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Erotischer Gips - Fetisch Gips : Ein Fetischbericht von Artcast
Es ist weich, gar pulvrig, ein zarter Brei wie aus Kindertagen. Es ist hart wie Stein, wird warm wie ein naher Körper und dann kalt wie ein nasses Hemd im Wind. Es gibt Form, ist glatt und rauh, so wunderbar weiß und kann doch jede Farbe haben die man sich wünscht. Es ist organisch, lebendig, seidig, sensibel und manchmal recht einnehmend. Es kann fesseln und halten, binden und fixieren. Ein Erlebnis von freiwillig bis Zwang, Spiel und Wirklichkeit.
Spüren und sehen; rasende Gefühle in einer fixierten Welt. Gips ist Faszination, ein Körper am Körper, Nähe und Schutz. Er besetzt zielsicher die kleinen, feinen erotischen Schalter in den Poren und im Kopf. Ein Sturm auf der Haut, ein Wetterkosmos hinter den eigenen künstlich gegipsten Mauern, von heiss nach kalt, von wohlig bis schaudernd, von beschützt bis festgehalten.
Ein Hormoncocktail der das Blut wie mit Lava verdünnt. Einmal auf dem Weg, besteht akute Suchtgefahr. Gips, ein Fetisch zum spüren, ein Turbolader für die Augen, ein erotischer Körperschmuck der so gar nicht Schmuck sein will und dennoch für tausende und noch mehr Menschen Lust, Geborgenheit und Spiel bedeutet. Nicht jeder Gipsverband der einem in der Öffentlichkeit begegnet hat medizinische Gründe. Nicht jede Krücke ist eine unfreiwillige Säule des Körpers. Nicht immer gab es einen Unfall. Die Frage ob es wohl ein "Caster also ein Gipser ist, kann durchaus berechtigt sein.
Das Rollenspiel, die öffentliche Heimlichkeit, der Genuss des Tragens, das Wissen darum, dass so viele Männer einer Frau mit einem Gipsbein nicht widerstehen können und schweigend hinterherschauen und es sich mühsam zu verkneifen suchen sich das anmerken zu lassen, kann einen einfachen Spaziergang zu einer Sinnesorgie werden lassen.
Schweigende Lusttreffen auf der Strasse von Menschen die einander nur vermuten aber eine Begegnung eher selten als eine Begegnung Gleichgesinnter realisieren. Das Kribbeln der Angst, das Kribbeln der Lust. Sprachlosigkeit, Blicke.
Der Gang einer Frau mit einem Gehgips, mit ein oder zwei Krücken kann eine unbeschreibliche Faszination entwickeln. Der schwere Gips, der den Körper exakt nachformt, jeden Schritt und jede Bewegung beherrscht und jede noch so gut trainierte Aura des Menschen durchbricht und ihm aufzwingt nur noch er selbst zu sein. Die Verletzung selbst die einem medizinischen Gips vorausging ist eine Nebensache. Der Fetisch funktioniert ohne Verletzung. Die Symbole reichen.
Gipsfetischisten bilden im Kern zwei Kategorien. Die einen die ihn tragen und die anderen die vom Zuschauen nicht genug bekommen können, wobei der Autor dieser Zeilen der zweiten Kategorie angehört. Jetzt gibt es wie immer von links nach rechts viele Varianten und Kombinationsfetische, wobei der Fuss-, Gipsfussfetischismus offensichtlich am häufigsten ausgeprägt ist. Auch hier gibt es die Stufen soft bis hardcore, also von soft: Gips nicht ausschliesslich und in Verbindung mit einem Partner bis hardcore: Gips als reine Erfüllung ohne Partner.
Woher dieser Fetisch kommt, ist ebenso spekulativ wie so viele Erklärungsversuche bei jedem anderen Fetisch. Aber einige Auffälligkeiten gibt es. Fast alle mir bekannten Gipsfetischisten, meine Person eingeschlossen haben ihren Fetisch sehr, sehr früh, also im Alter zwischen drei und fünf Jahren deutlich wahrgenommen. Diese absolut unerklärliche Anziehungskraft, die einem im Kindergarten schon dazu brachte jedem Gipsverband wie dem Weihnachtsmann heimlich zu folgen, hält mich gefangen bis heute.
Auch die Unerklärlichkeit ist trotz aller Versuche und konstruierten Wahrscheinlichkeiten letztlich geblieben. Nur in einem Punkt bin ich mir sicher: Auch in Kindertagen war es eine erotische, eine sexuelle Kraft. Fast alle Caster dachten sie wären mit dieser Empfindung vollkommen allein auf der Welt. Erst das Internet hat da Abhilfe schaffen können und zum Vorschein gebracht, dass dieser Fetisch in definitv allen Ländern und allen Kulturkreisen zu Hause ist. Bekannte Webpräsenzen bringen es auf tausende Besuche innerhalb einiger Stunden bei Veröffentlichung eines Updates. Ein Potential, dass mittlerweile viele kommerzielle und auch fragwürdige Anbieter auf den Plan gerufen und die Community der Caster gespalten hat. Viel Geschäft, wenig Qualität. Eine Entwicklung die andere Fetische längst überrollt hat.
