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LustSchmerz Story

Helena. Oder: die andere Seite der Hölle. Teil 2
Eine Story von Christian

Teil 1 hier >>

“Dreh dich jetzt auf den Bauch!"
Als ich mich umgedreht hatte band sie die Enden der vier Seile welche noch an meinen Händen und Füssen waren geschickt zusammen. Ich hatte meine Arme auf dem Rücken und meine Beine waren stark angewinkelt, und ich berührte mit meinen Knien die untere Kante des Bettes. Es war nicht gerade bequem aber auch nicht schmerzhaft und ich konnte es in dieser Position lange aushalten. Helena stand auf und ließ ihren seidenen Mantel von den Schultern gleiten und ich sah sie zum ersten Mal fast nackt. Sie bemerkte meine gierigen Blicke und verband mir wieder die Augen, dann legte sie sich auf das Bett und rutschte mit ihrem Schoss in die Nähe von meinem Gesicht.

“Und jetzt fang an, denke immer daran, dass der Rohrstock keine fünf Meter weg von hier liegt”  sagte sie und legte dabei ihre Hand auf meinen Hinterkopf und griff in mein Haar um ihren Wunsch Nachdruck zu verleihen. Die Musik war sehr entspannend und ich begann ihr das zu geben was sie von mir wollte und gab mir dabei auch alle Mühe sie zufrieden zu stellen. Es schien ihr zu gefallen den ich hörte von ihr zuerst gar nichts, und nach einer Weile leise Laute der Lust. Hin und wieder gruben sich ihre langen Fingernägel in meine Kopfhaut und ihr Becken begann zu zucken. Es dauerte aber dann noch sehr lange bis sie kam und ganz gegen meinen Erwartungen war sie eine sehr stille Genießerin, eben zu jeder Sekunde immer voll und ganz die Lady.

Auf einmal rutschte ihr Becken weg von mir und ich konnte an den Bewegungen spüren, dass sie sich aufrecht am oberen Ende des Bettes aufsetzte. Helena schob mir ihren Fuß ans Gesicht und ich begann ihre nackten Zehen zu lutschen ohne dass sie mich dazu aufforderte. Helena war zufrieden, sie sagte es zwar nicht aber ich war mir sicher. Ich hörte wieder das Klicken ihres Feuerzeuges und dieses süßlicher Geruch stieg mir auch schon wieder in die Nase.

Während sie rauchte wechselte sie immer wieder die Füße welche sie mir an meinen Mund hielt denn es schien ihr zu gefallen. Als sie ausgeraucht hatte lockerte sie meine Fesseln so weit das ich mich zwar ein wenig bewegen konnte, aber nicht aufstehen. Sie sagte mir dass ich jetzt vom Bett runter sollte und ich ließ mich vorsichtig mit den Beinen zuerst auf den Boden gleiten. Da lag ich nun immer noch gefesselt auf dem Teppich  neben ihrem Bett und Helena sagte: “du kannst jetzt ein wenig schlafen, doch der Höhepunkt kommt morgen Früh”.

An Schlaf war nicht zu denken, zu viele Gedanken gingen mir durch den Kopf. Helena bemerkte dies und sie ließ ihren Fuß aus dem Bett gleiten, gerade vor mein Gesicht und sagte “mach dich noch ein wenig nützlich”. Wieder begann ich ihren Fuß zu verwöhnen, aber schlief dann irgendwann ein.

Ich hatte gar nicht gehört als Helena aufgestanden war, denn auf einmal stand sie neben mir und war auch schon angezogen. Die Sonne war schon aufgegangen und im Zimmer war es taghell. Sie erinnerte mich heute mehr an eine gnadenlose Buisnesslady in ihrem grauen Kostüm unter dem sie eine weiße Bluse trug. Das Haar hatte sie streng nach hinten gekämmt und auch die übertriebene Schminke vom Tag zuvor war verschwunden.

“Na, hast du gut geschlafen” fragte sie mich sarkastisch und löste dabei meine Fesseln. Nachdem ich meine Glieder ausgestreckt hatte schickte sie mich ins Badzimmer. Ich ließ mir viel Zeit, denn ich genoss die Sicherheit meiner Umgebung und konnte mich dabei ein wenig erholen. Doch dann kann mir ihr letzter Satz der Nacht wieder in den Sinn “der Höhepunkt kommt morgen früh”, und ich ließ mir nach diesem Gedanken noch mehr Zeit.

