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Fetischist? Hedonist? - Eine lustschwelgender Beitrag von Axel
Ja, axel, nun sitzt Du hier und grübelst! Eigentlich eine klare Sache, eindeutige Aufforderung, eindeutige Ausführung: "Axel, schreib' doch mal etwas über Deinen Fetisch". Ja, eigentlich...
Der Rechner heißt "Inspiron", hat aber auch nicht wirklich etwas mit Inspiration zu tun. Vielleicht mache ich es mir auch ganz einfach und schreibe: "Liebe Andrea, mein Fetisch ist Bügelwäsche". Aber: nachher glaubt Sie mir das und denkt: Klar, mache ich axel mal eine Freude!" Und beim nächstem Mal stehe ich dann vor einem Gabentisch, der mich doch auf ganz merkwürdige Art und Weise an ein Bügelbrett erinnert. Und mein E-Mail-Fach voller virtueller Bügelwäsche? Nee!
Und gerade wir subs halten uns doch gerne vorsichtig bedeckt, wissen wir doch, dass alles was wir sagen gegen uns verwendet werden kann. Nun denn. Doch wie vorgehen? Analytisch? Schreibe ich eine Glosse? Oder doch eher sachlich nüchtern? Nein, axel schreibt einfach, wie er denkt, nicht bierernst, aber doch auch nicht veralbernd. Schließlich handelt es sich um einen Teil von mir, den ich sehr genieße und mag. Ich will aber auch nicht all zu viel analysieren, schließlich denke ich ja auch nicht drüber nach, warum ich immer zuerst die schön eingepackten Pralinen verschlinge, es ist ganz einfach so! Nein, klar denken - aus dem Bauch heraus. Und ich hoffe, dass ich die Gedanken, die mir so auf einmal durch Kopf und Bauch flitzen auch schnell genug schreiben kann, ist nicht so einfach mit den Händen in ledernen Fesseln. DANKE ANDREA! Tolle Arbeitsbedingungen bei LustSchmerz! Gewerkschaft!
Aber es ist ein schönes Bild - gefesselte Hände ruhelos auf der Tastatur, doch die Gedanken sind frei und ungezwungen, hier haben sie Raum. Überlege ich doch erstmal, ob ich denn überhaupt ein Fetischist bin. Nachher sagt die große Gemeinde: "Noch so ein Ahnungsloser! Hätte er doch bloß für eine große deutsche Tageszeitung geschrieben!" Meyers schlaues Lexikon versteht also unter Fetischismus das "krankhafte Übertragen des Geschlechtstriebes auf Gegenstände" und versteht unter einem Fetisch einen "magischen Gegenstand, Götzenbild". Übertragen? Habe ich Herpes oder was? Götzenbild? Sehe ich in das Handelsblatt, so stelle ich fest, dass doch viele Menschen das Geld anbeten. Deutschland, ein Volk von Fetischisten? Na prima! So geht's also nicht.
Schreibe ich doch einfach, was mich erregt, wo ich sage, "Oh Mann! Wer soll das aushalten?" Sag ich einfach mal meine Meinung. Ich "sach ma so..."
Ich sach maso? Klar auch, aber das soll heute nicht das Thema sein. Sonst sagt Andrea noch: "Thema verfehlt, 6 - aber auf jede Seite!" Ich mag alle die Dinge, die eine Frau sehr feminin aussehen lassen. Das Farbspiel hochwertiger Strümpfe an schönen weiblichen Beinen, das Schimmern roten Nagellacks durch schwarzes Nylon. Und wenn diese Beine dann noch in hohen Pumps stecken, wer wird denn da nicht wild? Manchmal möchte ich eine Frau nur ansprechen und ihr sagen, dass ich sie für ausgesprochen attraktiv halte. Aber dann gilt man schon wieder als plumper Anbaggerer. Mal eine Frage an die Frauen zwischendurch, nur mal so: Wisst Ihr eigentlich, was Ihr da anrichtet? Wir Männer schalten doch sofort von CPU auf Joystick! Klar wisst Ihr das, würdet Ihr doch sonst nicht machen!
Was ich auch sehr schön finde, ist das weibliche Make up. Neulich hörte ich das Ergebnis einer Befragung, wonach die meisten Männer dies nicht mögen. Kann ich gar nicht glauben! Warum treffe ich dann so viele Männer in Kontakthöfen, bei den schön geschminkten Frauen? Weiß eigentlich jemand, wie viel eine Prostituierte zur "Werterhaltung" aufwenden muss? Ich merke, ich schweife ab, kurzer Gruß an Madame Cartier und zurück zum Thema.
