Spacer München: 21.11.08
Für alle Südlichter gilt am kommenden Wochenende: Le Café Bizarre goes New York! Die nächste Fetish night findet in der Diskothek "New York", Sonnenstr. 25 im Münchner Zentrum statt. Rauchen ist am 21.11. im Partybereich uneingeschränkt möglich, geöffnet ist von 21:30 bis 04:00 Uhr, bitte mit Dresscode. Mehr unter http://www.bdf-party.de/

 

 

 

 

LS Fortsetzungsstory

Die Affaire Teil 1: eine intensive Story von Andras und Luna

Es ist ein ganz normaler Donnerstag. Wie auch Nina eine ganz normale Frau ist. Sie ist meine Frau, und das macht sie für mich zu einem außergewöhnlichen Menschen. Wir sind seit drei Jahren verheiratet, und seit ein paar Monaten sind wir zu dritt. Andrea heißt sie, und ist unsere Meisterleistung. Da sind wir uns einig. Auch der Rest ist bei uns so ziemlich normal. Wir sind über beide Ohren verschuldet, aber wohnen nun in einem eigenen Häuschen, na ja, es gehört wohl noch der Bank. Wir haben einen Hund, eine Katze und vielleicht gibt es bald noch den Lattenzaun. Wenn ich dazu komme. Ich arbeite für eine Bank, mache da so etwas wie Troubleshooting und bin viel geschäftlich unterwegs. Leider auch manchmal ein bis zwei Tage.

Als unsere Geschichte anfängt, bin ich auch wieder mal nicht da, arbeite, bin auf Geschäftreise. Diese wird länger dauern, habe ich ihr gesagt, vor Freitag Nacht bin ich nicht da. Aber eigentlich fängt diese Geschichte früher an, viel früher.

Eigentlich damit, daß wir morgens zusammen im Bett lagen, nach dem Frühstück im Bett, ich ihr gerade die Brotkrumen vom Busen leckte. Ich habe gerade ihren Nippel zwischen meinen Zähnen, beiße leicht zu. Es ist nicht ernst gemeint, eine Spielerei. Sie stöhnt, reckt mir ihren Busen entgegen, und ich denke, ein wenig Zeit haben wir noch, da fährt sie mir durchs Haar, will meine Aufmerksamkeit. Ich lege meinen Kopf auf ihren Bauch, und schaue sie durch das Tal ihres Busens an. Bezaubernder Anblick. "Du," sagt sie, "Christian?"

"Ja?" "Ich bin devot."

"Hey, das ist... "

Stop. Devot, nicht schwanger. Das letzte mal, wo sie diesen Tonfall verwendet hat, war als sie mir sagte, "Ich bin schwanger". Heute wie damals muss ich noch mal nachfragen. "Du bist was?"

"Ich habe herausgefunden, daß ich devot bin."

Ich richte mich auf meinen Ellenbogen auf, und schaue sie an. Ich bin einigermaßen sprachlos. "Einfach so?"

"Natürlich nicht." Es klingt entrüstet. "Aber ich habe jetzt erst herausgefunden, was ich will, und was ich bin. Ich liebe dich, Christian, und ich will mich dir vollständig geben." Ob mein Schätzchen weiß, was sie damit auslöst?

"Weißt du, was devot sein bedeutet?" fragt sie mich, sie wirkt auf einmal etwas schüchtern.

"Ich glaube schon." sage ich. "Das hat etwas mit SM zu tun, oder?"

"Nicht nur..." sagt sie ganz leise. "Auch mit Macht... und Besitz..., daß ich ganz und gar dir gehöre."

"Auch eine nette Idee. Mein Besitz." Ich lege meine eine Hand auf ihren Busen. "Also, das gehört mir?" Sie nickt, und wirkt noch schüchterner, fast ängstlich.

"Was wirst du jetzt machen?" fragt sie.

"Ich werde drüber nachdenken."

SO hat es angefangen. Oder vielleicht sogar noch früher, als wir uns noch gar nicht kannten. Aber jetzt erst einmal zurück zu dem Donnerstag.

Nina ist eine hübsche Frau, langbeinig, schönes Gesicht mit einer reizenden Nase, einem sehr sexy Mund und dunklen, glühenden Augen. Rotblonde schulterlange Haare, und eine Art den Kopf fragend zur Seite zu legen, die mich immer wieder vergessen lässt, was sie nun gerade gefragt hat... Nina ist auch eine vernünftige Frau. Ich verdiene nun wirklich nicht schlecht, aber sie sieht keinen Grund nicht trotzdem sparsam zu sein. Andrea wird natürlich verwöhnt, aber sich selbst gönnt sie selten etwas. Da muss man sie fast zwingen dazu. Sie hat ein paar hübsche Klamotten, aber sie ist vernünftig und praktisch. Als sie den Staubsauger herausholt, hat sie weiche ausgewaschene Jeans sowie ein genauso altes und genauso weiches graues T-Shirt an. Sie ist barfuss, hat die Haare in einen Pferdeschwanz zurückgebunden, und wackelt ein wenig mit den Hüften, sie hat Musik laufen.

Ich bin zwar nicht da, aber ich habe dies häufig genug gesehen, und weiß wie sie ist. Heute morgen war ich etwas chaotisch. War schon lange vor ihr wach, habe meine Geschäftsreise vorbereitet, und als sie mit Andrea auf dem Arm ins Wohnzimmer kam, ist mir mein Koffer heruntergefallen, und aufgegangen... hat den ganzen Inhalt verstreut... sie hat amüsiert gelacht, und mir Kaffee gebracht.

