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Alles über Nadeln und Stechen - Ein Beitrag von Amelia
Der Einstich einer Nadel ist ein kurzer, scharfer, stechender Schmerz, der jedem bekannt ist und der, wie ebenfalls jedem bekannt ist, schnell vergeht. Setzt man diesen Reiz erotisch- spielerisch ein, ist ein großer Teil des Vergnügens die vorangehende Angst des Opfers vor dem Einstich. Daß diese Angst vor Nadeln oftmals, und in besonderem Maße bei Männern, unverhältnismäßig groß erscheint, liegt wohl an der natürlichen und überlebensnotwendigen Angst des Menschen davor, verletzt zu werden. Speziell Stiche scheinen da eine besondere Bedeutung zu haben - vielleicht hängt es mit Insektenstichen zusammen, die nicht nur unangenehm, sondern u.U. auch sehr gefährlich sein können und deswegen in unserem Unterbewusstsein als furchteinflößend verankert sind.
Grundsätzlich ist jedenfalls die Angst vor der Nadel da, manchmal ist es oder wird aus ihr aber auch eine sehr geile Angst, mit der sich wundervoll spielen lässt! Unabdingbar ist das vollkommene Einverständnis des "Opfers"! Setzt man sich darüber hinweg, begeht man, wie jeder Mediziner auch, der gegen den Willen des Patienten handelt, Körperverletzung und kann rechtlich belangt werden. Wenn jemand noch keine Erfahrung mit "lustvollem" Nadeln gemacht hat, es aber gern probieren möchte, sind größte Vor- und Rücksichtnahme geboten! Oft passiert es, dass der Genadelte im Augenblick des Einstichs und der Schmerzsensation den befürchteten oder erhofften Schreck bekommt, dann gilt es, Ruhe zu bewahren und die Nadel entweder umgehend zu entfernen, oder bei subs, die man gut kennt und bei denen man sicher sein kann, dass sie nicht in Panik geraten, sie zur Ruhe zu mahnen und vielleicht langsam bis 10 zählen zu lassen, bevor man die Nadel wieder entfernt, bzw. ihre Erregung zu nutzen, um sie tiefer in ihr Ausgeliefertsein zu führen. Unbedingt sollte man vorher absprechen, wie man reagiert, sollte es zu einer Panikreaktion kommen.
Angst und Schmerz können sexuell erregend sein und ein Nadelstich, wie so viele andere schmerzhafte Prozeduren auch, wird als weniger unangenehm empfunden, je größer die sexuelle Erregung ist. Also sollte der Stich immer eingebettet sein in einen erotischen Kontext. Nicht jeder kann sein eigenes oder auch fremdes Blut sehen, ohne dass ihm schlecht wird oder er sogar in Ohnmacht fällt! Wer kein Blut sehen kann, sollte niemals nadeln oder wenigstens sein Opfer nicht vorher fesseln, bzw. sein Opfer nicht zwingen, hinzusehen! Und im Falle einer Ohnmacht sollte man die stabile Seitenlage ohne zu Überlegen herstellen können. Also auch niemals nadeln, wenn jemand steht oder so gefesselt ist, dass er nicht innerhalb von Sekunden befreit und bewegt werden kann. Wer im Stehen ohnmächtig wird und in die Fesselung fällt, ist von einer einzelnen Person kaum daraus zu befreien, also immer Panikhaken benutzen und möglichst freien, nicht zu harten Untergrund sicherstellen!
Das Werkzeug:
- steril verpackte Einmalkanülen oder Akupunkturnadeln
- Desinfektionsspray oder/und Alkohol- Tupfer
- Einmal- Latex- Handschuhe
- steril verpackte kleine Tupfer
- medizinische Klammer
- Handspiegel
Grundsätzlich nur steril verpackte Einmalkanülen in verschiedenen Stärken oder Akupunkturnadeln verwenden, sie direkt vor der Benutzung erst auspacken, die Kanüle nicht mit den Fingern berühren und sie nur kurze Zeit exponieren, also umgehend benutzen oder wegschmeißen! Es muß klar sein, dass eine Nadel, die in die Haut ein- und wieder austritt nicht mehr steril ist, das heißt, wenn sie herausgezogen wird, durchquert sie die Haut in nicht mehr sterilem Zustand. Normalerweise passiert dabei nichts, man muß sich dessen nur bewusst sein und sein "Opfer" auch dahingehend informieren. Das Risiko einer Infektion bleibt dennoch gering, hat man die Haut vorher gereinigt und die Nadelspitze nicht mit anderen Dingen in Berührung gebracht.
Vorsicht bei der Handhabung: wer sich selbst oder andere mit einer benutzten Kanüle sticht, läuft Gefahr, auf diesem Wege HIV oder andere Krankheiten, wie z.B. Hepatitis zu übertragen oder sich zu infizieren. Kanülen immer sofort nach Benutzung wieder vorsichtig in die Schutzhülle stecken oder, noch besser, in einen eigens dafür gedachten Abfallbehälter geben und erst dann entsorgen. Niemals in die Hände von Kindern gelangen lassen!
