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Fliegendes Haar umrandet die Tränen Eine Liebesgeschichte in Bildern von Tannhäuser
gewidmet A.
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Erstes Bild
Prolog
Zu frisch die alten Narben
Zu zart deine Jahre
Wollten wir uns begleiten
Nur eine Nacht in höflicher Distanz
Fordernder Blick der Regeln mahnend
Zugleich flehend sie zu brechen
Lese ich in deinen Augen
Den Widerspruch deiner Worte
So folge ich dem Ruf deiner Haut
Bevor ich die glühende Wange küsse
Beringe deine Rechte
Und gebe dir deinen Namen
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Zweites Bild
Deine Augen
Schöne, Was dir meine Hände
Sind mir deine Augen
In ihnen sich mein Verlangen spiegelt
Auf meine Seele trifft
Und sie fliegen lässt
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Drittes Bild
In corpori veritas
Ungläubig sehen mich deine Augen an
Ungläubig meiner Worte
Ungläubig deines Körpers
Der deinem Kopf vorauseilt
Tropft mir deine Antwort entgegen
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Viertes Bild
Herz-Schlag
Fliegendes Haar umrandet die Tränen
Reich meine Hand Deiner Seele Verlangen
Blut durch blasse Haut getrieben
Formt sich zu Malen mit Liebe geschrieben
Zartblau wie Wachs umschimmerte Augen
Erbitten flehend zur Hölle Geleit
Stummer Schrei nach des Gottteufels Nähe
Der sehnsuchtserfüllenden Glücksangst bereit
Geschlagene Nacktheit zuckt hilflos am Boden
Verrat quillt aus dem Lippenfleisch
Peitschenecho entrinnt Deiner Kehle
fließt in den Kelch der mich berauscht
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Fünftes Bild
Verlangen
Die Ringhand im Genick deine Knie den Boden küssen
So faucht dich schwarzes Leder an
Gib mir die Tränen nach denen mich dürstet
Und deinen Klagegesang
Ist´s dir doch Pläsier meine Gelüste zu stillen
Entlohnt mit Schmerz und tadelndem Blick
Wird doch des Lobes Lächeln die Tränen trocknen
Und zaubern den Glanz in die Augen zurück
Dein Tränenlied mich hungrig macht
Nach deinem Mund und zerwühltem Haar
Geliebtes Fleisch in Fesseln geschlagen
Zermartert bist du mir nah
So leg ich sanft denn auf´s Blutbett dich
Die Haut in Schmerzlaken gehüllt
Dir meiner Liebe Fleisch ins Gedärm getrieben
Sich unser Verlangen erfüllt
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Sechstes Bild
Nähe
In der Liebsten geschundenen Schoss
Hab ich lauschend meinen Kopf gelegt
Hörte den warmen Klang der Verbundenheit
Spürte das pochende Echo der erlittenen Hingabe
Sich mit meinem Herzschlag vereinen
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Siebentes Bild
Muscheltränen
Halt dich umarmt im Nesselkleid
Seh zucken deine geschossenen Augenlider
Singst mir dein Schmerzlied in zartesten Tönen
Und Muscheltränen rinnen in deine Stiefel
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Letztes Bild
Wortlos
Im Nebel der Unnähe
Lausche ich fragend deiner Wortlosigkeit
Aus den geliebten Augen eine Träne der Antwort
Stilles Bekenntnis deiner abgelaufenen Liebesuhr
Verbundenes zur trennenden Klinge geschmiedet
Verblute ich im Sekundentakt
Die Inkonsequenz ~* ausgelöscht mit deinen Tränen
So legst du deinen Namen in meine Hände zurück
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Epilog
Kalt ist es geworden
So früh, so schnell
Als ob der Tod das
Sterben übersprungen hat
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© Tannhäuser
Teilnehmer LustSchmerz Lyrikpreis 2002 in der Endausscheidung
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