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Folienbondage... oder: Recherchen zu einem ungeliebten Thema - Ein redaktioneller Beitrag von Amelia
Nie wollte ich mich damit beschäftigen, fand ich doch die Bilder von folienumhüllten Menschen stets unästhetisch und stellte mir vor, wie scheußlich sich das anfühlen muss. Da schwitzt man im eigenen Saft vor sich hin, reglos, ohne dass die Haut atmen könnte, ohne dass der Schweiß verdampfen kann, nein, das wollte ich mit meinen subs niemals erleben, genieße ich doch das Mitfühlen so sehr!
Dann kam er. Ein sub, frech wie Oscar, der genau sagte, was er will, der mir gleich erklärte, er sei nicht wirklich masochistisch (eine Schutzbehauptung, wie ich mittlerweile weiß) und auch nicht devot, sein Interesse sei ganz klar das Bondage. Warum ich dennoch zustimmte, mit ihm zu spielen, ist mir nicht ganz klar, aber er ist eben intelligent, groß, selbstbewusst, charmant (wenn er will) und ich hatte eine Ahnung, dass ich viel würde lernen können, wenn ich mich auf seine Art Spiel einlasse, und, dass dort noch ein Schatz zu entdecken ist.
Bondage also: der obligatorische Grimme Bondage- Band wurde ausgepackt und studiert. Meine Güte, welch Umstand! Bisher diente mir das Fesseln meiner subs ausschließlich ihrer Befestigung, der Verhinderung ihrer "Flucht" und um ihnen das Gefühl des Ausgeliefertseins zu vermitteln während ich mehr oder weniger schmerz-hafte Prozeduren an ihnen vornahm. Nun also als Selbstzweck? Macht das Spaß? Und wie sollte ich verbergen, dass ich keine Meisterin auf diesem Gebiet war?
Das Schöne an einer Experimentierhaltung ist, dass man das Gefühl von Überlegenheit weglassen kann, man betrachtet zugleich ent- und gespannt die Lernaufgabe und das seltsamerweise erotisierte Gegenüber als freundlichen Übungspartner; na klar, das steht einer Domina doch zu, dass sie sich ausprobieren kann. 15 Meter Seillänge bei ca. 1 cm Durchmesser sollten es schon sein wenn man aufwendigere Bondages machen will, für die richtig großen aber benötigt man auch leicht mehrere Seile und/oder längere, sagt Herr Grimme.
Frisch ans Werk also, ein Seil gekauft, was übrigens im Fachgeschäft für Bootszubehör qualitativ besser (Kunststoff, geflochten), in schöneren Farben (schwarz nämlich, wie originell!) und billiger zu haben war als im Baumarkt und der Fachverkäufer hielt auch sofort grinsfrei den Mund, als er auf die normalerweise sicher wichtige Frage: "wozu brauchen sie es denn?" die ehrliche Antwort: "zum Fesseln" bekam.
Die ersten Versuche verliefen durchaus interessant; ihm gefiel es sehr, fest verschnürt vor mir auf dem Boden zu liegen und meine nylonbestrumpften Füße auf seinem wehrlosen Körper zu spüren, mir gefiel dieser Körper einfach unglaublich gut und seine Reaktionen waren das "Sahnehäubchen" auf dem experimentellen Kuchen. Also mag ich Bondage doch? Es kommt auf den Inhalt an!
Er wäre aber nicht er, wenn er nicht immer wieder neue "Wünsche" hätte. Ich, die ich sofort laut protestiere, erlaubt sich ein sub bereits im Vorfeld die Wortfolge "meine Tabus und Grenzen sind:..." in den Mund zu nehmen, beginne artig zu forschen, wie man was macht, kaum hat der Herr sub seinen Wunsch ausformuliert. Es ist einfach zu geil, mit ihm Dinge zu tun, die ihn erregen, der Untergang jeder Dominanz ist dabei voraussehbar (aber noch nicht eingetreten).
