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Mach dich schlau - frag' die Frau, und so stehe ich heute in der Suppenküche der wüsten Hexe SuppOmania. Es qualmt, pfeift, zischt und brodelt und gelegentlich vermeine ich, höllische Schmerzensschreie gequälter Menschlein zu hören. Aber sicher ist in diesem Hexenkessel nichts, möglich scheint alles. Nur eines ist klar, SuppOmania versteht ihr Geschäft.
Selbstredend empfängt eine SuppOmania in ihrem finsteren Reich nicht jedes Weichei. Die Einreiseprozedur ist kurz, knapp und zeitgemäß: Nenn ihr die fieseste Seite des Internets und du bist drin. Kein Problem, ich studiere regelmäßig die Ergüsse der Online-Jugendschützer. Die garnieren ihre Reporte über das schlimme Internet praktischerweise gleich mit anschaulichen Linkbeispielen. Auch LustSchmerz kennen und benennen sie, als Vorzeigebeispiel für Gewalt im sexuellen Kontext. Zweifler, seht selbst: http://www.jugendschutz.net/gewaltspiele/#sec_3 .
Hätte ich SuppOmania ihre Frage mit LustSchmerz beantwortet, wäre es aus mit mir gewesen. Schallend hätte sich das zottelige Weib schlappgelacht und mich ohne viel Federlesens in einen ihrer zahlreichen Kessel gestoßen, um mich dort sodann verquirlen und einzudampfen.
Nein, die Lösung lautete natürlich anders und ganz kurz geriet ich sogar in Versuchung, ihr dreist www.jugendschutz.net selbst zu nennen, als Sammlung von wahren und angeblichen Schmuddellinks. Diese Nebenwirkungsergiebigkeit ist übrigens auch den pickligen Teenager bekannt und wird, ist Mama mal nicht im Zimmer, gründlich durchgeklickt. Aber so funktioniert eben Jugendschutz. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.
Eingelassen, steht mir SuppOmania sodann freundlich Rede und Antwort.
Das Grundrezept eines ordentlichen BDSM-Süppleins unterscheidet sich im Prinzip nicht vom Zaubertrank des Druiden Miraculix oder der traditionellen Erbsensuppe meiner Oma Thekla: Man nehme einige Grundzutaten, etwa einen dominanten Ihn, füge eine devote Sie oder die zueinander passenden SM-Gelüste hinzu, träufle demütigende oder quälende Spieltechniken hinein und schon beginnt es, vielversprechend zu brodeln.
Immer vorausgesetzt - SuppOmania hebt warnend die faltigen Finger - die Geschmacksknospen sind zugeschaltet und lassen einen nicht schmählich im Stich: Genuss setzt Appetit voraus. Heißhunger schadet. Allzu leicht schluckt, wer ausgehungert ist, blind und gierig alles, was ihm vorgesetzt wird oder wessen er habhaft werden kann. In Kontaktanzeigen liest sich das dann "Nimm mich!" bzw. "Bewirb dich!". Weitere Detail sind unnötig, verengen das Beuteraster und mindern scheinbar die Erfolgsaussichten.
Über den Erfolg aber, zwischen dem lustlosen Herumgestochere eines Suppenkaspars und dem genießerischen Schlürfen eines Gourmets, der wohlig "Nachschlag" brummt, entscheidet stets die Würze.
SuppOmania weist geheimnisvoll auf das glühendes Kesselchen, das dessen Geblubber grüngelblich über den Topfrand spritzt und schnarrte, "Vorrsächt, vorrsächt, extrräm hot und spicy. Aberr söhrr, sörrr löckerrr!" Bedächtig fischt und stochert sie mit der Schöpfkelle in dem Sud herumhält und lässt mich hineinblicken:
"Sklavin! Nutz diese einmalige Gelegenheit, bewirb dich, gib dein bisheriges Leben auf und unterwirf dich für dein restliches Leben meiner Behandlung, Tyrannei und Schikane. Du wirst mir und anderen zu jeder Tag- und Nachtzeit zur Verfügung stehen und bedienungslos dienen. Bei Befehlsverweigerung wirst du gnadenlos bestraft, gedemütigt und geistig und körperlich fertig gemacht. Einmal Sklavin, immer Sklavin, ohne jedes Ende. Ein Zurück wird es nicht geben."
SuppOmania meckert hämisch wie ein alter Geißbock, rührt und fischt erneut, dann lässt sie mir keine Wahl, ich muss kosten:
"Sklavin, unerfahren, grenzenlos belastbar, absolut tabufrei, wird Euch stets zu Diensten sein und sich bedingungslos Eurer Willkür ausliefern. Herr erhört mich. Demütig harre ich Eurer Anweisung. Bestraft mich für diese ungehörigen Versuch, Eure Aufmerksamkeit zu erregen. Lasst mich dafür mit aller Härte büßen, bis Ihr meiner überdrüssig werdet. Wer immer Ihr seid, was immer geschieht, ich danke Euch, demütig und reuig zugleich."
Ich schlucke, würge, spüre mein Magengrimmen - und erwache. Schweißgebadet gedenke ich der vielen anderen großen und kleinen Töpfe der Hexenküche, deren Duft leidenschaftlichen Genuss hatte erahnen lassen - ohne das Risiko, mir Gaumen und Finger zu verätzen.
Keiner liebt den Einheitsbrei Verschieden, die Geschmäcker Drum würze nach Belieben frei, Doch gedenk' stets der Hex' Gemecker!
Sich die Finger schleckend, verbleibt DarkGraf
"DarkGrafs Pantoffelkino" erscheint im Wechsel mit ‚Rose Kane' und ‚Ironies Spitzen' exklusiv bei Lustschmerz. Kontakt, Autogrammwünsche und Briefbomben an DarkGraf(at)web.de .
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