Spacer Spielzeug, das SMer Herzen begehrt:
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SM City Tipp 10


LONDON
vorgestellt von Uwe

Fetischhauptstadt London: London wird oft als die Fetisch-Hauptstadt schlechthin bezeichnet. Und tatsächlich ist das Angebot an Parties und Läden überwältigend. Wenn man freilich bedenkt, dass London selbst etwa acht Millionen und das Einzugsgebiet etwa 12 Millionen Einwohner hat, dann stellt man fest, dass die Szene so überdimensional groß auch wieder nicht ist und dass auch hier die Welt im Grunde ein Dorf ist, in dem man sich kennt und genau weiß, er gerade mit wem... . Dennoch reicht’s, um „Otto-Normal-Perversen“ vom Festland mit offenem Mund irgendwo in Soho stehen zu lassen ob des Gebotenen.

Wer erste Kontakte sucht, wird sich etwas schwer tun. Zwar sind die britischen Fetischisten und S/Mler höfliche und recht zugängliche Leute. Nur finden muss man sie zuerst einmal. Und das erweist sich als gar nicht so einfach, zumal es Gesprächsgruppen, Stammtische und Vereine, bei denen man einfach auftauchen kann, wie im deutschsprachigen Raum kaum gibt. In London wird die Szene vielmehr von Designern, DJs, Performern bestimmt. Die schmeißen die Parties, auf denen man Seinesgleichen findet. Entsprechend den Machern daher auch die wesentlichsten Unterschiede zur deutschsprachigen Szene: bedeutend jüngeres Publikum, viel spektakulärere Outfits, Musik immer haarscharf am Puls der Zeit (wer mit Hardhouse, Trance, usw. nix am Hut hat, hat’s schwer, ein stilles Plätzchen zu finden), eine viel größere Vermischung mit Bodyperformern, gewöhnungsbedürftige Performances; Wer sich einen gediegenen Überblick verschaffen will, dem sei folgender Link empfohlen: www.londonfetishscene.com Ebenfalls kompetente Auskunft, was so läuft, (und oft auch Tickets) bekommt man in den meisten Shops.

SM Szene

Und auch hier ist wieder feststellbar, dass einige Wenige die Szene dominieren. Allen voran die DJs David und Allen, die 1990 den weltberühmten Torture Garden ins Leben gerufen haben. Sie veranstalten praktisch monatlich ein bis zwei Parties, die in einem Großteil von Deutschland wohl als sehr groß bezeichnet würden. So kommen zu einem regulären TG meist zwischen 900 und 1300 Menschen. Und das an einem gewöhnlichen Donnerstag. Einige der bekanntesten Locations sind/waren The Mass, Ministery of Sound, Elektrowerkz, Sahara. Außerdem geht TG auch gerne auf Reisen. Innerhalb und außerhalb von Großbritannien (New York, Moskau, Tokyo) . Wer mehr über TG wissen will: www.torturegarden.com

Der Name in London in Sachen Magazin und Party ist natürlich Skin Two. Wer wissen will, was in der Szene demnächst Hip sein wird, der muss dieses Heft (oder die Schmalspurversion Latextra) einfach lesen. Einzig in Sachen eigenem Kleidungs-Design ist’s in den letzten Jahren nicht so gelaufen. Während sich andere Firmen in lichte Höhen aufschwangen, dümpelte das Geschäft des Latex-Labesl Skin Two und der Lack-Marke Wild Designs so dahin. Die Produktion wurde im Sommer 2004 eingestellt. Einmal im Jahr (im Herbst) organisiert Skin Two (gemeinsam mit TG, aber zu dem später) das Megaevent, das Rubberball-Weekend. Vier bis fünf Tage, die jedes Fetischisten- und S/Mler-Herz rasen lassen: Workshops, Ausstellungen, Parties, Dinner im Outfit, Filme, Kabarett und schließlich als Höhepunkt der Rubberball selbst. Wer hier mitmischen will, der benötigt eine ordentliche Kondition, einen prall gefüllten Kleiderkasten und sehr viel Kleingeld. Denn so ein ausgedehntes Wochenende geht ins Geld. Andererseits ist es jede Reise wert. Egal, ob man sich etwas einschlägig bilden möchte, auf der zweitägigen Messe mit etwa 100 verschiedenen Ausstellern ein Schnäppchen (ist bei dem Pfundkurs relativ) ergattern, nebenbei nette Leute kennen lernen oder beim Rubberball ein Fest für die Sinne erleben möchte. Die Homepage, eine Online-Version des Magazins, findet sich unter www.skintwo.com

Ziemlich neu in der Club-Szene ist Subversion. Party ist jeden ersten Samstag im Monat: www.clubsubversion.com im Jacks, Crucifix Lane, London Bridge SE1. Zur Qualität der Parties kann ich nichts sagen. Lediglich, dass die Veranstalter nette Leute sind. Eine ganze Reihe von Veranstaltungen bietet auch der Club Wicked. Wobei diese teils nicht in London selbst stattfinden, sondern im Wicked Manor. Eigens gemietete Busse dorthin verkehren aber vom Sahara in Kings Cross.

