythmus und lasse meine Phantasien auf ihren Wellen treiben. Dieses Mal blieb der CD-Player leer. Es solle ein unvergessliches Erlebnis werden. Er sollte sich an mich erinnern - nur an mich!

Warum höre ich denn bloß nichts? Keine Musik, keine Befehle, einfach gar nichts. Sollte ich mich im Datum geirrt haben oder ist meine Uhr stehen geblieben. Aber nein, auch die Uhr im Armaturenbrett meines Wagens bestätigte mir doch, daß ich nicht zu spät bin. War etwas passiert? Ging es Ihr womöglich schlecht? Ein Unfall?

Ich beschloss zu handeln. Wenn Ihr wirklich etwas passiert wäre, würde ich mir nie verzeihen, daß ich dem Schicksal tatenlos den Vortritt gelassen habe. Ich öffnete die Tür zum Wohnzimmer und trat ein. Da war Sie! Sie stand mit dem Rücken zum Fenster. Das Kaminfeuer spiegelte sich in Ihrem Gesicht und ließ Sie noch schöner aussehen. Ihre Haare flossen voll über Ihre Schultern und schienen zu glühen. Sie trug ihren langen, schwarzen Mantel aus handschuhweichem Leder. Ich erinnere mich an den phantastischen Geruch, wenn ich Ihr ganz nah sein durfte. Wenn sie mir als Belohnung gestatte, mich an ihre Beine zu schmiegen. Oder wenn sie meinen Kopf in Ihre Arme nahm und mir ganz sanft über den Kopf fuhr nach einem Ihrer furiosen Spiele.

Sie hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Ihr rechts Beine winkelte sie leicht ab. Der Mantel gab mir den Blick auf Ihre Beine frei. Ich konnte den breiten Spitzenbund Ihrer Strümpfe sehen. Entweder Ihr Rock war ganz kurz oder Sie hatte gänzlich auf ihn verzichtet. Sie hielt den Kopf leicht schräg und lächelte mich an. Was für ein Bild! Schlagartig wurde mir bewußt, daß ich Sie die ganze Zeit anstarrte. Ich wollte gerade...

"Hallo!", sagte ich. Er starrte mich weiterhin an, er war verwirrt. Ich weidete mich an seiner Verunsicherung ob der ungewöhnlichen Begrüßung. Ich ging auf ihn zu. Er senkte den Blick, konnte der Versuchung aber nicht widerstehen, mich wieder zu beobachten.

Mit geschmeidigem Gang kam Sie auf mich zu. Was...? Warum...? Wie...? Gleich würde Sie mich dafür bestrafen, daß ich es gewagt hatte Sie so unverfroren anzustarren. Ich wartete nur darauf, Ihre Hand auf meiner Wange zu spüren. Eine Ohrfeige war das Mindeste, was ich verdient habe. Und Ihre Ohrfeigen waren nicht von schlechten Eltern. Ich sehnte mich gerade zu nach Ihrer Strafe. Erleichtert würde ich sein. Und froh, daß nun alles wieder so ist wie immer! Aber es passierte nichts....

Quälend lang stand Sie nur vor mir und lächelte mich an. "Hallo?!", versuchte ich zu sagen. Mein Hals war wie ausgetrocknet. Mein Mund formte das Wort aber meine Stimme klang kratzig und heiser.

"Psssttt..." machte ich und legte meinen Zeigefinger auf seine Lippen. "Sag jetzt nichts!" Er hatte vorher nicht realisiert, daß ich mein Outfit mit Lederhandschuhen komplettiert hatte. Er schloß die Augen, und gab sich dem Gefühl des kühlen Leders auf seinen Lippen hin. Hörbar atmete er aus und ein Teil der Anspannung glitt von seinem Körper ab.

Ihre Berührung beruhigte meine Nerven. Ich hätte die Unsicherheit nicht mehr länger ertragen. Ich war eine Marionette in Ihren Händen. Willig alles zu tun, was Sie verlangen würde. Nichts fürchtete ich mehr, als die Schere Ihrer Ungunst, welche die zarten Fäden an denen ich hing, zerschneiden würde. Ich genoss das Gefühl, das Ihre Berührung in meinem Körper auslöste. Der wohlige Schauer, die Gänsehaut, das Ziehen in den unteren Regionen.... Gerne hätte ich Ihren Finger geküsst und liebkost. Aber das wagte ich nun endgültig nicht mehr.

