Spacer Januar & Februar 2009: Lesungen & Veranstaltungen in Henris Bar, Berlin
Mit vielen neuen und besuchenswerten Terminen wartet "Henris Bar" Berlin zum neuen Jahresstart auf. Unsere Empfehlung am 25.02.2009: die Lesung "Blut zu Blut". Die junge Autorin Silberne Klinge liest ihre Kurzgeschichten, die tief unter die Haut gehen. Einlass ab 20h; Eintritt frei – Spende erbeten. Dies und mehr unter http://www.henris-bar.com/

 

 

 

 

LustSchmerz Story Preis 2000


3.Preis
Nathalie & Phillip
Autor: J. Jerome

Vor knapp einem Jahr lernten sie sich kennen. Auf einer sogenannten Insider Party, wie Werbeleute ihre Meetings gerne bezeichneten. Nathalie, erfolgreiche Werbemanagerin und Designerin, Karrierefrau, fünfunddreißig, naturblonde kurzgeschnittene Haare, Ausdruck ihrer Emanzipation, attraktiv in edle Kostüme gekleidet, teuer und auf Maß geschneidert, die somit auch so manches Pölsterchen kaschierten. Diese Polster an Taille und Hüften waren eigentlich ihr größtes, wenn auch nicht einziges Problem. Was immer sie auch unternahm, Fitnesstraining, Jogging und was sonst noch alles. Es gelang ihr nicht von Kleidergröße vierundvierzig weg zu kommen. Um so mehr war sie auf ein elegantes Äußeres bedacht. Seit ihrem erfolgreichen Studienabschluß an der Sorbonne, und der lag nun schon zehn Jahre zurück, stürzte sie sich erfolgreich in die Arbeit und die Karriere. Kinder, so sagte sie sich, das würde irgendwann später einmal Zeit haben, jetzt noch nicht. Der Frage, wann das jetzt vorbei wäre, der wich sie tunlichst aus. Und damit war auch für die Liebe keine Zeit. Ihre Auslegung von Liebe. Sicher, mal hier mal da eine Liaison, aber immer nur kurz. Und immer von ihr beendet, sobald die Gefahr bestand, Gefühle könnten ihre rationale Gedankenwelt verwirren. Frau braucht schließlich auch ab und zu den hormonellen Ausgleich.

An jenem Abend traf man sich in der Galerie bei Joanne in einer Seitenstraße des Boulevard St. Michel, nahe dem Place de la Concorde, quasi als Krönung der erfolgreichen Ausstellung irgend eines modernen Malers. Nathalie sollte für ihre Freundin die Werbetrommel rühren, da sie ja so viele Leute von Bedeutung kannte und Joanne unbedingt Publicity brauchte.

Es war einer der üblichen Abende, zu Hunderten bereits erlebt und die nächsten hundert würden gleich verlaufen. Wer der Meinung war, dazu gehören zu müssen, der kam. Smalltalk, Belangloses und Selbstverständliches. Jeder war der Beste und jede die Schönste. Aufregend langweilige Erlebnisse wurden ausgetauscht, niemand hörte keinem zu. Jeder erzählte nur von sich.

Nathalie wollt sich gegen elf Uhr gerade dezent zurückziehen, da stand er plötzlich mit zwei frischen Gläsern Champagner vor ihr. Sie musste den Kopf heben, um ihm ins Gesicht und in seine braunen Augen sehen zu können und das trotz ihrer neuen Pumps mit fast acht Zentimetern. Sie sah in stechende und zugleich sehnsüchtige Augen, die sie unweigerlich in ihren Bann zogen. Augen, die sie durchbohrten, ohne sie eigentlich richtig wahrzunehmen.

„Ich habe gehört, Joanne verdankt Ihnen diesen Aufmarsch wichtiger Menschen.“ Eigenartig, wie er das wichtiger betonte. Das lag nicht nur an seinem angelsächsischen Tonfall, sonder beinhaltete eine gleichzeitig eine gehörige Portion Ironie. Nathalie, sonst für ihre Schlagfertigkeit berühmt und gefürchtet, brachte keinen Ton heraus.

„Trinken Sie mit mir auch ein Glas, oder nur mit der hiesigen Hautevolee?“ Ganz langsam gewann sie ihre Fassung wieder, obwohl der durchdringende Blick keine Sekunde den Kontakt ihrer blauen Augen verlor.

„Wenn Sie mir sagen, mit wem ich die Ehre habe, anstoßen zu dürfen,“ sagte sie mit ungewohnt unsicherer, zitternder Stimme.
„Oh Madame, Verzeihen Sie meine Unhöflichkeit.“ Er reichte ihr das eine Glas, beugte sich leicht vor und sagte, sie weiter mit Blicken durchdringend, als die Gläser mit leichtem Klirren aneinander stießen.

„Phillip John Brinsbee, fünfundvierzig Jahre alt, ein Meter neunzig groß, neunzig Kilogramm schwer, ledig, Unternehmer, Staatsbürger und untertänigster Diener ihrer Majestät des britischen Empires. Ein Fremdkörper in dieser Welt des laisser faire, der sich dennoch wohl fühlt, ganz besonders in so charmanter Gesellschaft, wie jetzt mit Ihnen Madame.“

Dem Schmeichler werde ich es zeigen, dachte sie. Wenn der glaubt, mich mit seiner angestaubten Art anmachen können. Dann, während sie anstießen, überlegte Nathalie einen Moment, woher ihr der Name Brinsbee bekannt vorkam. Seine Augen verwirrten sie viel mehr, als ihr lieb war. Sein arrogantes und selbstsicheres Auftreten verunsicherten sie. Sein konservativer grauer Anzug mit Weste, dunkelblauem Hemd und abgestimmter blauer Krawatte passten eigentlich so gar nicht in diese Welt des bunten Flitters, in der im Grunde jeder und jede versuchten, ihre konservativen bürgerlichen Charaktere möglichst schrill gekleidet zu verbergen. Doch dann passte sie in ihrem blauen, gestreiften Kostüm, Karl Lagerfeld und Chanel haben es ermöglicht, auch nicht hier her.  Nathalie hatte das untrügliche Gefühl, ihm sei ihre Unsicherheit nicht verborgen geblieben. Sie kam nicht drauf, den Namen einzuordnen und schon wurde die kleine Idylle durch irgendwelche anderen, die Küsschen hier, Küsschen da, die sich dazwischen drängten, wieder zerstört.

Ob sie wollte oder nicht, dieser Mann ging Nathalie nicht mehr aus dem Sinn. Aus unerfindlichen Gründen entschloß sie sich, zu bleiben. Aber erst Stunden später trafen sie sich wieder. Nathalie verspürte eine innere Unruhe, wie schon seit ewigen Zeiten nicht mehr. Irgendwann zu später Nachtstunde wiegte sie sich beim Tanz in seinen kräftigen Armen und ließ sich treiben. Es blieb ihr auch keine andere Möglichkeit, denn aus diesem festen Griff um ihre Taille gab es kein Entweichen. Ihre ganze Lebensphilosophie geriet in turbulente Unordnung. Dieser Mann namens Phillip John Brinsbee bewegte sie, wie eine Marionette, sein stahlharter, durchdringender Blick legte sie in unsichtbare Fesseln. Und so fiel der nächste Stein aus ihrem feinmaschigen Mosaik, denn irgendwann noch später fragte sie ihn, ob er bei ihr zuhause noch eine Tasse Kaffee trinken wolle.

„Ich glaube, das würde zu keinem glücklichen Ende führen und einen vielversprechenden Anfang zerstören. Ich möchte Dein Angebot liebend gerne annehmen, aber ich würde Deine Erwartungen sicher nicht erfüllen können, denn ich lebe nicht in dieser Welt der Kurzweiligkeit. Wenn mein Eindruck auf Dich wirklich so positiv ist, dass Du mich zu nächtlicher Stunde zu Dir einladen willst, dann hast Du sicher nichts dagegen, morgen Abend mein Gast zu sein.“

Sie starrte ihn fassungslos an. Die Abfuhr war heftig. Das war der erste Mann, dem sie nach so kurzer Zeit ein so eindeutiges Angebot machte und der sagte ohne zu Zögern in aller Ruhe nein. Am liebsten hätte sie laut geschrieen wer hat Lust mit mir ins Bett zu gehen? und die Hälfte aller anwesenden Männer hätte sie auf Knien angefleht, der Auserwählte sein zu dürfen. Und diese hier sagt schlicht weg nein. Schlimmer noch, er stellt seine Bedingungen. Entgeistert fragte sie.