Der Gipsfetisch erfährt je nach Kulturkreis und eingesetzten medizinischen Fixierhilfen Wandlungen. Je häufiger leichte und meistens bunte Fiberverbände Verwendung finden, um so stärker prägt dieses Material die Fetischlandschaft. Besonders in den USA, wo es fast nur noch Fiberverbände gibt, signalisiert der Fetisch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Generation.
Echte Gipsliebhaber, wie ich es bin, sind da selten jünger als dreißig Jahre, während die Teens und Twens in allen erdenklichen Farben und Mustern schwelgen, dem Gips aber trotzdem zugeneigt sind. Die Symbole wandeln sich also entsprechend ihrer Verfügbarkeit. Während ich mich an die bunte Pracht der Fiberverbände gewöhnt habe, verbleibt meine wahre Liebe beim klassischen Gips und der Inszenierung von Traumbildern und die Freiheit zu dieser Lust zu stehen.
Ein ehemals schwerer Gang, der in einem explosiven Outing endete. Zu meiner Verwunderung erntete ich nicht das erwartete Entsetzen, sondern Verwunderung darüber, dass ich ein Leben lang geschwiegen hatte. Manchmal kann auch beim Gips alles ganz leicht sein.
Ein Bericht von ArtCast
Hinweise für Anfänger
Bei aller Liebe zum Gips sollte die Anwendung nicht unbedacht erfolgen. Ein unsachgemäss angelegter Gipsverband kann zu sehr ernsten Komplikationen führen. Gequetschte Nerven und massive Durchblutungsstörungen haben auch im medizinischen Alltag bereits zu Amputationen geführt.
Eine gute Vorbereitung ist sehr wichtig: Sachkundiger Einkauf der Gips- und Polsterbinden (mindern Gefahren erheblich), Vorbereitung des "Gipsraums", Gewissenhaftes Anlegen (hier gibt es preiswerte, kompetente Bücher), Sicheres Entfernen des Gipses
Gips wird hart, sehr hart. Er kann nicht so einfach mit einem Messer oder einer Schere mal eben entfernt werden. Die naheliegende Idee es mit einem Trennblatt auf einer Bohrmaschine zu versuchen ist unter allen Umständen zu unterlassen. Hier hat es schon die allerschwersten Verletzungen gegeben. Wenn die Bohrmaschine im Bein ist, dann ist sie drin und das richtig.
Für Gips gibt es spezielle Scheren oder noch besser elektrische Gipssägen. Im medizinischen Fachhandel sind diese sehr teuer. Vergleichbare Geräte gibt es aber in allen Baumärkten. Es handelt sich um oszillierende Trennblätter, die mit einer hohen Geschwindigkeit vibrieren. Starre Materialien wie Gips werden durch diese Vibration aufgetrennt und dies mühelos. Die Berührung mit der Haut hingegen ist praktisch ungefährlich, da unsere Haut elastisch ist und mit dem Trennblatt einfach mitschwingt.
Nicht zu vergessen ist auch dass Gipsen eine sehr nasse Geschichte ist. Was hier unglaublichen Spass machen kann, sorgt schnell für stabil aushärtende Überschwemmungen. Wer also mit Gips experimentieren möchte, sollte sich gut vorbereiten. Aber dann ist der Spass ist garantiert.
Dies sind einige der gängigsten Bezeichnungen für Gipsverbände:
- LLC/LLWC - Long Leg Cast, some with (W)alking heel.
- CLC - Cylinder Leg Cast
- SLC/SLWC - Short Leg Cast, some with (W)alking heels.
- LAC/SAC - Long Arm and/or Short Arm Casts
- BC - Body Cast.
- DHS - Double Hip Spica.
- SPC - Spica.
Links zu Gipsfetischismus:
Artcasts Fotosite: http://www.artcast.de/
Castgirls in Japan: http://www1.winknet.ne.jp/~cast/main.htm
Gimpix: http://www.gimpix.com/ Das klassische Frauengipsbein
Gimpix - Mediabildseite http://www.gimpix.com/mediapic.html
The Casters Club (Yahoo) http://clubs.yahoo.com/clubs/thecastersclub
Gipszubehör online: ein gut organisierter, medizinischer Onlineshop. Liefert per Nachnahme und bei registrierten Kunden auch auf Rechnung. Sehr zuverlässig. : www.medishop.de
Literatur:
Gipsfibel (Taschenbuch) von Freuler - Wiedmer Bianchini, erschienen im Springer Verlag : Standardwerk für das Anlegen von Gipsverbänden
Gipsfibel (Taschenbuch) von Alwin Arndt - Hämer, erschienen im Verlag W. Kohlhammer : Standardwerk für das Anlegen von Gipsverbänden
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