Er genoss meine kleine Aufmerksamkeit so sehr. Mein Innerstes zog sich zusammen. Ich konnte seine Anspannung und seine Lust geradezu körperlich spüren. Und meine Weiblichkeit reagierte auf seinen verzückten Anblick. Er würde das willige Opfer in meiner Inszenierung von Lust und Schmerz sein. "Zieh Dich aus!"

Erleichtert nahm ich Ihren ersten Befehl entgegen. Froh, endlich nicht mehr zum Nichtstun verurteilt zu sein, begann ich mich schnell zu entkleiden. Nackt und mit gesenktem Kopf stand ich so vor Ihr. Sie trat hinter mich und verschwand so endgültig aus meinem Sichtfeld. Vorher hatte ich wenigstens noch ihre Schuhe sehen dürfen. Jetzt war da nichts mehr.

Ich zuckte leicht zusammen, als Sie mit ihrer Hand meinen Oberschenkel entlang fuhr. Nein, da war keine Schmerz. Es war nur diese zarte Berührung. Mit einem leichten Klopfen gegen die Innenseite meines Oberschenkel machte Sie mir klar, daß ich die Beine zu spreizen hatte.

Willig öffnete er seine Schenkel und stand nun breitbeinig vor mir. Ich genoss wie immer den Anblick seiner trainierten Beine. Mit meinen Händen umfasste ich seine Handgelenke und führte seine Hände hinter seinem Nacken zusammen. Er verstand mich und verschränkte seine Hände ineinander. Ich trat zurück und bewunderte Dich - mein Opfer!

Verstohlen blicke ich mich um. Ich kann aber keine "Folterinstrumente" Ihrer Lust entdecken. Sie hat noch nie darauf verzichtet mich mit dem Anblick Ihrer kleinen, gemeinen Helfer mürbe zu machen. Gerne hat Sie Ihre Galerie von Schlaginstrumenten fein säuberlich präsentiert nur um mich wissen zu lassen, daß Sie nun alle - wirklich alle Instrumente an mir ausprobieren würde.

Ihre Klammern und Gewichte bewahrte Sie in einer größeren Holzschatulle auf, die Innen mit blutrotem Samt ausgeschlagen war. Die verschiedenen Gewichte warteten nach Größe und Gewicht sortiert in sanften Mulden auf ihren Einsatz. Die Schatulle stand immer offen da und ich konnte jederzeit sehen, wie viel ich noch zu leiden hatte. Ich konnte aber beim besten Willen keine Fesseln, keine Handschellen oder Ketten erkennen. Nicht deutete auf die mir bevorstehende Pein hin.

Mir wird etwas mulmig bei dieser gänzlich unbekannten Situation. Was würde passieren?

Ich gehe wieder um Dich herum und betrachte Dich von vorne. Dann nehme ich den Stuhl mit der hohen Lehne, welchen ich mir bereit gestellt habe und setze mich. Aus ca. 3 Meter Entfernung mustere ich Dich unverhohlen. Du schaust auf den Boden, Dir ist es peinlich so beobachtet zu werden. Minuten vergehen und es passiert nichts.

Ich sollte nur dastehen und Ihre Blicke ertragen. Ja, bei Ihrer "Ankaufs-untersuchung" musste ich mich auch nackt vor Ihr präsentieren. Aber Sie zog dann dünne Latexhandschuhe an und begann mich zu untersuchen. Sie befühlte meine Zähne und ich musste meine Zunge herausstrecken. Sie zog meine Augenlider hoch und schaute in meine Augen. Sie prüfte meine Ohren auf Sauberkeit. Sie fuhr meinen Körper entlang und fühlte meine Muskeln und Sehnen. Schließlich befühlte Sie meine Genitalien und untersuchte auch meinen After. Obwohl das damals eine sehr demütigende Prozedur war, entschädigten mich doch Ihre Berührungen. Sie waren teilweise sehr zärtlich, dann fasste sie aber auch wieder beherzt zu. Ein Wechselspiel aus Zuneigung und Demonstration Ihrer Dominanz.

Ich beobachte, wie Du versuchst, die Situation zu erfassen. Ich kann die Gedanken hinter Deiner Stirn sehen, ja geradezu hören. Die Fragen, die Du Dir jetzt stellst, wie Du Dich selbst immer wieder zur Ordnung rufst, versuchst meinen Blicken zu trotzen. Ich schlage langsam die Beine übereinander. Die Nylons machen ein leises erotisierendes Geräusch. Und da kannst Du nicht ganz widerstehen und schaust auf. Du versuchst einen möglichst langen Blick zu erhaschen. Als unsere Blicke sich treffen wird Dir klar, daß mir Dein verbotener Blick nicht entgangen ist. Du erschrickst und weißt, daß Du jetzt eigentlich eine harte Strafe verdient hast.