„In welcher Welt lebst Du denn?“. Sie schlug in das unerwartete, vertraute Du ein. „Laß Dich überraschen. Morgen ist Samstag. Ich schicke Dir um fünf Uhr nachmittags einen Wagen.“
„Ich kann auch selber fahren, wenn Du mir Deine Adresse gibst.“
„So ist es romantischer. Und vielleicht trinkst Du ja den nächtlichen Kaffee morgen bei mir.“

Obwohl Nathalie keine besondere Beziehung zu Geld hatte, davon besaß sie mittlerweile selber genug, konnte sie sich der Faszination dieser Villa am Stadtrand von Paris, nahe des Bois de Boulogne, nicht entziehen. Schon als der uniformierte Chauffeur die Wagentür des Rolls Royce mit englischem Kennzeichen aufriß, um ihr beim Einsteigen behilflich zu sein und erst recht, als der Butler sie an der Haustür mit ungeduldig und doch so gleichgültig klingenden Worten empfing.

 „Seine Lordschaft erwarten Madame bereits,“ da spürte sie die andere Welt, von der er sprach. Die antiquierte Welt einer eigentlich vergessenen und überholten Vergangenheit schien hier noch lebendig zu sein. Keine betriebsame Geschäftigkeit. Hier herrschte Ruhe und Gelassenheit und hier stand Zeit zur Verfügung. Ein Begriff, den sie glaubte, in ihrem Vokabular gar nicht mehr zu kennen.

„Ist das die Welt seiner Lordschaft?“, fragte Nathalie ironisch beim Betrachten der drei Bilder im Salon, die eine unbekleidete, streng korsettierte und gefesselte Frau zeigten, deren Hinterteil deutliche Spuren einer Reitpeitsche aufwies. Sie hoffte inständig, ihr inneres Zittern durch den besonderen Zynismus ihrer Worte zu übertünchen. 

Sein schlichtes, fast tonloses „Ja,“ als Antwort ließ ihre Nerven vibrieren. Sie konnte die Augen nicht mehr von den Bildern wenden, was Phillip nicht entging.

„Gefallen Dir die Bilder nicht?“, setzte er den gewagte Wortwechsel fort.
„Ja und nein,“ antwortete Nathalie ausweichend mit belegter Stimme.
„Was gefällt Dir nicht?“
„Ich verstehe nicht, wie die Frau es aushält, so eng geschnürt zu sein.“
„Hast Du es schon einmal probiert?“
„Nein.“
Dann kannst Du es auch nicht beurteilen.“
„Aber es muß doch bestialisch drücken, so eingezwängt zu sein.“
„Nicht, wenn man richtig schnürt. Der Körper muß sich langsam an ein Korsett gewöhnen. Meistens wird der Fehler gemacht, am Anfang viel zu eng zu schnüren und das führt dann zum Unwohlsein der Trägerin. Andererseits, wenn man behutsam vorgeht, so berichten jedenfalls viele Korsetträgerinnen, wird dieses Kleidungsstück zum Genuß. Die Figur gewöhnt sich langsam daran, die Organe haben Zeit, sich auf die Veränderung einzustellen. Und diese Damen möchten ihr Korsett nicht mehr missen.“

„Das hört sich alles so schön an. Nur kann ich es mir kaum vorstellen, was daran angenehm sein soll, so eingepfercht zu sein und seine Bewegungsfreiheit freiwillig einzuschränken. Und dann noch den ganzen Tag so steif herumlaufen zu müssen.“

„Die Ausstrahlung einer Frau verändert sich. Sie geht aufrecht. Sie wirkt stolz. Alle weiblichen Formen bilden den richtigen Augenfang. Hervorgehobene Oberweite, schmale Taille und ausladende Hüften. Natürlich muß die Frau dazu Schuhe mit hohen Absätzen tragen...,“ sein Blick wanderte musternd an Nathalie herab, aber ehe sie eine Bemerkung beisteuern konnte, fuhr er schon fort. „...um die Beine diesem Proportionsverhältnis anzupassen. Und als Tüpfelchen auf dem I müssen die Beine von hauchfeinen seidenen Strümpfen, besser noch von Original Nylonstrümpfen umschmeichelt werden.“

„Das gilt doch alles nur für bestimmte Momente. Welche Frau kann schon den ganzen Tag auf Stöckel, vermutlich noch höher, als meine und mit einer geschnürten Taille herumlaufen.“  

„Doch das ist möglich. Nur eine Frage des regelmäßigen Trainings. Mit der Absatzhöhe hast Du allerdings recht. Zehn Zentimeter sollte die Höhe schon betragen. Aber Du hast es ja noch nie ausprobiert. Möchtest Du es einmal versuchen?“

Nathalie wurde verlegen. Auf so ein Thema war sie nun wirklich nicht vorbereitet. Tief in ihr machten sich Regungen bemerkbar, die sie noch nie zuvor spürte. Sie glaubte zu zittern, fühlte, wie sich das Blut zwischen ihren Schenkeln sammelte. Was war los mit ihr? Wo war ihre Contenance, auf die sie immer so stolz war? Warum bekam sie die Situation nicht in den Griff? Sie hatte doch sonst immer alles unter Kontrolle, selbst in schwierigsten Situationen.

„Vielleicht,“ antwortete sie ausweichend.
„Wann?“
„Ich weiß nicht.“

Nathalie war durch die schnelle Folge der Ereignisse aus der Fassung gebracht. Phillip ließ nicht locker. Seine Erfahrung zeigte ihm, dass Nathalie nicht ganz abgeneigt war. Er spürte ihre Neugierde, Neues auszuprobieren und fragte.

„Jetzt gleich?“
„Hast Du mich deswegen eingeladen? Willst Du mich auch so behandeln, wie die Frau auf diesen Bildern?“

„Warum nicht.“
„Phillip, wir kennen uns gerade mal ein paar Stunden. Ich weiß nichts über Dich. Vielleicht bin ich nur eine von vielen Opfern Deiner Sammlung. Ist Dein Tempo nicht etwas zu forsch?“
„Ganz im Gegenteil. Aber ich kann Dich beruhigen. Du bist nicht eine von vielen. Ich lebe hier mit meinem Personal, dem Chauffeur, dem Butler und einer dicken runden Köchin von über sechzig Jahren alleine und in meinem Leben gibt es zur Zeit keine andere Frau. Ich bin lediglich ein Mensch mit ganz bestimmten Leidenschaften.“

„Und warum hast Du mich ausgesucht? Gestern Abend waren doch viel hübschere Frauen auf der Party.“
„Zu einem Mann mit meinen Neigungen passt eben nicht jede Frau.“
„Nach Deiner Meinung passe ich also zu Deinen Neigungen,“ antwortete sie, seine Worte nochmals besonders betonend.

Phillips Antwort traf sie wie ein Keulenschlag. In Bruchteilen von Sekunden brachte er ihr über Jahre mühselig und kunstvoll aufgebautes Image der Selbstsicherheit und Überlegenheit zum Einsturz.

„Ja, Du spielst zwar die emanzipierte Karrierefrau, aber im Grund Deines Wesens suchst Du Anlehnung und Schutz. Deine nach außen hin getragene Souveränität ist nur ein Schild, damit niemand Deine wahren Gefühle erkennt. In Wirklichkeit sehnst Du Dich nach einer führenden Hand.“

Nathalie wusste genau, dass er mit seinem Urteil richtig lag. Nächte der Sehnsucht verbrachte sie alleine in ihrer seidigen Bettwäsche, nachdem der gerade aktuelle Liebhaber sie endlich verlassen hatte. Manches Mal nach enttäuschendem Sex mit irgend einem, den sie wiedereinmal irgendwo aufgelesen hatte. So, wie gestern Abend Phillip auflesen wollte, um die Nacht nicht alleine verbringen zu müssen.

„Und das wäre Deine Hand,“ bemerkte sie ironisch.
Und wieder ein schlichtes, kurzes „Ja.“

Sie wusste nicht, wie sie reagieren sollte, hatte keine Antwort parat und darum drängte es sie, schnellstens das für sie so entlarvende Thema verlassen. Ohne es zu merken, lief sie aber schnurstracks weiter in die Sackgasse hinein.