Der nächste Schritt sollte also Folienbondage sein. Man kaufe stabile Haushalts- Frischhaltefolie. Für eine sichere Schulter- bis Fuß- Folienumwicklung eines etwa 1.90 großen schlanken Mannes benötigt man etwa 1 Packung (ca. 50 Meter für ca. 70 Cent), schätzte ich ganz gut. Eine Mumifizierung schließt eigentlich den Kopf mit ein, dort sehe ich aber sehr gerne eine Ledermaske an ihm, also nahm diese den Platz der Folie vor dem Gesicht ein. Ansonsten, sagt die Fachliteratur, ist hier Vorsicht geboten: schon beim Einwickeln muss man daran denken, Mund und Nase freizu-halten, damit einem das Opfer nicht versehentlich unter der absolut luftdichten Folie erstickt; klingt logisch, erstaunt auch den gesunden Menschenverstand nicht. Warnungen vor Umwicklungen des Halses waren unnötig, denn die lehne ich sowieso ab, da man niemals genau wissen kann, ob und wie sich eine solche Umwicklung zusammenzieht, verdreht oder einfach im Laufe der Zeit zu eng wird und auf die Halsschlagadern drückt. Zu unterscheiden, ob jemand still ist weil er gerade abgehoben hat und geniesst oder weil er gerade abgehoben hat und stirbt, dürfte für die meisten Laien extrem schwer sein, besonders, wenn der Blick zusätzlich durch mehrere Lagen Folie über den Augen des Opfers getrübt ist. Also ist das nichts für vorsichtige Naturen wie mich. Ich spiele nicht mit Menschenleben für einen Kick.
Wie wickelt man einen Mann nun aber von Kopf bis Fuß ein? Man beginne bei den Schultern, indem man dem nackten Mann ein Ende der Folie auf oberer Brusthöhe in die Hand drückt, ihm befiehlt, sich zu drehen und nach einer Umdrehung die haltende Hand durch die zweite Lage Folie ersetzt. Er dreht sich nun so lange weiter bis man, gemächlich abwärts wickelnd, seine Genitalien erreicht hat (Brustwarzen werden erbarmungslos verpackt, die kann man hinterher wunderbar und sehr vorsichtig mit einer spitzen Nagelschere freischneiden und dem willigen und erregten Opfer dieses wortreich ankündigen), seine Hände liegen dabei eng am Körper an, gucken also gerade noch unter der Folie hervor, wenn man den Schambereich erreicht hat und das ist dann auch der Moment, wo ein Positionswechsel angebracht ist. Man legt noch eine Lage unter dem Hodensack hindurch (hebt diesen also durch die darunter durchgezogene Folie an und zieht ihn nach vorne), dreht am tiefsten Punkt unter den Hoden die komplette Rolle einmal um, so dass eine sehr dünne Folienschnur entsteht und wickelt die Folie wieder um den Körper herum, wiederholt diesen Vorgang ein zweites Mal, zieht die Folie hinter dem Körper aber jeweils wieder glatt und in voller Breite über den Po um das Opfer.
Nun soll er sich zunächst hinknien. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es wunderbare kleine eiförmige und silikonummantelte Vibratoren gibt, die mit einem Kabelchen und einer "Fernbedienung" ausgestattet und mit einem Kondom und Gleitgel körperengen-freundlich gemacht, nun eingeführt werden können. Die "Fernbedienung" gibt man dem Opfer zunächst in die Hand. Nun soll er sich vorsichtig auf eine Seite gleiten lassen (festhalten dabei, damit er nicht wie ein gefällter Baum umkippt) und sich dann auf den Rücken legen. Die "Fernbedienung" lagert man nun auf seinem Bauch, die Füße am besten auf einem gepolsterten Hocker und fordert den Halbverpackten auf, den Po anzuheben, die Beine durchzudrücken und sich so gerade wie möglich zu machen. In dieser für ihn unbequemen Stellung wickelt man zügig den restlichen Mann ein. Wickelt man beide Beine zusammen ein, kann das Bondage ruhig fest sein, umwickelt man aber jedes Bein zunächst einzeln, was das Körpergefühl verändert, dann bitte nicht zu fest, damit man keinen Blutstau verursacht.
