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LustSchmerz Konkret: Femdom


Female Domination: die andere Seite der Dominanz? - ein Gastartikel von Altea Solara

Female Domination - die andere Seite der Dominanz? Weit gefehlt. Wer in der Erwartung, zu diesem Thema ähnlich viele Informationen wie zu männlicher Dominanz im Bereich BDSM zu erhalten, auf die Suche geht, wird größtenteils enttäuscht werden. So reichhaltig die Auseinandersetzung mit weiblicher Submissivität ist, so gering ist sie - zumindest im privaten Bereich - zu weiblicher Dominanz.

Es gibt viele wunderschöne private Sites von devoten Frauen im Internet. Seiten von Dominas sind größtenteils gewerbliche Angebote. Andererseits driften die privaten Internetauftritte dominanter Frauen schnell ins Feministische ab. Nicht, dass ich dies wirklich bedauern würde, ist es doch meiner Ansicht nach eine durchaus legitime Machtergreifung durch die Frau. Jedoch ist dies nicht jederfraus Sache. Dominante weibliche Lust kann und sollte ihren eigenen Stellenwert neben emanzipatorischen Ansätzen besitzen.

Ich muss ja nicht gleich einen Feldzug gegen das Männliche führen, wenn ich (im sexuellen Bereich) den dominanten Part übernehme. Doch wie sieht nun weibliche Lust im Bereich Femdom aus? Um es gleich vorweg zu nehmen - es geht hier primär um die Darstellung in der Öffentlichkeit, nicht um die konkrete Situation im Schlafzimmer oder wo auch immer Sexualität gerade stattfindet. Bei meinen Recherchen habe ich den Eindruck gewonnen, daß diese (fast) nicht existiert. Dies fängt schon bei der Suche nach e-cards an. Wer je versucht hat, einen hübschen gequälten Sklaven zu verschicken, dürfte schier verzweifelt sein. Die wenigen submissiven männlichen Wesen, die frau (oder auch sub, um ihr eine Freude zu machen) findet, gleichen der Personifizierung tiefster männlicher Gelüste. Ja, natürlich ist es schwierig, weiblichen Ansprüchen an Ästhetik zu genügen. Aber ein bisschen mehr Mühe, bitte.

Die meisten ansprechenden erotischen Darstellungen von Männern finden sich nach wie vor im Gay-Bereich. Ich persönlich habe beim Betrachten allerdings das Gefühl, in eine abgeschlossene Welt zu dringen, in der Weiblichkeit nicht gefragt ist. Eine Darstellung für den Betrachter, nicht für die Betrachterin. Eine Art von Erotik, die ich nicht teile. Die für sich schön ist, mich aber (logisch!) nicht anspricht und nicht ansprechen soll. Was bleibt? Selbermachen! Ach, wenn ich doch nur eine begnadete Fotografin wäre ...

Spätestens an diesem Punkt stellt sich die Frage, warum es so wenig männliche erotische Darstellungen gibt. Ist die Frau als solches eher ein Gefühls- und weniger ein Augentier? Nun, so schien es lange Jahre in der Werbung. Zwischenzeitlich hat der Lenor-Mann jedoch reichhaltig Kollegen bekommen, immer öfter springt frau ein nackter Männerpo ins Auge (wohlwollend betrachte ich diese Entwicklung). Im BDSM einfach nur eine Frage der Zeit? Ich denke schon, warten wir es einfach ab.

Wenn Frauen bislang nicht als Augentiere gesehen wurden, so ist Sprache anerkanntermaßen das ureigenste Metier der Frau. Ich sollte bei meiner Suche also mehr Glück bei Geschichten haben. Die geneigte Leserin und der geneigte Leser werden es jedoch schon erraten haben: leider Fehlanzeige. Die schönsten Geschichten habe ich bislang von meinem Sub und als Antworten auf Kontaktanzeigen erhalten (was ja auch nicht schlecht ist, nicht wahr?). Oh, nicht, daß es nicht haufenweise Geschichten submissiver Männer gäbe, die detailliert ihre Phantasien niederschreiben. Und was wäre eine dominante Frau ohne die Phantasien eines Mannes, welche ihn überhaupt erst zum geeigneten Objekt ihrer Phantasien machen. Sehr selten sind jedoch Schilderungen weiblicher Lust an der Dominanz.

Woran liegt aber nun die mangelnde Präsenz weiblicher dominanter Lust in erotischen Geschichten? Was macht den Unterschied zu Geschichten über devote weibliche Lust aus (die im übrigen häufig in Verbindung mit tatsächlich gelebten Erfahrungen zu finden ist)? Eine gewagte These: Wer sich seine bzw. ihre Phantasien erfüllt, schreibt nicht mehr über sie! Das hat sicher etwas für sich. Das hieße auch, das viele männliche devote Phantasien ungelebte Träume sein könnten.