Als ich fertig war wickelte ich mir ein Handtuch um die Taille und ging aus dem Badezimmer. Helena stand in der Mitte des Zimmers und hatte in der Zwischenzeit die Möbel ein wenig verstellt, so dass ein großer freier Raum entstand.

Sie hielt eine Reitpeitsche in der Hand und ihr Gesicht war wie aus Stein. Neben ihr hing eine Kette von der Decke und der Rohrstock und Knebel von gestern lag auch noch griffbereit in der Nähe. Mir blieb die Luft weg und ich dachte an Flucht, denn ich hätte jetzt gehen können. Helena erkannte meine Gedanken und kam langsam auf mich zu. Als sie mir gegenüber stand sah sie mir für eine Weile tief in die Augen, dann durchbrach sie die Stille

“Willst du etwa jetzt gehen, Christian? So kurz vor dem Ziel willst du aufgeben? Wie lange willst du den noch warten und dich in deiner Traumwelt verkriechen? Ein Jahr, zwei Jahre oder den Rest deines Lebens! Du musst den Sprung ins Leere wagen, eine Sicherheit für das was im Leben richtig oder falsch ist gibt es nicht”. Dann war wieder Stille und ich hörte das Ticken der schweren Uhr an der Wand. Helena ging und legte ihre Peitsche auf den Tisch neben den Rohrstock, sie kam zurück zu mir und sagte: “dort liegen deine Sachen, da drüben ist die Tür der Schlüssel steckt”. Sie machte eine Pause, dann fuhr sie fort: “ich werde jetzt für eine Zigarettenlänge gehen, wenn ich zurückkomme dann gibt es zwei Möglichkeiten, du bist noch da, oder du bist gegangen. Wenn du gehen willst, dann gehe jetzt, gehe zurück in dein Leben. Solltest du aber noch da sein, dann werde ich dir eine andere Welt zeigen. Du wirst es überstehen, und du wirst es später auch nicht bereuen!”

Sie drehte sich um, nahm ihre Zigaretten und das Feuerzeug vom Tisch und verließ den Raum mit festen Schritten durch eine Türe welche in den anderen Teil des Gebäudes führte.

Und wieder war ich allein in diesem Zimmer. Woher wusste sie nur so viel von mir? Sie kannte meine Gedanken und meine Phantasien, meine Träume und meine Sehnsüchte, ich glaubte in diesem Moment sie kannte mich besser als ich selbst. Ich hatte keine Ahnung was auf mich zukommen wird wenn ich blieb, aber was ich wusste von der Nacht davor war, das es in der Wirklichkeit tausend Mal mehr weh tut als wie man es sich in seiner Phantasie vorstellt. Ich vertraute ihr, und die Sehnsucht in mir mich ihr hinzugeben war unendlich groß, genauso groß wie meine Angst davor.

Ein paar Minuten würden mir noch bleiben, und mein Blick ging von der Tür welche hinaus in den Garten führte zu der Tür durch welche sie den Raum verlassen hatte, und wieder zurück zu der anderen. Welche war die richtige? Welche führte ins Freie? Ich hätte am liebsten den Uhrzeiger festgenagelt in diesen Sekunden. Der Verstand sagte mir “geh, es ist noch nicht zu spät”, und mein Gefühl sagte mir “bleib”, denn in jeder Zelle meines Körpers spürte ich schon wieder diese Sehnsucht in mir aufkommen. Wie weit hat mich mein Verstand im Leben gebracht auf den ich immer hörte? Und in Sekunden liefen tausend Bilder aus der Vergangenheit durch mein Hirn, und ich beschloss meinem Gefühl zu folgen, denn sie hatte recht, “man muss den Sprung ins Leere wagen, eine Sicherheit im Leben gibt es nicht”, und ich hatte nichts mehr zu verlieren, außer eben genau diese Angst. Ich zwang mein Gehirn an etwas anderes zu denken was mir auch gelang, es verging noch eine halbe Ewigkeit, doch dann öffnete sich die Tür und Helena kam zurück.

