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LustSchmerz Konkret: Piercing


Special: Körperschmuck Piercing / Information - Tipps - Heilung - Risiken

Wer macht mir mein Piercing?

Lasst Euch bitte grundsätzlich nur bei erfahrenen Piercern stechen, die ihr Handwerk verstehen, auf Sauberkeit und Hygiene wert legen und Euch eine ausführliche Beratung bieten. Sie sollten all Eure Fragen beantworten können und nötigenfalls auch mal abraten. Ihr gebt Euch in die Hände des Profis und wollt einen medizinischen Körpereingriff, daran sollte man immer mal wieder denken. Selbst zu piercen ist nur vertretbar, wenn Ihr Euch nicht nur informiert habt, sondern bei einem Profi alles Wichtige lernen konntet. Ansonsten ist von irgendwelchen Selbstversuchen im Sinne Eurer eigenen Gesundheit dringend abzuraten!

Tut ein Piercing weh?

Beim Stechen mit Infiltrations-Lokalanästhesie ist Piercing absolut schmerzfrei. Allerdings dürfen nicht alle Studios mit diesen Mitteln arbeiten, deshalb greifen viele Piercer auf reine Oberflächenanästhesie zurück, die meist Unregelmässigkeiten beinhaltet. Und dann können einige Piercings durchaus auch schmerzhaft sein.

Wo ein Piercing?

Mach es dort, wo Du es am schönsten findest, es deiner Meinung nach am besten zu Dir passt. Möchtest Du, dass es alle sehen, dann im Gesicht. Hast Du einen schönen Bauch und Nabel, dann am Nabel. Möchtest Du etwas Geheimnisvolles und Erotisches, dann überleg Dir ein Brustwarzen oder Intimpiercing.

Wie viele Piercings?

Ähnlich wie Tatowierungen, wirken weniger Piercings besser als viele. Als reizvolle Variante kann man ein paar Piercings gruppieren, ähnlich den Ohrringen.

Welches Material?

Piercingschmuck ist meistens aus sog. chirurgischem Stahl oder Titan gefertigt. Es handelt sich dabei um eine hochwertige, nicht-rostendende Edelstahllegierung, mit extrem geringem Nickelgehalt. In einer ersten Qualität Implantanium genannt, in einer zweiten, mit einem geringgradig höheren Nickelanteil, sog. Stahl ISO 316L. Beide Stahlarten sind nach EU-Normen gefertigt. Die Implantaniumstahlqualität ist meist auch für Nickelallergiker geeignet, der Stahl 316 nur unter Vorbehalt. Die meisten der kleineren Piercingteile bis 1.6 mm Durchmesser sind aus Implantationsstahl, die grösseren aus Stahl 316L. Titanschmuck ist von Stahl nicht zu unterscheiden und ist ebenfalls sehr gering allergen. Schmuckherkunft aus England und USA. Selbstverständlich gibt es Piercingschmuck auch in Edelmetallen wie Gold oder Silber. Letztendlich eine reine Kosten- und Geschmacksfrage, Allergiker kommen um einen Test der Materialien evtl. nicht herum.

Ring oder Stab?

Als Anfangspiercing sind Ringe etwas einfacher zu pflegen, und die Heilung ist im allgemeinen problemloser. Man kann aber trotzdem mit gutem Gewissen auch Stäbe direkt einsetzen. Die Löcher unterscheiden sich nicht. Ringe oder Stäbe kann man immer gegeinander austauschen. Stäbe müssen genau die richtige Länge haben. Anfänglich gesetzte Stäbe können im Laufe der Heilung eine Spur herauswachsen, sind dann zu lang, und müssen gelegentlich gegen einen kürzeren ersetzt werden.

Welche Piercings wachsen heraus?

