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Dom und sub


Das ist doch ganz einfach, nicht wahr? Einer oben, der andere unten. Eines bestimmt und das andere macht's. - Ja, aber was denn?

Neulich sagte mir ein erfahrener Pet-Player in entwaffnender Ehrlichkeit, er kenne keine andere Möglichkeit, als Dom so hingebungsvoll zu subben, wie bei der Versorgung des geliebten "Tierchens". Kraulen bis der Arzt kommt, aufwändige Futterzubereitung und dann die Vorbereitung eines kuscheligen Schlafplatzes für die artgerechte Haltung. Mal ganz abgesehen davon, dass ich theoretisch mit der Viecherei mit oder ohne Stall weder als Spiel noch in der Realität viel anfangen kann (bin halt ein Stadtkind), fielen mir spontan parallele Situationen ein, in denen ich hätschle, versorge und Bettdecken feststopfe was das Zeug hält.

Ach, wie ist das schön, wenn es da liegt, das behaarte Beutestückchen, und friedlich und zufrieden schnurrt! Das würde eine kompetente Sklavenhalterin nicht tun, nein! Soll er doch schauen, wo er was zu Futtern herkriegt, die Sklavensau.

Muss ich mir jetzt Sorgen machen, liebe Gemeinde? Bin ich vielleicht mehr Dub als Dom und lebe mit einem verkappten som, der das auch noch gut findet?

Nein, um Vorwürfen in dieser Richtung vorzubeugen, ich bin keineswegs so naiv, wie ich jetzt tue. Ich weiß schon, dass ich tun darf, was ich tue, denn ich bin ja Dub, nein Dob, ach, Verzeihung, Dom. Dennoch schleudert mich jede gesellschaftliche Zusammenkunft erneut in den gedanklichen Spaghettiknoten sozialer Konventionen und Normen.

Wenn mein som, oder sob, verflixt, mein sub (!) bei der nächsten Party nicht in Dienstlaune ist, dann höre ich die verächtlichen Bemerkungen der allgegenwärtigen Leedie Jennifers dieser Welt ("Dein Sklavenobjekt da, dat is' ja nich' so beeindruckend...") aus den blutunterlaufenen Blicken der umgebenden Dummsen, äh Domsen, die ganz gewiss niemals dubsen, und weiß intuitiv: Es fällt auf mich zurück.

Wenn ich auf besagter Party launisch ins Kraulen verfalle, anstatt ordentlich zuzuschlagen, um auf diese Weise die naturgegebene Ordnung und die pflichtschuldigste Dienstbarkeit meines Sklavenobjektes wieder herzustellen, dann schaue ich mich auch schon mal verstohlen um, ob es einer sieht.

Dabei ist es doch so einfach! Der aufrechte Gang, das Bekenntnis zu liebevoller Dubserei, ach nein, Dommerei, kommt ganz schlicht daher: Ich hab ihn halt lieb und er mich auch. Mein sum-dub-sub verzeiht mir das ohne Weiteres, wenn ich dubse anstatt standesgemäß zu dommen. Und das will ich ihm auch geraten haben! Sonst gibt's nämlich ordentlich was hinter die Ohren!

Es grüsst Apollonia

Kritik, Lob, Beschimpfungen und Huldigungen bitte direkt an Apollonia:

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