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Charles Baudelaire
"Die Blumen des Bösen"
Alchemie des Schmerzes
Dem einen schenkst du deine Glut,
Natur, der andre fühlt nur Trauer!
Den einen schrecken Grabesschauer,
Der andre schöpft erneuten Mut!
Du bist ein Hermes voller Listen,
Du machst mich reich und wieder arm,
Machst mich zum Midas voller Harm,
Zum traurigsten der Alchimisten;
Du wandelst Gold in graues Erz,
Des Edens Lust in Höllenschmerz;
Du zeigst in wolkigen Gesichten
Den teuren Leichnam meinem Herz
Und läßt mich in den Himmelsschichten
Ein ungeheures Grab errichten.
Alchimie de la Douleur
L'un t'éclaire avec son ardeur,
L'autre en toi met son deuil,
Nature! Ce qui dit à l'un: Sépulture!
Dit à l'autre: Vie et splendeur!
Hermès inconnu qui m'assistes
Et qui toujours m'intimidas,
Tu me rends l'égal de Midas,
Le plus triste des alchimistes;
Par toi je change l'or en fer
Et le paradis en enfer;
Dans le suaire des nuages
Je découvre un cadavre cher,
Et sur les célestes rivages
Je bâtis de grands sarcophages.
An eine die vorüber ging
Der wilde Straßenlärm betäubend mich umfing.
In tiefer Trauer, groß und schlank, ein Bild des Leides
Kam eine Frau vorbei und hob den Saum des Kleides
Mit zierlich feiner Hand, da sie vorüberging,
In stolzer Freiheit, wie ein Marmorbild, das schreitet.
Ich aber trank gebannt und gleichsam wie im Wahn
Aus ihren Augen, wie ein Himmel im Orkan,
Die Süße die entzückt, die Lust die Tod bereitet.
Ein Blitz ... und wieder Nacht! —O Schönheit, die mir flieht,
Und die mit ihrem Blick mich plötzlich neu geboren,
Ob vor der Ewigkeit mein Aug dich wiedersieht?
Vorbei! zu spät! vielleicht für immer mir verloren!
Du weißt nicht, wer ich bin, ich weiß nicht, wie du heißt,
Doch hätt ich dich geliebt und weiß, daß du es weißt!
A une passante
La rue assourdissante autour de moi hurlait.
Longue, mince, en grand deuil, douleur majestueuse,
Une femme passa, d'une main fastueuse
Soulevant, balançant le feston et l'ourlet;
Agile et noble, avec sa jambe de statue.
Moi, je buvais, crispé comme un extravagant,
Dans son oeil, ciel livide où germe l'ouragan,
La douceur qui fascine et le plaisir qui tue.
Un éclair... puis la nuit! - Fugitive beauté
Dont le regard m'a fait soudainement renaître,
Ne te verrai-je plus que dans l'éternité?
Ailleurs, bien loin d'ici! trop tard! jamais peut-être!
Car j'ignore où tu fuis, tu ne sais où je vais,
O toi que j'eusse aimée, ô toi qui le savais!
(Dank an Zainer für die Übersetzungen)
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