Sie hat ein ganz bestimmtes Muster, wenn sie staubsaugt. Und ganz zum Schluss saugt sie unter dem Sofa. Nur diesmal stößt sie irgendwo dagegen. Neugierig wie sie ist schaut sie nach. Und findet ein schwarzes Paket unter dem Sofa. Flach, vielleicht 8x30x50cm. In schwarzes Seidenpapier eingepackt, sehr sorgfältig, sehr akkurat. Es ist schon alles vorbereitet, um das Paket zu versenden. Postage, Aufkleber. Es ist adressiert an Postfach 366251, 8001 Zürich. Nina zieht das Paket heraus, und legt es auf den Tisch. Schaut es an. Sie wird nachher zur Post gehen, und es abgeben. Ich kenn sie, das ist das was sie gerade denkt. Sie wundert sich etwas, aber sie ist eine liebe Seele. Und sie ist sorgfältig, deshalb schaut sie noch einmal unter das Sofa, bevor sie weitersaugt. Ich finds schade, daß ich nicht da bin, sehe wie sie ihren Hintern in die Höhe streckt, der diese Jeans so schön prall ausfüllt, so daß man Lust bekommt ihr...

Unter dem Sofa liegt noch etwas. Ein Bildschirmausdruck, so wie es aussieht. Das kennt sie von mir. Ich drucke meine wichtigen E-Mails immer noch einmal aus, damit ich eine Papierablage habe... mir sind schon zu viele Rechner mit wichtigen Informationen gestorben. Natürlich schaut sie drauf. Erwartet jetzt wohl irgendetwas Geschäftliches. Nun, so geschäftlich ist es nicht.

"Hm... ich sollte das nicht tun..." na toll, jetzt fang ich schon an Selbstgespräche zu führen. Es ist Donnerstag morgen, eigentlich wollte ich mich ein wenig beeilen, hier fertigmachen und dann Mittagessen zaubern, statt dessen sitze ich ziemlich ratlos in meinem Wohnzimmer zwischen Couch und Tisch am Boden und starre auf das schwarze Paket in meinen Händen. Es war unter der Couch versteckt. Vielleicht 8 cm hoch, 30 cm breit und etwa 50 cm lang. Schwarz eingepackt, wieso um Himmels willen packt jemand ein Paket schwarz ein? Ich drehe das Packet in meinen Händen entdecke erst jetzt die Adressetikette... hm.. eine Postfachadresse in Zürich, ohne Namen... Unter dem Paket lag noch ein Blatt, da steckte doch noch etwas drunter... Ich sollte das hier nicht tun, ich bin nicht der Empfänger. Ich befördere einen Brief ans Tageslicht, nein, eine Kopie einer E-Mail. Christian macht das mit allen geschäftlichen E-Mails so.

"Liebes Sturmkätzchen, Du ahnst gar nicht, wie sehr ich mich freue, Dich nun bald in meinen Armen zu halten. Du hast mich gebeten, den Ort selbst auszusuchen, und ich habe mir Mühe gegeben, und das Ideale gefunden. Es ist das Ermitage, am Seeufer, eines der besten Restaurants in der Gegend, mit einem Ambiente, welches zu uns beiden paßt. Jugendstil, und die Küche ist international berühmt.. Es ist zwar ein besonderer Reiz, daß ich Dich noch nicht kenne, und ich Dich mir bisher nur vorstellen konnte, aber ich will sichergehen, daß wir uns nicht verfehlen. Deshalb habe ich mir erlaubt, Dir ein paar Kleinigkeiten beizulegen, alles was mein Sturmkätzchen so braucht. Es soll Dir etwas Vorfreude geben. Und mir die Sicherheit des Erkennens und Dein Geschenk. Ach ja, ich wünsche, daß Du Deine Fuck-me-Pumps anziehst. Ich habe auf Familie Kater reservieren lassen, 15.00 Uhr, am Freitag. Sei pünktlich. Erwartungsvolle und sehnsüchtige Grüße Dein Sturmkater"

Nein, ganz und gar nicht geschäftlich. Ich kann sie sehen, das Gesicht was sie machen wird. Sie wird das Blatt umdrehen, als ob sie etwas sucht, was ihr bestätigt, daß dies ein Versehen ist. Noch mal lesen. Und dann auf das flache Paket schauen, das entweder auf dem Couchtisch oder der Couch selbst liegt. Sie wird es hochheben und schütteln. Es poltert etwas darin, aber nicht sehr, es ist gedämpft. Und dann wird sie das Paket öffnen. Das ist genau der Grund, warum der Adressaufkleber so verklebt ist, das Paket so exakt verpackt ist... sie wird es aufreißen, und dann wird man sehen, daß es aufgerissen ist. Jetzt wäre ich wirklich gerne da. Die Packung ist von einem teuren Modehaus hier in der Gegend, und sie enthält ein paar "Kleinigkeiten". Eine Schachtel aus durchsichtigem Acryl, wie ein Diamant, mit zwei goldenen Kügelchen drin, so etwa 2 cm Durchmesser, einen flexiblen schwarzen Buttplug, Größe "S" und ein Kleid. Einen tiefroten Slip, einen ebensolchen Strumpfhalter, und hauchzarte schwarze Seidenstrümpfe einer bekannten Luxusmarke. An allen Gegenständen ist eine kleine Notiz in meiner Handschrift angebracht... Ich bin sicher, daß sie ihren hübschen Mund zu einem O geformt, und die Augen weit aufgerissen hat, als sie feststellt, was da in dem Paket ist. Ach ja, ich sollte noch erwähnen, daß das Ermitage ein Restaurant ist, welches ihr sehr gut gefällt. Es ist malerisch am See gelegen, und sie findet es einfach toll. Nur hat sie mal einen Blick auf die Preise geworfen... ist ihr zu teuer. Für 20 Franken macht sie uns ein Mittagessen, und nach ihrer Rechnung kann man fast einen Monat von dem leben, was dort ein einzelnes Mahl kostet... und so ist sie strikt dagegen, dort Geld zum Fenster herauszuwerfen. Aber sie würde gerne...