Gleichwohl finden sich gerade auch weibliche gelebte Träume im Netz, in Büchern, Geschichten, eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst, dem Gefühl, dem Erkennen und Entwickeln dieses Gefühls. Ich kann bei der Beantwortung dieser Frage an dieser Stelle nur meine eigenen Erfahrungen und Gründe anführen, warum beispielsweise ich nicht selbst eine solche Seite ins Netz stelle, schöne Aufnahmen von männlichen Subs und phantastische Geschichten darauf veröffentliche. Und selbst dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus meinem Spektrum.

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Es war ein harter Tag für die Herrin der Gezeiten. Aber sie hatte diese Verhandlung erfolgreich hinter sich gebracht. Gewonnen! Nun, es hätte sie auch gewundert, wenn es anders gelaufen wäre, bei dieser Vorbereitung. Wie sie diesen kleinen Schnösel mit einem kalten Blick zum Schweigen gebracht hatte - das machte ihr so schnell keiner nach. Und dieser dicke Schmierbauch, seine geifernden Augen in dem Moment, als es um die Zustimmung ging und sie wie zufällig den Rock hochgleiten ließ, dabei den Rand ihrer Strümpfe ein kleines bisschen freilegte. Sie musste noch jetzt schmunzeln, wenn sie daran dachte. Tja Dicker, deine Schwanzsteuerung hat dich in diesem Moment zwei Millionen gekostet.

Da glitt auch schon ihr grüner Jaguar mit ihrem - wie immer gutaussehenden - Sekretär am Steuer um die Ecke. Erschöpft und zufrieden ließ sie sich in die bequemen Lederpolster sinken. Zuhause wartete ihr geliebter Sklave, der sicher schon ungeduldig an der Kette zerrte. Sie freute sich darauf, ihre unbequemen Pumps von den Füßen zu streifen und sich erst einmal ausgiebig lecken zu lassen. Danach ein heißes Bad, ein gemütliches Essen bei Kerzenschein. Vielleicht fand sie ja auch ein Krümelchen in der ansonsten blitzblank aufgeräumten Wohnung und wenn nicht - nun gut, dann würde sie ihn halt, bevor er sie mit dem Dildo und der Zunge befriedigen durfte, aus reiner Willkür quälen. So stand es im Vertrag, und sie mochte Verträge ...

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Für mich war die Verwirklichung eines selbstbestimmten Lebens schon immer ein wichtiges Thema. Einen gewissen Hang zum Feminismus kann ich ebenfalls nicht leugnen. Wenn ich mich nun den ganzen Tag mit meinen (nach wie vor) überwiegend männlichen Kollegen rumstreite, habe ich abends ganz oft schlicht keine Lust mehr, dominant zu sein. Und ich habe auch selten Lust, mich dann noch an den Rechner zu setzen und wilde Geschichten aufzuschreiben. Wenn ich dann mal eine aufschreibe, so kommt mir (wie auch beim Fotografieren) häufig mein nicht sehr ausgeprägtes Talent in die Quere, so dass sich solche Geschichten wie ein Aufsatz in der vierten Klasse lesen. Wenn es denn mal eine gelungene Geschichte ist, blinzeln mich zweitausend Jahre männlich geprägter Konditionierung an: Das kannst du doch jetzt nicht so schreiben, das ist doch gemein, du kannst doch nicht die Männer unterdrücken, nur weil die das Jahrhunderte getan haben.

Dieses "doch, ich kann und ich will" kostet mich schon einiges an Kraft. Und wie verbinde ich das mit dem Wunsch nach einer partnerschaftlichen Beziehung? Will ich das und nur am Wochenende die böse Domina sein? Oder soll ich es einfach wagen, mit einem Partner, dem genau das gefällt? Einen Versuch ist es allemal wert. Denn ich bin - gerade in einer Beziehung - noch vieles andere neben der Dominanz. Es ist ein Spiel zwischen zwei gleichberechtigten Partnern, und wenn ich wirklich das Bedürfnis habe, ganz unpartnerschaftlich böse zu sein, dann zieh ich halt in der Verhandlung den Rock hoch ...

Diese Trennung zu finden zwischen lustvoller Dominanz und der Durchsetzung von Gleichberechtigung im wahren Leben, hat mich einige Zeit gekostet, denn ich sehe das eine nicht völlig losgelöst vom anderen. Und nach wie vor arbeite ich daran.

(c) Altea Solara

 

 
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