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LustSchmerz Story

Melancholie /Gestutzte Flügel
von Julian

"Der eine Mensch sieht auf einen sterbenden Vogel und denkt, dass es nichts auf der Welt gibt als grundlosen Schmerz. Aber der Tod hat immer das letzte Wort. Er lacht ihn aus. Der andere Mensch blickt auf den selben Vogel und sieht Herrlichkeit. Er fühlt, wie etwas durch ihn hindurch lächelt." - Private Witt (Der schmale Grat)

Manchmal kommt die Melancholie
Manchmal, wenn Du Dich fragst, warum Du Dir weh tun läßt, fällt ein Stern.
Manchmal, wenn Dir bewußt wir, dass Du im Inneren blutest, erlischt eine Sonne. Weißt Du, wie es ist, wenn das Licht eine Tages ganz verschwindet ? Wie solltest Du, Du bist jung.
Ich habe zu viele Himmelslichter sterben gesehen.
Manchmal, wenn Du liebst, schmerzhaft uneigennützig, verwelkt ein Blumenmeer. Manchmal, wenn Du vergibst, naiv glaubend an den Menschen,
vergisst ein kleiner Vogel zu atmen.
Weißt Du, wie es ist, wenn das Leben eines Tages ganz verschwindet ? Wie solltest Du, Du bist unerfahren.
Ich habe zu viele Seelen sterben gesehen.
Manchmal, wenn Du verehrst, weil Du Schutz erhoffst, erlischt ein Kerzenlicht.
Manchmal, wenn Du Dich vergisst, fällt ein Berg ins Meer. Weißt Du, wie es ist, wenn eines Tages alle Felsen brechen ? Wie solltest Du, Du glaubst.
Ich habe zu viele Festen der Verletztlichkeit bersten gesehen.
Manchmal, wenn Du bemerkst, dass Du ich bist, dann könntest Du aus eigener Macht Riesen töten.
Oder, Du könntest lächeln.

Gestutzte Flügel
Eine Geschichte über das Fliegenlernen von Julian

Ich zeichnete deine Konturen im Geiste nach, wie ein Künstler, der nicht glauben will, was er geschaffen hatte. Dabei hatte ich Dich nicht geschaffen. Ich wünschte, ich hätte es. Es gibt vieles zu dem ich nicht fähig bin. Du streifftest anmutig die halterlosen Strümpfe von deinen Füßen. Deine langen hellen Haare umrandeten dein Gesicht, als wollten sie mich vor deiner Schönheit schützen. Vielleicht wussten sie, dass mir Schönheit Schmerzen bereitet. Verlegen schweifte mein Blick nach draußen, glitt über die tausenden Tränen, die der Himmel über die Häuser scheuchte um ihre Fassaden sanft zu streicheln.
Die Welt war voller Schatten, die sich im Grau versteckten. Alles verblasste und verschwamm zu einem milchigem Ganzen. Große Wände aus Beton türmten sich auf, bildeten eine Mauer, die den Blick zu nehmen suchte.
Ich spürte deine leichten Schritte, die über den weichen Teppich schwebten. Du legtest deine Hand auf meine Schulter als ob Du etwas nur zögerlich berühren wolltest, wie eine Illusion des Glücks, die verstreicht sobald man sich ihrer bewusst wird, gleichend einer Kerze, die unter einem Sturm zu leben sucht. Ein kalter Hauch strich über meine Schultern den Rücken entlang und ließ mich leicht erzittern. Du fragtest nicht. Du weißt ich antworte nicht auf diese Weise.
Illusionen gibt es viele. Langsam wandte sich mein Kopf unter innerem Zwang deinem Gesicht zu. Weißt Du, wie Seelen schauen? Du wusstest es. Ein Lächeln aus Schmerz zeigte sich an der Oberfläche. Wieviel Schmerz Du vor mir verstecken magst?
Sehen mussten wir lernen. Zu früh als das wir es hätten ertragen können. Ich spürte, wie die Kälte durch die Scheibe nach mir griff. Nein, heute werde ich nicht frieren. Ich lächelte. Dein Gesicht war voller Sorge. Ich mag nicht mehr, dass sich jemand sorgt.
Ich legte meine Hand vorsichtig auf deine Wange, als fürchtete ich mich vor Verbrennungen. Langsam strich mein Zeigefinger über deine Lippen. Verbrannt habe ich mich wahrlich oft. Ich beobachtete dein Zittern. Ich weiß, dass Du frierst. Es hat mir stehts gefallen. Ich werde es lieben Dich leiden zu sehen. Weißt Du, dass Du schön bist, wenn Du leidest? Mein Gesicht hatte meine Gedanken zum Ausdruck gebracht, das sah ich in deinen Augen.

