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SM City Tipp 1


BERLIN

vorgestellt von Birgit

Berlin-Stadt in Bewegung, ruhelos und gegensätzlichBerlin verändert sich rasant, wächst zusammen und driftet andern Orts wieder auseinander. Internationale Stararchitekten prägen das äußere Gesicht der Stadt, Künstler, Avantgardisten und Verrückte aus aller Herren Länder hinterlassen ihre Spuren auf Hinterhausbühnen und in Kellerbars. Wo Berlin sich für die Zukunft rüsten möchte, entstehen Buisiness-Center und Techno-Parks, einen Steinwurf entfernt ist die Arbeitslosenquote extrem hoch und lebt ein Viertel der Menschen von Sozialhilfe. Vielerorts zeigen sich die neuen Konturen der Stadt, anderswo kämpfen sich Berliner und Besucher auch weiterhin um Baustellen herum.

Am Potsdamer Platz entsteht Berlins neue Mitte, wachsen die Wunden aus Krieg und über vierzig Jahre Teilung langsam zu. Wer hier die Veränderung sieht, spürt, daß diese Stadt sich rasend schnell wandelt. Die Infobox am Leipziger Platz/Potsdamer Platz informiert virtuell über die Baufortschritte und wie der Platz letztendlich aussehen wird.

Berlinbesucher finden reichlich Neues vor. Viele suchen jedoch vergeblich nach der Mauer, die nur noch an wenigen Stellen wie der East Side Gallery zu sehen ist. Dafür entdecken sie das wiederbelebte Scheunenviertel rund um die Hackeschen Höfe, Prenzlauer Berg und zunehmend Friedrichshain neu. Wer in sehr kurzer Zeit viel von Berlins Sehenswürdigkeiten mitnehmen möchte, sollte sich für einen der zahlreichen Berlin-Tour-Busse entscheiden.

Zu empfehlen sind dabei die gelben Busse von City-Circle, die zwar nicht die billigsten sind, jedoch Freiraum für Individualerkundigungen lassen. Die Busse fahren ab 9 Uhr vormittags in 30 Minuten Intervallen los und machen Stopp bei den 12 wichtigsten Punkten in Berlin. Via Kopfhörer erhält der Teilnehmer Informationen in verschiedenen Sprachen und hat die Möglichkeit, bei für ihn besonders interessanten Stationen auszusteigen und mit einem der nächsten Busse weiter zu fahren.

Am besten beginnt man die Tour an der Gedächtniskirche nähe Zoologischer Garten. Die Haltestelle befindet sich gegenüber des Brunnens.

Mit kulturellen Angeboten ist Berlin reich gesegnet. Die offiziellen Berliner Bühnen, Museen, Galerien, die Off-Theater-Szene, Kabarett und Varietees sorgen für ein abwechslungsreiches, buntes Kulturangebot in der Hauptstadt. In der freien Szene tragen die Off-Theater enorm zur Spannung im Berliner Kulturleben bei. Längst sind die Grenzen zwischen Off- und etablierter Kultur fließend und man inspiriert sich gegenseitig.

Auf den Internetseiten von www.berlin.de und www.berlinonline.de wird der Berlinbesucher über das aktuelle Angebot informiert und kann Karten für Aufführungen reservieren. Sehr zu empfehlen sind diese Seiten auch hinsichtlich der Hotel- und Zimmersuche.

In die Nacht stürzt man sich am Besten in den Bezirken Prenzlauer Berg, Mitte, Friedrichshain, Kreuzberg und Schöneberg. Die zahllosen Clubs, Kneipen, Pubs und Diskotheken bieten Unterhaltung für jedes Alter und jeden Anspruch. Berlin besitzt ja den Sonderstatus, die einzige deutsche Stadt ohne Sperrstunden zu sein. Bestens informiert ist der, welcher sich gleich nach der Ankunft in Berlin bei einem Kiosk die Zeitschriften Tipp und Zitty besorgt, welche top aktuell über diverse Clubs und deren Veranstaltungen informieren.

Wer dazu neigt, dem Kaufrausch zu verfallen, der sollte den größten Konsumtempel des Kontinents, das KaDeWe am Wittenbergplatz, sowie den Kudamm, seine Nebenstraßen und Teile der Friedrichstraße tunlichst meiden. Aber alleine die Feinkostabteilung des KaDeWe, die mit einem Sortiment an weit über 1.000 Käse- und Wurstsorten sowie zahlreiche Feinschmecker-Bars jeden Gaumen verwöhnen ist es Wert, dieses fast schon dekadente Konsumparadies zu besuchen.

Rund um den Kudamm residieren Niederlassungen von Jil Sander, MaxMara, Kookai, Chanel, Cartier, Versace, Bulgari und mehr. Aber auch die Friedrichstadt-Passagen, mit ihren schönen architektonischen Besonderheiten lassen Kreditkarten und Brieftaschen schaudern.

