Spacer Spielzeug, das SMer Herzen begehrt:
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4 Buchstaben BDSM


BDSM - 4 Buchstaben, eine Abkürzung und doch ein ganzes Leben. BDSM - "Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadismus & Masochismus". Dieser Text soll dazu dienen, *mein* Verständnis von Dominanz und Devotheit darzustellen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit - es ist mein Verständnis, keiner muss meine Ansicht teilen. Für Leute mit anderer Neigung werden andere Maßstäbe gelten.

Ich spreche oft von BDSM als Spiel. Dies soll ausdrücken, dass es zur Freude dient. Es ist aber nur ein Teil von dem, was BDSM tatsächlich für mich ausmacht. BDSM ist Leben. Es ist mein Leben und mit dem spiele ich nicht. Die Ansprüche die ich an einem Partner in einer SM-Beziehung stelle, sind anders, aber gleichzeitig viel höher, als in einer normalen Beziehung. Ich begebe mich hilflos in die Hand eines anderen Menschen und dies kann ich sicherlich nur dann machen, wenn ich absolutes Vertrauen zu dieser Person habe. Deshalb sind Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Achtung ein viel wichtigerer Bestandteil im BDSM, als vielleicht die jahrelange Erfahrung im Umgang mit den verschiedenen Praktiken.

So facettenreich die Varianten des BDSMs auch sind, so zahlreich sind auch die Möglichkeiten, was zwischen Dom und Sub tatsächlich möglich ist. Es ist ein absoluter Irrglaube, wenn der Dom meint, dass alleine seine Dominanz Grund genug ist, dass ich mich ihm vom ersten Augenblick an willenlos ausliefere. Wer als Dom im Sub nur ein Spielzeug sieht, dass er nach Belieben benutzen kann und nicht den Menschen erkennt, der in Wirklichkeit dahinter steht - der ist in meinen Augen kein wahrer Dom, sondern nur ein Sadist, dem eine Menge menschlicher Reife fehlt.

Es gibt immer wieder die Diskussion, wer beim BDSM der Stärkere ist. Der Dom, der seine Stärke dazu benutzen darf, über einen anderen Menschen zu bestimmen, oder der Sub, der mit der Grenze seiner Belastbarkeit festlegt, was der Dom machen kann? Solange Du zu dieser Frage die Antwort nicht selber erkannt hast, wird BDSM für Dich eine Spielvariante zum "normalen" Sex bleiben. Als devoter Mensch reagiere ich sofort auf die Dominanz, die mir ein anderer Mensch entgegen bringt. Aber diese Reaktion wird von Mensch zu Mensch so unterschiedlich sein, dass es mich manchmal selber überrascht.

BDSM ist eine Kopfsache. Nichts weiter. Und doch so viel mehr. Du erreichst alles nur über den Kopf. Sicherlich gehören die verschiedenen Praktiken dazu, sie sollen eine Luststeigerung bringen. Sie können als "Hilfsmittel" dienen, aber sie werden nie meine wahre Neigung beeinflussen können. Wenn sie zur Erziehung eingesetzt werden, dann nicht, um mich zu einem Sub zu machen. Entweder habe ich eine devote Neigung in mir oder nicht. Schmerzen werden mich nie devot, höchstens vorübergehend gefügig machen. Wenn sie zur Bestrafung eingesetzt werden, dann nie böswillig, um mir zu zeigen, was für eine Macht der Dom über mich besitzt. Sondern sie sollen mich daran erinnern, dass ich nicht zur meiner Befriedigung diene, sondern nur zur Freude meines Herren.

BDSM beginnt im Kopf. Wenn Du Dich in den Anfängen des BDSMs befindest, dann sagt Dein Kopf Dir, dass es nicht normal sein kann, was die Leute da machen. Es sind keine Schmerzen, die Dich verschrecken. Wahrscheinlich hast Du in dieser Phase noch gar keine kennen gelernt. Dann sagt Dein Kopf Dir, versuche es. Und verschafft Deinem Körper damit die Bereitschaft, auch Schmerzen zu ertragen.

Dann lernst Du einen Dom kennen. Und wieder ist es Dein Kopf, der Dir signalisiert, wie weit Du bereit bist, sich in seine Hände zu begeben. Und da es für den Dom genauso eine Kopfsache wie für Dich ist, wirst Du sehr schnell merken, ob der Dom sich keinerlei Gedanken um Dich macht und Dich nur als "Spielzeug" benutzt, oder ob er sich um den Menschen bemüht. Und dann wirst Du dem wahren Dom begegnen. Und Du hast das Gefühl, dass zum ersten Mal der Kopf aussetzt - was er aber nicht tut.

Statt dessen wird er auf einmal perfekt arbeiten und Deine ganze natürliche Veranlagung zum Vorschein bringen, ohne dass Du überlegen musst oder kannst. Du wirst auf einmal feststellen, dass Dein "Danke" gegenüber anderen Menschen keine anerzogene Höflichkeit ist, sondern Dein Respekt vor dem Anderen, Deine angeborene Devotheit, die Du Dein Leben lang in Dir trägst.

Du wirst feststellen, dass Dein Körper mühelos Grenzen überschreitet, die Du vorher für Dich als unüberwindbar gesehen hast. Nicht weil ein fremder Wille Dich dazu zwingt, sondern weil es Dein Wunsch ist. Und die Natur hat Dir genau das richtige Maß an Masochismus mitgegeben, so dass Du erkennst, dass Du diese Schmerzen tatsächlich für Dein Leben brauchst.

Du wirst vor diesem Dom gedanklich in die Knie gehen. Ob er Dir nun gegenüber steht und mit Dir spricht, oder ob er Hunderte von Kilometern von Dir getrennt ist. Er muss Dich dazu niemals auffordern. Es ist Dein innerstes Verlangen, dem Du Dich nicht wiedersetzen kannst. Denn die Schmerzen die Du dabei erleidest, sind 100 x schlimmer als die Schmerzen, die Du jemals durch seine Hand spürst.

Es wird nicht in Deiner Macht stehen, Dich von diesem Dom zu lösen. Egal, ob ihr ein Teil eures Leben und eurer Neigung zusammen erlebt oder nicht. Er wird Dich Dein Leben lang begleiten. Du kannst Dich nicht dagegen wehren und zum erstem Mal in Deinem Leben, willst Du es auch nicht. Es ist etwas zwischen euch, dass Dich in völliger Freiheit fester an ihn hält, als es Ketten jemals könnten.

Du hast durch ihn zu Dir selber gefunden.

(c) Ina

 

 
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