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Teil 2 - Lust auf mehr: Partner & Spiele
"Die Kontaktanzeige" oder: Die ewige Suche der Königskinder....
SM Kontaktanzeigen bieten wie im normalen Leben die Möglichkeit, jemanden "per Ausschreibung" zu finden, um dann beim Kennenlernen festzustellen, ob genug Sympathie und Gefühl existiert, um sich lieben zu wollen. Obwohl - das "Liebenwollen" mußt Du natürlich selbst entscheiden, vielleicht suchst Du ja auch einfach eine/n Spielpartner. Wie auch immer: Gerade im BDSM Bereich macht die Kontaktanzeige Sinn - vielleicht braucht es einige Anläufe - aber ich würde sie aus eigener Erfahrung durchaus empfehlen.
Die Herren suchen stärker, liegt wohl in der Natur des Jägers, trifft sich aber gut, denn eines ist deutlich: SM Frauen haben regen Zuspruch und geben deshalb ungern Anzeigen auf, um nicht mit Zuschriften "überschwemmt" zu werden. ABER: und das ist die gute Nachricht: Die Damen LESEN Kontaktanzeigen und wählen sehr bewußt ihre Favoriten aus. Je ehrlicher Mann sich und seine Wünsche darstellt, um so höher ist also die Chance, vom passenden Pendant gefunden zu werden. Wer eine Liebesbeziehung sucht, sollte sich nicht nur auf eine Aufzählung sexueller Präferenzen beschränken und wer Mensch sucht, sollte mit seiner Anzeige auch *Menschen* ansprechen wollen.
Kleine Anregung für "passive SM Zeitgenossen" : die Äußerung "Keine Tabus, zu allem bereit, keine Grenzen" ist äußerst verwegen, meist unüberlegt , wird von erfahrenen BDSMlern mit einem Kopfschütteln honoriert und reizt leicht, Dich zu provozieren.
Knallhart gesagt: BDSM in all seinen Facetten reicht von "mentaler Unterwerfung" bis zu - in seltenen Fällen, aber auch das gibt es: "Bizarren Operationen, irreparablen Verletzungen, Kastrationen, etc.". Wer glaubt, daß KV (Kotspiele) die härteste Gangart sind, irrt gewaltig - Phantasie und deren Ausleben ist grenzenlos - vielleicht möchtest Du doch noch einmal überlegen, ob Du wirklich "zu allem bereit und absolut tabulos" bist ?
Das gilt übrigens auch für die Aktiven: überlegt Euch gut, ob ein willenloses Opfer, tabulos und endlos "belastbar" wirklich Eure Träume wahr machen könnte, oder ob da übersteigerte Phantasie nicht Vater des Gedankens ist, der sich in Realität übrigens als recht anstrengend entpuppen könnte ...
Die Lustschmerz Community bietet eine der besten und sichersten Möglichkeiten im Internet, SM Kontakte zu finden. Wir garantieren Fakefreiheit und lassen pro Person nur eine Anmeldung zu. Ein Prozedere, das es in keinem anderen SM Onlinebereich gibt und für *wirklich* an Kontakten interessierten Menschen eine hervorragende Möglichkeit bietet.
Wenn es ernst wird...vom ersten Date und anderen Herausforderungen
o.k. Du hast einen netten Menschen gefunden, der Dein Kopfkino ankurbelt und die Endorphine tanzen lässt. Wunderbar. Auch wenn die Phantasie jetzt zum "endlich ausleben" verführen will, sollte man den gesunden Menschenverstand nicht ganz verlieren.
Wichtig ist die Entscheidung, ob ich einen Liebes- oder Spielpartner suche. Wer sich diese Frage nicht genau beantworten kann, wird vermutlich einige Enttäuschungen erleben und die gilt es doch zu vermeiden.
Schließlich geht es wie beim ersten Sex, damals im Teenageralter um eine erste Erfahrung die mich in dieser neuen Sexualität prägen wird. Ist sie schön, bekomme ich Lust darauf sie weiterzuentwickeln, schlechte Erlebnisse können diese Lust ganz schön vermiesen.
Tip von Lustschmerz: in Ruhe den Menschen kennenlernen und danach gemeinsam mal nachfühlen, ob man es vielleicht miteinander probieren will. Langsame Schritte können die schönsten sein und mit der Zeit wirst Du feststellen, daß eine Session bei weitem nicht "gewaltig" sein muß, um wunderbare Kicks und aufgeregte Atemlosigkeit freizusetzen.