Wenn alles richtig läuft, wird sie nun wütend und neugierig sein. Auch wenn sie sich selbst das verweigert, so mag sie doch gerne gut aussehen... und die kleinen Spielzeuge... die Zettel erklären, daß ich erwarte, daß meine Verabredung diese zu unserem Treffen tragen wird, nur die Pumps muss sie noch beisteuern... ich muss sagen, daß es mir richtig Spaß macht, so gemein zu sein. Letzten Samstag hat sie mit einem langen Gesichtausdruck vor einem Schuhladen gestanden und diese wunder-schönen Pumps angehimmelt, 7 cm Absatz, und spottbillig. Nur 179 Franken. Und meine liebe vernünftige Nina schaute auf ihre praktischen Schuhe herunter, murmelte etwas das verdächtig nach "doch besser nicht" klang, und flüchtete vor dem Schau-fenster. Ich habe sie mir angeschaut, diese Schuhe... und bin mit einem Grinsen davongegangen. Später war ich in dem Geschäft, und habe sie reservieren lassen. Ich will sichergehen, daß sie noch da sind. Es ist wirklich schade, daß ich nicht sehe wie sie das Paket findet, und öffnet...

Mein Herzschlag setzt einmal aus, ach du meine Güte, Scheiße, ich bin gerade dabei die Affäre meines Liebsten aufzudecken. Meint er diesen Freitag? Morgen? Ja, natürlich meint er morgen! Es fällt mir wie Schuppen von den Augen, sehe ihn vor meinem geistigen Auge, wie er vor mir steht: "...Geschäftsreise Schatzi... tut mir leid, bin erst Samstag morgen oder so zurück..." packt seinen besten Anzug ein, die Krawatte die ich ihm geschenkt habe und murmelt etwas von " ...wichtiger Kunde, weißt Du...". Ungläubig lese ich den Brief nochmals... ‚Dein Sturmkater', er will einen Sturm? Den soll er kriegen! Ich reiße das schwarze Papier und auch das darunter zum Vorschein kommende dunkelrote Seidenpapier von der Schachtel, entferne den Deckel und entdecke "alles was Sturmkätzchen braucht"... Ich finde einen süßen kleinen Buttplug, zwei hübsche, goldene Kugeln, einen dunkelroten Slip, ziemlich klein, an den Hüften hochgeschnitten, knapp die Scham bedeckend des weiteren Strümpfe, Strumpfhalter und das berühmte ‚kleine Schwarze'. Ich sitze da, wie vom Donner gerührt, streiche ungläubig über den feinen Stoff des Kleides, in mir brodeln die verschiedensten Gefühle... natürlich bin ich eifersüchtig, ich bin verletzt und ich bin vor den Kopf gestoßen. Wieso tut er das? Und vor allem: wieso grade jetzt? Er wendet sich von mir ab. Jetzt wo ich den Mut gefunden hatte ihm von meinen Wünschen zu erzählen wendet er sich von mir ab.

Ich stolpere zum Telefon... Conny hat kaum den Hörer am Ohr da sprudelt es aus mir raus: "Christian betrügt mich! Conny Du wirst es nicht glauben, aber Christian betrügt mich." Stille, am anderen Ende der Leitung herrscht einfach nur Stille. "Conny... hörst Du? Sag doch was." - "Hallo Nina, du meinst Christian? Deinen Christian? Glaub ich nicht, nie und nimmer! Wie kommst du darauf? Du weißt doch, er liebt dich wie verrückt." Schließlich erzähle ich ihr von der Geschäftsreise bzw. von den vielen in letzter Zeit, von dem Brief und von dem Paket. "Conny, er führt sie sogar ins ‚Ermitage' in diesen teuren Schuppen. Bitte kannst du morgen Babysitten, auf Andrea aufpassen? Kannst du so um 13.00 Uhr bei mir sein? Ich bräuchte Zeit um mich fertigzumachen und würde gerne so gegen 14.00 Uhr aus dem Haus gehen" Connys Stimme klingt besorgt "Ja klar kann ich, aber was hast du vor? Willst du spionieren?" - "Besser als das," antworte ich "viel besser...".

Ich wähle die Nummer meiner Mutter "Hallo Mama, wegen morgen Nachmittag... ich kann nicht mit zum Einkaufen... Conny kommt her, es geht ihr nicht so gut..." Ok, das war ja kein Problem, mein Plan nimmt langsam Form an... und so langsam komm ich in Kampfstimmung. Also, mal sehen, was brauch ich noch? Schuhe! Mein Schuhschrank gibt nichts gescheites her... oder besser gesagt NUR gescheites, praktisches. Vernünftig für meinen Alltag. Ich brauch solche Fuck-me-Schuhe. Also doch einkaufen heute Nachmittag... und vielleicht mal wieder zu Giacomo? Kritisch betrachte ich mich im Spiegel, öffne meinen Pferdeschwanz... ja, ich glaube ich sollte Meister Giacomo wieder einmal ranlassen.

Oh mein Gott, war das ein Tag! Erst ins Einkaufszentrum Schuhe suchen, war eigentlich auch kein Problem, hab ich sofort gefunden, hab sie schon letzte Woche beim Vorbeigehen entdeckt, nur... wann hätte ich schon die Gelegenheit solche Schuhe zu tragen? Also hab ich sie stehen lassen. Nun, jetzt hab ich die Gelegenheit dazu, ich seufze, so hatte ich mir diese allerdings nicht gewünscht. Aber die Schuhe sind hübsch. Wirklich hübsch. Natürlich schwarz. Lack, ein Riemchen verläuft quer über den Rist, Absatzhöhe 7 cm, ich war erstaunt ohne Probleme darin gehen zu können, tja ist vielleicht wie Fahrradfahren... verlernt man nie. Aber Giacomo, meine Güte der hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und wollte mich gar nicht mehr fortlassen. Aber dafür seh' ich jetzt wirklich toll aus. Meine Haare reichen noch knapp bis zu meinen Schultern und glänzen in wundervollem kupferrot.