Sinnvoll ist es, bei der Nadelung medizinische Einmalhandschuhe, am besten steril verpackte Einmal- OP- Handschuhe zu tragen und mit diesen nichts anderes als die Haut und das Instrument zu berühren. Außerdem empfiehlt es sich, die zu nadelnde Stelle vorher mit Desinfektionsspray zu versorgen, allerdings hält dieser Schutz nur kurze Zeit, also erst kurz vor dem Nadeln sprühen! Sehr apart sind Alkohol-pads, deren desinfizierende Wirkung vor wie nach einer Nadelung mit mehr oder weniger angenehmer Kühle, oder auch einem Brennen einhergeht. Für den Fall einer Blutung nach der Nadelung, sollte man kleine steril verpackte Tupfer bereithalten.
Reihenfolge:
1. Stelle suchen und festlegen
2. desinfizieren
3. Nadelverpackung öffnen
4. Handschuhe anziehen
5. Nadel entnehmen, Kappe abziehen und Stechen
6. den "Patienten" gut beobachten!
7. Nadel herausziehen, in die Hülle zurückstecken, entsorgen
8. Vielleicht mit einem Alko-pad über die Einstichstelle reiben
9. evtl. austretendes Blut abtupfen
10. Die Stelle in Ruhe lassen, bis sie nicht mehr blutet.
Handspiegel bereithalten! Wer genadelt wurde und nicht durch einfaches Kopfheben und Augenöffnen das Ergebnis der Behandlung ansehen kann, sollte die Möglichkeit bekommen, sich das "Kunstwerk" auf Wunsch wenigstens im Spiegel zu betrachten.
Wo darf genadelt werden? Grundsätzlich darf nur durch die Haut gestochen werden, also parallel zum Körper, niemals in das Gewebe hinein, sondern stets nur, wie beim Sockenstopfen oder beim Heften, durch die Haut durch: subkutan, also unter die Haut einstechen und die Nadel wieder austreten lassen.
- Niemals in die Brüste oder die Hoden hineinstechen, da es in der Folge zu Hämatomen und Gewebeveränderungen kommen kann, die im ungünstigsten Fall eine Tumorbildung begründen können. Das sollte es niemandem wert sein.
- Niemals in Leberflecke oder Muttermale stechen! Sollten sie bösartige Zellen enthalten, läuft man Gefahr, durch die Verletzung den Transport von Krebszellen durch die Blutbahnen in den Körper zu verursachen!
- Nicht ins Gesicht stechen. Hier verlaufen so viele Nerven, dass man beinahe sicher sein kann, einen zu erwischen und damit ein Nervenentzündung oder gar eine Lähmung heraufzubeschwören.
- Die Empfindlichkeiten sind individuell sehr verschieden! Man beginne mit sehr dünnen Nadeln (z.B. braun, 0.45)!
- Frauen: innere Schamlippen äußere Schamlippen Klitorisvorhaut Brustwarzen Klitoris
- Männer: Penishaut, Vorhaut Frenulum, Penisbändchen Hodensackhaut Brustwarzen Eichelkranz
Bei Frauen nadelt man zuerst am besten die weichen, dünnen, inneren Schamlippen, indem man eine mit der Hand oder einer medizinischen Klammer festhält und ein wenig straff zieht - so kann man auch ziemlich deutlich die Blutgefäße erkennen - und dann die Nadel mit einer fließenden Bewegung hindurchstechen. Die äußeren und fleischigeren Schamlippen zu nadeln ist deutlich schmerzhafter und blutet stärker. Eine Nadel durch beide Schamlippen zu stechen und so die Vagina praktisch zu verschließen, sieht zwar beeindruckend aus, geht aber natürlich mit dem Verlust der Sterilität der Nadel einher. Auch das Häutchen über der Klitoris eignet sich zum Nadeln, aber bitte unbedingt mit einer Klammer halten, damit man nicht aus Versehen in die Klitoris sticht. Unbedingt sicherstellen, dass die Genadelte die Beine nicht plötzlich zum Schutz zusammenklappt und damit sich selbst und die Hand ihres Nadlers unnötig verletzt!
Bei Männern empfiehlt sich anfangs die Penishaut, sie ist relativ unempfindlich, aber die Angst davor ist gewaltig und das macht Spaß! Man zieht die Haut mit zwei Fingern hoch, kann so gut sehen, wo Blutgefäße verlaufen - zu Anfang sollte man sie nicht unbedingt treffen wollen - und sticht die Nadel mit einer kurzen, bestimmten, fließenden Bewegung hindurch. Er wird vermutlich heftig zucken, darauf sollte man gefasst sein! Die Penishülle bzw. Vorhaut ist im allgemeinen unempfindlicher als das Frenulum, das Häutchen zwischen Eichel und Vorhaut und leichter zu reinigen!! Wer es seinem Partner leicht machen will, hält den Penis an der Eichel mit dem Mund fest - vorausgesetzt man schafft in dieser Haltung alle Handgriffe, ohne sich zu verletzen oder die Sterilität zu gefährden - und sticht eben weiter hinten am Penis. Er wird es genießen!!!!!
