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SM, Beziehung, Sex, Liebe....
ein Beitrag von Ruggero
Ich erlebe BEZIEHUNG als etwas zwischen zwei Menschen. Ich denke Beziehung funktioniert am Besten, wenn beide Partner den anderen so lassen können wie er ist. Ich fühle mich in einer Beziehung wohl, wenn jeder für sich gut stehen kann und die Beziehung getragen ist vom Respekt vor der Einzigartigkeit des anderen.
Die Interaktionen bleiben spannend und aufregend, wenn die Erwartungen gering sind. Ich habe oft erlebt, daß die Beziehung zu mir selbst sich in den Beziehungen zu anderen spiegelt.
Beziehung lebt in der Kommunikation zwischen zwei Menschen. Es ist die Qualität von Kommunikation, die die Qualität der Beziehung ausmacht.
Am meisten hat es meinen Beziehungen geschadet, wenn meine Kommunkation nicht integer war: wenn, was ich sagte und was ich tat, nicht dasselbe waren.
LIEBE hat keine Definition. Liebe ist etwas das ich nicht verstehe. Liebe ist größer als ich. Sie umfaßt mich, trägt mich. Ich kann Ihren Lauf nicht ändern. Wenn ich klug bin, beuge ich mich Ihr in Demut.
Ich fühle, daß ich andere nicht mehr LIEBEN kann als mich selbst. Wenn ich meine Gefühle nicht mit Respekt behandle, kann ich es auch bei anderen nicht tun. Wenn ich mich selbst nicht so nehme wie ich bin und über meine Macken nicht liebevoll schmunzele, verzeihe ich anderen Ihre Fehler auch nicht.
Ich habe, als ich jünger war, oft lieben und brauchen verwechselt. Ich habe gesagt: "Ich liebe Dich" und gemeint: "Ich finde Dich toll und ich möchte, daß Du bei mir bleibst."
Das ist nicht lieben. Ich fühle meine Liebe, wenn ich andere so anerkennen kann wie sie sind, egal ob es mir nützt oder nicht. Ich fühle meine Liebe, wenn ich einfach dankbar und stille sein kann mit dem was ist. Oft genug gelingt mir das nicht.
Oft bin ich voller BEDÜRFNISSE. Ich brauche Anerkennung und Zuwendung. Ich möchte bestätigt und bemerkt werden. Und natürlich brauche ich Wärme, Schutz, Nahrung, Trinken und Luft zum Atmen. Diese materiellen Bedürfnisse sind aber gar nicht real in Gefahr, und die emotionalen gestehe ich mir nicht immer ein.
In vielen meiner Beziehungen gibt es einen Marktplatz der Bedürnisse: Du kochst für mich, dafür lächle ich Dich an. Du hörst mir zu, dafür helfe ich Dir beim Umzug. Früher fand ich das falsch oder gering; heute frage ich mich: warum nicht?
Und dennoch ist da eine Sehnsucht nach einer anderen Form der Beziehung. Irgendwann habe ich gebetet, ich möchte gefunden werden von einer Frau, die genau das braucht, was ich bin. Ich war es einfach müde auf dem Marktplatz der Bedrüfnisse schlechte Kompromisse auszuhandeln. Ich wollte das geben, was ich ohnehin war. Und ich wurde gefunden. Seitdem verstehe ich die Welt nicht mehr so gut und mein Denken hilft mir oft nicht mehr weiter. Dafür sind meine Gefühle seitdem klar und konstant.
Manchmal fühlt es sich an, als sei ich verrückt geworden. In früheren Liebesbeziehungen habe ich mich an diesem Punkt immer gewehrt und versucht, es "besser zu wissen". Dann ist die Liebe jedesmal gestorben.
SEX wird - glaube ich - meist völlig mißverstanden. Ich habe oft gehört, daß Sex ohne Liebe nicht "gut" ist. Ich erlebe auch, daß Sex sich in einer liebevollen Beziehung besser anfühlt, als mit einem Partner den man nur oberflächlich attraktiv findet.
Das gleiche gilt aber für jede Aktivität: ein Gespräch, eine gemeinsame Unternehmung ist mit einem vertrauten Freund oder einer geliebten Person viel schöner als mit einer oberflächlichen Bekanntschaft.
Auf der einen Seite scheint das Geben und Nehmen von Zärtlichkeit ein Bedürfnis zu sein, so wie anerkannt oder beachtet werden. Zärtlichkeit und Erotik liegen nah beieinander. Auf der anderen Seite sind ekstatische Erfahrungen etwas, das ich brauche. Ich kann Ekstatse finden im Tanz, im Musik machen, im Musik hören, malen, Theater spielen, Singen oder eben mit Sex: für eine Weile mal ganz Körper sein, versinken in Ausdruck und Gefühl, frei von den üblichen bewertenden Gedanken, einfach Ausdruck des Inneren sein.
Ich kenne dieses Bedürfnis nach Selbstverwirklichung in vielen Formen in meinem Leben und ich kenne den Schmerz, wenn ich kein geeignetes Medium finde, mich ekstatisch auszudrücken. Das alle meine Bedürfnisse nach Anerkennung und Zuwendung, meine Fähigkeit Liebe zu geben und zu nehmen, Sex, ekstatischer Ausdruck und BDSM mal zusammen fallen und dauerhaft von einer Person beantwortet werden können, wäre ein Wunder. Vielleicht nicht unmöglich, aber sicher sehr unwahrscheinlich.
Ich glaube, daß das Warten auf die ideale Person nicht lohnt, wenn das Leben doch die ganze Zeit ein Meer von Möglichkeiten ist. Ich habe viele Freunde und Freundinnen mit sehr unterschiedlichen Qualitäten, die mich alle unterschiedlich beantworten und anregen können und die alle etwas anderes von mir nehmen können.
Ich habe eine Frau gewählt, mit der ich Kinder habe und mit der ich lebe. Sie ist wunderbar und eine gute Frau für mich. Und sie mag kein BDSM. Und ich spiele BDSM außerhalb meiner Ehe mit Parterinnen, die Lust auf Spiel haben und die akzeptieren können, daß ich keine Entwicklung in Richtung einer Lebensgemeinschaft anbieten kann.
Diese Lösung ist nicht perfekt. Ich finde nicht immer eine(n) Partner(in) für eine meiner Sehnsüchte. Ängste und Eifersucht bedrohen und nagen an meinem Netz von Beziehungen und manchmal gerät alles aus dem Gleichgewicht und Beziehungen gehen zu Bruch und Gefühle werden verletzt.
Und dann, als ob es nicht schon kompliziert genug wäre, verändere ich mich, werde älter, ändere meine Präferenzen, entwickle neue Gefühle und Sehnsüchte. Dann weiß ich, es ist ein Spiel, das man nicht "richtig" spielen kann und das man nicht gewinnen kann, aber ich spiele mit Leidenschaft und plötzlich liebe ich mein Leben genauso, wie es ist.
Es ist einfach wunderbar!
(c) Ruggero
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