Spacer Spielzeug, das SMer Herzen begehrt:
img src="http://www.lustschmerz.de/LS/http://web-001.meo-team.com/catalog/affiliate_show_banner.php?ref=522&affiliate_banner_id=18" border="0" alt="Welcome to your phantasies...">

 

 

 

 

"Alice Schwarzer und die (beleidigten) Frauen"


Ein Contra - Kommentar zur "Redaktions-Laudatio" von Amelia (A. Knappe)

Einigermaßen erstaunt war ich bei der Lektüre der sog. Laudatio auf Frau Schwarzer, die weniger satirisch als vielmehr beleidigt klang. Worüber beschwert sich denn die leider anonyme Autorin eigentlich? Dass Frau Schwarzer ganz offenbar eine große Gefahr in der zunehmenden Zahl bereitwilliger Sklavinnen sieht?

Ich teile ihre Sorge. Spätestens wenn ich mir ansehe, was sich so alles in der dominant- sadistischen Topwelt tummelt finde ich reichlich Gründe besorgt zu sein, kann ich doch kaum übersehen, dass viele dieser selbsternannten Herren und Meister ganz offenbar den SM- Zug dankbar nutzen um ihre völlig veralteten Vorstellungen der Rollenaufteilung zwischen den Geschlechtern endlich guten Gewissens ausleben zu können. Das hat oftmals mit dem berühmten und ehrenwerten ssc- Kodex, der im SM Anwendung finden sollte, nichts zu tun. Tausende chattender Frauen können lange Lieder über den Umstand singen, dass sie von vornherein als Objekte betrachtet werden, was in der oft und richtig kolportierten Anrede: "knie nieder, du Luder!" seinen klaren, wenn auch zunächst eher amüsanten Ausdruck findet.

Zahlreiche, mir persönlich bekannte bekennende und praktizierende weibliche Subs tragen eine Geschichte des Missbrauchs mit sich herum. Und sie, gerade sie, geraten häufig an Männer, denen dieser traurige Umstand im Normalfall völlig egal ist, der sie im schlimmsten Falle sogar erregt. Hand auf's Herz: sexuelle Perversion hat Gründe. Immer. Das macht sie nicht automatisch schlecht und verurteilenswert, sollte aber Anlass genug sein, ihre rasante Ausbreitung mit großer Aufmerksamkeit zu beobachten. Auch dass Sadismus aus den Folterkellern der Inquisition stammt, ist so falsch nicht, de Sade hat seine Werke überwiegend eingekerkert verfasst und das heutige SM- Mobiliar weist erstaunliche Bezüge zu den Folterwerkzeugen der Inquisition auf: Streckbank, Strafbock, Ketten, Kreuze.

Ist es wirklich zufällig, dass solche Dinge schon ausreichen um die geile Phantasie zu beflügeln? Darf man wirklich davon ausgehen, dass alle Sadisten aus Liebe zu ihren Opfern handeln? Darf man wirklich glauben, dass Hass keine Rolle spielt? Als ebenfalls bekennende und praktizierende Perverse kann ich doch nicht so tun, als wäre die SM- Welt überall heil, nur weil ich, nicht zufällig, Teil dieser Welt bin!

Tatsache ist, dass die meisten BDSM- Menschen, die ich kenne, früher oder später an die Frage stoßen, ob sie nun gerade missbraucht werden oder ob ihnen die BDSM- Lust eventuell schadet. Das gilt für Männer und besonders für Frauen, für Tops wie Bottoms. Welche hingebungsvolle Sub kennt nicht das Gefühl weggeworfen oder über ihre Maßen gedemütigt oder verletzt worden zu sein? Wer kennt nicht die erstaunliche Entwicklung, die man als Sub durchlaufen kann, wenn, wissend oder nicht, subtile psychologische Tricks Anwendung finden? Welche private Domina kennt nicht das Gefühl, von ihrem "Sklaven" gerade benutzt worden zu sein?

Tatsache ist, dass in den Köpfen erschreckend vieler Männer nach wie vor die völlig unreflektierte Überzeugung lebt, die Sexualität der Frauen diene lediglich der Befriedigung ihres eigenen männlichen Triebes und diese Überzeugung macht auch vor den wunderbaren Meistern und vor "Sklavenhirnen" nicht halt. Wer kennt es nicht, dieses Gefühl der Leere, wenn der "Sklave" satt und zufrieden nach seiner Session abgetrottet ist und man selbst erst dann spürt, wie anstrengend es ist, kontrolliert und verantwortlich, konzentriert und - hoffentlich - liebevoll agiert zu haben. Auch der Umstand, dass wir alle diesen Weg angeblich freiwillig gewählt haben, schützt nicht davor, ihn kritisch und realistisch zu betrachten. Und sei es nur die Wirkung der Ausbreitung und zunehmend öffentlich dargestellten Bildhaftigkeit dieser Szene auf, wie nannte es Frau Schwarzer; jugendliche, noch formbare Männer.