Die Sehnsucht nach sehr gepflegten Frauen ist mir durch eine Besuch bei einer Prostituierten aufgefallen. Solch eine glatte weiche Haut hatte ich vorher noch nie berühren dürfen. Erregend schön! Und der Duft. Auch Männer sind nicht nur optisch beeinflussbar, auch Düfte können wahnsinnig erregend sein: Frauen, die Ihre Strümpfe nach dem Waschen parfümieren, sind doch einfach hinterhältige Biester! Abends, wenn Mann die Füße dann mal küssen darf, der feine Ledergeruch der Schuhe verbunden mit der Mischung aus Parfüm und dem natürlich weiblichen Geruch... Gewährte Fußküsse sind einfach eine Gnade. Und dann der rote Nagel-lack, samtig durch Nylon schimmernd.... Ach ja, sagte ich ja bereits. Und dieser nur andeutungsweise sichtbare Zehenansatz in Pumps. Wisst Ihr was ich meine? Ja, genau die kleine Stelle, die so verdammt viel Ähnlichkeit mit dem weiblichen Brustansatz hat, den ein schön geschnittenes oder geknöpftes Shirt offenbart.
Die absolute Steigerung des Wahnsinns erreichen Frauen dann bei mir, wenn die Strümpfe dann auch noch hochglänzend sind, einfach irre. Überhaupt mag ich Stoffe, die verführerisch glänzen und mehr erraten lassen, als sie zeigen. Als Beispiel sei Chiffon genannt, es verleiht der Frau etwas Unnahbares, obwohl es doch einiges zeigt und vieles ahnen lässt. Früher trug auch ich Kleidung aus solchen Materialien, hielt mich aber nicht für einen Damenwäscheträger. Ich genoss zu gleichen Teilen die Leichtigkeit und das Weiche des Stoffes sowie das angenehme Gefühl auf der Haut (wer gelegentlich Strümpfe unter Jeans trägt, weiß wovon ich spreche). Doch seitdem die Hersteller von Herrenunterwäsche erkannt haben, dass Männer nicht nur Doppelripp lieben und Frauen gerne auch was für den optischen Genuss haben, investiere ich einiges an Geld in Unterwäsche. Herrliche Sachen aus Tactel, weich fließend, dem Körper schmeichelnd. Ich tue damit morgens etwas Gutes für mich, es verleiht Körpergefühl und Selbstbewusstsein, auch ohne ein ausgesprochener Adonis zu sein. Vielleicht haben oben genannte Hersteller ja jetzt auch Fetischisten in der F+E sitzen, F+E also nicht "Forschung und Entwicklung" sondern "Fetisch und Erregung"?
Wenn das also Fetischismus ist, bin ich liebend gerne einer - und wenn es nicht so ist auch und dann erst recht! Heute trage ich als Fetischkleidung gelegentlich sehr enge Kleidung von "zoom-bizarre" und sehr enge Korsetts. Ich genieße die Enge und die Korrektur der Körperhaltung. Nebenbei hat ein Korsett auch sehr praktische Aspekte, denn es zwingt zu einer sehr geraden und aufrechten Körperhaltung. Wer wie ich den ganzen Tag am Schreibtisch verbringt, wird abends bald keine Rückenschmerzen verspüren. Es gibt noch sehr viele Dinge, die mich erotisieren und in Spiellaune bringen. Doch könnte das leicht zu einer längeren Abhandlung führen. Lese ich im Forum den Thread zum entsprechenden Thema könnte ich jedenfalls häufig rufen: "He hallo! Ich auch!"
So, liebe Liebenden, wollen wir das ganze mal nicht ausufern lassen, wird sonst zuviel und langweilig. Ja bin ich denn nun Fetischist? Oder Genießer? Wobei das Wort "oder" mit seiner ausschließenden Bedeutung hier doch völlig fehl am Platze ist. Fetischisten sind Genießer, sie genießen eben etwas intensiver. Die Lücke zwischen Fetischismus und Hedonismus ist jedenfalls gering. Und wer bezeichnet Hedonisten als krank? Vielleicht bin ich ja sogar genussüchtig? Na dann mal her mit den entsprechenden Drogen!
Ich fühle mich sehr gesund, krank wäre es, wenn ich ohne meine Fetische keine sexuellen Freuden mehr verspüren könnte, aber die verspüre ich sehr deutlich! Und gemäß der Definition der WHO bedeutet krank sein ja auch leiden. Leiden? Ach, schon wieder ein ganz anderes Thema... Und zu Weihnachten wünsche ich mir doch ein Ärmelbrett! ANDREA!!!
(c) axel
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