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Jugendliche und SM - passt das eigentlich zusammen? Auch wenn die Problematik bekannt ist, so fehlen doch eine Menge Antworten auf verschiedenste Fragen:
Ein 17jaehriger schreibt einen Stammtisch an, ob er denn mal vorbeikommen könnte... Im SM-Chat taucht ein neues Gesicht auf; dummerweise ist es erst 16.... Ein 22jähriger verliebt sich in eine 17jährige, beide stellen fest, dass sie ein Faible fuer SM haben....
Und immer wieder die Frage: Dürfen die das eigentlich?
Das Thema SM an sich ist ohnehin ein rechtlicher Grenzbereich. So findet sich im Strafrecht der schöner Passus: "Eine Einwilligung zur Körperverletzung oder schweren Körperverletzung (mit Hilfsmitteln) ist nur dann möglich, wenn der Eingriff nicht sittenwidrig ist."
Sittenwidrigkeit ist glücklicherweise zwischenzeitlich bei realen SM-Spielen nicht mehr gegeben, wenn es jedem der Beteiligten möglich war, die Session abzubrechen, z.B. per Safeword.
Beim Thema SM-Jugendliche wird die Sache aber komplexer. Auch wenn die Gerichtsbarkeit sich in diesen Fällen mit einem Gutachten behelfen dürfte, ob der mögliche Angeklagte die Tragweite seiner Handlungen ueberblicken konnte, so klärt das evtl. reale Sessions, aber gerade im Internet können diese Fälle auch merkwürdige virtuelle Blüten treiben:
Wenn Harry und Sally, beide 17, oder noch schärfer formuliert, 15 Jahre alt, sich im Netz treffen, könnten sie bspw. eine Homepage mit Mitgliederbereich gründen. Nun könnte Harry pornographische Texte schreiben und Sally mit einer vom Taschengeld-Paragraph zu vertretenden Pocket Cam Nacktbilder von sich herstellen. Gleichzeitig könnten sie diese Pornographie im von der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Mitgliederbereich tauschen.
Stellt sich die Frage, ob eine mögliche Anklage auf "Besitz und Weitergabe von Pornographie an Jugendliche", gbf. sogar Kinderpornografie plädieren könnte, obwohl ja beide die Urheberrechte an den Texten und Bildern haben und keinerlei Mißbrauch stattgefunden hat. Der Tausch von Machwerken im Internet ist -je nach Inhalt- durchaus eine Weitergabe von harter Pornographie an Jugendliche.
Wie ist nun mit der möglichen Schuldfrage, aber auch mit der Intention von Harry & Sally umzugehen?
Man sieht , das Ganze ist reichlich vertrackt. Wahrscheinlich könnte man einen ganzen Sack an Grundsatzurteilen durchfechten und hätte immer noch keine vollständige Klarheit. Die SMJG hat sich aber zum Ziel gesteckt, einige der wesentlichen, wichtigen Fragen zu klären. Leider geht das nur schwer ohne fachliche Unterstützung, darüber wären wir noch sehr dankbar.
Prinzipiell haben wir uns vorgenommen, den Weg von BDSM Jugendlichen positiv zu betreuen und uns für eine Wandlung innerhalb der BDSM Szene einzusetzen.
So reagieren z.B. viele Stammtische, die sich mit Jugendlichen konfrontiert sehen, mit einer hitzigen Diskussion und der Einigung, aus Angst vor vermeintlichen Straftatbeständen und um des lieben Friedens willen , grundsätzlich keine Jugendlichen zuzulassen.
Gedient ist damit aber letztendlich niemandem, vor allem nicht den Jugendlichen, die sich zu Recht zurückgestossen und alleingelassen fühlen. Dabei spricht nach unserem Wissen nichts gegen Jugendliche bei Stammtischen, solange dabei den regulären Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes Sorge getragen wird.
Ein bisschen weniger Angst, statt dessen mehr Aufgeschlossenheit für Sachfragen zum Thema, wären eine gute Entwicklung. Wir werden diese in Kürze u.a. mit einem Leitfaden für BDSM-Gruppen unterstützen.
(c) die Initiative SMJG
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