„Bleiben wir den ganzen Abend hier stehen?“
„Oh, entschuldige, ich bin unhöflich,“ er zeigte auf die tiefe Sitzgruppe und fragte, ob sie einen Sherry mit ihm trinken wolle.
„Würdest Du ein Korsett und die passenden Accessoires tragen, wäre die Sitzgruppe ein vorzüglicher Platz, Deine Reize näher zu betrachten.“

„Ich besitze kein Korsett,“ antwortete Nathalie naiv und schon in die verbale Falle gelaufen.
„Das macht nichts. Ich habe immer eine kleine Auswahl im Hause. Schließlich lebe ich davon.“

 Worüber sie gestern den ganzen Abend vergebens grübelte, fiel ihr nun wie Schuppen von den Augen. `Brinsbee Underwear Dressing and Corsets`, eine traditionsreiche Londoner Firma für extravagante Mode.

„Deine Firma?“, fragte sie, um Zeit für neue Gedanken zu gewinnen.
„Ja.“, lautete erneut die kurze Antwort und nun wechselte Phillip das Thema.
„Und was gefällt Dir an den Bildern?“
„Sie üben eine bestimmte Faszination aus. Man hat nicht den Eindruck, dass die Frau wird gezwungen wird, sondern eher, dass sie glücklich ist, obwohl sie gerade fürchterliche Schmerzen erlitten haben muß.“
„Mit Sicherheit war sie glücklich.“
„Du kennst sie also.“
„Sie war meine Frau,“ sagte er mit hörbarem Wehmut in der Stimme und schwieg einen Moment. „Sie starb vor drei Jahren an den Folgen eines tragischen Verkehrsunfalls, an dem sie keine Schuld trug.“

Stunden später, nach einem vorzüglichen Essen, blasiert durch John, reiner Zufall der Namen, den Butler serviert und mit nasalen Platitüden, wie den Herrschaften möge es wohl bekommen, garniert und einigen Gläsern vorzüglichen trockenen Weißwein, sagte Phillip seinem Butler, er würde ihn heute nicht mehr benötigen und jener zog sich, ohne eine Miene zu verziehen mit einer leichten Verbeugung zurück. Auch Phillip verließ für einige Minuten den Salon, um danach mit einem Stapel Wäschestücke zurück zu kommen.

Von einem Moment zum anderen wechselte er den Tonfall.
„Zieh Dich aus!“, forderte er sie brüsk auf. Nathalie war für Sekunden konsterniert. So nicht, mein Freund, dachte sie im Stillen und antwortete.

„Was soll das? Wie sprichst Du mit mir? Kannst Du mich nicht wenigstens fragen?“ reagierte Nathalie erbost und zitterte innerlich schon wieder. Keiner war bisher so mit ihr umgegangen. Nathalie war Männer gewohnt, die sie hofierten. Sie haderte einen Moment. Dieser Mann bedeutete eine eindeutige Gefahr für ihre emanzipierte Illusion. Die Worte vor dem Essen waren also keine hohlen Phrasen. Nun wollte er die Umsetzung. Er fragte nicht, er nahm sich, was er wollte. Und sie war sein Opfer. Phillip gefiel ihr ausgesprochen gut, aber so einfach sollte er es nun doch nicht haben.

„Gefällt Dir mein Kleid nicht? Ich habe es extra für den heutigen Abend gekauft,“ unternahm sie einen zaghaften und doch sinnlosen Versuch. „Von mir aus kannst Du es gleich wieder anziehen. Aber jetzt ziehst Du Dich erst einmal ganz aus und zwar hier vor meinen Augen.“
„Phillip, ich glaube jetzt übertreibst Du. Du kommandierst mich herum, wie Dein Eigentum.“ Phillip legte den Wäschestapel auf den Tisch, ging zu einem Sideboard und hatte plötzlich eine lange Reitpeitsche in der Hand.

„Liebe Nathalie, Du bist eine attraktive und hübsche Frau und ich bin glücklich, dass Du heute hier bist. Aber solange Du in meiner Gegenwart bist, wirst Du tun, was ich von Dir verlange. Ich kann mir gut vorstellen, dass das für Dich eine vollkommen neue Erfahrung ist. Du bist es gewohnt, dass die Männer nach Deiner Laune tanzen. Aber dafür bin ich der falsche Partner. Entweder, Du ziehst Dich jetzt aus, oder ich rufe Geoffrey, dass er Dich nach Hause bringt, oder dorthin, wo immer Du den heuten Abend beenden willst.“

„Was bildest Du Dir eigentlich ein,“ schimpfte Nathalie. „Glaubst Du wirklich, Du bist der Größte, der eine Frau nur mit dem Rolls abholen muß, ihr ein Abendessen in einer feudalen Villa spendiert und schon ist sie ihm zu Willen, wie seine Lordschaft es sich vorstellt. Ich bin doch nicht Dein Eigentum oder Deine Sklavin“

„Doch, genau so wird es sein,“ sagte Phillip. „Wenn Du jetzt bleibst, wirst Du mir gehorchen. Wenn Du gehst, dann musst Du Dich entscheiden, ob Du wiederkommst. Und wenn Du wiederkommst, kommst Du als meine Sklavin wieder und wenn Du öfter wiederkommst und bei mir bleibst, mache ich Dich zu meinem Eigentum. Und nun entscheide Dich!“
„Ich glaube, Du bist völlig überdreht.“
Kaum hatte sie diesen Satz ausgesprochen, sollte sie ihn auch schon bereuen, denn der Peitschenhieb der ihr Hinterteil traf, brannte, wie Feuer. Verzweifelt versuchte sie, nicht mehr als das Gesicht zu verziehen.
„Was ist nun? Soll ich den Chauffeur holen?“

Sie antwortete nicht. Ihr Stolz kämpfte gegen den Drang, diesem Mann zu gehorchen. Ihre Augen waren glasig, aber sie hielt die Tränen zurück. Sie starrte ihn an, wollte ihm ihren Stolz zeigen. Da schlug er erneut zu. Der dünne Rock hielt nicht viel ab. Nathalie zuckte zwar zusammen, blieb aber aufrecht stehen. Nur die Tränen konnte sie nun nicht mehr zurück halten.

„Ich warte auf eine Antwort.“
Sie hatte keine Orientierung mehr, was mit ihr geschah. Ihre Hände griffen automatisch nach hinten und zogen den Reißverschluß langsam herunter. Er war mit dieser unausgesprochen Antwort im Moment zufrieden und wollte den Bogen nicht überspannen.

„Warum zwingst Du mich so brutal? Du hättest mich doch auch so haben können. Sei wenigsten ein wenig zärtlich zu mir.“
„Gedulde Dich. Alles zu seiner Zeit.“
Das hübsche schwarze Kleid fiel achtlos zu Boden.
„Warum gebt ihr Frauen Euch mit Eurem Äußeren nur so viel Mühe? Sobald der Rock fällt, fallen mit ihm auch alle Illusionen.“
„Warum?“, fragte Nathalie vorsichtig.

„Sieh Dich im Spiegel an. Deine Dessous waren sicher nicht billig und sind ganz hübsch anzusehen. Aber dennoch nur hübsch und zum schnellen Ausziehen geeignet. Sieh Dich genau an und sage mir, wo Dein Körper betont wird.“ Phillip erwartete keine Antwort, sondern gab sie selbst. „Ein simpler Büstenhalter, wie man ihn in jedem Kaufhaus kaufen kann. Natürlich hast Du ihn in einer Boutique gekauft und mehr bezahlt, als er wert ist, weil es dazu gehört, dort zu kaufen. Sie Deinen Slip an. Nichts besonderes. Er bedeckt nur, was er schamhaft bedecken soll. Die Schuhe, die Du trägst haben einen passablen Absatz, verschaffen Deinen hübschen Beinen aber nicht den geringsten optischen Touch. Ja und dann eine Strumpfhose, die den guten Willen sofort zunichte macht und das für das viele Geld, das Du ausgegeben hast. Und dann glaubst Du, damit einen Mann verführen zu können. Natürlich gibt sich mancher Simpel damit zufrieden. Hauptsache er sieht nacktes Fleisch. Aber ein Gourmet wendet sich enttäuscht ab.“

„Und Du bist ein Gourmet?“, fragte sie enttäuscht und den Tränen nahe.
„Ja, ich bin ein Gourmet. Und nicht gewillt, mich durch so ein schlampiges Outfit reizen zu lassen. Also zieh Dich endlich ganz aus.“
„Warum beleidigst Du mich so?“, fragte sie und konnte nicht verhindern, dass ihre Augen nun feucht wurden.