Grundsätzlich können alle Piercings, die nicht einer guten anatomischen Struktur versenkt sind, herauswachsen. Herauswachsen findet immer in der Spätphase der Wundheilung statt, d.h. nach den ersten 2 Monaten bis zu einem Jahr. Nachher passiert nichts mehr. Am häufigsten sind die Augenbrauen betroffen, die Bauchnäbel eher weniger. Aber auch hier kann es vorkommen, deshalb müssen sie genügend tief gestochen werden. Man kann nicht voraussagen, wen es betrifft. Im schlimmsten Fall ist das Piercing verloren. Nicht herauswachsen können Piercings an z.B. Zunge, Unterlippe, Schamlippen, Prince Albert.

Wie lange kann man den Schmuck herausnehmen?

Piercinglöcher verschliessen sich sehr schnell nach dem Herausnehmen. Bauchnabelpiercings bekommt man ein paar Monate nach dem Stechen bereits bei einer Stunde des Entfernens nicht mehr hinein. Nach einem Jahr kann man es vielleicht einen halben Tag draussen lassen und noch dann können Schwierigkeiten auftreten. Deshalb: für Wechsel oder Reinigung, immer sofort einen Ersatz ins Loch stecken.

Was bleibt nach dem Herausnehmen übrig?

Als Narben zwei winzigkleine Punkte, etwas dunkler als die übrige Haut. Kein Vergleich mit dem, was von einem unerwünschten Tattoo übrigbleibt!

Wie läuft die Heilung ab?

Am meisten Sorge muss man beim Bauchnabelpiercing tragen. Dieses heilt am langsamsten von allen. Nach dem Stechen, wenn die Lokalanästhesie aufhört zu wirken, kann es etwas schmerzen. Die anschliessende Heilung ist meist problemlos, und geht kontinuierlich in eine direkte Abheilung über.

Duschen oder Baden mit Einseifen und Durchdrehen des Piercings ab dem nächsten Tag. Beim Bauchnabel kann es allerdings nach 2-3 Monaten zu Rückschritten kommen, indem sich die Stichstelle entzündet und gerötet ist, schmieriges Wundsekret austritt, oder Fleischwucherungen an den Rändern auftreten. Dann muss man besonders pflegen, waschen mit Desinfizierender Seife, (z.B. Betadine flüssig), Wundsalbe, bei ganz hartnäckigen Fällen Salben-Antibiotikazusatz versuchen. In den meisten Fällen beruhigt sich das Piercing wieder und die Heilung findet sein Happy End. Auch Baden im Meer (Salzwasser) hat schon Wunder gewirkt. Andere Stellen (Gesicht, Intim) heilen wesentlich schneller und problemloser ab.

Wann wieder ins Schwimmbad und an die Sonne?

Ins Wasser frühestens nach drei Wochen. Nach Schwimmbadwasser bitte gründlich reinigen und desinfizieren. Meerwasser hat sich bei Spätproblemen (s.o.) als gut erwiesen. Sonne: unterschiediche Bräunung der Haut (wie Narbengewebe) am Piericingrand, ist allerdings kaum sichtbar. Willst Du das nicht, musst Du es abdecken.

Wie pflegen?

Für die langsam heilenden Piercings wie Bauchnabel gibt es ein Merkblatt nach dem Stechen. Alle anderen heilen eigentlich problemlos. Desinfiziert sollte nur in den ersten 4 Tagen nach dem Stechen werden, nachher nur noch Reinigen mit Seife, durchdrehen, Krusten wegmachen, abspülen. Wenn nötig sollte der Heilungsprozess später nur noch mit Wundsalben wie Bepanthene unterstützt werden. Bei frischen Zungenpiercings mit desifizierendem Mundwasser gurgeln.

Risiken Grundsätzlich besteht das Risiko einer Infektion, Blutung, Nicht-Heilung aus unbekannten Gründen, überschiessenden Narbenbildung und Allergie. Diese Nebenwirkungen sind ingesamt selten, und fast alle Piercings insbesondere diejenigen im Gesicht und Intimbereich heilen schnell und komplikationslos ab.

Weiter zu Teil 2 des Piercings-Special

(c) Dr.Nick / xs-bodyart.ch

 

 
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