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Fingernägel - Krallen - lecken - kratzen: Ein Gastbeitrag von Sisyphos
Es reizt mich sehr, hier einmal von jener für mich hoch elektrisierenden Sache, meinem Fetisch schlechthin zu erzählen. Und doch weiß ich auch, dass mir letztlich die Worte fehlen, dass ich mich nur ein wenig an das Gefühl, an die Empfindungen, die zu beschreiben ich mir zur Aufgabe gemacht habe, herantasten kann, ohne dem Eigentlichen wirklich nahe zu kommen. Die Empfindungen, die Sehnsüchte und Phantasien sind alles andere als neu für mich. Im Gegenteil. Sie waren da seit ich mich erinnern kann. Neu ist indes das Sprechen darüber und noch immer würde ich die Anonymität dabei nicht aufgeben wollen.
Allein das Wort "Fingernagel" war Zeit meines Lebens ein seltsam ambivalentes Wort, ein Begriff mit eigenartigen Konnotationen, die andere nicht zu empfinden schienen. Eine seltsame Scheu, war es die ich fühlte und die mich den Gebrauch dieses Wortes vermeiden ließ, als handle es sich um ein Tabu. Und dann der Anblick schöner, langer Nägel an wohlgeformten Frauenhänden! Wie sie die Fingerkuppen überragen, vielleicht ein wenig spitz zulaufend oder rund gefeilt oder auch gerade, je nachdem. Ebenmäßig glatt oder stark gewölbt, fast krallenartig. Lackiert oder unlackiert, ja vielleicht lieber lackiert, in dunklen Farben, violett, dunkelrot, schwarz... Der Anblick der überstehenden Unterseite der Nägel, der tiefe Schauer in mir auslöst.
Die Vorstellung der Berührung. Die weichen Fingerkuppen auf meiner Haut zu spüren und ein Stückchen entfernt davon die Spitze des Nagels. Ein leichtes Kratzen oder vielleicht fester. So fest, dass rasch sich rötende Streifen auf meiner Haut zurückbleiben? Und das immer wieder, bis es kaum noch zu ertragen ist. Am liebsten schaue ich dabei zu. Schaue zu, wie die Hände meiner Freundin über meinen Körper gleiten, wie sich die Fingernägel in meine Haut bohren und sich weiterbewegen mit einem ganz leisen Geräusch. Ein elektrisierendes Knistern durchfährt meinen ganzen Körper. Doch der Höhepunkt ist die Berührung mit meinem Mund. Langsam nähert sich die Hand, hält noch einmal vor meinem Gesicht inne, so dass ich die schönen, langen, schwarz lackierten Nägel noch einmal in Ruhe betrachten kann. Dann streckt sich ein Finger vor, ganz vorsichtig berührt die Fingerkuppe meine Lippen, ganz leicht spüre ich den Nagel.
Dann dreht sich der Finger um, die glatte, etwas kühle Oberseite des Nagels streicht mehrmals über meine Lippen, dann erneut die Kuppe und die Nagelspitze. Diesmal kann ich deutlicher die Unterseite des Fingernagels spüren, der sich langsam zwischen meine Lippen schiebt. Besonders schön ist das Gefühl den Nagel mit der Zunge abzulecken, erst von oben, dann von unten, wobei sich die Zunge ganz unter den Nagel tastet, beim Daumennagel geht es am besten, weil er am breitesten ist. Je länger die Nägel sind, desto mehr Fläche kann von der Zunge ertastet werden, desto größer ist der Reiz. Schön ist es auch, wenn vielleicht der kleine Fingernagel oder ein anderer etwas länger ist als die anderen, so dass er erst am Ende, als Krönung an die Reihe kommt.
So erregend ich dies alles bereits finde, so reicht es doch noch immer nicht. Es kommt noch das Moment des Zwangs hinzu, das dann den eigentlichen Kick ausmacht. Doch hier beginnt es, wirklich paradox und absurd zu werden. Ich stelle mir vor, lange Fingernägel abstoßend und ekelerregend zu finden. Ich stelle mir vor, dass ich einer Frau ausgeliefert bin - aus welchen Gründen auch immer, es gibt so viele Varianten...