„Weil ich Dir helfen will, zu erkennen, dass sich eine attraktive Frau niemals so kleidet und schon gar nicht, wenn sie zu einem Rendezvous geht. Und ich werde Dich immer wieder beleidigen, wenn Du Dich so anziehst.“ 
„Und was ist Dein Geschmack?“
„Zieh den Rest aus. Dann lernst Du ihn kennen.“

Umständlich und zögernd trennt sich Nathalie von den restlichen Kleidungsstücken. Als ihm das Öffnen des Büstenhalters zu lange dauerte, schlug er zum dritten Mal zu und stellte mit Befriedigung fest, dass die Peitsche nun drei hübsche rote Striemen auf ihrer Kehrseite hinterlassen hat. Nathalie wurde von diesem Schlag, der auf der fast nackten Haut noch mehr brannte, so überrascht, dass sie ihren Stolz vergaß und laut aufschrie.

„Hör endlich auf damit, Du elender Sadist. Ich ziehe mich ja aus.“, schrie sie. Nun liefen ihr die Tränen über die sorgfältig geschminkten Wangen und die Wimperntusche verschmierte ihre Augen. Und tiefer, zwischen ihren Schenkel spürte sie verwirrt auch Tränen. „Aber nicht schnell genug.“

Endlich präsentierte sie ihm verschämt ihren nackten Körper, die eine Hand über der Scham, die andere vor den stattlichen Brüsten. Mit der Spitze der Peitsche dirigierte er die Hände von dort weg.
„Phillip, bitte starre mich nicht so an. Ich weiß, dass ich einige Gramm zuviel habe.“ „Hast Du Dich deshalb geniert, Dich hier vor meinen Augen auszuziehen?“
„Das auch.“
„Siehst Du liebste Nathalie. Ich will Dir helfen Deine Figur zu verschönern und Du führst so ein Theater auf.“

In den nächsten zwei Stunden probierte Phillip ihr die verschiedensten Schnürkorsetts an, bis er endlich ein passendes aus weißem Atlas mit feinem Spitzenbesatz fand. Beim Zuhaken der vorderen Leiste verirrten sich seine Hände und spürten die festen Nippel ihrer vollen Brüste, die wenig später leicht aus dem Dekollete herausquollen. Genussvoll schnürte er abwechselnd von oben und unten die Bänder im Rücken, wohlbedacht die kleinen, lieblichen Pölsterchen gleichmäßig zu verpacken. Phillip war darauf bedacht, sie am Anfang nicht zu eng zu schnüren. Er reichte ihr in einer Originalverpackung hauchfeiner, hautfarbene Nylons mit Naht. Nathalie musste, nachdem sie ihre Schuhe wieder angezogen hatte zugeben, dass sie hübsch aussah in diesem Korsett.

„Zu eng?“, fragte Phillip neugierig.
„Im Moment komme ich mir sehr beengt vor.“
„Dabei habe ich die Schnüre noch lange nicht fest zugezogen. Du musst Dich erst an die Schnürung gewöhnen. Am Anfang ist es ratsam ein Schnürkorsett nur stundenweise zu tragen und nicht zu eng zu schnüren. Im Laufe der nächsten Tage kannst Du es jedes Mal ein wenig länger anziehen und dann auch etwas enger schnüren. Wichtig ist, dass der Körper sich langsam daran gewöhnt. Übereifer schadet nur. Irgend wann wirst Du es gar nicht mehr spüren und wenn Du kein Korsett trägst, fühlst Du Dich richtig verlassen.“

„Bist Du sicher, dass ich das Korsett anbehalte.“
„Ja, bin ich.“
„Warum?“
„Laß uns später darüber reden. Ich bin noch nicht fertig mit Deinem Outfit.“
“Was fehlt denn noch?“
„Komm mit.“
„So, wie ich bin?“
„Keine Sorge, wir sind ganz alleine.“

Phillip führte Nathalie in den Keller in einen Lagerraum, der vollgestopft war mit den verschiedensten Kleidungsstücken und Accessoires. Er fragte sie nach ihrer Schuhgröße und streifte ihr ein Paar weiße Pumps mit zehn Zentimeter hohem, Bleistift dünnen Absatz über die feinbestrumpften Füße. Nathalie schwankte, aber sie bemühte sich, die Balance zu halten. Eine eigenwillige Neugierde und Erregung packte sie in diesen Minuten in diesem aufgeräumten, aber doch so unromantischem Lagerraum. Plötzlich, wenn auch im Moment unergründbar, stand für sie fest, dass sie noch mehr dieser eigenartigen Welt kennen lernen wollte. Willig ließ sie alles mit sich geschehen. Sie ließ sich Oberarm lange, dünne und weiche, weiße Lederhandschuhe anziehen. Sie wehrte sich nicht, als Phillip ihr ein hellbraunes, aus weichem Leder gefertigtes, breites Halsband umlegte. Sie hielt ihm ihre Arme hin, um passende Armbänder zu erhalten und ließ zu, dass er ihre Fußgelenke genau so verzierte.

„Was hast Du noch mit mir vor? Willst Du mich fesseln?“ Sie spürte bei ihren eigenen Worten deutlich die Feuchtigkeit zwischen ihren Schenkeln. Im gleichen Atemzug, wie Phillip antwortete, waren ihre Hände hinter ihrem Rücken mit einem Karabinerhaken aneinander gebunden. Phillip führte sie wieder nach oben.

„Wo gehst Du jetzt mit mir hin?“
Ohne dass er ein Wort sagte, erfuhr sie die Antwort. Am hinteren Ende des langen Ganges betraten sie ein weiß gekacheltes Bad und mitten drin stand ein gynäkologischer Stuhl, ihr bestens bekannt, aber unklar, was dieser Stuhl hier sollte.
„Setz Dich bitte dort hin!“, forderte er sie kurz auf.

Phillip spreizte ihre Beine, legte ihre Unterschenkel in die dafür vorgesehenen Schalen und befestigte sie an den Fesselriemen. Nachdem er auch ihre Hände und ihren Hals und zusätzlich ihren Leib mit einem breiten Gurt unbeweglich am Stuhl fixiert hatte, fragte sie ihn ängstlich.

„Phillip sage mir sofort, was Du vor hast oder binde mich auf der Stelle los.“
Und in seiner kurzen, trockenen Art, ihr dabei fest in die Augen blickend antwortete er.
„Zuerst rasiere ich Dich. Denn wenn ich etwas an einer Frau nicht leiden kann, dann sind das Körperhaare.“ Wild an ihren Fesseln zerrend fluchte Nathalie.

„Du wirst Dich unterstehen. Ich will, dass Du mich sofort losbindest. Du kannst mich nicht einfach wehrlos machen und dann die Gelegenheit für Deine perversen Lüste ausnutzen. Mach mich sofort los! Ich befehle es Dir!“, schrie sie, um sich im selben Moment der Lächerlichkeit ihrer eigenen Worte bewusst zu werden.

„Ich denke, Deine Chancen Befehle zu erteilen, sind im Moment sehr gering. Aber liebe Nathalie, um eines von jetzt an klar zu stellen. Du hattest die ganze Zeit genügend Gelegenheit unser Szenario abzubrechen. Du hast die Zeit nicht genützt und ich sage Dir warum. Die Situation hat Dich in ihren Bann gezogen. Du wolltest sehen, wie weit ich gehen würde. Und die Situation hat Dich erregt. Soll ich nachprüfen?“

Nathalie schwieg. Als seine Hand ihr Geschlecht teilte, fühlte er die glitschige Feuchtigkeit. Mit sehr viel Intensität und Sorgfalt rasierte Phillip ihren Schambereich und kümmerte sich um jedes auch nur kleinste Härchen. Nathalie hörte auf zu schimpfen und gab sich mit jeder Sekunde mehr dem Genuß dieser Behandlung hin. Sie schämte sich, weil sie genau wusste, dass sie die Nässe zwischen ihren Schenkeln nicht verheimlichen konnte und Phillip genau sehen konnte, wie diese Prozedur sie anregte. Nach einer Unendlichkeit hatte er sein Werk beendet und löste ihre Fesseln.