Bevorzugt man Einzel-Umwicklungen, sollte man an den Extremitäten stets von außen zum Herzen hin arbeiten; das weiss man vom Verbinden und wird einem von jedem fachlich durchdachten Text zu diesem Thema bestätigt. Mir geht es hier aber nicht um die Enge einer Korsettierung sondern um die Sicherheit und Unausweich-lichkeit einer stabilen Fesselung. Fängt man bei einem Ganzkörper- Folienbondage von vornherein bei den Füßen an zu wickeln wird es sehr schwierig, den Mann hinzulegen, denn ist er einmal mit Folie komplett umwickelt, kann man ihn kaum noch fest greifen und wenn 1,9 rutschige Meter fallen, hat man dem nicht viel entgegenzuhalten. Da kommt dann nur noch das Bett in Frage auf das man ihn plumpsen lassen kann. Ich wollte ihn aber auf dem Boden, zu meinen Füssen haben. Also ging es nicht anders. Da lag er nun, erstaunt über die Effizienz dieser dünnen Folie, denn er konnte sich buchstäblich nicht mehr rühren, atmete erregt durch den offenen Mund und hatte eine beachtliche Erektion, die viele Stunden lang anhielt. Um nun außer seinen prominent vorgelagerten "Juwelen" noch andere empfindsame Körperteile behandeln zu können, empfiehlt sich der Einsatz einer spitzen Nagelschere, mit der man die Brustwarzen sehr vorsichtig und ohne sie zu verletzen durch einen geraden Schnitt in die darüber liegende Folie freilegt. Ankündigen, lang und breit! Er wird begeistert sein!
Nun sind sie bereit, um von Nylonstrümpfen über weichen Füssen langsam aber sicher wundgestreichelt zu werden. Nimmt man dann noch irgendwann zu vorgerückter Stunde den eingeführten Vibrator plötzlich in Betrieb, ist die Sensation ziemlich komplett. Nachdem ich ihm nach einigen Stunden die Ledermaske abgenommen hatte, bildete ein intensives Facesitting bei gleichzeitiger liebevoller Behandlung seines wacker stehenden besten Stückes den Abschluss.
Nachteilig an der Folie ist, dass ich seine Haut nur noch an wenigen Stellen berühren kann, vorteilig ist, neben all den erotischen Aspekten, dass er nicht friert in seiner Umhüllung, zu beachten ist, dass der Schweiß nicht verdunsten kann unter der Folie, das normale Schwitzen aber natürlich anhält bzw., je nach Außentemperatur, noch verstärkt wird. Es kann zu Kreislaufproblemen kommen, also sollte man folienver-packte Menschen niemals ohne Aufsicht lassen. Für einen solchen Fall bitte am besten eine Verbandschere bereithalten, mit der man schnell und ohne Verletzungsgefahr die gesamte Umwicklung aufschneiden kann.
Nach dem Auspacken muss der nasse Körper abgetrocknet werden und in Winterzeiten wird er vermutlich sofort zu frieren beginnen, also schnell in eine warme Decke packen, den nassen Schatz. Besonders hervorzuheben ist, dass der Anblick auch sehr schöne Seiten hat, wenigstens wenn man, wie hier geschehen, die Spielsachen an der frischen Luft lässt.
Als nächstes werde ich mich um die verschiedenen Mono- Handschuhe kümmern, um übernachtungsgeeignete Langzeitfesselungen und um Knebel in allen Ausführungen...! Am Ende werde ich wohl noch Bondage zu meinen Lieblingstechniken zählen müssen...
(c) Amelia
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