Sie kam zu mir und sagte fast schon etwas bemitleidend: “Ich wusste, dass du noch da sein wirst, zu lange war deine Odyssee, du bist müde vom Kämpfen, dein Kompass klemmte und seit vielen Jahren war kein Land mehr in Sicht. Du willst nur noch dass sie zu Ende ist, du willst endlich nach Hause”.

Helena ging vor mir in die Hocke und begann mir mit einem Seil meine Fußgelenke zusammen zu fesseln. Als sie aufstand, streckte ich ihr unaufgefordert meine Arme entgegen was sie mit einem sanften Lächeln quittierte. Sie tat das Gleiche an meinen Händen und brachte zwischen den Gelenken einen Haken an das Seil an. Die Kette hing neben mir von der Decke und das Ende war etwas über meinem Kopf.

Sie holte einen Stuhl, stellte sich auf den Stuhl neben mich und sagte ich solle jetzt meine Arme weit nach oben strecken was ich auch langsam tat. Ich spürte wie sie noch etwas höher zog und dann hörte ich auch schon das Klicken des Hakens als er sich mit einem der Kettenglieder verband und dieses Geräusch verursachte einen kurzen Stich in der Magengegend, denn jetzt gab es endgültig kein zurück mehr. Helena schob den Stuhl zur Seite, zog die Jacke ihres Kostüms aus und legte sie über den Stuhl. Sie kam mit dem Knebel in der Hand zurück, und stellte sich vor mich und wir sahen uns kurz in die Augen und ich fühlte Wärme. Auf einmal war ich total entspannt und spürte nicht die geringste Aufregung in mir, denn was ab jetzt geschehen wird, darüber hatte ich keine Kontrolle mehr. Ich war in ihrer Hand und es überkam mich ein Gefühl der Erlösung und ich wusste das ist mein Weg ins Freie. Ich fühlte mich sicher und geborgen in ihren Händen wie noch nie zuvor in meinem Leben.

Sie küsste mich auf den Mund und sagte: “vertraue mir”, dann fixierte sie den Knebel, sie ging zu dem Tisch und nahm die Reitpeitsche blieb aber dort kurz stehen und betrachtete mich von der Weite ein wenig. Nach einer Weile kam sie zurück und stellte sich ganz dicht hinter mich, und ich spürte wieder ihren Atem in meinem Nacken und ihre rechte Hand streichelte über meine Brust. Ihre Finger glitten weiter nach unten, sie öffnete das Handtuch welches immer noch um meine Taille war und es fiel zu Boden. Meine Oberschenkel zeigten deutliche Spuren von der Nacht, doch mein Hinterteil war noch unberührt. Sie berührte sanft meine geschundenen Schenkel und ich spürte das sie zufrieden war mit dem was sie sah.

Man konnte nur noch das Klacken ihrer Absätze auf dem Marmorboden hören als sie ein paar Mal um mich herum ging. Jedes Mal wenn sie stehen blieb war Totenstille im Raum, und ich bildete mir sogar ein die schwere Uhr an der Wand hatte aufgehört zu Ticken. Man hätte die Luft greifen können, und auf einmal verlor alles von Bedeutung in mir seinen Sinn. Es gab kein Gestern, kein Heute, und kein Morgen. Es gab auch keine Namen mehr und ich wusste nicht einmal mehr wer ich eigentlich war. Das Klacken ihrer Absätze verstummte auf einmal hinter mir, und da spürte ich den ersten Hieb auf mein Hinterteil und ich zuckte mehr vor Schrecken als vor Schmerz, denn der Hieb war sehr sanft.

Es folgten noch mehrere und ich konnte diese Schläge fast laut- und bewegungslos hinnehmen, doch ich spürte wie die Schläge von Minute zu Minute härter wurden und auch schon das erste Stöhnen in mir auslösten. Aus dem Stöhnen wurden dann erste Laute des Schmerzes welche noch in dem Knebel erstickten. Die Schläge gingen auf Schultern, Schenkel und mein Hinterteil und wurden immer härter. Nach jedem Klatschen der Peitsche auf meine nackte Haut lagen jetzt die deutlichen Laute des Schmerzes in der Luft und mein Körper begann sich unter den Qualen zu winden und zu drehen. Ich versuchte den Schlägen auszuweichen, was mir aber wegen meines geringen Bewegungsfreiraum nicht gelang.