„War es so schlimm?“
Nathalie antwortete nicht und versuchte beleidigt drein zu blicken. Phillip holte einen Spiegel und zum ersten Mal sah sie ihre nackte Weiblichkeit mit ganz anderen Augen. Sah den glänzenden, geöffneten Schlitz, die blutdurchtränkten Schamlippen, die ihre Lust auf besonders intensive Art dokumentierten. Phillip befreite sie aus ihrer Lage. Dann trat sie einen Schritt vor und legte ihre behandschuhten Arme um seinen Hals, presste sich leidenschaftlich an den Mann, der jetzt ihren Küssen keinen Widerstand mehr entgegen brachte und fragte in einer Pause des Luft holens.

„Was hast Du noch alles mit mir vor?“
„Das, was ich Dir gesagt habe. Ich mache Dich zu meinem Eigentum.“
„Was bedeutet das? Dein Eigentum.“ Nathalie spürte ihre Erregung, wie nie zuvor. „Warum willst Du mich zu Deinem Eigentum machen? Du kannst mich doch auch freiwillig haben.“

Phillip gab keine Antwort. Statt dessen legte er seinen rechten Arm um ihre geschnürte Hüfte und führte sie in sein Schlafzimmer. Nathalie hatte so viele exquisit ausgestatte Räume gesehen, aber dieser übertraf alle ihre Vorstellungen. Der Raum war so groß, wie andere eine ganze Wohnung ihr eigen nannten. Mittendrin, mitten im Raum, zwischen antiken Möbeln stand ein riesiges Bett, mit Baldachin und schmiedeeisernen Kopf- und Fußteil. Phillip schlug die seidenen Decken beiseite, legte sie vorsichtig, als ob er Angst hätte, sie könnte sich verletzen,  hin und wenig später war sie an dünnen Ketten, die er unter dem Bett hervorzauberte wieder an Händen und Füßen, weit gespreizt gefesselt. Gemächlich zog er sich aus. Nathalie hatte Muße seinen durchtrainierten, braungebrannten Körper zu bewundern, der nur mäßig behaart war. Seine Erregung hielt sich in Grenzen. Sie starrte auf sein halbsteifes Glied, das noch mehr versprach, als im Moment zu sehen war. Noch nie war sie einem Mann begegnet, der sich die Schamhaare entfernte. Silbern glänzte der breite Cockring in der Nacktheit. Dadurch wirkte sein Geschlecht noch monströser und ließ Nathalie ahnen, wie es aussehen würde, wenn es sich zu voller Größe entfalten würde und alleine der Gedanke daran verschaffte ihrem Hormonspiegel noch einen weiteren Schub. Phillip sah ihren lüsternen Augen an, was sie dachte und hoffte. Aber er verfolgte jetzt ganz andere Absichten. Jetzt war für ihn der entscheidende Moment gekommen, Nathalie langsam in seine Abhängigkeit zu bringen. Dieser erste Schritt war von entscheidender Bedeutung. Nun konnte er alles richtig oder alles falsch machen. Seine sanft streichelnden Hände erforschten jeden Zentimeter ihres herrlichen Körpers, den das Korsett nicht bedeckte. Seine Zunge konzentrierte sich auf die wichtigsten Stellen. Ihr Körper wand sich, soweit die Fesseln das zuließen, unter diesen Berührungen. Nathalie atmete unruhiger und Phillip wusste, er war auf dem richtigen Weg. Er kniete sich so über sie, dass sie seinen immer steifer werden Schwanz und die dicken Eier genau vor ihren Augen sah, aber er hatte sich voll in der Gewalt. Bald würde der Punkt kommen, wo ihr Mund versuchen würde, sein Gerät zu erhaschen und er würde es ihr jedes Mal wieder entziehen. Diesen Dienst würde sie in Zukunft noch oft genug verrichten können. Dann drehte er sich um. Liebevoll umkreiste seine Zunge die steifen Nippel ihrer Brustwarzen. Dabei sah er ihr tief in die verklärten Augen und die Momente, in denen sie seinem Blick standhalten konnte, reichten um zu erkennen, welches Juwel in seinem Bett lag. Ein Rohdiamant, der nur darauf wartete, sehnsüchtig darauf wartete, endlich geschliffen zu werden. Diese Frau war vollkommen ausgehungert nach erfüllendem Sex und für noch ganz andere Spielarten bereit. Er wanderte weiter abwärts zur Blüte ihres Geschlechts und schon nach wenigen Minuten zerrte sie an den Fesseln, stöhnte und stieß kleine Schreie aus. Sanft, mit kleinen Pausen dazwischen, spielte die Zunge an ihrem Kitzler, streifte die Lippen entlang und kehrte wieder zurück. Abrupt unterbrach Phillip dieses Spiel. Er änderte seine Position und sah ihr wieder tief in die Augen.

„Warum hörst Du auf?“, stöhnte sie.
„Womit höre ich auf?“
„Mit mir zu spielen.“
„Ich verstehe nicht, was Du sagen willst. Du musst schon deutliche werden.“ Seine Hand streichelte ihre Schenkel, befühlte den zarten Rand der Nylons, ließ aber das Zentrum ihrer Lust aus.

„Warum verwöhnst Du mich nicht weiter?“ Nathalie räkelte sich seinen Händen entgegen.
„Was soll ich machen?“
„Mit der Zunge.“
„Liebling, nun werde endlich deutlicher!“,  versuchte er Ungeduld und Verärgerung in seine Stimme zu legen. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, ihre Reserviertheit endlich zu brechen. Nathalie begriff, wie das Spiel weitergehen sollte, aber noch ließ ihr Stolz es nicht zu, um seine Gunst zu betteln. Phillip stand auf, griff in die Schublade einer kleinen Kommode, die neben dem Bett stand. Sie riß die Augen auf, als sie das schwarze Gummiglied ,mit den Schnüren sah.

„Was machst Du jetzt?“
Phillip antwortete nicht. Ihr Körper verkrampfte sich, wollte sich gegen den Eindringling wehren, jedoch bei dieser Fesselung vergebens. Sie konnte nicht verhindern, dass Phillip den naturgeformten Kunstpenis ohne jegliche Mühe tief in ihre überschwemmend Grotte schob. Mit Leichtigkeit hob er ihren Leib an und befestigte die Schnüre um ihre Taille. Noch einmal griff Phillip in die Schublade. Dann legte er Nathalie eine gepolsterte lederne Augenbinde um, die hinter ihrem Kopf mit Schnallen festzog.

„Ich laß Dich jetzt eine Stunde alleine. Entspanne Dich und konzentriere Dich ganz alleine auf Deine Empfindungen. Dann frage ich Dich noch einmal.“
Er stand auf. Als er die Tür erreicht hatte hörte er ihre leise und zittrige Stimme.
„Phillip, bitte bleibe hier. Ich sage, was Du hören willst.“
„In einer Stunde Liebling kannst Du mir alles erzählen.“

Er warf noch einen Blick zurück. Nathalie sah entzückend aus in ihrem Schnürmieder, den hauchfeinen Nylons, den Handschuhen und den hochhackigen Pumps. Und sie sah entzückend aus, wie sie sich in ihren Fesseln wand, vergeblich versuchte, ihren aufgewühlten Körper zu beruhigen und genau das Gegenteil erreichte. Ihr Gesichtsausdruck spiegelte die Qual zwischen sich wehren und genießen wieder. Noch wehrte sie sich, aber Phillip war sich sicher, sie für seine Leidenschaften begeistern zu können. Eine noch geschlossene Blüte, die vor lauter Karrieredenken niemals ihre Leidenschaften entfalten konnte oder wollte. Ebenso war er sich jetzt sicher, dass Nathalie überhaupt noch keinen richtigen Orgasmus erlebte. Sie wird Wachs in seinen Händen, wenn sie ihren Körper nicht mehr unter Kontrolle hat, sich nach neuen Höhepunkten sehnt. Er nimmt sich vor, sie so oft kommen zu lassen, bis ihr Körper sich vor Erschöpfung weigert. Erst dann wird er seine eigene Lust stillen.

Beruhigt verließ er sein Schlafzimmer und schaltet bei einem Glas Wein im Salon den Fernseher ein, der ihm über die dort eingebaute Kamera, jede Bewegung auf einem Video aufzeichnet. In manchen Momenten befürchtete er, sie bräuchte ihn gar nicht für die Fortsetzung dieses Spiels, so sehr kämpfte sie gegen die Fesseln an. Er wurde unruhig und entschloß sich, bei ihr zu sein. Leise öffnete er die Schlafzimmertür, rückte einen Stuhl an das Bett, immer bemüht, kein Geräusch von sich zu geben und möglichst nicht einmal zu atmen. Wie sie da lag, den Kampf zwischen Körper und Selbstbeherrschung mit sich auskämpfte, wissend, dass der Wille verlieren und der Körper gewinnen würde, fing er langsam an sich in Nathalie zu verlieben. Sie bemerkte seine Anwesenheit nicht und konzentriert hörte Phillip den Lauten zu, die ihr Mund von sich gab. Er lächelte in sich hinein. Zwischen schimpfen, fluchen und stöhnen, hörte er ein hintergründiges Betteln, endlich zu kommen, endlich den langersehnten Höhepunkt zu erleben.