Erfahrener oder unerfahrener Partner, wer bringt es besser?
Eine provokante aber gern gestellte Frage, die gar nicht so einfach zu beantworten ist. Es gibt erfahrene SMer, die Technik beherrschen aber ihre Begeisterung verloren haben. Und es gibt Unerfahrene, die vor Phantasie sprühen und ein Feuerwerk an Emotion auslösen können...
Egal ob Top oder sub, wer fähig ist die Verantwortung seiner Rolle zu übernehmen, wer sich kundig gemacht hat, wer Phantasieüberschuß und mögliche Realität voneinander trennen und sich selbst richtig einschätzen kann, taugt zum guten Spielpartner.
Es kann schön und befriedigend sein, in der selben Liga zu starten und gemeinsam Erfahrungen zu sammeln, langsam Praktiken auszuprobieren und gemeinsam zu entscheiden, was gefällt. Nicht "schneller, höher, weiter" sondern Step by Step und mit gehörigem Response an den Partner.
Ebenso schön kann es natürlich sein, von einem erfahrenen SMer an die Hand genommen und langsam in SM Gefühle eingeführt zu werden. Zwei Dinge sind dabei allerdings wichtig:
1) laß Dir niemals erzählen, wie ein "guter Sub" zu sein hat, laß Dich nicht überfordern und bestehe auf Deine Grenzen wenn Du sie fühlst und
2) wenn Du als Top neu einsteigst: mache Dich kundig über Techniken, höre auf den erfahreneren Sub, lerne aus seinen Reaktionen.
Vorsicht ist die Mutter der Spielkiste - "Correctness, Covern & Codewort"
Wer sich für den Weg des menschlichen Kennenlernens und des langsamen Wachsens entscheidet, dürfte beim Gefahrenpotential des ersten gemeinsamen Spiels ziemlich aus dem Schneider sein. Dennoch: egal ob es schnell oder langsam ans Kreuz geht... es empfehlen sich einfache Sicherheitsmaßnahmen, um glücklich und unbeschadet aus einer Session wieder herauszugehen.
Correctness:
Vor einem Treffen mit einem unbekannten Spielpartner sollte mit offenen Karten gespielt werden. D.h. man teilt sich gegenseitig einiges über Wünsche, Tabus und Erfahrungen mit, damit der andere weiß, worauf er sich einstellen kann. Wer lügt, schneidet sich letztendlich ins eigene Fleisch und wird mit ziemlicher Garantie ungeile Erfahrungen, einen Absturz oder grenzenlose Überforderung erleben und bringt sich ebenso wie den Spielpartner in eine kritische Situation die vermieden werden kann.
Covern:
Im zweiten Schritt geht es darum sich selbst zu schützen. Egal wie nett der oder die auserwählte SpielpartnerIn wirkt, man kennt sich nicht und kann deshalb auch nicht sicher sein, ob aus Dr.Jekyll plätzlich Dr.Hyde mutiert.
Also lässt man sich wie ein Geheimagent "covern". Will heißen, man informiert einen lieben Freund über das geplante Date und vereinbart einen festen Zeitpunkt bis zu dem man ein "alles o.k., das Treffen war prima" an diesen rückmeldet. Notwendigerweise muß dieser Freund den Treffpunkt, eine gültige Telefonnummer, oder auch Namen und Adresse des Spielpartners kennen, damit er bei fehlender Rückmeldung die Polizei verständigen kann.
Auch wenn es übertrieben klingt, eine solche Vorsichtsmaßnahme kann Leben retten. Jemand der Böses will, wird sich bereits durch den Hinweis "ich bin gecovert" gut überlegen ob er das Risiko eines Polizeibesuches eingehen möchte. Und ganz ehrlich: man kann selbst leichter genießen, wenn eine Absicherung existiert, die notfalls greift.
Wer im Freundeskreis keine Vertrauensperson hat, die er mit einer Coverbitte konfrontieren möchte, kann auch einen kostenlosen Dienst wie "Blinddate" in Anspruch nehmen.
Codewort:
Auch wenn Deine Phantasie sich "völlige Auslieferung" wünscht, als Einsteiger spielt man nur und ausschließlich mit Codewort. Es dient Deiner eigenen Sicherheit, nutze diese Möglichkeit!