"Conny! Schau mal auf die Uhr, bitte." "Seit du das letzte mal gefragt hast sind keine fünf Minuten vergangen, es ist erst 13.10 Uhr." Meine liebe Freundin sitzt am Küchentisch, albert mit Andrea rum und trinkt Kaffee, ich hab ein Handtuch um mich gewickelt, die Haare gemacht und bin grade dabei mein Make-up zu vollenden. "Setz Dich doch einen Moment hin, Nina," Conny versucht, mich einen Gang runterzuschalten "und trink Deinen Kaffee".

"Hinsetzen, bist Du wahnsinnig? Ich kann mich jetzt nicht hinsetzen... ich muß mich anziehen..." und schon bin ich im Schlafzimmer verschwunden... außerdem, so denke ich bei mir während ich die Schachtel hervorkrame, sind da noch ein, zwei Sachen die ich mir noch näher anschauen will. Anschauen! Der soll ja nicht denken, ich bin nicht sie. Ich werde diese Dinger ganz bestimmt nicht tragen. Wie sich das wohl anfühlt? Ich halte den Buttplug in der einen Hand, fühlt sich weich an..., und die Kugeln in der anderen, hm... nicht leicht, die Dinger und innen drin müssen nochmals Kugeln sein, rotierende Kugeln ich kann es in meiner Handfläche spüren... auf dem kleinen Zettel der daran angebracht ist, steht sie seien Batteriebetrieben, der Sender hat er... und an meiner Reaktion wird er mich erkennen.

"Ähem... Conny? Duhu?" sie schaut mich fragend an, als ich den Kopf aus dem Schlafzimmer strecke, "wieso gehst Du mit Andrea nicht ein wenig spazieren? Es ist so ein schöner Tag, und ich brauch hier noch eine Weile... ähm... OK?" Conny ist eine prima Freundin, stellt keine Fragen, wenn sie nicht sicher ist ob dafür der richtige Zeitpunkt ist. Als ich die Türe schließe, höre ich noch wie sie mit Andrea plappert. " ...kleiner Schatz, magst Du mit der lieben Conny nach draußen gehen.... jaa, das magst Du, na komm..."

Das Handtuch hab ich fallenlassen, vorsichtig öffne ich die Packung mit den Strümpfen und rolle sie auf, sie fühlen sich hauchzart an. Wie unpraktisch, denke ich. Eine Frau hätte mit Garantie zwei Paar Strümpfe besorgt, für den Fall der Fälle... Als ich meinen rechten Fuß auf den Stuhl stelle blitzen mich frech rotlackierte Zehen an. Behutsam streife ich den Strumpf über meinen Fuß, rolle in langsam über mein Bein. Ich hatte vergessen, daß es ein erotisches Ritual sein kann, sich anzuziehen. Jetzt fällts mir wieder ein, und ich genieße es erstaunt. Ich wiederhole das Verfahren mit dem anderen Strumpf, als auch dieser faltenfrei sitzt hacke ich mir den Strumpfhalter um die Hüften und mache die vier Klipse fest. Mein Blick schweift durchs Zimmer, bleibt an dem Plug und den Kugeln hängen... ein Blick auf die Uhr, ich hab noch etwas Zeit, nicht viel... aber ich will ja auch nur ganz kurz... nur wissen wie SIE sich heute fühlen sollte... ich setze den, mit Spucke befeuchteten, Plug an meine Rosette... drücke leicht, schiebe vorsichtig und spüre wie er langsam in mich gleitet... ein leises Stöhnen kommt über meine Lippen, noch ein Ruck, ich keuche und der Plug sitzt. Ich bin überrascht, es ist ein angenehm ausfüllendes Gefühl und ... es erregt mich... Ich nehme die Kugeln und führe diese eine nach der anderen in meine Liebesgrotte. Ui, ganz schön kalt die Dinger... ich schmunzle, na ja die werden sich rasch aufwärmen...

Einen kleinen Moment lang frag ich mich wo denn jetzt der Clou ist, aber nur einen Moment nämlich genau bis ich mich zum ersten Mal bewege... die Kugeln in den Kugeln beginnen zu rotieren... sirren in mir drin, ich erschaudere, halte inne... oh Mann, WAS für ein Gefühl!

Ich schlüpfe in die neuen Pumps, gehe ein paar Schritte ums Bett und bleib vor dem großen Spiegel stehen, streiche mit meinen Händen über meinen flachen Bauch, ist es wirklich erst ein paar Monate her? Streiche mit meinen Händen über meine Brüste, meine Taille, meine Schenkel und beobachte mich dabei. Weich spüre ich die Kissen, frisch und kühl den Lufthauch an meiner Scham als ich mich in die Laken sinken lasse, die Füße auf den Boden gestellt langsam meine Beine öffne um meinen suchenden Händen den Weg freizugeben.

