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Leiden: Eine Geschichte von Abe
Ein hässliches Neubauhaus, zu viele Stockwerke, umgeben von anderen hässlichen Neubauten in einem Vorort von Berlin. Ich wollte so etwas nie wieder haben. Eine Wochenendbeziehung.
Du öffnest die Tür, ich komme in den Flur und wir fallen uns in die Arme. Herrliche Nähe, Wärme, Du ein kleines, zierliches Etwas, dass sich an mich kuschelt. Innehalten, Geniessen, Ankommen. Ich bringe Deine Haare in Unordnung, wühle mit den Händen darin herum; Du hasst das eigentlich, lässt mich aber gewähren. Ich weiss, dass Du das Gefühl magst, und wie so oft muss ich Dich zu Deinem kleinen Glück zwingen. Die Fassade der ordentlichen, kühlen, gestylten jungen Frau zeigt jetzt Risse, aber die Fassade ist mir sowieso egal. Ich bin verliebt in Dich, in die intelligente, schöne, harte Frau genauso wie in die kleine Fotze und Sklavin, zu der ich Dich manchmal mache.
Das Wort Liebe ist noch nie über unsere Lippen gekommen, aber wir sind auch beide seltsame Menschen. Unnahbar, Einsam, Stark, Suchend, nicht auf dieser Welt zuhause. Manchmal. Manchmal auch ganz anders. Aber verliebt sein, dass müsste gehen. Es ist flüchtiger als Liebe, es lässt einem Wege offen, die das Wort Liebe einem versperrt und doch könnte es alles sein. Es ist Samstag Nachmittag, die Geschäfte schließen bald und wir müssen uns noch in den vorweihnachtlichen Ameisenhaufen stürzen, in den sich die Straßen verwandelt haben. Man merkt, man ist in der Ostzone. Ein böses Wort, aber was soll man angesichts wasserstoffblonder, molliger Frauen in Buffaloes sagen ?
Wir treiben in dem Strom beladener Menschen durch die Geschäfte, kaufen Existenzielles, Nahrung. In einem Café setzen wir uns am Ende und wollen das Treiben draussen bei einem Milchkaffee geniessen. Inzwischen bin ich innerlich angekommen, und es setzt sich ein Gedanke in mir fest. Ich will Dich leiden sehen. Für mich. Wie noch nie zuvor. Ich will, dass Du Dich mir schenkst. Diesen Abend, ohne Grenzen. Flüsternd in Dein Ohr sage ich, was ich von Dir verlange. Es ist kein Befehl, ich bitte Dich nicht, es ist eine Frage. Du bleibst lange stumm und nickst dann. Ich reiche Dir wortlos Klammern, nicht die ganz harten, aber Deine Hasslieb-Kammern. Es sind Gewichte dran, und ich nicke kurz in Richtung der Toiletten. Du verschwindest und kommst schnell wieder. Du bleibst stumm, aber ich sehe das beginnende Leid in Deinen Augen, das, was ich so gerne sehen wollte. Du sollst den Kellner rufen und bezahlen. Du bist in einem Zustand zwischen Geilheit, Schmerz und auf dem Weg in ein ganz persönliches Universum.
Du redest dann nicht gerne, aber Du musst, wirfst mir einen bösen Blick zu und bezahlst schließlich. Der Weg zum Auto führt an einigen dunklen Hauseingängen vorbei, ich zerre Dich in einen und lasse mir Deine Brüste zeigen. Es sieht schön aus. Deine Brüste natürlich, die Klammern mit den harten Metallzähnen, aber ich gucke am liebsten auf Deine Augen. Groß, leidend.
Zuhause. Ich bestelle Dich nackt ins Wohnzimmer. Auf allen Vieren, mit Halsband, Arm- und Fussfesseln und natürlich schwarzen Nylons. Auf dem Sofa warte ich, Du verharrst vor mir. Den Kopf gesenkt. Ich lasse Dich einfach knien, mein Blick gleitet über Dich. Dein Kopf gesenkt, das Haar verwuschelt, ein schlanker Rücken, die sehr schmale Taille, Dein Einladend praller Hintern, Deine Beine, Füsse in den schwarzen Strümpfen. Mein Fetisch, ich liebe es, Deine Füsse in den Nylons anzusehen. Schwarz , durchsichtig, mit verstärkter Spitze. Gott weiss, woher ich diesen Fetisch habe. Ich streiche über Deinen Rücken, greife Dir zwischen dir Beine, Nass. Flüsternd ins Ohr, dass ich Dich verdammt lieb habe. Es ist nicht nur die Erregung, ich habe Dich nicht nur lieb, wenn Du meine Sklavin bist, es ist ein sehr warmes Gefühl im Bauch. Ich möchte, dass Du dass weißt, dass das, was ich mit Dir machen werde, nicht nur an Dir mache, sondern mit Dir. Für uns. Beide.