Eben so leise, wie er gekommen war, verließ er den Raum wieder, um seine eigene Erregung und seine mittlerweile ebenfalls vibrierenden Nerven wieder in den Griff zu bekommen.

„Wie fühlst Du Dich mein Liebling?“
Sanft küsste er ihre wollüstig geöffneten Lippen.
„Phillip, warum quälst Du mich so?“, jammerte Nathalie.
„Ich quäle Dich nicht. Ich zeige Dir, was Du alle die Jahre versäumt, oder vielleicht noch nie erlebt hast.“
„Phillip bitte erlöse mich.“
„Was soll ich machen?“
„Lecke mich, bitte.“
„Wo?“
Sie zögerte einen Moment. Phillip spürte, wie diese emanzipierte Frau sich überwinden musste, die Dinge beim Namen zu nennen.
„An meiner Pflaume.“

„Siehst Du, es geht doch. Aber nur unter einer Bedingung.“
„Du nutzt meine Notlage aus, um mich zu erpressen. Du bist ein Schuft.“Ihre Worte klangen nicht aggressiv, sondern versöhnlich.

„Einverstanden. Welche Bedingung?“
„Nun nach Deiner Beleidigung sind es schon zwei Bedingungen. Erstens für den Schuft verabreiche ich Deinem Hintern dreimal die Peitsche und dann revanchierst Du Dich bei mir auf die gleiche Weise.“

„Ich soll....“
„Sprich es ruhig aus.“
„Ich soll Deinen Schwanz saugen, bis....“
„Ja?“
„...bis Du kommst.“
„So ist es.“
Deutlich spürte Phillip die erregten Schwingungen in ihrer Stimme.
„Hast Du nie einem Mann den Schwanz geblasen und seinen Saft getrunken?“
„Nein, noch nie.“
„Dann wird es höchste Zeit, Dich an diesen Liebesdienst zu gewöhnen.“

Die nächsten Stunden sollte Nathalie nie mehr vergessen. Nachdem er das Kunstglied entfernt und ihre Fesseln noch strammer gezogen hatte, dass sie jetzt wie ein X gespannt lag und weder Arme noch Beine auch nur einen Zentimeter bewegen konnte, setzte seine Zunge ihr vorher unterbrochenes Spiel fort. Es gelang ihm schon nach wenigen Minuten Nathalie tausend kleine Schreie unbändiger Lust zu entlocken. Er brachte ihren Körper zum erbeben und verschaffte ihr Orgasmen, von denen sie bisher nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Keiner von beiden zählte mit. Phillip, weil er nicht wollte und Nathalie, weil sie nicht in der Lage dazu war.

Erschöpft brach ihr Körper irgendwann zusammen und sie schlief ein. Phillip löste die Fesseln, bis auf eine locker symbolische Kette an ihrem rechten Fuß, die ihre Bewegungsfreiheit aber nicht einschränkte, dafür aber verhinderte, dass sie das Bett verlassen konnte. Er zog ihre Schuhe aus und legte die seidigen Decken über ihren hübschen Körper. Es kostete ihn viel Überwindung, auf seinen Trieb zu verzichten, aber er würde sich vielfach wieder holen, was er ihr heute geschenkt hatte. Zunächst sollte sie  sich aber entspannen und erholen und das Erlebte in aller Ruhe verarbeiten. Dann zog er sich ebenfalls aus und legte sich auf einer breiten Couch unter dem Fenster ebenfalls zur Ruhe.

Phillip erwachte zuerst. Es war Sonntag und schon fast zehn Uhr. Er brühte Kaffee auf, bestrich den Toast mit englischer Orangenmarmelade, leicht bitter, aber genau sein Geschmack. Mit dem Tablett setzte er sich still an ihr Bett und bewunderte Nathalie in ihrem ruhigen Schlaf. Sie sah schön aus, selbst mit der ganzen verschmierten Wimperntusche, so ausgeglichen, wie ein kleines Kind, das etwas tolles erlebt hatte.

„Was hast Du gestern mit mir gemacht?“ Nathalies Augen öffneten sich zu kleinen Schlitzen.
„Ha es Dir gefallen?“
„Es war wunderschön, aber ich bin jetzt noch völlig ausgelaugt.“
Phillip reichte ihr die Tasse.
„Soll das heiße, dass ich den Tisch für dreizehn Uhr im George quinze wieder abbestellen muß. Trink, das wird Dich aufmuntern.“

Ihre Augen bekamen ein Leuchten. Glaubte sie bisher, schon viel von der Welt der Reichen zu kennen, so sollte sich in Kürze noch eine Steigerung anbahnen. Nathalie tastete ihren Körper ab. Aber Du hast mich nicht einmal ausgezogen. Was ist das?“

„Nur eine kleine Vorsichtsmaßnahme, dass Du nicht nachts in einem fremden Haus herumläufst und Dich wohlmöglich verirrst und dann vor lauter Panik die ganze Gegend zusammen rufst.
„Phillip, Du bist zwar ein Schuft. Aber Du hast mich sehr glücklich gemacht.“
Nun machten ihre Worte ihn glücklich und bestätigten ihm, gestern alles genau richtig gemacht zu haben. Er küsste Nathalie auf die Nasenspitze.
„Du solltest vorsichtig sein mit Deinen Worten. Der Schuft von gestern hat noch Folgen für Dich.“
„War das Dein ernst?“
„Natürlich. Ich scherze in dieser Beziehung nur selten.“
„Öffne die Kette. Ich muß mal.“
„Nur wenn ich zusehen darf.“
Nathalie sah reizend aus. Wie sie trotz der gestrigen Erlebnisse noch rot werden konnte. Seelenruhig stand er auf und zündete sich eine Zigarette an. Er konnte warten.
„Wenn ich nein sage.“
„Dann bleibt die Kette, wo sie ist.“
„Es ist Dein Bett.“
„Und Dein Hinterteil,“ antwortete er ruhig und hielt plötzlich, als habe er sie unter dem Bett hervorgezaubert, die Reitpeitsche in der Hand.

„Phillip, Du überforderst mich. Mir hat noch nie jemand im Bad und auf der Toilette zugesehen.“
„Vermutlich, weil Du Deine Liebhaber immer vorher hinaus gejagt hast. Bei mir musst Du Dich daran gewöhnen, mich auch an den intimsten Verrichtungen teilhaben zu lassen.“
Nach einigem Murren gab sie auf, denn der Drang wurde zu groß.

„Und, war es sehr schlimm?“
„Ja, Du Schuft.“ Ihr Lächeln und der anschließende Kuß waren entwaffnend. „Aber nun zieh mich bitte aus, denn ich möchte keinesfalls das Dinner versäumen.“

Phillip ließ ihr Zeit und Nathalie brauchte auch viel Zeit. So viel Zeit, die Phillip in aller Ruhe nutzen konnte, sich selber zu duschen und zu rasieren. Dann zog er einen seidenen Hausmantel über und holte aus dem Lagerraum im Keller ihre Unterkleidung.

Nathalie sah wunderschön aus, als sie geschminkt, parfümiert und mit frisch lackierten Nägeln nackt aus dem Bad kam. Sie unterbrach ihr fröhlich gesummtes  j´attendrai  schlagartig, als sie sah, was er auf dem Bett ausgebreitet hatte.

„Nicht schon wieder solch ein enges Korsett,“ meckerte sie und spürte im gleichen Moment schon wieder ein sehr eigenwilliges Kribbeln zwischen ihren Schenkeln. Unbeabsichtigt drückte sie die Schenkel eng zusammen, was Phillips geübten Blick nicht entging.

„Ich habe Dich gestern doch gar nicht eng geschnürt und ich lasse Dir auch heute genügend Freiheit, das Dinner ausgiebig zu genießen.“
Trotz ihrer offenbar gespielten Abwehrhaltung betastete Nathalie neugierig die weiße Korsage und strich zart, beinahe verliebt über die bräunlichen Nylons.

