Spacer Spielzeug, das SMer Herzen begehrt:
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SM im Internet - geliebt und verkannt

Schöne neue Welt... SM im Internet, ein Thema das mit vielen Chancen und Unweg-barkeiten zu kämpfen hat. Oft verkannt, manchmal überschätzt und regelmässig im Kreuzfeuer -ob als verteufelter Schmuddelplatz oder himmlische Gratisinformation.

Ein Thema das sich auch um Jugendschutz und Kommerzialität dreht und drehen muß, wobei der erste Punkt den meisten Nutzern fremd, und der zweite hochgradig zuwider ist. "Informieren oder verdienen?" lautet deshalb bisher die Entscheidung,der sich aus der Szene gewachsene SM Internetmedien stellen müssen.

Eine legitime, aber mittelfristig vernichtende Frage, da sie die Möglichkeit der Kombination ins Abseits stellt. Sie impliziert, dass Information gratis sein muss und Kommerzialität mit guten Absichten und Szeneaffinität kollidiert. Ein typisches Internetproblem.

Shopartikel, Veranstaltungen und Printmedien werden von uns SMern notgedrungen in Ihren Profitabsichten akzeptiert, da der Gegenwert "greifbar" ist. Dennoch: wenn wir bereit sind den Sparstrumpf zu plündern, fällt in Anbetracht der Preise gerne das schöne Wort "Perversenzuschlag".

Emotional richtig, sachlich wäre "Spezialwunsch-Zuschlag" treffender. Schließlich kann OBI Karabiner auch an SMer verkaufen, wogegen sich der SM Laden unseres Vertrauens schwer damit tun dürfte, Gummi-Dresscode und Analdildos an Heimwerker zu vermarkten. Der Markt bestimmt also notwendigerweise - nicht gemeiner Weise - den Preis.

Im Gegensatz zu anderen SM Bereichen liefert das Internet nun virtuelle Inhalte, die nicht "in die Hand zu nehmen" sind und dementsprechend gratis erwartet werden.

Ein frappierend einfaches aber logisches Beispiel: Produziert eine SM Gruppe eine kleine gedruckte Broschüre und veranschlagt diese -zurecht- mit einer Schutzgebühr von 3 DM, wird dies von allen Beteiligten gutgeheißen und auch bezahlt.

Ein Onlinemedium könnte das zehnfache an Information zum selben Preis als Download anbieten und würde dafür vermutlich gehörig als Profitgeier abgeorfeigt werden. Es darf also die berechtigte Frage gestellt werden: "Sind SM Internetseiten nichts wert?"

Da heute fast jeder zumindest eine einfache Homepage-Variante ins Netz stellen kann, schossen privat organisierte Webseiten regelrecht aus dem Boden . Was zunächst für den User Vielfalt verspricht, wird aber schnell zur breiten, vernach-lässigten Wüstenlandschaft. Wer nimmt die Arbeit auf sich, seine Seite auch nach zwei, drei, fünf Jahren so zu pflegen und auszubauen, dass der regelmäßige Besucher gerne wiederkommt?

So manche "Online-SM-Bäckerei" hat im Laufe der Zeit von anfänglicher Torte auf Brötchen umgestellt. Sahnestückchen - regelmäßig frisch und mit guten Zutaten- sind nicht nur im Print bereits in der Herstellung teuer. Ob Bild- oder Textmaterial, Photografen oder Autoren, Künstler und Techniker, sie alle stossen nach Jahren des "Geld und Begeisterung Zuschießens" an persönliche und finanzielle Grenzen und müssen versuchen, ihre Projekte zu refinanzieren.

Daß an dieser Refinanzierung bereits Betreiber kleiner Webseiten Interesse haben, zeigt sich am beliebten "Amazon.de - Partnermodell". Kaum ein Webmaster, der seine persönlichen Ansichten nicht mit Buchvorschlägen auf Provisionsbasis versieht und damit einige Hundert Mark vierteljährlich in die Kasse bekommt.

Größere Webseiten mit umfangreicher Technik und hohen Besucherzahlen können mit diesem Provisionsmodell allerdings nicht mehr überleben und auch Überlegungen, die berufliche Existenz ganz und gar dem Thema SM zu verschreiben, sollten legitim sein, wenn wir die großen SM Portale künftig nicht in Händen der Sex- und Erotikbranche wiederfinden wollen.

Diese sitzt zwischenzeitlich in den Startlöchern, um mit viel Kapital einen Markt zu erobern, den wir so beharrlich geschenkt verlangen. Und hierbei spreche ich nicht von Inhalten "unterer Kategorie" , die "echte" SMer vermeintlich nicht interessieren, sondern von Magazinstrukturen die ernst genommen werden dürfen.

Völlig übersehen werden im emotionalen Umgang mit möglicher "Profitmacherei" seit Jahren gesetzliche Gegebenheiten. Fakt ist: SM Stories und Phantasien stehen ebenso wie deutliche SM Photographie außerhalb jedes informativen Charakters, werden als Gewaltpornografie gewertet und bedürfen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen des Jugendschutzes.

Dieser ist in Deutschland ausschließlich durch eine Kombination aus Alterslegitimation und Kreditkarte gegeben. Im Wissen um die "SM Kommerzallergie" eine fatale Situation, in der Webmaster im Kampf um Besucherzahlen freiwillig ihren Kopf in die Schlinge gesetzlicher Verfolgung legen.

Auch Lustschmerz hat das Konkurrenzspiel "wider den geschlossenen Bereich" zwei Jahre mitgespielt und sich nun vor einiger Zeit zum offensichtlichen ersten Schritt unter den Magazinen entschieden.

Wir können nicht verlangen, dass der User sich über rechtliche und inhaltliche Gegebenheiten informiert und über Kosten seiner Lieblingsmedien nachdenkt. Aber wir können dazu beitragen dass Notwendigkeiten bewusst gemacht werden und die Chance zum allgemeinen Wandel existiert. Die Schulterzuck-Alternative "informieren oder verdienen" wird hochwertigen SM Inhalten im Internet und letztendlich auch Ihren Nutzern nicht gerecht.

Mit besten Grüßen,

Andrea

 

 
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