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Alice Schwarzer - seit über 30 Jahren bewegt Sie die Gemüter und gilt als moralische Instanz, in diesen Tagen wird ihr der "Zivilcourage Preis" für Ihr Lebenswerk verliehen.
Dies geschieht im Zuge des Berliner CSD, einer Initiative die sicherlich für Courage, aber kein Deut weniger für Akzeptanz und Toleranz gegenüber unterschiedlichsten Lebens- und Liebesformen steht. Neben schwulen und lesbischen Neigungen für die sich Frau Schwarzer stets positiv engagierte, auch für SM/Fetisch & Transgendersexualität, die von ihr als sexuelle Perversion "direkt aus den Kellern der Inquisation" [Zitat] angesiedelt wird, womit sie selbst den medizinischen und psychologischen Stand der Dinge erbarmungslos ignoriert.
Couragiert trat und tritt die streitfreudige 60jährige, auch in der NOporno Debatte auf. Dort wettert sie gegen Pornografie als "sexualisierten Frauenhass" [Zitat], ignoriert holländische Studien deren Auswertungen von Pornografie einen Anstieg sexueller Gewaltverbrechen Lügen strafen und ist durch das von ihr initiierte parteiübergreifende Frauenbündnis an der Gründung einer EU Kommission beteiligt, die künftig "frauenverachtende Darstellungen" in allen Medien europaweit verbieten möchte. [siehe Spiegel Online am 25.06.2003]
Bereits 1993 analysierte sie den Erotikfotografen Helmut Newton als Täter, der durch seine SM Inszenierungen starker Frauen den feministischen Gedanken ab absurdum führe und warf ihm Bilder-Propaganda vom Untermenschentum der Frauen vor.
Und auch für weibliche SM Lust hat Frau Schwarzer stets eine prägnante Erklärung bereit: "Die PorNO-Kampagne leugnet nicht die eigenen Widersprüche von Frauen: diese (un)heimlichen Sehnsüchte und Begierden, die zwangsläufig all das spiegeln, was in uns hineingegeben wird. Im Gegenteil, Hingabe, Auslieferung, Unterwerfung - das sind weiterhin zentrale Motive der Erotik der meisten Frauen. Denn zu lange waren das für sie die einzigen erlaubten Formen von Lust" [Zitat]
Vor diesem Meinungsbild möchte man der TAZ-Chefredakteurin Bascha Mika Beifall klatschen, die in ihrer kritischen Alice Schwarzer Biografie treffend formuliert: "Ihre Mission, ihre Botschaft und ihre Kampfkraft stehen im Dienste der Sache der Frau. Doch ihre Sympathie, ihre Achtung, ihr Respekt gelten diesen Frauen _nicht_."
Als Teil "dieser Frauen", die von Frau Schwarzer nicht Respekt, sondern Bevormundung in ihrer glücklich gewählten und starken Liebesform erhalten, und als Erwachsene, die Kunst und Pornografie differenziert -ohne vorgeschaltete Zensur - werten können, gratuliert die Lustschmerz Redaktion Frau Alice Schwarzer mit einer Laudatio aus respektlosen, ahnungslosen und diffamierenden Äusserungen gegenüber weiblicher Lust, die aus ihrer eigenen Feder stammen:
Alice Schwarzer: Mythos Sexualität
Alice Schwarzer: Pornografie & Frauenhass
Alice Schwarzer: Pornografie propagiert Gewalt
Alice Schwarzer: Newton - Kunst oder Pornografie
(c) Andrea Schneider, Lustschmerz Redaktion
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