Du sagst leise, dass die Brustklammern sehr wehtun. Ich nehme sie Dir ab und Du stöhnst laut auf, vergräbst Deinen Kopf. Aufrecht kniend vor mir. Du hast den Schmerz gerade überwunden. Ich befehle Dir, mir in die Augen zu gucken und setze Dir die Klammern wieder an. Um 90 Grad verdreht, ich weiss, dass es unglaublich wehtut. Du wendest Dich ab, krümmst Dich zusammen, ich reisse Dich hoch und gebe Dir eine Ohrfeige. Du kleine Fotze, habe ich Dir nicht gesagt, dass Du mich angucken sollst? Stille. Du redest nicht. Du bist schön, wenn Du leidest. Ich streiche Dir sanft über Dein Haar, Du guckst mich dankbar an. Meine Erregung will heraus, Ich lasse mich von Dir Oral bedienen, dabei bist Du mit Klammern und Gewichten übersäht, ich greife Dir nur sehr selten zwischen die Beine, ich will, dass Du wirkliche Schmerzen hast, wenn Du mir Lust zufügst. Du sollst lernen, dass es Momente gibt, in denen Du aus Löchern bestehst, die nur dazu da sind, benutzt zu werden und einem Körper, der nur dazu da ist, gefoltert zu werden. Du bist so schön, wenn Du leidest. Leise, in Dein Ohr geflüstert. Das Leid in Deinem Gesicht, in Deinen Augen teilt mich entzwei. Einerseits die grenzenlose Erregung, andererseits die grenzenlos liebevollen Gefühle Dir gegenüber. Du erkennst meine Worte fälschlicherweise als eine Entschärfung an, lässt in Deinen Bewegungen nach, kauerst Dich zu meinen Füssen zusammen. Ich reisse Dich hoch und gebe Dir eine weitere Ohrfeige. Du dumme Fotze, habe ich Dir erlaubt aufzuhören?? Habe ich??!! Du schüttelst stumm den Kopf. Nur wenig, ansatzweise. Du weißt, Dein Ungehorsam bedeutet Strafe.
Ich lasse Dich in der Ecke kauern. Die Klammern sind noch an Dir. Du ahnst, was jetzt kommt, ich werde Dich züchtigen. Zwei Peitschen, eine kleine, die großflächig rötet, und eine lange, die einzelne Striemen macht. Abwechselnd. Unvorhergesehen. Ich will Dich so leidend machen wie nie zuvor. Ich lasse mir Zeit, es soll Dir unendlich vorkommen. Ich bin wieder einmal zwiegespalten. Ein kleiner Teil von mir fühlt genau dass, was Du fühlst. Beneidet Dich darum, fühlt die brennenden Schmerzen und die leise Lust daran. Der andere will Dich benutzen und sich an Deinem Leid weiden. Als ich aufhöre, denkst Du, es ist zu Ende. Aber Du hast Dich mir geschenkt, und ich will es Dich spüren lassen. Ein Hundenapf, Deiner, klein, Edelstahl. Mein Sperma darin. Du musst ihn sauberlecken und zierst Dich. Heute gibt es aber kein Entgegenkommen, ich peitsche Dich so lange, bis Du es schließlich tust.
Entspannung, danach. Du darfst mir die Füsse lecken, massieren, küssen. Nach kurzer Zeit bekommst Du dann, was Du die ganze Zeit stumm verlangt hast. Ich werfe Dich auf das Bett, halte Dir den Mund zu und benutze Dich. Es ist hart und brutal, aber Du geniesst es. Ich spüre, wie Du mehrmals kommst, aber Du musst aushalten, bis ich fertig bin.
Karl liegt zwischen uns. Im Bett. Ich lese Euch beiden vor, aus der grünen Wolke von A.S. Neill. Du kuschelst Dich an mich, und ich bin der glücklichste Mensch der Welt. Dir scheint es auch gut zu gehen. Nichts erinnert an die Exzesse von vorhin. Striemen auf Dir, der Hundenapf vor dem Bett sind nur marginale Anzeichen, die eigentlich nicht zählen. Karl hat unsere Erklärungen verstanden, hoffe ich. Ich habe ihm erklärt, dass sich Menschen, die sich gerne haben, manchmal seltsam verhalten. Dass sich Menschen ihre Zuneigung manchmal mit Handlungen zeigen, die andere Menschen als pervers abstempeln. Nicht der Norm entsprechend. Ich glaube, Karl hat es verstanden, weil er selber in vielen Punkten nicht der menschlichen Norm entspricht. Welcher Mensch hat schon ein Braun-Schwarz gepunktetes Plüschfell und eine Wärmflasche im Bauch eingenäht?
(c) Abe
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