Ein "Muß" sind die Berliner Flohmärkte. Besonders zu erwähnen sind dabei der zwar nicht ganz billige Flohmarkt auf der Straße des 17. Juni, der jedoch eine wahre Fundgrube an Schätzen ist (Sa, So 10 bis 17 Uhr) der Berliner Antikmarkt in der Georgenstraße, (Mi-Mo 11 bis 18 Uhr und der Kunst- & Nostalgiemarkt an der Museumsinsel, an Zeughaus und Kupfergraben (Sa, So 11 bis 17 Uhr).

Wer durch die Straßen von Berlin wandert, dem drängt sich der Gedanke auf, daß in dieser Stadt der Begriff "Multikulti" geboren worden sein muß. Ungefähr 500.000 Menschen nicht deutscher Herkunft aus knapp 190 Staaten prägen das Stadtbild ebenso wie Punks, Freaks und der oftmals mürrisch und meckernde "Ur"Berliner. Besonders in den Bezirken Kreuzberg, Neukölln und Wedding hat man gelegentlich den Eindruck, in eine uns fremde Welt einzutauchen.

Türkische Lebensmittelgeschäfte, Kneipen und Imbisse sind aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Immer wieder zieht es Menschen auf der Suche nach ihrer persönlichen Lebensnische nach Berlin. Die offene, tolerante Atmosphäre der Metropole bietet hierfür die beste Voraussetzung.

So kamen und kommen Künstler aus aller Welt in die Hauptstadt, wo sie auf ein zahlreiches Publikum treffen und die vielfältige Kulturszene beleben. Aus gleichen Gründen bildete sich in der Stadt eine große schwul-lesbische Bewegung, die hier mehr Freiräume findet und auf mehr Toleranz als anderswo. Die Vielfalt beschränkt sich hauptsächlich auf die Innenstadtbezirke.

Berliner SM-Szene

Wer nun denkt, daß dies auch für unsere wunderbare Welt des BDSM gilt, der wird ein wenig enttäuscht sein, denn diese Szene steckt noch in den Kinderschuhen. Doch gibt es einige Idealisten und Visionäre welche einen Großteil ihrer Freizeit dafür verwenden, BDSM gesellschaftsfähig zu machen.

Vor allem sind dabei die Leute des BDSM-Berlin e.V. zu erwähnen. Sie versuchen ohne den typisch deutschen Vereinscharakter eine Anlauf- stelle für SM-Interessierte Menschen zu sein.

Mit ihren breitgefächerten Angeboten wie z.B. dem monatlichen Einsteigertreffen im "Sonntagsclub" in der Greifenhagenerstraße 28 (Prenzlauer Berg), Themenabende und Workshops sind sie sicher auf dem richtigen Weg. Zu den zwanglosen Treffen, wie zum Beispiel dem wöchentlichen Sonntagsmunch ab 12 Uhr im Cafe "Chagall" in der Kollwitzstraße (Prenzlauer Berg), dem alle zwei Wochen stattfindentem Mittwochsmunch ab 20 Uhr in der "Roten Harfe" (Kreuzberg) und dem offenen Stammtisch am 4. Samstag im Monat ab 20 Uhr, in HENRIS Cafe/ Nostitzstrasse sind alle SMer, ob aus Berlin oder der übrigen BDSM-Welt immer herzlich willkommen.

Jedoch muß ich einige Herren wohl enttäuschen. Eine willige Sklavin oder eine gestrenge Domina welche die Abende in Berlin "versüßen" soll, stellt der Verein nicht zur Verfügung. Wer mehr über den BDSM-Berlin erfahren möchte findet sämtliche Informationen über den Verein, sein Programm und vieles mehr auf den Internetseiten www.bdsm-berlin.de .

In keinem Verhältnis stehen die wenigen SM-Clubs zur Größe und Vielfältigkeit der Stadt. Aber keine Sorge. Ein paar dieser "sündigen" Etablissements gibt es natürlich auch in dieser, niemals ruhenden Stadt.

Wer seine Nächte ganz dem BDSM widmen möchte sollte Donnerstag oder Freitag seine Tour der Lust im "Club Culture House", Görlitzer Str. 71 in Kreuzberg beginnen. Jedoch nicht, weil das Publikum und Ambiente so einladend sind, sondern da der Club die beste Informationsquelle hinsichtlich des Partyangebotes am Wochenende ist. Der Club selber lockt zum Beispiel mit Angeboten wie einem ungefähr alle zwei Wochen stattfindenden Sklavenmarkt, bei dem Sklavenwärter Steffen mit "strenger" Hand für Disziplin sorgt. Da der Club in seinem Programm auch oftmals ausschließlich Abende für Schwule veranstaltet ist es empfehlenswert, sich vorher zu informieren. Der obere Teil des Clubs wird durch einen Barbereich bestimmt, im Keller finden sich die Spielräumlichkeiten. Leider sehr beengt und die Hygiene läßt gelegentlich sehr zu wünschen übrig. Wer sein Subbie hier am Boden kriechen läßt muß wohl damit rechnen, an den SSC-Pranger gestellt zu werden und den "Topzulassungsschein" wieder abgeben zu müssen. Wettgemacht wird dies jedoch vom herben Charme Veronikas, welche sich um das Wohl der Gäste hinter der Theke kümmert.

