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Ein LS Sessiontipp Beitrag unseres Redakteurs Extensis
Die häufigste Frage im Umfeld SM und ‚Spielen' ist wohl die, wie man überhaupt eine entsprechend lustvolle Spielsituation herbeiführt und durchführt. Dazu finden sich inzwischen auch einige Tipps und Anregungen, nicht zuletzt hier auf Lustschmerz.
Seltsamerweise wird aber kaum die Frage gestellt, wie denn wohl die so sorgsam überlegte und inszenierte Session auch wieder stilvoll beendet wird. Stilvoll soll jetzt hier nicht heißen, dass es unbedingt ein Ende in Frack oder Smoking sein muss, - es sei denn, dass das Euer Kick ist - sondern es geht eher darum, wie denn nun das Spiel wieder fließend in den Alltag mündet.
Gehen wir mal davon aus, dass der Sklave oder die Sklavin glücklich gefesselt, gepeitscht, erniedrigt oder ge-was-auch-immert wurde, dann gibt es hier verschiedene Möglichkeiten. Eher rustikal ist es, einfach die Befestigung der über Kopf hängenden Handfesseln am hoffentlich benutzten Panikhaken zu öffnen, das benutzte Luder auf den Teppich klatschen zu lassen und beim Weggehen zu rufen "Und dasselbe wieder am nächsten Samstag." Die Fans dieser Spielart dürften sich in Grenzen halten und es steht zu vermuten, dass es diejenigen sind, die auch immer mit dem Ausspruch "Du als M musst das doch aushalten" fröhlich drauflosbasteln. Als Freunde des einvernehmlichen Spiels mit latent infiltrierten Ideen von menschlichem Miteinander wollen wir diese, zugegebenermaßen einfachste Lösung nicht und überlegen, was also fachgerecht zu tun sei.
Unser Opfer ist also glücklich zerschunden, wir haben eine beginnende Sehnenscheidenentzündung vom dauernden Gertenschwingen und möchten nun die Situation ausklingen zu lassen, bevor wir neben der Sklavin erschöpft zusammen-brechen. An dieser Stelle, bevor die Schelte für die politisch unkorrekte Sprachwahl einsetzt, sei darauf hingewiesen, dass ich hier der Einfachheit halber von Sklavinnen und den dazugehörigen Herren spreche, es je nach Sicht und Ansinnen aber auch Sklaven und Herrinnen, Hunde und Frauchen, Lehrling und Meister oder was auch immer in Euren Köpfen vorgeht, sein können.
Was also tun? Wie war das? Das Spiel soll in den Alltag münden? Klare Sache! Wir hören schlagartig auf, das lustig gestriemte Hinterteil unserer Gespielin zu bearbeiten, lassen die Klammern an den Nippeln Klammern sein und sagen beiläufig, währen wir die Stiefel gegen die Hausschuhe tauschen,"Du, die Milch ist alle und Cornflakes könntest Du auch wieder mitbringen." Ihre Begeisterung können wir nur nicht hören, weil der Knebel sie ja noch am Sprechen hindert. Wenn der Abend jetzt nicht der volle Erfolg ist und die Dame aus unerfindlichen Gründen etwas eingeschnappt ist, kann es an uns nicht liegen, denn schließlich haben wir nach einer formvollendeten Prügelei - gut, es dauerte etwas lang, aber schließlich musste uns ja erst was einfallen - das Spiel ganz elegant wieder in den Alltag zurückgeführt. Besser geht's doch nicht, oder?
Nehmen wir den ungewöhnlichen Fall an, dass uns auch dieser elegante Ausstieg noch nicht zusagt, wird es jetzt wirklich kompliziert. Einfach losmachen ist nicht richtig, den Einkaufszettel besprechen auch nicht - ja, was wollen diese seltsamen Subs denn?
Tja, und genau das ist die entscheidende Frage, um die Session wirklich ‚rund' zu machen. Hier gilt als erstes die Binsenweisheit, möglichst genau zu wissen, wie die Sub reagiert, wo ihre Grenzen sind und wie sich Erregung und Erschöpfung äußern. Mit diesem Wissen kann man im Spiel schon mal sehen, wann es rein ‚technisch' genug ist und seine ‚Schlagfertigkeit' entsprechend ausklingen lassen. Im Klartext heißt das, dass man zu gegebener Zeit von der heftigen Gerte auf eine sanftere Peitsche umsteigen kann, langsam nach und nach Klammern lösen kann oder Fesselungen bequemer machen kann. Und ‚normaler Sex' ist natürlich dann auch ideal, um die Session ganz angenehm und ‚privat' enden zu lassen.
Oh, Moment - ein Orgasmus muss also her? Also vögeln wir jetzt unser Opfer standardmäßig nach dem Hauen oder lassen sie wichsen, bis es raucht. Dann muss es ja klappen. Aber seltsam, sie kommt nicht oder ist trotzdem verstimmt? Wieso das denn nun wieder? Vielleicht, weil Ihr vorher noch nie so gespielt habt? Oder weil Ihr auf einer Party seid und sie nicht damit gerechnet hat und es vielleicht gar nicht ‚in public' mag?
Da sind wir wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen und haben schon wieder vergessen, vorher etwas zu reden? Natürlich gehört für viele SMler auch ein Orgasmus zum Spiel und kann hier eine Art natürlichen Schlusspunkt setzen. Nachdem unser Schatz gekommen ist, gilt natürlich auch wieder, dass wir jetzt nicht gerade mit "Wisch das noch eben auf" aufstehen sollten, sondern kuscheln, streicheln und in-den-Arm-nehmen das Gebot der Stunde ist, um die eben noch Malträtierte aufzufangen.
Im Grunde ist das Aufhören nicht schwieriger oder einfacher als das Anfangen - bei beiden Seiten des Spiels ist es wichtig, immer in Kontakt mit seinem Spielpartner zu bleiben und die Gefühle aufzunehmen. Ist sie erschöpft, muss man eben notfalls eher aufhören und nicht den Fahrplan im Stil der Deutschen Bahn bis zum bitteren Ende durchziehen. SM-Spiele sind nun einmal hochgradig emotional aufgeladen und erfordern eine entsprechende Einsicht und Rücksichtnahme auf die Seelen-verfassung des Partners. Was hier so hochtrabend klingt, sagt im Grundsatz nichts anderes aus, als dass sich jeder wohler fühlt, wenn er als Mensch mit seinen Gefühlen angenommen wird und sich aufgehoben fühlen kann.
Aha, also wieder keine praktischen Tipps? Hier etwas Universelles zu sagen, ist in der Tat schwer und es gibt mit Sicherheit ebenso viele Varianten, aus dem Spiel auszusteigen, wie es Möglichkeiten gibt, es zu beginnen. Eine Möglichkeit kann sein, den gemeinsamen Sex als "Befehl" anzuordnen: das klassische "Blas ihn mir jetzt" und von da aus in Streicheln, Kuscheln und den Kaffee danach abzurutschen. Oder unser Opfer wird "abgeschmückt, d.h. es werden Fesseln und Klammern entfernt, sie muss aber z.B. für den Rest des (normal verlaufenden) Abends einen Dildo oder Butt-Plug tragen. Na gut, zur Not tut es auch ein Halsband - eben je nach Lust, Laune und Vorlieben. Oder vielleicht schickt Ihr Eure ewig Undankbare unter die Dusche und stoßt später dazu? Oder Sie verbringt die Nacht auf einem Latex-Laken? Ideen gibt es reichlich, sie müssen nur umgesetzt werden.
(c) Extensis
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