Ein bestimmtes Codewort wird vor einer geplanten Session vereinbart und darf im Fall der Fälle auch von beiden Seiten genutzt werden. Top kann ebenso überfordert sein wie Sub und egal wem etwas "aus dem Ruder läuft", die Nennung des Codewortes muß einen sofortigen Abbruch garantieren. Daran hat sich jeder zu halten, auch Mr. oder Mrs. Supertop :) Egal wie geil es sich für den anderen gerade anfühlt, Stop heisst Stop ohne wenn und aber.
Alternativ existiert ein "Ampelcode", der durch Abfragen einer Farbe vom passiven Spieler mit Grün, Gelb oder Rot beantwortet wird. Eine prima Möglichkeit bei Unsicherheiten das Spiel nicht komplett abzubrechen, sondern eine Einschätzung vom Partner zu bekommen, Response zu verlangen, auch um Passiven die Möglichkeit zu geben, Ihre Eigenverantwortlichkeit wahrzunehmen.
SSC - 3 Buchstaben für Sicherheit
SSC ist die Grundvereinbarung zwischen Sadomasochisten und benennt die drei wichtigen Eckpfeiler eines jeden SM-Spiels: safe - sane - consensual, also: "sicher, mit gesundem Menschenverstand und einvernehmlich". Diese Worte sagen alles aus was SM von Gewalthandlungen trennt: Daß erwachsene Menschen freiwillig miteinander spielen, und dabei auf Sicherheit und körperliche, sowie psychische Unversehrtheit achten.
Spielpartner die sich Dir gegenüber von dieser Grundvereinbarung distanzieren, ein Codewort nicht akzeptieren möchten, oder gar mit der haarsträubenden Äußerung kommen, "Du würdest so etwas bei ihnen nicht benötigen", sind die Gerte nicht wert die zwischen Euch steht.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen...
SSC, CCC... hat man nach all diesen Sicherheitshinweisen überhaupt noch Lust auf SM-Spiele? Hoffentlich ja! Denn was sich hier eben so strohtrocken gelesen hat, geht schnell in Fleisch und Blut über wenn man den Sinn dahinter sieht und einem die eigene Sicherheit etwas bedeutet.
SM bedeuted Lust, Spaß und intensive Gefühle. SM bedeuted aber auch Eigen- und Fremdverantwortung. Wer vor lauter Kopfkino und Phantasiewelten den Bezug zur Realität verliert, hat keinen Spielpartner verdient und wird zu Recht nur auf ebenso kranke Phantasten stoßen.
Wer mit Lust *und* Verantwortung in SM Spiele startet, wird viele gute Erfahrungen und tolle Momente erleben. Klar wird man hin und wieder an Grenzen stossen, eine Session vermasseln oder irgendetwas falsch machen. Das gehört dazu :) Aber es wird keine Welt einstürzen und keine Person ernsthaft verletzt werden.
Langsam zu beginnen ist keine Schande. Jeder auch noch so erfahrene SMer hat auf diese Weise seine Erfahrungen gewonnen und kann sich noch daran erinnern. Es steht nirgends geschrieben, daß SM möglichst "hart" zu sein hat. "Herzlich" kann viel schöner und berauschender sein. Und daraus ergibt sich eigentlich :
Die Gretchenfrage: Muß SM eigentlich mit Schmerz verbunden sein?
Nein. Um dieses Mißverständnis auszuräumen wurde mit mäßigem Erfolg versucht, den Begriff "BDSM" zu ethablieren. Er ist gewöhnungsbedürftig, trifft die Sache aber eigentlich besser, denn er steht für "Bondage & Discipline, Domination & Submission, Sadismus & Masochismus".
Dieses Kompaktpaket macht schon ein wenig klarer, daß alle Liebhaber von Macht- und Unterwerfungsspielen, Demut & Hingabe, Schmerz oder eben auch nicht Schmerz unter BDSM zu finden sind. Ein weiterer Grund um mit möglichen Spielpartnern ehrlich zu kommunizieren, ob eigene Wünsche eher in Schmerz, Unterwerfung, Demütigung oder Auslieferung angesiedelt sind. Wer auf Stiefel steht, möchte noch lange nicht getreten werden, wer das Dienen liebt, hasst vielleicht die Abstrafung, wer visuelle Reize schätzt, verzichtet womöglich gerne auf Berührung und ein masochistischer Mensch kann dem Knien u.U. nichts abgewinnen.
Das Meer BDSM ist groß, es bietet Platz für vieles und viele.
Herauszubekommen was einen persönlich kickt und diesen Kick benennen zu können... ist der beste Kompass für eine geile Segeltour und einen sicheren Hafen.
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