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Es fühlte sich nach Realsatire an, als ich mit meinem geliebtem Sadisten kürzlich des Nächtens durch eine "bizarre Einkaufswelt" der Reeperbahn stromerte. Gelackt, geledert, geschnürt und zugegebnermaßen gierig streiften wir zwischen unterarmdicken Dildos und selbstsaugenden Mösen umher, Hochglanztitten glotzen vom Zeitschriftenstand und in der Videoabteilung buhlte "Blutgräfins Fistingkabinett" um Käufers Gunst, als uns...
Ja, es muß uns der Teufel geritten haben, als wir inmitten dieses gediegenen Ambientes in zärtliches Schmusen verfielen und Lieblingssados verirrte Hand auf meinem Po die mittelreife Verkäuferin zum hektischen Hyperventilieren brachte: "DAS" schnappte sie " DAS geht zu weit! DAS machen Sie gefälligst draußen!"
Heiliger Marquis, Vater aller gejagter Exibitionisten, wie konnte uns das passieren? Zärtlichkeiten im Sexshop? Das ist ja wie hungrig zum Italiener gehen, obwohl zuhause noch Auflauf im Kühlschrank steht!
Nein, es ist schlimmer. Unser Ausflug in angedeutete Leidenschaften wurde wohl als unflätig, zu offensichtlich, zu echt inmitten billigster Reizüberflutung unter kalten Neonröhren wahrgenommen.
Und die fassungslose Verkäuferin, trainiert im täglichen Auszeichnen pikanter Analplugs war mit unseren griffigen Zärteleien realer Emotion sichtlich überfordert.
Also schlichen wir fassungslos lachend von dannen, vorbei an sklavisch verkleideten Kunststoffpuppen neben dem "Flutschi" -Gleitcreme-Regal und nicht ohne erfolglos aus den Augenwinkeln ein "Lieben und berühren verboten" -Türschild am Eingang zu suchen.
"Draußen" wurde uns von der streßgefleckten Dame nahegelegt. Und dort landeten wir dann auch schneller als gedacht, diesmal in buntem Kiez-Neon, inmitten von Touristenmassen, und stellten uns den giftigen Blicken kopfschüttelnder Ehefrauen, deren schraubstockfester Griff um Männes Unterarm uns unsere Unmäßigkeit vor Augen führte.
Keine Lust auf Deutschlands lüsternster Meile. Selbst die Mädels horizontalen Gewerbes hatten sich aus recht vertikalen Gründen in dickgepolsterte Skijacken und Moonboots verpackt. Ein fetischistisches Trauerspiel!
Mal ehrlich: waren wir zu miezig für den Kiez? Am Ende gar der "Großen Freiheit" zu frei???
"...amüsierst Du Dich, denn das findet sich..."
"...ist ein armer Wicht, denn er kennt Dich nicht..."
Meinen linken Stahlstiletto hätte ich für ein "geistreiches" Erscheinen des alten Hamburger Jung geopfert!
"Hey, Pauli!" Ich habe einen wildromantischen Traum von Dir! Bizarre Welten, lüsterne Ecken, knisternde Erotik, obszöne Blicke, "Frei"Hafen aller Möglich- und Unmöglichkeiten ... ich will nicht ins Dollhouse und ins Pornokino!
Ich will Gier, Abenteuer, Spaß! Und ich will das alles draußen auf Dir, will sehen und gesehen werden, lachend Deine Ecken und Kanten erkunden, verlegen machen, verlegen sein... mein SM ist bizarre, süße Lust! Eine junge Wilde, die sich so ungern knebeln, gängeln, auch nicht vertrösten lassen will!
Doch keine Chance für wildromantische Subbieträume...In Anbetracht der eisigen Kälte, die dem hartgesottensten Exibitionisten die Lust zwischen den Beinen gefrieren lassen würde, gaben wir schließlich auf und zogen zurück ins Ghetto des nächsten, empfolenen Perversenspielplatzes.
Dorthin, wo geliebtes Provo-Outfit stets zum zwanghaft auferlegten "Dresscode" wird und sich spießig erwartet Lackarsch und Ledertitte gegenseitig zum Gähnen bringen. Nett, aber unspektakulär und irgendwie schon wieder gemütliche Wohnzimmeratmosphäre, der nur noch geschmacksverstärktes Knabberzeug einen Hauch von Obsession beschehren könnte.
Ach Marquis..., sollte es auch das gewesen sein?
Flätzende Doms auf abwischbaren Gartenstühlen, während die letzte Hardcore-Subbie-Riege ihre Demut in ekelüberwundenem Schmuddelteppichkriechen beweist?
Daneben der SM-Lemming per se, der sich mit beengtem Herumstehen begnügen und seine Erfüllung in stundenlanger Getränkeorganistaion suchen muß? Und all das gelangweilten Blickes, den weder vaginale Einsichten in fremden Sklavinnenschoß, noch bitterböse Rohrstockqual mehr faszinieren kann?
Achtung, Achtung: "Einer auffallend schwarzen sexuellen Randgruppe kam bei öffentlichen Events ihre Erotik abhanden! Wer Angaben über den Verbleib des anregenden Wesens machen oder gar ihren aktuellen Aufenthaltsort benennen kann, wird gebeten, diese Information umgehend der verarmten Szene wieder zugänglich zu machen."
Bis dahin "lüstern" mein Geliebter und ich eben wieder ganz intim zuhause im privaten Reich...? - Das heisst, falls Nachbars entrüstetes Heizkörperklopfen uns die Chance dazu lässt... "Sie seien ja auch jung" wurde uns per Zettel im Postkasten mitgeteilt, "aber DAS gehe nun wirklich zu weit. Ihre Nachruhe sei gestört und überhaupt werden sie künftig die Polizei rufen, um Lieblingssados gewalttätigen Treiben Einhalt zu gebieten..."
Knebelseufzend Vanilleplätzchen backend,
grüßt Andrea
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