Ich komme mir wie ein Spion vor, als ich am Seeufer an einem Baum lehne, und zusehe wie sie angerauscht kommt. Gar nicht so verhalten und vorsichtig, wie sonst. Das Ermitage hat Valet Parking, und ich sehe das Lächeln des jungen Mannes, als er ihr die Türe öffnet. Mir verschlägt es die Sprache. Ich habe einen Camcorder laufen, betrachte meine liebe Nina durch den Sucher, zoome heran... natürlich weiß ich was sie für eine hübsche Frau ist, in meinen Augen ist sie auch bezaubernd wenn sie einen Kartoffelsack tragen würde. Aber sie hier so zu sehen, mit den Nahtstrümpfen mit den silbernen Schmetterlingen an den schlanken Fesseln, den hohen Schuhen, dem Kleid... mein Gott, das Kleid... und was hat sie mit den Haaren gemacht? Ich schlucke, der Camcorder wackelt, und ich schwenke mit, als ich sie zum Eingang des Ermitage verfolge. Sie lächelt dem Portier freundlich zu, und verschwindet im Eingang. Ich setze den Camcorder ab. Schaue auf die Uhr. 14.25 Ich wusste daß sie pünktlich ist. Aber so früh?

"Ja, kein Wunder daß du dir soviel Mühe machst." Ich schaue zu dem Mann neben mir, der gerade seinen Feldstecher absetzt. Er ist schick gekleidet, Abendanzug.

"Du hättest ja zur Hochzeit kommen können."

Er zuckt die Schultern. "Und meine zwei Süßen alleine lassen? Caro war noch mitten in der Ausbildung, hat noch nicht einmal einen Ring gehabt."

"Du hättest sie ja mitbringen können."

Er schüttelt den Kopf. "Wohl kaum. Ihre Ideen von einem Hochzeitskleid wären Latex, Leder und Metall gewesen. Du kennst sie. Sie schreien es geradezu hinaus. Deine Frau ist nicht blöde, sie hätte Fragen gestellt.

" Ja, hätte sie."

"Abgesehen davon, bist du jetzt ja froh , daß sie mich nicht kennt."

Ich nicke.

George. Ein guter Freund aus frühen Tagen. Wir haben uns in Berlin kennengelernt. Er ist Engländer, lebt jetzt in Deutschland. Für dieses Projekt habe ich ihn in die Schweiz eingeladen. Er ist nicht nur ein guter Freund, er hat auch ein gewisses schauspiel-erisches Talent, mischt Musik in einem Tonstudio. Er kennt mich aus der Zeit vor Nina, und hat einen wundervollen britischen Akzent. Auch er ist dominant. Und war damals der Meinung, daß es Schwachsinn wäre eine Frau zu heiraten, die nicht devot ist. Aber sie hatte eine solche Hingabe in sich, soviel Liebe, da war es fast egal. Es konnte nur sie sein. Und das war wichtiger.

Ohne seine Hilfe hätte ich all dies nicht geschafft. Es gab eine ganze Menge vorzubereiten. Mein Funktelefon klingelt. Das, was ich mir nur hierfür besorgt habe. "Hier ist Tomas. Es gibt ein kleines Problem."

Mist. "Und was wäre das?" Ich gebe zu, meine Stimme klingt ungehalten.

"Sie ist gar nicht zur Reservierung gegangen. Sie hat mir einen hochnäsigen Blick zugeworfen, und ist in die Bar abgeschwenkt."

Hochnäsig? Meine Nina? "Die Frau die eben gerade hereinkam?"

"Ja. Sie hat das Kleid an, das sie mir auf dem Photo gezeigt haben, und hat klasse lange Beine. Rothaarig." Ich denke kurz nach. Ich habe die Bar nur als eine entfernte Möglichkeit gesehen. Aber Sorgfalt zahlt sich eben aus. Der Bartender weiß Bescheid. "Gut. OK. Das ändert nichts an dem Plan. Gehen sie einfach um 15.00 Uhr in die Bar, und geben ihr dort das Päckchen. Suchen sie bitte Frau Smith, und teilen ihr mit, daß ich sie sprechen muss."

"Wird gemacht."

Wenige Minuten später kommt George und mir Frau Smith entgegen. Sie ist über achtzig, aber immer noch putzmunter. "Hallo, Mr. X." sagt sie, und lächelt verschwörerisch. Sie wirkt nicht nur wie eine große alte Dame, sie ist es auch. Sie hat in verschiedenen Filmen vor dem zweiten Weltkrieg mitgespielt, und nicht alle wurden öffentlich gezeigt. Ich habe meine Filmsammlung von alten Klassikern George vermacht... und er lächelt sie jetzt auch freundlich an. "Es ist mir eine Freude sie wieder zu sehen." Sagt er, charmant und galant wie er ist. Und macht einen formvollendeten Handkuss. In ihrem Gesicht entdecke ich immer noch die Spuren der Schönheit, die sie in diesen alten schwarz weiß Filmen zeigte. Besonders das Ponygirlrennen ist mir in Erinnerung geblieben. Sie war ein schönes Pony. Jetzt ist sie die Besitzerin eines exklusiven Clubs in Niemwegen, Holland. Eine der größten Dominas die es je gab. George hatte den Einfall, und sie war Feuer und Flamme. Sie ist halt immer noch eine Romantikerin.

"Clarissa, mein liebes Opfer ist in die Bar gegangen. Können sie um Punkt 15.00 Uhr dort in den Waschräumen sein?"

Sie lächelt mich amüsiert an. "Natürlich. Meinst du wirklich, daß ich mir entgehen lasse, mir anzusehen welche junge Stute dich uns entführt hat?"

"Madame," sagt George, "Es ist ihnen bewusst, daß er dies nie getan hätte, hättet ihr euch seiner erbarmt..."

Sie lacht, gibt ihm einen spielerischen Klaps auf den Arm. "Charmant wie immer... wäre ich nur zwanzig Jahre jünger..." Wir sehen ihr zu, wie sie wieder zurückgeht. Nein, es ist kein Gehen, es ist ein königlicher Gang. Ich schüttele immer noch den Kopf. "Immer noch die alte Miss Smith."

