Spacer Spielzeug, das SMer Herzen begehrt:
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Tipps für SM Einsteiger: Specials


Teil 4: über professionelle Dienste und Adressen

Bereits gebunden, - kann man Ehepartnern SM beibringen?

Die gute Nachricht zu Anfang: ja, ich bin überzeugt davon, daß in Beziehungen mit einer guten gemeinsamen Ebene, das Thema SM prinzipiell möglich ist. Unter Paaren mit aufgeschlossenem Sexualleben, die respekt- und liebevoll miteinander umgehen, dürfte ein mögliches SM Geständnis keinen Weltuntergang auslösen. Sicherlich darf man keine schnellen Wunder erwarten, - es bedarf viel Zeit und Einfühlungsvermögen um dem anderen die Möglichkeit zu geben, sich auf das Thema einzulassen, zu hinterfragen, Vorstellungen zu entwickeln, auch Ängste zu benennen.

Beim Abendbrot mit der Meldung "Hey Schatz, eigentlich hätte ich Dich gerne als richtig fiese Domina" loszuplatzen, ist unter Garantie nicht der richtige Weg. Sinn macht es, behutsam über kleine eigene Wünsche zu berichten, Ideen in den Raum zu stellen, die der Partner auch fähig ist zu erfüllen. Sexualität ist keine Pflichveranstaltung, man muß sie sich zutrauen können, Phantasien entwickeln, auch ein wenig Mut an den Tag legen. All das kann ich als Partner mit SM Träumen unterstützen, indem ich nicht drängle, sondern ganz kleine Häppchen an Möglichkeiten streue. Also bitte nicht mit dem Ganzkörpergummidress nach Hause kommen, sondern vielleicht mit Seidentüchern die Auslieferungsvariante vorschlagen. Ohne Druck, ohne große Erwartenshaltung.

Und wichtig: OHNE Schuldzuweisungen und emotionale Erpressungsversuche.Ein großer Fehler den viele begehen ist, den Partner mit eigenen Vorstellungen zu überrollen, oder nach kleinen Erfolgen sofort immer mehr zu verlangen. Es bedarf nicht viel Phanatsie, daß ein solches Verhalten den anderen vertreibt, da er das Gefühl bekommt, den Wünschen niemals wirklich gerecht werden zu können. Wer also seiner/m Liebsten SM Praktiken näher bringen möchte, braucht in erster Linie Zeit, Ruhe, Vertrauen und Einfühlungsvermögen.Ich denke, daß man gute Erfolge haben kann, wenn man seine Wünsche als schöne, ergänzende Spiele sieht. Wenn SM Praktiken die bisherige gemeinsame Sexualität erweitern, aber nicht ersetzen sollen. Solche Entwicklungen kann jeder Mensch nehmen, dazu braucht es keiner "Naturveranlagung", sondern reiner Experimentierlust. Schwierig wird es, wenn meine Träume aus Komplettunterwerfung und extrem sadistischen Handlungen bestehen. Diese Kicks kann ein Vanilla -Ehepartner sicherlich nicht erfüllen und dann stellt sich natürlich die Frage nach Entscheidung: SM-Wünsche vergessen? Sie heimlich nebenher ausleben? Oder doch eine Trennung ins Auge fassen? Keine leichten Fragen... weshalb man bei dieser Auseinandersetzung auf keinen Fall verpassen sollte, seinen SM Vorstellungen nochmals gehörig auf den Zahn zu fühlen...

Unbestritten gibt es aber auch Partner die mit einem SM Geständnis absolut nichts anfangen können, die Betroffene evtl. als "pervers" beschimpfen und mit der Situation absolut nicht zurechtkommen. Die Gründe liegen meist in völliger Überforderung, aber auch in Unsicherheit und darin, daß SM für viele erschreckende Vorstellungen beinhaltet. Trotz Hans Meiser und Co. ist die Gesellschaft bisher kaum über Sadomasochismus aufgeklärt. Wodurch sich direkt die nächste Fragestellung ergibt:

Outing: vom Sinn und Unsinn SMiger Offenheit

Was meint Outing grundsätzlich? Eigentlich nur die Tatsache, verhältnismäßig offen mit der eigenen "Neigung" umzugehen. Outing heisst nicht, mit einem Sex- Schild herumzulaufen und der Aldiverkäuferin über meine Sexualität zu berichten. Gemeint ist vielmehr, im Kreise von nahestehenden Menschen, auch diese Seite von mir nicht tot zu schweigen.

Die Meinungen zu Outing gehen unter Sadomasochisten weit auseinander und oftmals wird die Intention einfach mißverstanden. Selbstverständlich geht es prinzipiell niemanden etwas an, was ich in meinem Schlafzimmer treibe. Aber was ist denn, wenn ich z.B. gerne auf Partys gehe? Oder es einfach nicht akzeptieren will, daß meine Leidenschaften falsch als "Perversität" gewertet werden?