Helena gab mir immer wieder Pausen und streichelte sanft über die Stellen welche sie kurz davor malträtierte, dann setzte sie sich immer wieder und beobachtete mich. Es waren Berührungen welche mir bis tief unter die Haut gingen. Es war ein Wechselbad zwischen Lust und Leid, zwischen Schmerzen und Zärtlichkeiten und ich wurde hin und hergerissen zwischen Himmel und Hölle. Ich versuchte mehrmals etwas zu sagen um sie zum aufhören zu bewegen aber wegen des Knebels kamen nur unerkenntlich Laute von mir. Die Schläge kamen jetzt einzeln doch sie schlug immer härter zu und ich schrie vor Schmerzen, aber sie hörte nicht auf.

Es war wie ein Hurrikan der über mich ging und sie war das Auge des Sturms. Wir trieben ineinander wie zwei Liebende, die vor Liebe blind waren, und meine Sehnsucht nach der Hingabe verschmolz mit ihrer Bereitschaft zur Grausamkeit genauso wie unsere Seelen.

Ich war dem körperlichen Zusammenbruch nahe und die Beine begannen Ihren Dienst zu verweigern. Helena musste dies bemerkt haben, denn die Intensität der Schläge wurde leichter und auf einmal hörte sie auf. Sie setzte sich gegenüber von mir in einen Sessel, legte die Peitsche auf ihren Schoss und zündete sich eine Zigarette an. Mein ganzer Körper zitterte, mein Atem ging schnell und sie beobachtete jede meiner Regungen. Als sie ausgeraucht hatte kam sie zu mir und nahm mir den Knebel aus dem Mund. Ich hatte mich schon etwas beruhigt und begann auch gleich sie zu Bitten und Betteln aufzuhören, doch Sie sagte darauf:“es geht immer weiter, es gibt kein Ende”.

Sie ging und holte den Rohstock und ließ ihn ein paar Mal durch die Luft pfeifen und in mir begann sich alles zu drehen. Helena stellte sich neben mich und berührte meinen geschundenen Hintern mit dem Ende des Rohrstocks. Dann ging sie einen Schritt zurück sodass sie weit genug weg war um ihren Arm ausstrecken zu können. Ich fehlte sie an es nicht zu tun, doch mein Betteln um Gnade verhallte ungehört im Raum. Da hörte ich noch das Pfeifen des Rohrstocks als er durch die Luft sauste, dann breitete sich auch schon der Schmerz über meinen ganzen Körper aus. Ich schrie auf und versuchte meinen Körper an der Kette hochzuziehen. “Das durfte nicht wahr sein was hier jetzt passierte” dachte ich mir und schrie Helena an aufzuhören. Sie stellte sich vor mich und hielt den Rohrstock waagerecht in beiden Händen vor ihren Kopper und sagte ganz sanft aber mit einem sehr entschlossenen Unterton:  “Christian, das gefällt mir gar nicht wie du mit mir jetzt redest!” 

Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort: “du wirst jetzt dafür zehn solcher Schläge bekommen, und jedes Mal wenn dir dabei auch nur ein Laut über deine Lippen kommt wird dieser Schlag nicht zählen, und solltest du mich noch einmal anschreien, dann beginnen wir wieder bei Null, es liegt an dir, ich habe den ganzen Tag Zeit”. 

Ich wünschte ich hätte mich nicht darauf eingelassen, ich hätte gehen sollen als ich es noch konnte, hier herrschte jetzt der blanke Sadismus. Ihre Gesichtszüge waren wie aus Stein, bis auf das Funkeln in ihren Augen und ich konnte sehen wie in ihren Adern das Blut pulsierte. Da ging sie auch schon wieder hinter mich und der nächste Schlag traf mich unerwartet und ich schrie auch schon wieder auf. Sie lachte und sagte: “ich glaube das wird noch ein sehr amüsanter Morgen für mich werden, und auch ein sehr langer für dich”.