In Erwartung jetzt mit Folterinstrumenten aller Art verziert, penetriert und behandelt zu werden schlage ich den Blick nieder. Eine leichte Röte überzieht spürbar mein Gesicht. Es ist mir peinlich erwischt worden zu sein. Warum war ich nur so undiszipliniert? Sie hat einen Köder ausgelegt und ich bin Ihr in die Falle gegangen.

Ich liebe es, wenn ich diese kleinen Spielchen gewinne. Die Versuchung war einfach zu groß für Dich. Mein Herz galoppiert aufgrund dieses kleinen Sieges über Dich, voller Freude nur so dahin. Eine warme Welle der Zuneigung flutet meinen Körper. Zarte Hitze lässt meine Wangen strahlen.

In Erwartung meiner Strafe stehe ich kleinlaut vor Ihr. Aber es geschieht nichts! Nach einer kleinen Ewigkeit sehe ich dann wie sich Ihrer Beine bewegen. Sie stellte die Füße parallel auf den Boden. Da ich vorhin für meinen verbotenen Blick nicht bestraft worden bin, kann ich der Versuchung nicht widerstehen und schaue Sie wieder an. Riesig ist meine Überraschung, als Sie ganz langsam den Mantel öffnet, zur Seite schlägt und so den Blick auf Ihren Schoß freigibt. Sie spreizt Ihre Schenkel. Quälend langsam bewegt Sie die Beine ganz weit auseinander. Sie trägt weder Rock noch Slip. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht alles nur ein Test ist. Gleich wird Sie aufspringen und mir die Leviten lesen.

Das Gegenteil passiert: Ich stehe lasziv von meinem Stuhl auf und nähere mich Dir. Dir wird heiß. Du stehst immer noch bewegungslos da und beobachtest mein Tun. Wie in Zeitlupe setze ich einen Fuß vor den anderen und bewege mich so auf Dich zu. Du schluckst.

Langsam hebe ich die rechte Hand und nähere sie Deiner Brust. Wie eine zartes Streicheln bewege ich meine Finger über Deine Haut. Nur, daß ich Dich nicht wirklich berühre. Es bleibt ein Abstand von 2 Zentimetern zwischen Deinem Körper und meiner Hand. Ich "streichle" über Deine Brust. Immer noch ohne Dich zu berühren, streiche ich dann über Deinen Hals und Dein Kinn bis zu Deinem Mund. Ich fahre mit meinem Zeigefinger die Konturen Deiner Lippen nach, allerdings auch jetzt ohne Dich zu berühren.

Über Deine Augen fahre bis zu Deinem Haar und Streiche dann zart über Deine Kopf. Ich winde meinen Körper dann um Deines linkes Bein, immer noch mit dem Abstand Luft dazwischen. Geschmeidig trete ich dann von hinten dicht an Deinen Körper heran, berühre Dich aber nicht.

Das ist zu viel! Warum berührt Sie mich nicht endlich? Mein Körper möchte sich an Sie drängen. Ich sehen mich nach der Berührung durch Ihre Hand. Wie kann ein "Nichts" nur so grausam sein.

Ich gehe in die Knie und reibe meinen Körper fast an Deinem. Ich umfasse Deine Taille und "streichle" zart über deinen Bauch und Deine Schenkel. Mit ganz geringen Abstand zwischen meinen Fingern und Deiner Haut fahre ich mit meinen Händen bis zu Deinen Füßen ohne Dich allerdings zu berühren. An dem Lufthauch spürst Du, daß ich langsam hinten an Deinen Beinen hoch fahre, Du spürst, wie ich Dir von hinten zwischen die Schenkel fahre ohne Dich zu berühren. Du siehst, wie ich die Form Deines Schlegels nachfahre allerdings auch ohne diesen zu berühren.

Das Blut rauscht in meinen Ohren. Ich dürste nach Ihren Liebkosungen. Wie gerne würde ich jetzt etwas von Ihr spüren und wenn es nur Schläge wären, die Sie für mich übrig hätte. Alles wäre besser zu ertragen als dies.

Ihre Hände verschwinden aus meinem Blickfeld. Ich kann nur ahnen, daß Sie jetzt meine Po "liebkost"... spüren kann ich nichts. Der Gedanke daran, daß Sie jetzt meinen Po ganz sanft massiert und liebevoll "schlägt" raubt mir fast meinen Verstand.

