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Seitenblicke zum Beispiel ... Doch, das ist Euch allen schonmal passiert. Obwohl glücklich und monogam in gefestigter Beziehung lebend, kommt es vor, dass ein Wesen den gemeinsamen Weg kreuzt, das vielleicht nur weil es mal was anderes ist oder hat, ein klitzekleines oder auch größeres Begehren auslöst.
Was tun? Reflexartig den Kopf wegdrehen, die Nase aus der Witterung nehmen, die Hände in die Hosentasche stecken und den Kopf in den Sand? Das ist eine Variante. Warum auch nicht. Schließlich wissen wir, wohin wir eigentlich gehören, wissen außerdem was sich nicht gehört und ... naja, es wird schon vorbeigehen.
Ist das nicht komisch. Niemand würde doch auf die Idee kommen, niemals im Restaurant essen zu gehen, niemals den Kuchen der besten Freundin zu loben und nur zu Hause zu essen, oder?
Also muss unser Verhalten an dieser Stelle etwas mit einer bestimmten Vorstellung von Sex zu tun haben. Mit der nicht ganz nur körperlichen Verwirklichungsform der hehren Liebe.
Wenn es um Sex geht, dann glauben die Menschen, dass die Sexualität des Partners ein endliches Potenzial hat und sie wollen alles davon. Etwa wie eine große Schüssel Vanillepudding. Wenn ein anderer davon nascht, hat man selbst weniger.
Natürlich, wenn der geliebte Partner seine Schüssel Vanillepudding (also sein Begehren) nimmt und damit zu jemand anderem geht, die Schüssel hinterher buchstäblich leer geschleckt ist, dann ist das unschön, um nicht zu sagen fies, traurig und ganz ganz gemein.
Dem Himmel sei dank, ist das sexuelle Begehren eines durchschnittlichen Erwachsenen keine Schüssel Vanillepudding sondern mehr wie der Grießbrei des Schlaraffenlandes. Es kommt immer wieder was nach und wird nicht so wirklich alle. Besonders, wenn der Brei, der auf den Tisch kommt, lecker ist.
Besonders wenn man das Leckerchen teilen kann.
Und da gibt es viele Varianten des Teilens, die kaum etwas mit "Polygamie" oder dem fremdelnden Austausch von Körperflüssigkeiten zu tun haben. Denn Sex ist nicht Liebe und der begehrliche Blick auf fremde Schokoriegel und apfelige Rundungen schon gar kein Ende derselben.
Wäre es nicht schade, wenn unsere Bindung nur aus der körperlichen Faszination voneinander bestünde? Machen wir uns nicht kleiner als wir sind, wenn uns das Plinkern des Partners auf breitere Schultern und dickere Möpse die Tränen in die Augen treibt anstatt das Lächeln ins Gesicht?
Lustvolle Seitenblicke kann man erzählen, vermitteln und teilen. Wie schade, wenn das Glitzern in den Augen des Partners dann durch einen mittelschweren Eifersuchtsanfall stumpf wird.
Wenn es nicht mehr als ein Seitenblick sein darf - und für erotische Ausschließlichkeit habe ich alles Verständnis der Welt - dann muss das nicht heißen auf die gemeinsame Fantasie zu verzichten. Auf die kleinen geilen Kicks, die nur einen Augenblick entfernt, wie kleine verführerische Pralinen am Wegesrand liegen. Denn ich fürchte, wir sind alle nicht ganz frei davon: von den Triggern, die mit Liebe nun wirklich nichts zu tun haben.
Frei und fröhlich damit umgehen zu können, macht eine Liebe schöner, reifer, reicher ...
Findet zumindest Apollonia
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