Tatsache ist, dass sexuelle Gewalt fast immer von Männern ausgeht und Frauen oder Kinder im Allgemeinen die Opfer sind, Tatsache ist auch, dass ein großer Prozentsatz sexueller Straftäter regelmäßig gewaltpornografisches Material konsumiert. Tatsache ist auch, dass es zahlreiche Verbrechen gegen Menschen gibt, die in ihrer Ausführung absichtlich oder unbewusst einer vorher "genossenen" gewaltpornografischen Darstellung nachgestellt werden.

Ist es da tatsächlich so falsch, einen Zusammenhang zu vermuten und die Veröffentlichung solcher Darstellungen verbieten zu wollen? Nein, natürlich nicht. Denn natürlich wird durch Bilder auch ein Bild geprägt, auch und gerade in männlichen Gehirnen, die auf visuelle Reize sehr viel aufgeschlossener reagieren als weibliche. Und wer behauptet, Nackt- und Pornomodelle täten ihre Arbeit immer freiwillig und aus purer Lust, lebt in Wolkenkuckucksheim, unterschätzt er doch die Macht des Geldes, die so viele Menschen dazu bringt, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht täten, wären sie vom Geld nicht abhängig oder wenigstens geil genug darauf, um ihre Konsumgesellschaftsbedürfnisse zu befriedigen. Warum riskieren sonst eigentlich z.B. Bankräuber ihre Freiheit?!

Wer darüber hinaus behauptet, es wäre der Gesellschaft zuträglich, von sämtlichen Zeitungen und in allen TV- und Kinoproduktionen permanent das heute propagierte Frauenidealbild leuchten zu sehen, negiert den Umstand, dass dieser Wahn zu großen sozialen und gesundheitlichen Problemen führt.

Frau Schwarzer geht in ihren Forderungen und Ausführungen stets sehr weit, auch für meinen Geschmack oftmals zu weit, aber ist es nicht so, dass man das Unmögliche verlangen muss, um überhaupt gehört zu werden und um endlich wenigstens das Mögliche erreichen zu können?

Ich kämpfe nicht einmal vehement gegen eine tradierte Rollenverteilung, aber ich sehe doch die Notwendigkeit der Gleichberechtigung der Geschlechter auf Augenhöhe in einer modernen Gesellschaft. Die Frauen, die heute Alice Schwarzer angreifen, hatten schon das Glück in einer Gesellschaft aufzuwachsen in der Frauen wenigstens größtenteils gleiche Rechte haben wie Männer. Das hat sich aber nicht von allein und schon gar nicht durch die Güte und Gerechtigkeitsliebe der Männer ergeben, das war Arbeit, eine Arbeit, die allen voran Frau Schwarzer geleistet hat und für die wir ihr dankbar sein sollten, statt kleinkariert darauf herumzureiten, dass wir uns in der höchstpersönlichen Auslebung unserer Sexualität von ihr missverstanden fühlen.

Keine von uns kann ernsthaft daran interessiert sein, dass BDSM heute weitere Ausbreitung findet, wissen wir doch alle, dass erst die ermüdende Zahl an Veröffentlichungen zu dieser Modeerscheinung beigetragen hat; und eine Mode sollte es nun wirklich nicht sein, dazu ist das, was wir da tun zu intim, zu kostbar und vor allem potentiell zu gefährlich. Es ist nur eine Seite, BDSM zu kennen und glücklich zu erleben. Es ist die andere Seite, die Wirkung auf Nichteingeweihte einzuschätzen und verantwortlich damit umzugehen. Es ist die Pflicht aller wissenden BDSM- Anhänger, auch die existierenden Opfer in ihren eigenen Reihen zu sehen und nicht totzuschweigen.

Ich lasse mich gerne von Frau Schwarzer nicht verstehen oder gar verurteilen, wenn ich dadurch dazu beitragen kann, dass anderen Frauen und Männern Missbrauch erspart bleibt.

(c) Amelia (A.Knappe)

 

 
Fetisch Contact
 >>
Spacer
SM Partner
... finden sich selten auf der Strasse oder am Arbeitsplatz. Sie treffen sich meist im Internet durch konkretes Kennenlernen. Step by Step, weil die Liebe einschlägt, oder man einfach so verdammt gut miteinander sprechen und spielen kann. Man kann sich dafür 1000 Nächte mit bunten Fakes um die Ohren schlagen, oder dort suchen, wo sich Menschen nicht scheuen, Ihren Realnamen zu hinterlegen. Optimale Sicherheit und Ehrlichkeit für private Frauen und Männer mit realem Partnerwunsch bietet bisher nur die LS Community. Aber das verwundert ja nicht wirklich, oder? >>
Spacer
LS Downloads
Kompetente Hilfe geben wir Euch mit unseren Briefen für Ehepartner und Angehörige an die Hand, die sich erstmalig mit Eurem Outing konfrontiert sehen. Aber auch Verträge und Neigungsfragebögen, für die manches SM Herz schlägt, bieten wir an. >>
Spacer
 

[ Home | Impressum | Kontakt | Media-Daten ]
© Das Copyright für sämtliche Inhalte dieses Magazins liegt bei LustSchmerz Hamburg oder den Autoren.
Jegliche Verwendung von Texten bedarf einer schriftlichen Genehmigung.

LustSchmerz Community LustSchmerz Shopping Home