Mit Bedacht schnürte Phillip das Korsett ein wenig enger. Er war sicher, sein Gefühl, Nathalie habe sich trotz allen Widerstandes wohl darin gefühlt, würde ihn nicht trügen und sie sagte auch kaum etwas. Das hauchdünne Material der Nylons begeisterten sie, wenn auch der Strumpf an Strumpfhaltern weniger.

„Ich kann aber so nicht aus dem Haus gehen. Wenn der Rock verrutscht, kann jeder sehen, was ich trage.“
“Dann bewegst Du Dich einfach sehr damenhaft und niemand wird etwas sehen.“ Mit viel Enthusiasmus spannte Phillip das feine Material immer straffer.

„So, nun keiner, dass Du überhaupt Strümpfe trägst,“ sagte er lächelnd.
„Und schöne braune Beine habe ich auch noch und die Naht ist aufgemalt,“ antwortete Nathalie zynisch. Phillip fing an, diesen Zynismus zu lieben. Damit würde sie ihm noch oft die schönsten Gelegenheiten geben, sie zu bestrafen.

Nathalie sah hinreißend aus, als sie die passenden schwarzen Pumps, auch aus seinem Fundus angezogen hatte. Ihre Brüste wirkten selbst unter den Schalen viel voller und standen fast waagerecht vom Körper ab. Dann die schlanke Taille, darunter die jetzt noch runder wirkenden Hüften und schließlich ihre wohlgeformten stammen Beine in glänzenden Strümpfen.

„Wo hast Du eigentlich mein Höschen hingelegt?“, wollte sie wissen.
„Weggeworfen, denn das brauchst Du nicht mehr.“
„Der Herr möchte also, dass ich nacht unter dem Kleid bin. Na gut.“
Jetzt war Phillip überrascht. Er hätte wetten können, an dieser Stelle den meisten Protest zu hören. Als Nathalie zum Kleid greifen wollte, sagte er.
„Einen Moment noch. Komm her und beuge Dich über den Stuhl.“
„Was kommt jetzt noch?“
„Hast Du vergessen, dass von gestern Abend noch drei Peitschenhiebe offen sind und hast Du vergessen, dass ich mich bisher ausschließlich um Dein Vergnügen gekümmert habe.“
„Aber bitte nicht jetzt.“
„Doch gerade jetzt. Halte Dich gut an der Lehne fest.“
Sekunden später hallten ihre Schreie durch den Raum. Dreimal kurz hinter einander und drei dicke Striemen leuchteten auf ihrem Po.
„Das war zu heftig,“ schrie sie ihn an. „Das darfst Du nicht mit mir machen.“

Phillip ging zu ihr, nahm sie tröstend in die Arme. Nathalie war kaum zu beruhigen. Erst als seine Hand ihre feuchte Grotte streichelte, gab sie auf und schmiegte sich fester an ihn. Phillip steigerte sein Streicheln noch, bis sie anfing leise zu stöhnen. Dann schob er sie von sich, griff nach einem Kissen und drückte sie auf die Knie herunter. Er legte ihre Arme auf den Rücken und band sie mit einem dünnen Lederriemen locker zusammen, mehr moralisch, als ernsthaft, denn sie hätte sich jederzeit davon befreien können. Doch damit dokumentierte er deutlich, auf welche Art sie ihn zu bedienen hatte. Er öffnete seinen Hausmantel und stellte sich vor ihr auf. Willig nahm ihr Mund auf, was er ihr anbot, saugte und leckte daran. Phillip brauchte nicht lange bis zur vollen Erektion. Zu lange hatte er sich seit dem gestrigen Abend zurück gehalten. Nun wollte er in vollen Zügen genießen. Als sich sein Höhepunkt näherte, nahm er ihren Kopf in beide Hände und drang noch tiefer in ihren Mund ein. Nathalie hatte Mühe, das steife Glied so tief aufzunehmen und als er kam, wollte sie den Kopf zurück ziehen, aber Phillip hielt sie mit aller Kraft fest und entlud sich tief in ihrem Rachen. Trotz seiner Erregung war er noch so bei Bedacht, ihr genug Platz zu lassen, seinen Samen aufzunehmen und befahl nur. „Alles trinken!“, und Nathalie trank die leicht herb schmeckende Flüssigkeit.

Sie wischte sich den Mund sauber und prüfte im Spiegel, ob ihr Äußeres durch den ungewöhnlichen Liebesakt gelitten hätte. Phillip drückte ihr einen zärtlichen Kuß auf die Wange.
„Deine Schönheit hat keinen Schaden gelitten.“
„Verlangst Du das öfter von mir?“
„Hast Du es nicht gemocht?“
„Ich weiß nicht, aber ich habe zum ersten Mal einem Mann einen solchen Dienst erwiesen.“
„Und war es schlimm?“
„Bei Dir nicht.“
„Was bedeutet das.“
„Du hast offenbar eine lange Leitung. Ich glaube ich bin dabei, mich in Dich zu verlieben.“
„Dann denke doch nicht lange nach, sondern tu es einfach.“
„Und Du.“
„ich habe mich bereits entschlossen, mich in Dich zu verlieben.“
„Mein Kleid ist viel zu weit und mein Busen quillt oben heraus.“

Phillip verließ für einen Moment den Raum. Dann legte er ihr einen stramm sitzenden breiten weißen Gürtel um und raffte das kleid ein wenig nach oben. Nathalie besah sich im Spiegel.„Willst Du mit einer so aufgestilten Sexbome ausgehen?“

„So gefällst Du mir und was andere denken, ist deren Problem. Wahrscheinlich sind sie nur neidisch.“
„Auf Dich, aber bestimmt nicht auf mich.“
„Das kommt darauf an, aus welchen Augen man die Dinge betrachtet. Die Männer sind neidisch auf mich und bewundern Deine traumhafte Figur. Und die Frauen sind neidisch auf die Blicke ihrer Männer und neidisch auf Dich, weil sie auch gerne eine solche Figur hätten.“

Ein Gedanke ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Angst und Neugierde lieferten sich einen erbitterten Kampf. Beim Essen fragte Nathalie.
„Was meinst Du nun wirklich damit, mich zu Deinem Eigentum zu machen?“
„Jetzt hast Du eine lange Leitung,“ ahmte er ihre Worte von vorher nach. „Wenn Du Dich entschließt, bei mir zu bleiben, dann gehörst Du mir ganz alleine.“
„Willst Du mich einsperren?“
„Keineswegs. Eher das Gegenteil, denn nach außen hin ändert sich im Wesentlichen nichts. Du gehst Deinem Beruf nach, triffst Deine Freunde, Verwandten und Bekannten.“
„Wie soll ich Dir dann gehören, wenn ich nicht bei Dir bin?“
„Ich sorge dafür, dass Du immer an mich denkst.“
Nathalie sah ihn verwundert an. Die Frage wie denn stand in ihren Augen geschrieben.
„Nimm zum Beispiel Deine Kleidung.“
„Soll ich etwas den ganzen Tag so, wie jetzt herumlaufen?“
„Nun entschuldige mal,“ reagierte Phillip brüsk und sie erkannte den Zorn in seinen Augen. „Das ist ja wohl ein Kleid, das Du ausgesucht hast, um mich zu verführen.“
„Und was gedenkst Du, mir für Kleidung vorzuschreiben?“
„Wir können uns ja mal gemeinsam Deinen Kleiderschrank ansehen. Aber ich bin mir sicher, dass beim Inhalt keine großen Änderungen erforderlich sind. Allerdings solltest Du, falls Du sie noch nicht hast, Dir eine gute Schneiderin suchen, denn Deine Kleider werden Dir in Zukunft sicherlich alle zu weit sein.“
„Ich soll also immer solche Korsetts tragen?“
„Ja natürlich. Formgebende Schnürkorsetts, Nylonstrümpfe und Schuhe mit hohen Absätzen. Mehr an Unterwäsche brauchst Du nicht.“
„Keine Höschen? Ich soll darunter nackt sein?“
„Nicht unbedingt immer. Von Zeit zu Zeit lege ich Dir einen Keuschheitsgürtel um. Nächstes Wochenende nehmen wir Maß.“

„Phillip, glaubst Du ernsthaft, dass ich das alles mitmache?“ Nathalie war über so viel Dreistigkeit nun doch verwundert. Glaubte er ernsthaft, nur mit dem Finger schnippen zu müssen und sie würde bedingungslos folgen. Aber was hatte sie bisher schon alles mit sich machen lassen? In den wenigen Stunden, die sie zusammen waren ließ sie sich einschnüren, rasieren, fesseln und auspeitschen. Sie hat seinen Samen getrunken. War sie ihm hörig? Würde sie etwa doch seinen Wünschen folgen? Ihr Körper reagierte ganz anders, als ihre Logik. Sie spürte, wie sich in ihrem Unterleib etwas zusammen zog. Sie spürte, wie sich Feuchtigkeit in ihrer Scheide sammelte und Blut ihre Schamlippen füllte.