George blickt ihr hinterher. "Man kann sich vorstellen, wie sie damals gewesen ist. Es muss ein Vergnügen gewesen sein, sie zu dominieren."

Ich nicke. Aber ihr Mann starb während des zweiten Weltkriegs, und seitdem ist sie eine Domina. Ein Blick aus ihren Augen hat mir auch schon mal weiche Knie beschert. "Wie geht es ihr?" frage ich George.

Er zuckt die Schulter. "Nicht so gut. Sie hat nur noch selten persönliche Gäste... und zwei ihrer Lieblingsgäste sind letztes Jahr gestorben. Hat sie arg mitgenommen. Und als der Prinz starb, hat sie ihren Club für drei Tage geschlossen. Es ging ihr nahe." Vielleicht ist doch was dran, daß sie den Prinzen kannte. George und ich haben uns mittlerweile an die Außenfenster der Bar begeben. Ich halte die Camera hoch, und was ich durch den Sucher sehe, lässt mich Miss Smith vergessen.

Nina flirtet mit einem Italiener. Was für ein Miststück... ich schüttele bewundernd den Kopf. "Was ist?" fragt George.

"Schau selbst, aber sei vorsichtig." Er schaut kurz, kommt wieder herunter. "Na sieh mal einer guck." Er lächelt amüsiert.

"Sie versucht mich eifersüchtig zu machen."

"Und? Klappt es?" Sein Grinsen wird breiter.

Ich beobachte wie der Italiener seine Hand auf ihren Oberschenkel legt. Sie vollsülzt. Und sie es zulässt.

"Ja."

Viel zu früh für mein Date, aber genau pünktlich für meinen Plan betrete ich das Ermitage. Wenn er mich finden will, wird er mich in der Bar suchen müssen, ganz bestimmt werde ich mich nicht der Lächerlichkeit preisgeben indem ich nach der Reservierung von Familie ‚Kater' frage. Die Bar ist um diese Zeit fast leer, ein junges Paar offensichtlich frisch verliebt, sitzt in einer Nische, an dem hintersten der sechs kleinen Tische, am Ende der Bar sitzt ein Typ in schwarzen Lederhosen, schwarzem Hemd und Lederjacke über seinem Bier, ein Geschäftsmann in feinem Anzug an einem der vorderen Tische. Normal hätte ich mich für einen Platz an einem der hinteren Nischentische entschieden, nicht heute. Heute ist nicht normal. Ich will nicht das Geschehen beobachten, ich BIN das Geschehen. So soll es heute sein, und so ist es auch. Das kurze Kleid daß ich trage hat mein Geliebter für eine Andere ausgesucht, der Gedanke schmerzt und dennoch ist es perfekt mit seinem hochgeschlossenen Kragen und dem wundervollen Dekolleté in Form eines liegenden Ovals. Die Bemühungen der Leute ihre Blicke zu verstecken tragen keine Früchte. Gerade als ich mich auf einen Barhocker niederlasse, geziert die Beine übereinanderschlage und sich der Barkeeper lächelnd nach meinem Wunsch erkundigt betreten zwei Italiener die Bar. Und wieder denke ich, perfekt.

Ich bin froh wieder sitzen zu können, denn die Kugeln machen mich rasend, bei jeder Bewegung, daß ich mich allerdings so langsam auf den Hocker niederlasse hat nichts mit Koketterie zu tun... ja, ich hab den Buttplug und die Liebeskugeln gelassen wo sie waren, sie zaubern eine gewisse erotische Ausstrahlung in mein Gesicht, in meinen Blick. Ich bestelle einen Martini. Lächle dem Barkeeper zu. Mein Blick schweift zu den Italienern, die leger an der Bar stehen. Ich streiche mir die Haare aus dem Gesicht und schenke ihnen ein strahlendes Lächeln. Bei mir schmunzle ich, offensichtlich haben sie keine Ahnung davon, daß ich jedes ihrer Worte verstehe. Nach ein paar aufmun-ternden Worten seines Freundes, schlendert Franco, so stellt er sich vor, lässig zu mir und fragt nach dem Platz neben mir. Angebissen. Ich schenke ihm nochmals ein strahlendes Lächeln und stelle mich, auf seine Frage wer die hübsche Signora sei, vor. Als Franco meine Hand nimmt, lasse ich sie einen Augenblick länger als nötig in der seinen liegen und übersehe kulant seinen Blick der an meinem Dekolleté hängen bleibt. Mit einem Wink bestellt sich auch er einen Martini. Das viele Eis in seinem Drink klirrt als er mir heftig zuprostet. Franco gibt sich wirklich Mühe und es macht ihm Freude, daß sein Charme und Witz bei mir so gut ankommen. Ich bemühe mich auch ehrlich. Flirte nicht nur mit heißen Blicken und meinem Charme, sondern mit meinem ganzen Körper. Franco schneidet auf, will mich beeindrucken, als er zum Höhepunkt der Geschichte ansetzt, zu der Stelle kommt wo er fast vom Baum gestürzt wäre, nachdem er das arme Kätzchen aus demselben befreit hatte, greife ich mir, erschreckt einatmend, an den Hals und Franco ist Wachs in meinen Händen. Obwohl nicht wirklich ein würdiger Flirtpartner genieße ich die Situation, mit dem Wissen im Hinterkopf, daß mein Plan funktioniert. Franco legt mir beruhigend eine Hand auf meinen Oberschenkel, ich bräuchte mir keine Sorgen um ihn machen, er sei selbstverständlich nicht gestürzt. Er wendet sich dem Barkeeper zu "Noch zwei Martini bitte und alles auf meine Rechnung." Doch dieser schüttelt den Kopf als er das Gewünschte reicht.