Der "Darkside Club" in der Nostitzstraße 30, ebenfalls in Kreuzberg hat sich zu einem begehrten Ziel der Nachtschwärmer entwickelt. SM & Fetisch in schönstem Bar- und Spielrahmen laden zum Verweilen ein, auch Erotikkunst und -Kultur steht auf dem Programm. Besuchenswert!

Gleich nebenan lohnt sicherlich von Mittwoch bis Samstag ein Besuch in Henris Bar / Nostitzstr. 48.  Auch ein Blick in Berlins einzigem SM Restaurant "Lasziv" Krausnickstr.21, dürfte Dienstag bis Sonntag ab 19 Uhr eine gute Wahl sein. Der bereits legendäre KitKat-Klub [Bessemerstr. 2-14 (Gelände der alten Schultheiss-Brauerei) 12103 Berlin-Schöneberg ] versteht sich in erster Linie als Fetisch- und Technoclub in welchem jedoch sexuelle Freizügigkeit durchaus erwünscht ist. Er bietet auch ein paar Möglichkeiten für SM-Spiele. Wer bisher seinen persönlichen Exhibitionismus und Voyeurismus hier ausgelebt hat, kann dies mittlerweile auch in Anwesenheit von in Jeans und T-Shirt gekleideten Teenagern und im "edlen" Feinripp be(unter)hosten Männern tun. Eintritt 15,- bis 20,-.

In unregelmäßigen Abständen mittwochs andere Veranstaltungen, Einzelheiten siehe unter: http://www.kitkatclub.de/

Seit Kurzem hat hin und wieder auch der schwulen SM-Club "Böse Buben" auch für Heteros geöffnet. Jedoch nur Mittwoch Abend. Der Club bietet auf einer Fläche von 200 qm liebevolle, von Hand angefertigte Spielgeräte und weist einen großen Nichtraucherbereich auf. Eine Seltenheit in SM-Clubs: Die "Bösen Buben" bieten geeignete Räumlichkeiten für Natursektspiele. Weitere Angebote und die dazugehörenden Links findet ihr auf den Webseiten des www.bdsm-berlin.de.

Shops & Kaufrausch

Selbstverständlich bietet Berlin Einkaufsmöglichkeiten im Bereich Fetisch und Spielsachen. Im Fetischbereich sind wohl die Bekanntesten die "Schwarze Mode", Grunewaldstraße 91 in Schöneberg und "Hautnah" in der Uhlandstraße 170.

In erster Linie wirbt die "Schwarze Mode" mit Maßanfertigungen, welche natürlich auch dementsprechend zu berappen sind. Jedoch gibt es im Laden auch ein ausgesuchtes Sortiment an Kleidung. Teilweise findet man sehr schöne, qualitativ hochwertige, jedoch keinesfalls günstige Sachen darunter.

"Hautnah" wartet mit einem breiten Angebot hinsichtlich Lack, Leder, Latex und Dessous auf. Aber auch eine große Auswahl an Schuhen wird geboten. "Hautnah" ist eigentlich ein Fetisch- und weniger ein SM-Laden und immer wieder für ein Schnäppchen gut.

Das "Connection" in der Fugger/Ecke Welserstraße in Schöneberg bietet in erster Linie eine stattliche Anzahl an Spielsachen und Uniformen. Alle möglichen Arten von Lederspielzeug, ob Peitschen, Katzen, Paddels, Cuffs und Maßanfertigungen von Koppels und Parachutes findet man im "Leathers" in der Schliemannstraße 38. Die freundlichen Mitarbeiter nehmen sich beim Maßnehmen viel Zeit und erklären auch gerne ausführlich. Der Qualtität und Arbeit entsprechend sind die Preise durchaus gerechtfertigt.

Da die Liste der verschiedenen Läden in Berlin endlos werden würde, verweise ich nochmals auf die Seiten des www.bdsm-berlin.de . Hier finden sich noch zahlreiche Tipps zu Fetisch- und Spielzeugläden, wo man alle möglichen Arten von "Gemeinheiten", "Lusthilfsmittel" und andere nette "Schweinereien" finden kann. Aber auch für Piercing- und Tatooliebhaber gibt es ausreichend Infos.

Egal wie man sich Berlin vorstellt, es ist ganz anders. Aufregend, spannend, pulsierend, nervig und läßt einen niemals wieder los. Man liebt und haßt es, will es verlassen und kommt immer wieder zurück.

(c) Birgit / alle Angaben ohne Gewähr

 

 

 
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