„Die Entscheidung liegt ganz alleine bei Dir,“ antwortete Phillip betont ruhig, obwohl sie deutlich spürte, wie er innerlich erregt war. Er spielte sehr hoch und war sich sicherlich bewusst, auch verlieren zu können. „Ich habe Dir schon einmal gesagt, wenn wir uns wiedersehen, musst Du Dich entscheiden. Ich möchte sehr, sehr gerne mit Dir zusammen bleiben,“ er griff über den Tisch hinweg ihre Hand. „Ich bin mir sogar nach so kurzer Zeit schon sicher, dass ich Dich liebe. Aber ich in weder bereit, noch fähig zu einer halbherzigen Beziehung. Wenn Du Dich für mich entscheidest, dann vollkommen.“

Nathalie unterbrach ihn. Sie hörte die Wehmut und Sehnsucht in seinen Worten. Sie wollte noch tiefer in ihn dringen. Noch mehr über seine Gefühle erfahren.
„Du brauchst also eine Frau, die Dir sozusagen mit Haut und Haar gehört. Die Dir gehorcht. Die Du wie Deine Sklavin behandeln kannst.“
„Nein Nathalie, das ist es nicht. Ich brauche keine Frau, wie Du sie beschreibst. Ich sehne mich nach einer Frau, die meine Leidenschaften innerlich akzeptiert, und diese Leidenschaften selber mit Freude auslebt.“
„Warum glaubst Du, sei ich diese Frau?“
„Weil Du mir vertraut hast, weil Du so spontan auf meine Wünsche eingegangen bist und weil Du offenbar Freude daran hast.“

Die nächsten Worte sprach er leiser aus, als wolle er vermeiden, dass jemand an den Nebentischen mithören könnte. Dafür sprach er um so bestimmter. Er hatte die Situation wieder im Griff.
„Warum trägst Du ein Korsett? Warum bist Du mit mir in den Keller gegangen, wo Du mich überhaupt nicht kanntest? Warum hast Du Dir die Schamhaare rasieren lassen? Warum habe ich Dich peitschen dürfen, auch ohne Fesseln? Warum hast Du meinen Samen getrunken? Nur mir zu liebe? Nein, Nathalie. Es hat Dich erregt.“ „Und darum glaubst Du, ich sei die Frau, die auch in Zukunft Deine eigenwilligen Wünsche erfüllt.“

„Nicht darum. Du hast Freude daran. Ich wiederhole mich. Du sehnst Dich nach jemanden, der Dich führt. Du bist es leid, immer die Emanzipierte zu spielen, die Du mit dem einen Teil Deiner Persönlichkeit sicher bist. Aber der andere Teil in Dir, der sucht nach Geborgenheit.“
„Indem ich mich Dir opfere.“ Nathalie gab noch nicht auf, Phillips wahre Gedanken zu erforschen.

„Du wirst Dich niemals opfern. Du wirst genießen. Dass Du alle meine Wünsche erfüllt hast, ist nicht nur ein Zeichen Deiner Geilheit, sondern auch der Beweis, dass ich Dir zumindest ein wenig sympathisch bin.“
„Jetzt muß ich mich wiederholen,“ erwidert Nathalie. „Ich habe eben schon gesagt, ich glaube, ich bin dabei, mich in Dich verlieben. Aber ich will mehr wissen über das, was mich erwartet. Was ich bisher gehört habe, könnte ich vielleicht akzeptieren. Aber was kommt noch alles auf mich zu?“

Phillip schwieg einen Moment. Der Kellner brachte den Espresso. Eine gute Gelegenheit, die richtigen Worte zu formulieren. Nathalie sah ihm die ganze Zeit seines Nachdenkens fest in die Augen.

„Du wirst mir Deinen Körper schenken, den ich mit Freude zu meinem Eigentum mache und auch so behandle. Du wirst Dich meinen Spielregeln unterwerfen Du wirst mir Lust geben. Lust, wie ich sie mag. Du wirst alles tun, meine Lust zu fördern, mich zufrieden zu stellen. Bin ich zufrieden, gebe ich das, was Du mir geschenkt hast tausendfach zurück. Bin ich nicht zufrieden, bestrafe ich Dich. Ich werde Dich bestrafen, wenn und wann ich es für richtig halte. Du wirst mir dienen, wie ich es für richtig halte. In Deiner freien Zeit bestimme ich, was Du tust oder auch nicht.“
„Vielleicht ist so ein Leben ganz reizvoll. Aber ich bin beruflich sehr eingespannt. Viel Zeit bleibt uns nicht.“
„Dann haben wir etwas gemeinsam. Um so mehr genießen wir die Feste unserer Begegnungen.“

„Und in den Zeiten meiner Einsamkeiten harre ich enggeschnürt auf meinen Gebieter und nutze diese Zeit die Striemen seiner Reitpeitsche auszukurieren.“
„Du wirst nicht einsam sein. Wir sehen uns in Zukunft häufiger. Nur bezweifele ich, ob genügend Zeit für uns alleine bleibt. Ich bin ab jetzt oft in Frankreich, weil ich den französischen Markt erobern will.“

Nathalie schwieg und Phillip hatte den Eindruck, sie sei betroffen. Einerseits freute er sich und doch machte ihn ihre Traurigkeit betrübt.“

„Habe ein wenig Geduld, mein Liebling. Es gibt Dinge im Leben, die entwickeln sich einfach, ohne dass man darüber reden muß. Sie entwickeln sich, weil sich zwei Menschen begegnen, die füreinander bestimmt sind und die dafür bestimmt sind in einer solchen Beziehung zu leben, weil sie es auf andere Art nicht könnten. Auf eine sogenannte normale oder herkömmliche Art könnten sie gar nicht zueinander kommen. Sie würden sich nach kurzer Zeit langweilen und enttäuscht auseinander gehen, weil es ja doch wieder so war, wie beim letzten Partner. Wenn Du bei mir bleibst, wird manche Überraschung in Dein Leben eintreten, Du wirst niemals wissen, was als nächstes auf Dich zukommt und das wird die Spannung erhöhen. Du mußt heute nicht ja sagen, denn wenn wir uns wieder treffen, nehmen wir den nächsten Schritt in Angriff. Nathalie denke in Ruhe nach. Wenn Du nicht so leben willst, dann lehnst Du einfach unser nächstes Treffen ab und wir haben ein schönes Wochenende miteinander erlebt und kehren beide wieder in unsere unerfüllte Sehnsucht zurück.“

Später im Auto erwähnte Phillip, dass er an diesem Nachmittag noch eine geschäftliche Verabredung habe und setzte sie vor ihrem Haus ab.

„Wir sehen uns in jedem Fall am Mittwoch. Und ziehe bitte Mittwoch im Büro Dein Korsett an,“ sagte er nach dem letzten Kuß und ehe Nathalie antworten konnte, war er fort. 

(c) J.Jerome

 

 
SM Partner
... finden sich selten auf der Strasse oder am Arbeitsplatz. Sie treffen sich meist im Internet durch konkretes Kennenlernen. Step by Step, weil die Liebe einschlägt, oder man einfach so verdammt gut miteinander sprechen und spielen kann. Man kann sich dafür 1000 Nächte mit bunten Fakes um die Ohren schlagen, oder dort suchen, wo sich Menschen nicht scheuen, Ihren Realnamen zu hinterlegen. Optimale Sicherheit und Ehrlichkeit für private Frauen und Männer mit realem Partnerwunsch bietet bisher nur die LS Community. Aber das verwundert ja nicht wirklich, oder? >>
Spacer
 

[ Home | Impressum | Kontakt | Media-Daten ]
© Das Copyright für sämtliche Inhalte dieses Magazins liegt bei LustSchmerz Hamburg oder den Autoren.
Jegliche Verwendung von Texten bedarf einer schriftlichen Genehmigung.

LustSchmerz Community LustSchmerz Shopping Home