Ideal, um in die Londoner Szene einzusteigen, ist der Club RUB. Nicht so groß, wie die TG-Feten, stets unter einem anderen Motto. Ein Club, bei dem man das Gefühl hat, es ist immer ein Augenzwinkern mit dabei. Gegründet von Kim, die sich damit einen Club geschaffen hat, ganz so, wie sie ihn selbst gerne besucht. Parties finden immer um die Monatsmitte statt. Infos: Club R.U.B, Dukes, 18-22 Hounsditch, London EC3 www.club-rub.com

Regelmäßige Veranstaltungen für Schwule und Lesben machen die Clubber von Fist. Da ich dieser Gruppe nicht angehöre, kann ich hier keinen Erfahrungsbericht abgeben;-) Aber als erste Anlaufstelle soll Euch die Internet-Adresse dienen: www.fist.co.uk . Men only heißt es bei GUMMI. Die Herren veranstalten monatlich Parties. Erlebnisbericht fehlt aus obigen Gründen.

SM-Gruppen

Zwei Organisationen seien hier aber doch noch erwähnt, die nicht unmittelbar zu den Veranstaltern gehören. Einmal SM Pride. Diese Initiative veranstaltet einmal jährlich einen großen Umzug, um zu mehr Toleranz für Fetischisten, S/Mler, TGs, TVs, Schwule, Lesben, usw. aufzufordern. Diese Personen stellen bei den großen Parties (zB manchmal beim TG) eine Art Perv-Police, die auf Stil, SSC usw. achtet. Ich durfte den Herren auch schon mal meine Kameras anvertrauen, weil sie einfach nicht glauben wollten, dass ich im Dungeon keine Pix schießen würde;-)

Außerdem sei noch der Spanner Trust, eine Stiftung, erwähnt. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit den juristischen Problemen, die seit dem Spanner Fall (eine Gruppe homosexueller S/Mler wurde angeklagt und verurteilt, obwohl deren Spiele im gegenseitigen Einvernehmen stattgefunden hatte) auf englische Pervs so zukommen können. Daneben gibt es noch etliche Munches, die am ehesten mit unseren Stammtischen zu vergleichen sind. ZB in Chiswick, ganz im Westen von London.

Shopping

Mag London vielleicht für Partygeher, die lieber zur Sache gehen, nicht ganz das ideale Pflaster sein, so ist es für Shopper jeder Richtung uneingeschränkt empfehlbar. Ein Paradies, wenn auch ein sehr teures. Noch ein kleiner Tipp, der fürs Sightseeing ebenso gilt, wie für die Suche nach der richtigen Fetisch-Adresse: Eine unschätzbare Hilfe ist A-Z Mini London, ein Stadtplan in Buchform mit allen Straßen. Ohne den ist man speziell außerhalb des Stadtkerns verloren. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Wer wirklich nur für kurze Zeit in London ist und Anderes als Lack, Leder, Peitschen und Fesseln auch noch im Sinn hat, dem sei einfach ein Besuch bei Paradiso empfohlen. An dem Laden kommt man nämlich sowieso nicht vorbei, wenn man durch die Hauptstraßen von Soho bummelt. Eigentlich sind es zwei Geschäfte in unmittelbarer Nachbarschaft, die speziell auf dem Outfit-Sektor alles bieten, was das Herz begehrt. (Bei Toys vielleicht etwas weniger.) Außerdem gibt es bei Paradiso immer die neuesten Infos in Sachen Nightlife und meist auch gleich die Karten zu den Events. Allerdings hat die zentrale Lage ihren Preis. Denn billig ist bei Paradiso einfach gar nichts. Old Compton Street 41 (und Dean Street 60)

Schräg über die Straße und ebenfalls empfehlenswert ist Clone Zone. Eigentlich ein Geschäft einer Schwulenkette. Im Keller gibt es da ganz tolle Spielsachen für Jungs (die natürlich großteils auch Mädels benutzen können). Außerdem gibt es noch ein paar andere interessante Geschäfte (Sexshops, Buchläden) in der Compton und Brewerstreet.

Die meisten Hersteller und Top-Adressen für Fetischisten und S/Mler findet man freilich nicht im Zentrum, sondern in den verschiedensten Stadtteilen und oft in recht abenteuerlichen und abgelegenen Ecken.