Eben hatten wir das Beispiel "Ehepartner der mit SM Wünschen konfrontiert wird". Es gibt Beispiele für schreckliche Rosenkriege, die entstehen, weil Menschen nicht richtig informiert sind und zu gerne das "Perversenbild" zeichnen. Diese Fehleinschätzung könnte vermeiden werden, wenn SM Öffentlichkeitsarbeit mehr Unterstützung finden würde. Wenn sich das Bild SM in der Gesellschaft positiv verändert, würden auch die Ängste von Betroffenen zurückgehen, könnte leichter im eigenen Umfeld Klartext gesprochen werden. Natürlich ein kleiner Teufelskreis, denn irgendeiner muß ja mal damit anfangen, damit ein Wandel eintreten kann, der möglichst vielen hilft.

Es gibt Menschen, die diese Schritte anstossen. Entweder weil sie etwas verändern wollen, oder weil sie einfach keine Lust auf Versteckspiele haben. Von manchen SMern werden sie als extrovertierte Selbstdarsteller gesehen, was mMn Unsinn ist. Geoutete SMer sind mit sich völlig im Klaren. Sie leben Normalität. Und in dieser ist Selbstdarstellung absolut kein besonderer Reiz. Die Wahrheit ist wohl eher, daß Outing-SMer Sinn in Öffentlichkeitsarbeit sehen, um anderen den Weg zu erleichtern. Oder auch die einfache Erkenntnis, daß Offensichtlichkeit unangreifbar macht.

Auch wir von der Lustschmerz-Redaktion leben bewusst geoutet. Nicht um uns in eine Talkshow zu setzen, sondern weil wir gelernt haben, daß unsere Offenheit anderen hilft. Das fängt mit einem Redaktionsimpressum an und endet z.B. bei der Teilnahme an einer Podiumsdiskussion. Wir haben für uns gelernt, daß es eigentlich keinen Grund gibt vor etwas Angst zu haben, also nutzen wir unsere offenen Lebensumstände, um etwas Positives zu bewirken.

Was heisst das nun für den Leser? Outing muß jeder für sich selbst entscheiden. Offen lebt es sich frei und angenehm. Es kann aber natürlich auch Gründe geben, sich gegen Outing auszusprechen. Oftmals werden Ängste aber völlig überbewertet.

Wichtig ist es zu wissen, daß ein Outing zu SM nicht automatisch verlangt, daß man persönliche Fetische und Praktiken offenlegt. Es geht nicht darum, Fremde "mit ins eigene Bett zu holen", sondern darum zu zeigen, daß SMer völlig normale Menschen sind und sich selbst nicht zu verstecken.

Professionelles I : Studios & bezahlte Damen

Auch wenn Ihnen manchmal ein seltsamer Ruf anhaftet: Professionelle SM Spiel-Angebote bieten gute Möglichkeiten, wenn die Qualität des Dienstes und die Intention des Nutzers stimmt. Diese Grundlagen sollten aber unbedingt gegeben sein.

Wer ein professionelles Studio nutzt, sollte sich darüber im Klaren sein, daß es sich um eine Dienstleistung handelt. Um ein Geschäft, das für beide Seiten korrekt und im besten Falle respektvoll von statten geht.

Für Einsteiger bietet ein solcher Service zB. die Möglichkeit, einmal ohne Druck und Erklärungen gegenüber der (Ehe)Partnerin, reales Erleben von SM Praktiken auszuprobieren. Festzustellen, ob es sich "nur" um geile Phantasien oder echte Wünsche handelt die gelebt werden wollen, ist sicherlich nicht das Schlechteste.

Wer sich für ein gutes Studio entscheidet, wird dort eine aufmerksame Betreuung, ein intensives Vorgespräch mit Abklärung von Tabus und Vorlieben, und eine sichere, einvernehmliche Session mit erfahrenen Damen erleben, die wissen was sie tun. Übrigens lohnt es sicherlich, von guten Professionellen den einen oder anderen Tip anzunehmen. Insbesondere gilt dies für bezahlte Sklavinnen. Warum sollte man als Einsteiger die Chance nicht nutzen und bei einem solchen Treffen mehr über SM Praktiken zu lernen? Spätere, evtl. private Partnerinnen werden über ein solch erworbenes "Fachwissen" durchaus dankbar sein. Also nachfragen und lernen - professionelle Frauen merken sowieso sofort, ob sie einen erfahrenen SMer, oder einen Grünschnabel vor sich haben :)

Wie findet man nun ein gutes Studio? Ob über Printmedien oder Internet... ein gutes Studio lässt sich auf ein Vorabgespräch ein und stellt Fragen nach bisherigen Erfahrungen. Wenn man ein ungutes Gefühl hat, Dame und Räumlichkeiten seltsam oder unsauber wirken, lieber wieder gehen. Kopflose Geilheit wäre in diesem Fall ein denkbar schlechter Berater.

Professionelles II: Beratungs- und Hilfsangebote

In BDSM werden bewusst Grenzen verschoben, starke und schwache Positionen eingenommen, wird mit Machtgefällen experimentiert. Alles wunderbar, solange einvernehmlich und bewusst miteinander umgegangen wird.