Langsam bewege ich meine Hände an Deinem Rücken aufwärts und fahre an deinen erhobenen Armen vorbei über Deinen Nacken bis zu Deinem Hinterkopf. Du siehst meine Hand aus dem Augenwinkel, wie sie sich Deiner Wange nähert. Zart fahre ich mit den Fingern die Kontur Deines Gesichts nach. Da ich sehr dicht hinter Dir stehe, kannst Du förmlich meinen Körper spüren, obwohl ich Dich immer noch nicht berühre. Zärtlich puste ich Dir in Deine Haare und dann in Dein Ohr. Auch Dein Hals wird auf diese Art "liebkost".

Mit einer Drehung windet Sie sich an meinem Körper vorbei und steht wieder vor mir. Breitbeinig geht Sie langsam in die Knie. Ihre Hände fahren dabei von meinem Gesicht, über meine Arme und meine Achseln, weiter über meine Brust und meinen Bauch bis zu meinem Unterleib. Langsam "massiert" Sie mein bestes Stück, "krauelt" ganz zart meine Hoden. Ich lege den Kopf in den Nacken und gebe mich meinen Gefühlen hin. Die Lust gewinnt die Oberhand. Ich kämpfe nicht länger gegen sie an.

Ganz sanft "touchiere" ich die Innenseiten seiner Schenkel. Er erzittert leicht. Sein Atem geht heftig und stoßweise. Er hat sich mir schon lange ergeben. Sein Widerstand ist gebrochen - er gehört mir! Langsam erhebe ich mich und stehe wieder aufrecht vor ihm. Ich ziehe die Handschuhe aus und stecke meinen Zeigefinger in meinen Mund. Mit dem feuchten Finger fahre ich nun abermals die Form Deiner Lippen nach, um dann über Deine geschlossenen Augen zu streichen.

Lass bitte jetzt die Zeit für immer still stehen. Lass sie einfach nie wieder damit aufhören. Ich genieße nur noch ihre "Berührungen". Mein Körper schmilzt dahin. In meinem Kopf tanzt die Phantasie Tango. Es zieht und zupft in meinem Unterleib. Nie war das Verlangen nach Ihr größer.

Als Du Deine Augen öffnest siehst Du mein Gesicht ganz dicht vor Dir. Meine Zungenspitze nähert sich Deinen Lippen. Ganz zart stupse ich Deine Oberlippe. Instinktiv legst Du denn Kopf schief in Erwartung eines langen Kusses. Ich ziehe den Kopf wieder ein Stück zurück. Du verstehst und bleibst unbeweglich stehen. Wieder küsse ich ganz zart Deine Lippen. Du öffnest Deinen Mund und willst meinen Kuss erwidern. Abermals ziehe ich mich zurück. Du scheinst erst langsam zu verstehen, daß Du zum Nichtstun verdonnert bist. Ich küsse Dich heiß und innig und Du darfst nur stillstehen und nicht erwidern.

Warum tut Sie das nur? So gerne würde ich Ihr etwas von dem zurück geben, was Sie mir zuteil werden lässt. Aber Sie stößt mich abermals weg. Ich darf nur ganz still verharren und muss meine Lust im Zaum halten, - dies ist wohl die härteste Probe, auf die Sie mich je gestellt hat! Nach langen Minuten der Lust löst Sie sich schließlich von mir und setzt sich wieder auf den Stuhl. Langsam schlägt Sie die Beine übereinander und beobachtet mich wieder. Dann sagt Sie: "Du darfst Dich jetzt anziehen und gehen!"

Völlig verblüfft hört er diese Worte aus meinem Mund. Erstaunt reißt er die Augen auf. Ungläubig starrt er mich an!

Ja, es ist mein Ernst und ich weiß, nun gehört er endgültig mir.

© Candy Bukowski

Über  die Autorin: "Candy Bukowski" - den Namen gaben ihr Freunde aus der Hamburger Szene und sie trägt ihn wohl zu Recht. Geboren und aufgewachsen in einer norddeutschen Kreisstadt, zog sie vor gut 10 Jahren zwecks Studium nach Hamburg. Heute, mit Anfang 30 beschäftigt sie sich mittlerweile mit diversen Rechtsfragen.
Berührungsängste mit dem Thema SM kannte sie nicht, das wurde ihr wohl schon familiär in die Wiege gelegt. Vor knapp 2 Jahren tauchte sie in die Welt der dunklen Phantasien ein und steht seitdem überwiegend auf der dominant/sadistischen Seite der Peitsche.

 

 
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