Eine größere Ansammlung von guten Läden gibt es in Stables Market, Chalk Farm Road. In alten Lagern und teils in den Viadukten der U- und S-Bahn finden sich Breathless und Fairy Goth Mother. Außerdem gibt es dort einen hervorragenden Armyshop, der zu erträglichen Preisen auch die tollsten britischen Gardeuniformen verkauft. Und sonst noch allerlei Geschäfte mit hochhackigen Stiefeln, Piercingschmuck, usw. Besonders empfohlen für Cybergoths sei noch Cyberdog. Schon allein wegen des Shopdesigns (das man leider nicht fotografieren darf).

Seit September 2001 haben sich in der Holloway Road House of Harlot und Fettered Pleasure angesiedelt. Beide Firmen bieten ein Höchstmaß an Qualität zu sehr gehobenen Preisen. House of Harlot um Chef Robin Archer ist der Hersteller von Designer-Latexkleidung schlechthin. Für Fetters kann man das selbe im Bereich der Toys und Tools sagen. Einige Meter von den beiden Shops weg auf der selben Straßenseite befindet sich außerdem noch Zeitgeist. House of Harlot, 88-90 Holloway Road, Fettered Pleasure, Holloway Road 90 (Achtung, nicht verwirren lassen, es gibt diese Hausnummern auch auf der anderen Straßenseite irgendwo.) Und nochmals etwas weiter ist die Little Shoe Box.

Von dort ist es auch nicht weit bis in Tony Blairs Heimatstadtteil Islington. Aber nicht nur das. Dort befindet sich auch der Schwulen-S/M-Shop schlechthin: Regulation; Eine Lagerhalle mit allem, was sich S/M-Schwule so erträumen: Lederklamotten, Uniformen, wirklich schwere Gummioutfits (Watstiefel, Gasmasken, Chemiehandschuhe, Schlafsäcke,...), Babyklamotten, härtestes Bondage-Equipment in einer Fülle, die’s sonst einfach nirgendwo gibt. Etwas schwierig ist allerdings, den Weg zu finden und dann auch noch hineinzukommen ins Paradies. Beim St. Albans Place (17a) handelt es sich nämlich nicht um einen Platz, sondern in Wahrheit um ein klitzekleines Gässchen. Am Tor der Lagerhalle muss man klingeln, wird durch eine Kamera beäugt und findet dann (vielleicht) Einlass.

Außerdem gibt es in Islington ganz vorzügliche Restaurants mit Küche aus fast allen Erdteilen und einen ganz tollen Antiquitätenmarkt. Aber das nur so am Rande, denn dazu sind wir ja nicht da.

Ebenfalls recht bekannt vor allem wegen des Versandhandels ist Honour unweit der Waterloo Station, 86 Lower Marsh. Von außen ein völlig unscheinbarer Laden auf einer Art Marktstraße/Fußgängerzone, an dem man gerne vorbei läuft. Innen allerdings hauptsächlich Gummi auf zwei Etagen. Enge Räume, die bis zum Bersten gefüllt sind. Und erst der Geruch!

Um schließlich noch einen Tipp abzugeben, der auch für schmalere Brieftaschen taugt: An jedem ersten Sonntagnachmittag (11-17 Uhr) im Monat findet die London Fetish Fair (LFF). Im Shillibeers, einem großen Pub im Nordosten Londons. Dort bieten meist so um die 30 Aussteller ihre Sachen an, teils echt gute Sachen zu günstigen Preisen. Das in gemütlicher Atmosphäre, bei traditionellem britischem Sonntagsbraten und Bier. Shillibeers, North Road, N7 4EF

Neu seit Sommer 2004 ist die Kombination von Kaffee und S/M: Coffe, Cake & Kink liegt in der trendigen Gegend von Covent Garden. Ein kleines Kaffee, in dem es keine Massenware gibt. Weder gastronomisch, noch in Sachen S/M. Wechselnde Ausstellungen bekannterer und unbekannter Künstler, dazu zahlreiche Literatur zum Schmökern und Kaufen. Im Keller rote Plüschsofas, auf denen man sich einem „Mind-Trip“ hingeben kann, wie es Besitzer Allen formuliert. Der übrigens auch für ein sehr hilfreiches Instrument für einschlägige London-Besucher verantwortlich zeichnet: einen Fetisch-Stadtplan. 61 Endell Street, www.coffeecakeandkink.com

Tja, und dann gäbe es da natürlich noch ein gutes Dutzend an Pervy-Adressen, die vermutlich allesamt eine Fahrt kreuz und quer durch London Wert sind. Aber dazu müsste man wohl in dieser Stadt leben ;-)))

Dennoch: Allen Reisenden viel Spaß beim Shoppen und Party-Going!
(c) Uwe

 

 

 
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