Aber: und da hilft auch kein Augenverschließen: es gibt Fälle in denen BDSM plötzlich eine Problemstellung einnehmen kann, in denen es zu Mißbrauchssituationen und realen Gewalthandlungen kommen kann, oder jede Menge Fragen über einen hereinbrechen können. Nicht öfter als in SM-freien Beziehungen, aber eben auch. Der Unterschied ist dann nur, daß es für BDSMer oftmals viel schwieriger ist, in solchen Fällen die richtigen Ansprechpartner zu finden, die unvoreingenommen zuhören und konkrete Hilfe bieten können. Deshalb wurden einige Hilfsangebote ins Leben gerufen, die jedem BDSMer in Notsituationen offen stehen:

  • BDSM Notfall-Telefon
    erreichbar Montags von 19-23 Uhr unter: 0700-62932976 (entspricht: 0700-MAYDAYSM )
  • Mayday: eine überregionale BDSM Initiative die mit bundesweit mit vertrauenswürdigen Ansprechpartnern arbeitet und Fachleute (Ärzte, Therapeuten, Rechtsanwälte, Psychologen etc.) vermittelt. Mayday ist im Netz unter: http://mayday.bdsm-info.de/ zu finden und auch ins deutschsprachige Ausland (A, CH, Niederlande) vernetzt.
  • Blindate Security: ein kostenloser Coverdienst unter www.covern.de
  • Kink aware professionals: BDSM Berlin führt eine Online-Liste professioneller Berliner Ansprechpartner, die BDSM offen gegenüberstehen.
  • SM-Coaching: unsere eigene Beratung für Lebens- und Partnerfragen rund um BDSM. Ansprechpartner: Andrea Schneider, Hamburg

Fakes & Abzocker, erkennt man die "Schwarzen Schafe"?

Wie überall gibt es auch in SM-Kreisen schwarze Schafe. Gemeint sind damit nicht kommerzielle Angebote die ihre Berechtigung haben wenn Kosten- und Leistung sich in einem gesunden Rahmen bewegen, sondern Angebote die versteckte finanzielle Interessen haben oder Anbieter die unseriös agieren.

Unter "Fakes" fallen Personen die im Netz unter falschen Idenditäten auftreten. Beispielsweise Professionelle Frauen, die über versteckte 0190 Nummern Partnersuchende abzocken wollen, oder Männer die sich als Frauen ausgeben um sich an einem erotischen Mailwechsel zu erfreuen.

Beide "Fake-Gattungen" sind einfach zu erkennen, da sie meist mit völlig übersteigerten Traumangeboten inserieren, das Bunte vom Himmel versprechen und einem realen Telefonat unter Festnetznummer aus dem Weg gehen. Und die Lösung ist ganz einfach: 0190 Nummern nicht anrufen und nur auf Anzeigen reagieren, die Menschen zeigen. Das meiste was an Traumerfüllung erinnert, ist eben Katalogware. Reale Menschen haben reale Schwächen und suchen ebensolche Menschen. Wer mit klarem Kopf Anzeigen liest bekommt schnell ein Gespür für die Wahrheit dahinter.

Unter "unseriös" fallen bspw. Organisationen oder Einzelpersonen, die mit "psychologischer Beratung" werben und dann "Spielsituationen" anbieten. Auf den ersten Blick vielleicht reizvoll, in Wahrheit aber hochgradig gefährlich da Abhängigkeitssituationen vorprogrammiert sind.

Ebenso kritisch zu betrachten: Unbekannte die unter obskuren Vorwänden Video- oder Fotomaterial von Sessions anfertigen wollen. Wer sich nicht irgendwann ohne sein Einverständnis in Sexkabinen oder auf Adultseiten wiederfinden möchte, lässt sich auf solch schräge Deals nicht ein.

Fotosessions mit Profi- oder Amateurfotografen sind eine tolle Sache und machen viel Spaß. Aber seröse Künstler werden immer einen klaren Vertrag über Verwendungszwecke, Freigaben und Rechte anbieten. Darauf sollte man bestehen um unschöne Erlebnisse zu vermeiden.

Fazit: es gibt Fakes und Abzocker zuhauf im Netz und je obskurer das Medium desto mehr tummeln sich dort seltsame Geister. Die beste Möglichkeit nicht auf sie hereinzufallen, sind ein klarer Kopf und reelle Vorstellungen. Auf Stammtischen und in Gruppeninitiativen finden sich Menschen, auf Mailinglisten kommt man schnell mit Leuten in Kontakt, an deren Beiträgen sich ablesen lässt wie real oder unreal sie sind. Doch, man kann sich vor Fakes schützen, indem man einfach selbst in die Realität geht und sich Zeit dafür nimmt, Menschen kennenzulernen.

So, damit sind wir am Ende der LS Einsteigertipps angelangt. Viel Vergnügen und gute Erfahrungen, wünscht Euch

(c) Andrea Schneider

 

 
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