"Tut mir leid. Alles was die Dame trinkt ist schon bezahlt."

"Schon bezahlt?" mische ich mich in das Gespräch ein, "Interessant."

"Ja, Signora. Es ist alles schon bezahlt. Ein Herr war hier. Vorauskasse."

OK, jetzt ist genug. Ich trage ihr Kleid, trage ihre Unterwäsche, ihre Strümpfe..., ich seufze, nicht zuletzt ihre Geschenke . Das reichte ja wohl. Dieses Aas hat sich wirklich richtig viel Mühe gemacht. "Das will ich nicht, behalten sie das Geld." Niemand bemerkt meine innere Erregung. "Bella," Franco hat seine Stimme wieder, "bitte laß mich." Ich nicke "Wie du möchtest." Franco strahlt. Der Barkeeper bedankt sich und setzt meine Martini auf Francos Rechnung. Hinter mir räuspert sich jemand, ich hauche einen Kuß auf meine Fingerspitzen und streife, ganz leicht nur, Francos Wange. Wende mich dann dem Mann zu der da vor mir steht. Groß, fast so breit wie hoch, ein Schrank von einem Mann. "Ja, bitte?"

Der Mann überreicht mir ein kleines Packet und einen Umschlag, "Hier Madame, für sie." Mein Plan hatte an dieser Stelle vorgesehen, daß Christian, mein Christian, vor mir steht. Erschrocken darüber WER da sitzt und entsetzt über die Situation. Ich lasse mir nichts anmerken, nehme das Paket und den Brief entgegen. Der Typ rührt sich nicht, fragend schaue ich ihn an. "Ich soll auf Antwort warten." sagt er.

Der freundliche Barkeeper reicht mir einen Brieföffner und ich schlitze das Couvert auf das eine Karte enthält:

"Liebes Sturmkätzchen, nun bist Du schon soweit gegangen, Du sollst auch den letzten Schritt gehen. In dem Paket findest Du eine silberne Maske, und eine Rose. Die Maske ist für später. Ich möchte daß Du diese Rose in Deinem Ausschnitt trägst. Es ist eine wilde Rose, genau wie Du, und genau wie Du, hat sie auch Dornen. Es wird das Zeichen für Tomas sein, daß Du meine Einladung annimmst. Tomas ist absolut vertrauenswürdig, normalerweise arbeitet er als Bodyguard, aber seine herausragende Eigenschaft ist seine absolute Diskretion. Er wird Dich zu einem Ort bringen, an dem sich unser erstes Zusammentreffen intimer als in der Ermitage gestalten läßt. Bitte lege Deinen Slip in das Paket, und genieße das Gefühl daß nichts zwischen uns steht, und Du mir frei zugänglich bist. In freudiger Erwartung, Dein Sturmkater."

Mein Herz rast. "Würden die Herren mich entschuldigen?" Es war nicht wirklich eine Frage. Ich gleite vom Barhocker, zwei Schritte und knicke beinahe ein. Die Kugeln beginnen stark zu vibrieren, ich glaube fast sie zu hören. Reiß dich zusammen... nichts anmerken lassen, das wär' ja noch schöner. Verfolgt von Francos Blicken entschwebe ich in Richtung Waschraum. "Was jetzt? Wie weiter? Mist, Mist, Mist." Gerade als ich mein Spiegelbild beschimpfe, tritt eine ältere Dame aus einer der Kabinen, stellt sich vor das Waschbecken neben mir und beginnt mit der Renovation ihres Make-ups.

Ich knalle das Paket auf den Waschtisch, auf dem Deckel steckt eine Brosche in Form einer Katzenmaske. Die alte Dame schaut auf das Paket und die Brosche, sieht mir dann ins Gesicht und lächelt mich warm an. "Ja, ja…" schwärmt sie, "der Katzenclub, da war unsereins noch jung. Wo werden sie denn die Rose tragen mein Kind, oben oder unten?"

So! Das reicht jetzt. Ich öffne das Päckchen und kralle mir die Rose. Ich will sie diesem Tomas unter die Nase halten und von ihm verlangen, daß er mich augenblicklich zu Christian führt. Sofort. Jetzt. Ich mache auf dem Absatz kehrt, stürme, wild mit der Rose fuchtelnd aus der Tür. Nach wenigen Metern werden meine Schritte langsamer… ich zögere. Was sie wohl damit gemeint hatte? Was zur Hölle hatte Christian vor? Verdammt. Tomas steht vor mir und hebt fragend eine Augenbraue. "Noch einen Moment.", bat ich und ging zurück. Ich wollte nochmals mit der Frau sprechen.

Sie stand noch immer vor dem Spiegel, schien langsam mit ihrem Äußeren zufrieden. Ich setze mich auf den Stuhl und atme zweimal tief durch, suche im Spiegel ihren Blick "Mir wäre wohler Madame, wenn ich wüßte wovon sie sprechen." Freundlich wendet sich die Dame mir zu schaut mich fragend an, dann nickt sie. "Sie wissen es wirklich nicht, nicht wahr?" Als sie meinen Blick sieht, lächelt sie. "Die Rose ist das Symbol der Hingabe an ihren Herrn. Es gibt zwei Arten sie zu tragen. Zwischen ihren Schenkeln, als Zeichen, daß sie ihm gehören, oder zwischen ihrem Busen, als Zeichen, daß sie sich ihm schenken wollen. Die Herren sind ja soo romantisch," schwärmt sie, "und genießen den Anblick dieser Rosen." Zart tupft sie wenig Parfum an ihren Hals "Sie sind sehr aufgeregt?" Mit einem liebevollen Lächeln mustert sie mich, mein Kleid.