Ich flehte sie an aufzuhören und mich loszumachen doch sie hörte gar nicht hin und sie brachte sich schon wieder in Position für den nächsten Hieb. Ich biss meine Zähne zusammen, presste meine Lippen aufeinander und war auf alles gefasst. Da traf mich der Schlag und mein Körper windete sich im Schmerz, doch ich ließ den Atem nur in kurzen Stößen durch die Nase und kein Laut kam über meine Lippen. “Was hast du denn, es geht doch” , hörte ich Helena hinter mir sagen. Der Schlag war um einiges leichter als die zwei vorherigen, und mir wurde klar dass sie ein Spiel mit mir trieb. Sie gab mir Hoffnung auf Einfluss und Kontrolle, aber sie hielt die Fäden in der Hand bei diesem Spiel und konnte den Ablauf und die Regeln ganz nach ihren Wünschen bestimmen. Sie ging immer bis zum Äußersten meiner Grenzen und wenn die Verzweiflung am größten war gab sie mir wieder Hoffnung. So kamen wir bei 5 an und ich glaube ich musste an die zwanzig Schläge eingesteckt haben. Nach jedem Schlag flehte ich sie an aufzuhören, bis sie meinte: “ich möchte jetzt von dir überhaupt nichts mehr hören”.

Sie ließ sich viel Zeit zwischen den einzelnen Schlägen und der Schmerz drückte mir dicke Tränen aus den Augen welche mir über die Wangen liefen und Helena wischte sie mir immer wieder ab. Ich war am Ende und konnte nicht mehr, doch das unfaire Spiel ging gnadenlos weiter bis wir bei neun ankamen. Helena sagte: “beim Letzten darfst du wieder schreien” und ich bat sie wieder trotz aller Verbote es nicht zu tun. Sie lächelte und begann langsam vor mir auf und ab zu gehen. Als sie merkte ich hatte mich wieder beruhigt und mich mit meinem Schicksal abgefunden, da stellte sie sich wieder neben mich und setzte auch schon zum Schlag an. Er traf mich mit voller Wucht, ich schrie auf und bekam für einen kurzen Moment keine Luft mehr. Helena löste den Haken von der Kette und ich fiel zu Boden. Als ich die Augen öffnete sah ich Ihre Füße denn sie stand genau vor mir. Sie beugte sich zu mir herunter und nahm mich in den Arm und tröstete mich.

“Jetzt hast du es überstanden”. Als ich ihre Hände auf meiner Haut spürte brach ich in Weinkrämpfen aus und ich weinte wie noch nie zuvor in meinem Leben. Aber jetzt waren es keine Tränen des Schmerzes mehr es waren Tränen der Erlösung und des Glücks.

In mir brach alles zusammen und ich fühlte mich so hilflos wie ein Blatt im Wind und doch geborgen und sicher in ihren Händen. Im Rausch der Gefühle verlor ich im Weltraum meiner Seele und sah auf einmal ihr Messer welches gerade mein Herz durchbohrte. Ich wollte schreien, war aber wie gelähmt in ihren Armen. Für das was sie mir gab, dafür liebte ich sie, mit mehr Liebe als die Liebe aller Liebenden dieser Welt zusammen. Ich wünschte mir in diesem Moment, dass dieser Augenblick nie enden würde.

So vergingen die Minuten bis Helena wieder aufstand, sie löste meine Fesseln und ich war frei. Sie zog Ihre Jacke wieder an und setzte sich auf den Stuhl der noch ganz in der Nähe stand. Ich lag auf dem Boden zu ihren Füssen, mein Gesicht in den Händen vergraben und schähmte mich ein wenig meiner Tränen welche noch immer flossen. Ich konnte sie nicht sehen, doch ich spürte ihre Blicke auf jeden Zentimeter meiner Haut, und die Zeit stand noch immer still. Es lag eine Spannung in der Luft und ich konnte ihre Macht über mich fühlen.