Desgleichen kann man die Haut des Hodensackes gut nadeln, sie ist meistens deutlich dicker, aber nicht sehr empfindlich. Es muß immer sichergestellt sein, dass die Hoden nicht versehentlich verletzt werden! Gut tasten und fühlen vorher!
Brustwarzen zu nadeln ist etwas für Fortgeschrittene. Viele sind an den Brustwarzen extrem empfindlich, für sie wäre eine Nadelung an dieser Stelle die reine echte Folter! Wenn es aber gewünscht wird, setzt man die Nadel an einer Seite der Warze an und schiebt sie zügig, aber nicht hastig durch die Warze durch. Eventuell stützt man die Warze auf der anderen Seite mit dem Finger oder einem kleinen festen Gegenstand (med. Klammer), um das Durchstechen nicht unnötig lange dauern zu lassen. Vorsicht!!! Den stützenden Finger so legen, dass der Fingernagel zur Nadelspitze zeigt, damit man sich nicht selbst sticht!
Natürlich kann man auch die Brustwarzen mit einer Klammer halten, wenn sie groß genug sind. Männliche Brustwarzen sind oft zu klein für eine Klammer. Brustwarzen bluten meistens nach, wenn man die Nadel wieder entfernt hat, heilen aber schnell und sind normalerweise schon kurze Zeit hinterher nicht mehr empfindlicher als vor dem Stich. Sticht man Brustwarzen zu häufig und verletzt die dort zahlreichen Nervenenden, so verlieren sie im Laufe der Zeit leicht ihre Empfindsamkeit.
Bei Frauen ist zu beachten, dass Vernarbungen infolge von Nadelspielen sowohl beim Stillen nachteilig sein, als auch das Krebsrisiko erhöhen können. Natürlich kann man auf den Warzenvorhof ausweichen, aber auch da ist es wichtig, nur die Haut zu durchstechen und nicht in das Gewebe einzudringen! Die Gefahr des Gefühlsverlustes gilt auch für die Eichel und die Klitoris. Natürlich kann man auch Eichel und Klitoris stechen, aber es wäre ein Jammer, wenn dort Nerven absterben! Und wenn man es unbedingt doch machen möchte, sollte man lediglich durch den äußeren Eichelkranz stechen bzw. die Klitoris nah am Körper, d.h. nicht durch ihre Spitze.
Beides blutet übrigens heftig! Es gibt zahllose Bilder von Nadelungen, bei denen selbst durch Eichel und Harnröhre gestochen wurde, aber das Risiko, dauerhaften Schaden anzurichten, ist doch zu groß, um es einfach mal zu probieren. Am restlichen Körper gilt: niemals in das Gewebe oder die Muskulatur hineinstechen, immer nur durch die Haut. Auch im fettreichen Gewebe des Pos verlaufen Nerven, die zu verletzen nicht riskiert werden sollte. Wer mehr wissen möchte, und das sollte eigentlich jeder, der seinen wehrlosen Partner schlägt, sticht oder anders verletzt, kann sich in der Fachliteratur zur Medizin und Krankenpflege weiterbilden.
Viel Vergnügen! (c) Amelia
Zusatz: Das Nadeln ist eine sehr intime Handlung, die enormes Vertrauen voraussetzt. Immerhin verletzt man den Körper seines Partners; immerhin gestattet einem der Partner, buchstäblich in ihn einzudringen. Es kann entweder die erlösende Form des Kontaktes zwischen sub und Dom sein, dann spielen die vorbereitende Handlung und der verbale Aufbau die größte Rolle. Oder es dient der Schmerzlust des Opfers, bzw. der sadistischen Lust des Nadelnden, dann ist Anzahl und Dicke und Sitz der Nadeln entscheidend. Und natürlich kann es ein wundervoller (freiwilliger) Vertrauensbeweis sein. In diesem Fall sind allmähliche Vorbereitung, sehr sinnliche Stimulierung des Partners, bei Aufregung beruhigende Worte, liebevoller Kontakt und umsichtiges Vorgehen sowie Lob und Trost von größter Bedeutung.
Über allem steht, dass beide es wollen müssen. Ein "Nein" ist auf jeden Fall zu akzeptieren. Zweifelnden und Unentschlossenen kann man nur raten, sich die Prozedur einmal an einer anderen, freiwilligen Person anzusehen und danach zu entscheiden. Ist es aber mal geschehen und gelang zu beiderseitigem Genuß, ist eine neue Qualität der Verbindung gewachsen. Man muß es nicht fortan bei jeder Session einsetzen, es wird immer besonders bleiben, aber eine Nadelung wird niemals beliebig sein und vergessen werden können.
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