"Das ist gut so… es wird der Busen sein, wo sie die Rose tragen werden, nicht wahr? Sie werden sich heute ihrem Geliebten schenken, seien sie stolz darauf." Sie seufzt, betrachtet ihr Spiegelbild neben dem meinen und legt eine Hand auf meine Schulter. "Vor fast 60 Jahren habe ich mich meinem Alfonse mit einer Rose am Busen gegeben, und ich habe keine Sekunde bereut." Es scheint als ob sie eine Träne wegwischt, ihr Lächeln ist warm, "Genießen sie ihre Jugend, Mademoiselle." sie drückt mich kurz und geht.

Sie rauscht wieder zurück auf die Toilette. Ich wechsle einen Blick mit George. Der nickt. "Ich bereite schon mal alles vor." "Bis nachher." Ich lege die Kamera vorsichtig ab, und betrete das Ermitage, nicke dem Portier freundlich zu und betrete die Bar. Der Italiener sitzt immer noch auf seinem Barhocker, die zwei Martini vor ihm.

Der Bartender nickt mir freundlich zu. 100 Franken Trinkgeld, und gut investiert. Ich gehe zu dem Italiener hinüber. Der schaut mich überrascht an. Ich bin zwei Köpfe größer und doppelt so schwer wie er. Tomas ist größer und breiter, aber nicht viel. "Salute. Ich bin Max, und das ist Tomas." Sage ich zu ihm.

Er nickt vorsichtig. "Die bezaubernde rothaarige Signora, mit der sie eben gerade geflirtet haben?" "Si?" noch vorsichtiger. "Ist meine Frau. Wenn Du sie noch mal anfasst, reiße ich Dir die Hand ab und stopfe sie Dir dahin, wo die Sonne nicht scheint. Und Tomas sorgt dafür, daß keiner was sieht. Capisci?"

Tomas spielt seine Rolle perfekt. Er schaut so ausdruckslos wie ein Reptil. Und so hungrig. Ich nicke dem Italiener freundlich zu, und gehe wieder. Als ich wieder an meinem Beobachtungsposten angekommen bin, sitzt er wieder bei seinem Freund, und diskutiert mit Händen und Füßen. Tomas steht immer noch da. Schaut immer noch unbeteiligt. Das war zwar nicht geplant, aber ich habe es mir gegönnt. Meine liebe brave Nina... hat wohl doch Krallen und Zähne. Ich lache laut… und verschlucke mich fast, als ich sie aus dem Waschraum kommen sehe.

Mein Herz scheint zu bluten, so sehr schmerzt es.

Na gut, ich werde dein Spiel weiter mitspielen, dieses Spiel wovon du glaubst es mit jemand anders zu teilen. Ich betrachte die Rose während ich in den Rücken greife um den Verschluß des Kleides zu öffnen. Eine eigentümliche Aufgeregtheit macht sich in mir breit. Ich plaziere sorgfältig die Rose in das Tal zwischen meinen Brüsten, fühle wie die Dornen mich pieksen. Als ich das Kleid schließe spüre ich wie die Rose zubeißt. Als ob dies ihre Bestimmung, dies ihr Platz wäre beißt sie sich fest um hier, genährt von meinem Schmerz, in ihrer ganzen Schönheit zu blühen. Nun stecke ich noch die Brosche an den Kragen des Kleides, nehme mir das Päckchen und verlasse den Raum. Mein Blick schweift durch die Bar, der Typ an der Bar, der in den Lederklamotten scheint sich über irgend etwas blendend zu amüsieren. Meine Augen bleiben einen Moment an Franco hängen. Er wartet nicht mehr auf mich, sondern ist zurück zu seinem Freund. Sie erzählen sich etwas, gestikulieren heftig. Als er meinen Blick bemerkt hält er inne, irgendwie wirkt er verstört. Er nickt kurz zum Gruße ich nehme Tomas' dargebotenen Arm, reiche ihm das Päckchen und lasse mich nach draußen führen.

Bei jedem Atemzug spüre ich wie die Rose von mir trinkt, bei jedem Schritt spüre ich die Kugeln, wie sie erbarmungslos rotieren, wie sie drohen mir den Verstand zu rauben. Und schließlich als ich mich setze, mich in die Polster des weißen Rolls sinken lasse spüre ich den Plug. Unnachgiebig füllt er mich aus. Tomas schließt die Türe und ich bin eingeschlossen, bin angenehm eingehüllt von dem Geruch nach Mandelholz. Das kühle Leder tut wohl an meinen Schenkeln, hält mich in der Realität fest, vermag aber nicht meine Spannung zu mildern. Das Tageslicht dringt nur schwach durch die getönten Scheiben. Ich lehne mich zurück und genieße einen Moment der Ruhe und Taten-losigkeit.

Wir haben kaum den Parkplatz verlassen da läßt Tomas die Scheibe, welche die Fahrgastzelle abschirmt, herab und reicht mir das Packet. "Bitte setzen sie die Maske auf, und mir scheint sie haben etwas vergessen." Ich nehme die Maske aus dem Päckchen, verschließe es wieder und reiche es zurück. "Nein, Tomàs, ich habe nichts vergessen, es hat alles seine Richtigkeit." Tomas läßt die Scheibe wieder hoch und fährt schweigend weiter. Ich halte die Maske ratlos in meinen Händen und brüte über den Trümmern meines Plans, nichts hat funktioniert wie es sollte. Die schöne Szene mit Franco, und er hat sie noch nicht einmal gesehen. Und jetzt wo ich mir den Überraschungsmoment auf meiner Seite erhoffte soll ich diese Maske tragen. Meine Finger streifen zart die wunderschöne dunkle Rose in meinem Ausschnitt. So sei es.

zu Fortsetzung Teil 2

(c) Andras & Luna

 

 
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