“Christian, willst du dich nicht bei mir bedanken?” konnte ich hören, doch ich reagierte nicht und blieb regungslos liegen. Nach einigen Minuten oder Stunden, ich kann nicht sagen wie viel Zeit vergangen war, hörte ich wieder ihre Stimme “Christian, ich will,  dass du jetzt zu mir herkommst und dich bei mir bedankst”. Ich drehte mein verweintes Gesicht zu ihr und ich sah wie sie nach der Peitsche von vorhin griff welche auf dem kleinen Tisch neben ihr lag. Langsam erhob ich mich, kniete mich neben sie und sah wegen meiner Tränen in den Augen zu Boden. Sie hatte die Beine übereinander geschlagen und ihr Fuß ging vor mir provozierend auf und ab. Ich zog ihren Schuh aus und begann den Fuß zärtlich zu küssen. Als ich begonnen hatte sagte Helena “die Regeln sind die Gleichen wie Gestern”.

Und wieder verwöhnte ich ihre Füße so gut ich konnte in meiner geschwächten Lage. Hin und wieder schlug sie mit der Peitsche auf meinen Rücken wenn sie nicht zufrieden war. Die Schläge waren zwar nicht mehr so hart, taten aber dennoch weh auf den vorbehandelten Stellen.

Helena genoss jeden Moment und sie ließ sich viel Zeit, doch auf einmal sagte sie: “so Christian, jetzt gebe ich dich wieder frei, du kannst dich jetzt anziehen”. Ich stand auf, nahm meine Sachen und ging ins Badezimmer und zog mich dort langsam wieder an. Als ich zurückkam hatte Helena wieder ihre weiße Nerzjacke übergezogen und sagte: “ich hoffe dir hat es genauso gut gefallen wie mir”, ich hatte keine Antwort in diesem Moment und wollte eigentlich nur noch weg von hier. Zuviel war passiert in den letzten Stunden und ich wollte alleine sein um es verarbeiten zu können. Helena sagte: “ich werde dich jetzt weg bringen”, und wir gingen auch schon Richtung Tür. Wir verließen das Haus und stiegen in den Wagen der noch immer vor der Garage stand. Bei Tageslicht war das Anwesen viel größer und Helena sagte ich soll mich wieder hinten in den Wagen legen was ich auch tat. Sie fuhr los und wir verließen das Grundstück.

In meinem Kopf herrschte Chaos, ich lag auf der Rückbank und starrte an die Decke des Fahrzeuges. Nach einer Weile hielt der Wagen an, und sie stieg aus, ich tat das Gleiche. Es war Sonntag um die Mittagszeit und es war wieder ein schöner Frühlingstag. Wir standen auf einem Parkplatz irgendwo auf einer Landstrasse. Helena kam auf mich zu und sagte: “so Christian, jetzt kannst du gehen, gehe in diese Richtung und du wirst bald in eine Ortschaft kommen, von dort kommst du weiter”.

Sie küsste mich noch einmal und wir sahen uns in die Augen wie an dem Abend zuvor in der Bar nur viel länger und intensiver, und ich fragte sie: “wer bist du?” und Helena sagte: “ich bin dein Ueberlebenselexier”. Wir sahen uns noch eine Weile an, dann drehte sie sich um, stieg wieder in ihren Wagen, und fuhr davon.

Mein ganzer Körper schmerzte und ich ging los in die Richtung welche sie mir noch gezeigt hatte und erreichte auch schon nach einer guten Viertelstunde eine Ortschaft. Den Namen der Ortschaft hatte ich noch nie gehört und sie war auch nicht besonders groß. Ich setzte mich an der Hauptstrasse welche durch den Ort führte in eine Bushaltestelle und rief meinen Bruder an um ihn zu sagen das er mich abholen soll. Er kannte diese Ortschaft auch nicht aber er sagte er werde sie schon finden. Es dauerte über eine Stunde bis er endlich kam und er sah mich auch gleich an der Strasse. Er stieg aus, kam auf mich zu und hatte auch gleich an meinem Gesichtsausdruck erkannt dass jede Art von Fragen oder Kommunikation unerwünscht ist. Wir stiegen in sein Auto ein und fuhren los.