Dass ich ihr ausgeliefert oder von ihr abhängig bin, ohne mich wehren zu können, und dass sie mich mit ihren Fingernägeln quält. Sie ist sehr stolz auf ihre langen Krallen, legt größten Wert darauf, sich dafür bewundern und anbeten zu lassen. Sie liebt es, den ihr wehrlos Ausgelieferten zu kratzen, sich ihre Fingernägel von ihm ablecken zu lassen. Zuvor hat sie ihre Nägel liebevoll gefeilt, frisch lackiert, sie freut sich über den Anblick. Nichts reizt sie mehr, als den Rücken und das Hinterteil dieses über einen Hocker gefesselten Wurms zu bearbeiten, bis die ganze Haut von roten Kratzern überzogen ist. Auch an den intimsten und empfindlichsten Stellen macht sie nicht halt.
Sie freut sich über die verängstigten, aber auch faszinierten Blicke auf ihre langen Krallen, über die Lippen und die Zunge, die ihren Nägeln die nötige Achtung erweisen. Ich versuche mich zu weigern, mich zu wehren, doch sie bringt mich unter Strafandrohung, vielleicht auch Schlägen oder anderen kleinen Erziehungsmaßnahmen dazu, ihrem Willen zu gehorchen. Ja, am Ende bringt sie mich, der ich mich in Schmerzen winde, sogar dazu, sie darum anzuflehen, ihre Fingernägel in den Mund nehmen zu dürfen... So schließt sich der paradoxe Kreis: Das was ich über alles liebe, was mich am allermeisten erregt, hasse ich in der Fiktion und werde doch gezwungen es gegen meinen Willen zu lieben. Zwang und Abhängigkeit sind ein wichtiger Bestandteil meiner sexuellen Phantasien, aber im Mittelpunkt stehen doch immer die Fingernägel.
Einige sehr schöne Bilder im Internet haben mich außerdem inzwischen zu der Erkenntnis gebracht, dass auch gepflegte lange Zehnägel ihren erotischen Reiz haben. Vielleicht ist das eine Ergänzung und Weiterführung des Spiels mit den Hornplatten an den Enden der Glieder des menschlichen Körpers, des Spiels mit Zwang und Ekel - selbst wenn es nur ein vermeintlicher Zwang und Ekel ist. Ich werde nicht versuchen zu erklären, woher diese Leidenschaft rührt, sie ist einfach da, sie war immer da. Alle Erklärungsversuche, die zum Fetischismus allgemein kursieren, vermögen mich nicht wirklich zu überzeugen. Schon als pubertierender Junge habe ich die bereits im Altpapier befindlichen Zeitschriften meiner Mutter nach Bildern von Fingernägeln durchforstet (Nagellackwerbung etc.), während andere Jungen vermutlich eher nach Nacktphotos Ausschau hielten.
Ich habe mit Hingabe Frauenhände gezeichnet. So kam eine beachtliche Sammlung von Bildern zusammen, die ich allerdings immer versteckte und irgendwann in einem Anfall von Verzweiflung vernichtete.
Später suchte und suche ich Bilder im Internet. Immer hat mich der Anblick langer Fingernägel erregt, egal wo, egal, ob die Trägerin gut aussah, ob sie alt oder jung war. Nur offensichtlich künstliche Fingernägel reizen mich in der Regel weniger. Und immer schon war da auch der Wunsch nach Zwang, nach Nötigung und bis zu einem gewissen Grad nach Schmerz. Dennoch würde ich einfach mal die Behauptung aufstellen, dass letzteres sekundär ist, dass es zunächst einmal die Fingernägel sind, die mich erregen. Seltsamerweise gibt es durchaus auch Fälle, wo mich extrem kurze Nägel erotisch ansprechen. Ich weiß nicht, ob es der Kontrast zu meinen sonstigen Wünschen ist, oder was sonst. Jedenfalls ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich Frauen in der Stadt, in der Straßenbahn oder wo auch immer, heimlich auf die Hände spähe, dass ich, wenn mich diese ansprechend finde, kaum den Blick von ihnen wenden kann, während ich zugleich Angst habe, dass die dermaßen Angestarrte es bemerkt.
(c) Sisyphos
Links zum Thema:
- www.nailbytes.com (mit sehr umfangreicher Linkliste)
- www.stranglenail.co.yu (schöne Bilder)
- www.wondernails.com
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