Diese Augen. Es ist als würde ich einen Stein in einen Brunnen aus unendlicher Tiefe werfen. Hast Du Angst ? Ich auch... Ich fürchte mich davor, eine Blume einem Wüstensturm preiszugeben. Ich weiß, wie das ist. Sachte legt sich dein Kopf auf meine Schulter. Dein zitternder Körper läßt mich erschauern. Ich streichelte deinen Kopf, werde ich jemals hier sein? Blitze zuckten vom Himmel als hätte Gott die Blindheit der Menschen satt. Das hatte nicht nur er. Betonfassaden, die Menschenfassaden davor schützten Menschen zu sein.
Aber Du kleiner Windhauch, Du bist nicht blind, Du weißt es nur noch nicht.
"Warum bist Du nicht bei mir?", fragtest Du.
"War ich das denn je?"
"Du entgleitest mir, ich fürchte mich davor."
"Ich mich auch."
Ich nahm deinen Kopf und küsste Dich sanft auf die Stirn. Eine warme Träne rann über meine Wange, fand ihren Weg in deinen Mund.
"So schmeckt Schmerz..." hauchtest Du mir ins Ohr.
"Ich weiß, so schmecke ich."
Mit sanften Druck presste sich dein Körper eng an mich als wolle er sicher gehen, dass wir wirklich sind. Ich griff fest in deine Haare, zog deinen Kopf sanft nach hinten und schaute durch deine Augen. Weine nicht, bitte weine nicht. Du weintest nicht.
Der Regen prasselte wuchtig gegen die Scheibe, wie tausende Leiber die mit letzter Verzweiflung gegen ihren Tod springen. So wie wir.
"Warum hast Du keine Angst vor mir ?", fragte ich zweifelnd.
"Weil Du deine Flügel verloren hast."
"Hatte ich den jemals Flügel?"
"Ja", hauchtest Du.

Innerlich krampfte mein Gefühl. Schweigen, unendliche Leere... Das hatte ich vergessen. Ich habe verlernt ungestüm, unverwundbar mit meiner Schwäche zu fliegen mit ihr zu lachen, mit ihr zu weinen.
Ich fürchte mich, Dir deine Flügel zu nehmen. Du strahltest ein Licht aus, dass mir nicht wirklich erschien. Nicht hier, nicht jetzt. Meine Welt hatte keinen Platz für Dich. Du warst trotzdem hier. Dein Herz war hier.
Das Haus erbebte unter einem starken Windstoß. Ein lautes Donnern und Grollen durchfuhr unsere Körper, als bestätigten sie meinen Gedanken. Ich weiß, was es heißt die Flügel ausgerissen zu bekommen. Wenn jemand in deine Seele blickt, Punkte und Knoten berührt wie in einem aufgeschlagenen Buch. Was es bedeutet, wenn aus dem bloßen Blick ein Greifen wird, der das zerqetscht, was unsere Masken zu schützen suchen...
"Ich will nicht, dass Du verlernst zu fliegen.", sagte ich mit zitternder Stimme.
"Du wirst es mich lehren."
"Ich bin schwach."
"Ich weiß."
"Warum ich?"
"Weil Du schwach bist."
Wogen aus Hitze rannen aus meinen Augen, streiften Mundwinkel und Kinn, fielen zu Boden um nie wieder zurückzukehren, wie ihre Brüder, die noch immer an die Scheibe schlugen vom ungehemmten Wunsch ergriffen einzudringen und dennoch starben. Dein Blick, er drang in mich ein. Ich drückte Dich an mich. Wir wärmten uns in meiner Welt in der es keine Wärme gab. Sanft gabst Du mir zu verstehen Dich loszulassen. Unendlich langsam bewegtest Du Dich in einem versteckten Tanze aus Verletztlichkeit in die Hocke. Deine Seele fiel mit Dir auf die Knie. Zitternd nahmst Du meine Hand, verbargst sie in den Deinen als könntest Du sie verlieren. Deine Lippen senkten sich, ich fühlte, wie eine warmer Hauch durch meine Finger den Arm emporkroch und mein Herz umhüllte.
Ein unendliches Lächeln Drang zitternd über meine Mundwinkel. Du wußtest, wie schön Du bist, wenn Du deine Verletztlichkeit übergibst. Die Welt wurde von einem Moment zum anderen Dunkel, klein und warm. Wir standen im Licht umzingelt von Dunkelheit der Geborgenheit. Es gab keinen Sturm, keine Tränen mehr. Keine Fassaden, keine Masken. Seele hörst Du mich?
Dein pochender Atem flüßterte ein wissendes "Ja".
"Dann werden wir beide fliegen lernen."
Wir flogen.

(c) Julian

 

 

 
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... finden sich selten auf der Strasse oder am Arbeitsplatz. Sie treffen sich meist im Internet durch konkretes Kennenlernen. Step by Step, weil die Liebe einschlägt, oder man einfach so verdammt gut miteinander sprechen und spielen kann. Man kann sich dafür 1000 Nächte mit bunten Fakes um die Ohren schlagen, oder dort suchen, wo sich Menschen nicht scheuen, Ihren Realnamen zu hinterlegen. Optimale Sicherheit und Ehrlichkeit für private Frauen und Männer mit realem Partnerwunsch bietet bisher nur die LS Community. Aber das verwundert ja nicht wirklich, oder? >>
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