Spacer Spielzeug, das SMer Herzen begehrt:
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Sag mal, Nobra...


Was lässt sich eigentlich Wissenswertes über Vibratoren sagen? Jede Menge, wie unser Redakteur Extensis im Gespräch mit Nobra, einer Herstellerin handgearbeiteter Vibratoren herausfand:

LS: Inzwischen gibt es die unterschiedlichsten Materialien für Vibratoren, z.B. Jelly, Plastik, Silikon, Gummi. Ist das jetzt nur eine Geschmacksfrage, oder sollte man auf bestimmte Materialien achten? Kann es zu Hautreizungen oder Allergien kommen?

Nobra: Hautreizungen und Allergien könnten vor allem mit vernickelten Hartplastik-Vibratoren auftreten. Das sind die mit ‚Gold-Auflage'. Auch Gummi (Latex) kann manchmal Allergien auslösen. Bei Jelly können Hautreizungen auftreten, die auf die Verunreinigungen des Materials (Reste von Lösungsmitteln etc.) zurückzuführen sind. Silikon ist dagegen unbedenklich, sofern es sich um die gute ‚additionsvernetzende, platinbeschleunigte' Sorte handelt. Andere Silikon-Arten haben einen mehr oder weniger starken Geruch und sind daran zu erkennen.

LS: Wie sieht es mit der Haltbarkeit von Vibratoren aus?

Nobra: Sehr unterschiedlich; meistens aber schlecht bei den üblichen Sachen aus den Shops, auch den teureren. Besonders die mit zusätzlichem Wackelmechanismus und extra Klitorisreizer sind sehr anfällig.

LS: Wie kann man gesundheitsschädliche Dildos erkennen? Es steht ja meist keine Inhaltsstoff-Deklaration drauf.

Nobra: Am besten erkennt man gesundheitsschädliche Spielzeuge am Geruch. ‚Jelly' stinkt meist heftig nach Chemie und ist grundsätzlich gesundheitsschädlich, denn es handelt sich dabei aus PVC mit bis zu 30% sogenannten ‚Phtalaten' als Weichmacher. Phtalate haben eine Hormon-ähnliche chemische Struktur, werden durch die Schleimhäute aufgenommen und stehen im Verdacht Unfruchtbarkeit und Krebs zu verursachen!

Außerdem enthält Jelly immer Reste von Lösungsmitteln wie Toluol usw. sowie unterschiedliche unerwünschte Nebenprodukte der PVC-Reaktion, das gilt vor allem für Spielzeuge aus Fernost, wo unter teilweise abenteuerlichen Verhältnissen der Stoff zusammengeköchelt wird. Aus offenen Töpfen schwelen dort giftige Dämpfe, wodurch die mittlere Lebenserwartung der dort Beschäftigten typischerweise nur bei zehn Jahren liegt.

LS: Paßt jeder Vibrator für jede Frau? Wie findet man die richtige Größe heraus?

Nobra: Da gibt es natürlich Unterschiede. Man kann z.B. eine Salatgurke so lange zurechtschnitzen, bis sie paßt und dann die Größe nachmessen.

LS: Spielt die Größe eine Rolle? Oder welches Kriterium ist für einen guten Vibrator wichtig?

Nobra: Kommt auf die Verwendung an. Für ausschließliche Klitorisreizung ist ein billiger Hartplastik-Vibrator wahrscheinlich am Besten geeignet, weil die schwachen Schwingungen nicht auch noch abgedämpft werden. Dabei ist die Größe dann relativ unwichtig. Bei Spielzeugen, die hauptsächlich als Dildo, also zum Einführen benutzt werden, ist die Größe und Form natürlich viel wichtiger.

LS: Was unterscheidet Ihr Produkt von den günstigen Geräten aus dem Sex-Shop?

Nobra: Unsere Spielzeuge haben eine sehr starke, dabei aber angenehm langsame, durchdringende Schwingung. Die kommt von dem starken 12 Volt Antrieb mit schwerer Schwungmasse, den wir extra selbst präparieren. In den sonstigen Spielzeugen kommt ausschließlich ein schwacher 3-Volt-Antrieb mit nur leichter Schwungmasse zum Einsatz, weshalb die auch nur so ein leichtes Kribbeln zustandebringen. Dieses Kribbeln ist nur punktuell spürbar und wird oft als eher unangenehm empfunden. Außerdem machen die gewöhnlichen Toys typischerweise einen Riesenlärm, unsere sind sehr leise.

Durch unser besonderes Verfahren ohne Gußform erreichen wir eine besonders schöne Optik und vor allem spiegelblanke Oberflächen. So eine glatte Oberfläche flutscht entsprechend prima. Außerdem sind unsere Spielzeuge durchgehend aus Silikon gefertigt und sind daher sehr flexibel und elastisch. Wir fertigen unsere Spielzeuge in Handarbeit; es stecken mindestens drei Stunden Arbeitszeit in jedem Exemplar.

LS: Wie reinigt man einen Vibrator am besten? Wie sollte man ihn aufbewahren?

Nobra: Das ist, je nach Material, unterschiedlich. Unsere Vibratoren sind schon durch Abspülen mit Wasser schon wieder sauber, andere mit stumpfer Oberfläche sollte man schon ausgiebiger reinigen. (Beispielsweise mit einer milden Seifenlauge, Anm. d. Autors) Aufbewahren am besten trocken und staubfrei.

LS: Gibt es auch Vibratoren, die man in der Badewanne oder unter der Dusche verwenden kann?

Nobra: Ja, beispielsweise unsere Modelle. Außerdem gibt es noch ein paar Billig-Angebote, die sich angeblich unter Wasser benutzen lassen, doch wer weiß, ob die halten, was sie versprechen. Die sind aber meist auch nur in dem schlechten Jelly erhältlich und von daher schon nicht empfehlenswert.

LS: Gibt es etwas, auf das man beim Spiel mit dem Vibrator achten soll?

Nobra: Hmm, vielleicht daß, vor allem wenn ‚er' ‚sie' damit verwöhnt, er nicht zu heftig und schnell damit vorgeht, die nötige Feuchtigkeit und Entspanntheit muß sein, genau wie beim normalen Liebesakt!

LS: Die Wahl des richtigen Vibrators ist anscheinend nicht ganz so leicht; und auch wenn es sich natürlich, wie auch bei den hier dargestellten Kriterien, um ganz subjektive und persönliche Einschätzungen handelt, sollte man sich bei der Auswahl doch mehr von den gesundheitlich wichtigen Punkten leiten lassen als von den verkaufsfördernden Beschreibungen auf den Blisterpacks in den ‚Spielzeugläden'.

Denn "natürlich brauchst" du keinen Vibrator. Du brauchst auch keinen Spaß zu haben. Du brauchst keine phantastischen Empfindungen und Abenteuer. Mit ein bißchen Wasser und Siebenkornbrot kommst du vermutlich auch ganz gut über die Runden" wird die amerikanische Sexpertin Susie Bright in ‚Lauras Spielzeugschatulle' zitiert. Und irgendwie ist da was dran, aber ich bin auf jeden Fall kein Fan von Siebenkornbrot...

Das Gespräch führte Extensis.

 

 

 
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