Alles kam mir auf einmal so anders vor, ich stellte die Musik leiser, ließ das Schiebedach auffahren, drehte die Rückenlehne ein paar Umdrehungen nach hinten und ließ mich zurück in den Sitz fallen. Ich sah den blauen Frühlingshimmel über mir und geleitete davon. Es dauerte fast eine Stunde bis wir vor meiner Wohnung ankamen und ich stieg aus. Mein Bruder sagte noch, dass er später noch einmal vorbeikommen würde und fuhr davon. Ich ging in meine Wohnung, machte mir einen Kaffee und versuchte mich abzulenken. An Schlafen war jetzt nicht zu denken, ich schaltete den Computer ein und wollte mir meine Mails ansehen. Nach dem Login bekam ich einen Schrecken, denn bei einem Mail stand unter Betreff  “Helena”. Als ich mich wieder gefangen hatte öffnete ich das Mail.

Lieber Christian!
Ich hoffe du bist gut nach Hause gekommen und ich glaube ich schulde dir auch eine Erklärung. Wir hatten E-Mail Kontakt ein zeitlang, du kannst dich jetzt auch sicher daran erinnern. Ich fand deine Gedanken und Phantasien sehr interessant und wollte dich kennen lernen. Daher beschloss ich dir den Unterschied zwischen deiner Phantasie und der Realität zu zeigen und du hast auch schmerzhaft erfahren,  dass es nicht das Gleiche ist. Du warst zu ehrlich und zu naiv in deinen Mails, deshalb wusste ich auch alles über dich. Es war auch ein Leichtes dich zu finden. Du hattest vom ersten Moment an keine Chance.

Mein Name ist nicht Helena und ich wohne auch nicht in diesem Haus, und auch nicht in deiner Stadt. Wenn du diese Zeilen liest bin ich schon weg und du wirst mich auch nicht finden können. Darum versuche auch gar nicht, mich zu suchen. Es hätte keinen Sinn, denn du würdest jetzt niemals genug von mir bekommen.

Wir schlossen einen Pakt für die Ewigkeit, und es ist diese Verbundenheit mit mir , welche dich jetzt befreit. Wir werden uns wieder sehen. Eines Tages werde ich auftauchen in deinem Leben, genauso wie Gestern, aus dem Nichts. Du wirst es vorher schon spüren, ich werde dann nur für dich da sein, ganz nah, und du wirst dich auch meiner Macht wieder ergeben. Doch bis dahin werde ich dich mit deiner Sehnsucht nach mir quälen.

Du wirst jetzt viele Dinge mit anderen Augen sehen denn du hast heute zum ersten Mal in deinem Leben gegen deinen Verstand gehandelt. In den Momenten der Angst und des Schmerzes gingst du auch zum ersten Mal in deinem Leben tief in dein Innerstes. Du wirst jetzt anfangen darin zu graben, und je tiefer du gräbst, umso schmerzhafter wird es werden. Du wirst dich dafür selbst peiningen und in deiner Not wird in dir alles nur noch mehr nach mir schreien. Du wirst Minuten, Stunden und Tage zählen und dabei glauben die Zeit steht still.

Ich nahm dich mit in meine Hölle, doch du musst jetzt alleine durch die andere Seite dieser Hölle wieder hinausgehen. Dieser Weg ist nicht für die Ewigkeit und am Ende wartet dein wahres Leben auf dich. Du wirst dich unterwegs verlieren, aber nur um dich draußen wieder finden zu können. Du wirst unterwegs verbrennen, aber nur um wieder neu geboren zu werden.

Geh jetzt diesen Weg nach draußen, bleib nicht stehen und gib auch nicht auf. Steh wieder auf, auch wenn du einmal am Boden liegen solltest. Du brauchst dich auch vor nichts zu fürchten, denn ich werde immer einen Schritt hinter dir sein. Du kannst mich nicht sehen, aber ich bin in jedem deiner Atemzüge und auch in jedem deiner Gedanken die du denkst. Du bist nicht allein, und du wirst es auch nie wieder sein. Habe jetzt den Mut und streife alle Ketten von dir ab, denke immer daran der einzig wahre Herrscher über dein Dasein bist du, und darum strecke jetzt deine Fühler aus und suche nach dem was dich am Leben hält.

Herzlich willkommen zu Hause!
“Helena”

(c) Christian

 

 
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