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Ein Leserbeitrag zu SM & Trennung von Daniel
Trennung, Ende, Schicht im Schacht. Eine Trennung ist in den meisten Fällen (erwartet oder unerwartet) etwas verdammt bitteres. Der Partner, ein Mensch den man geliebt hat war so lange an der eigenen Seite, und plötzlich ist er weg. Was bleibt ist ein Loch von Dingen, die einen mit diesem verbunden haben; ihre Augen, ihre Hände, der Geruch, ihr Kopf auf der eigenen Brust...
All dies sind Inhalte, Dinge an denen man sich erfreut, die einem Kraft und Lebensfreude geben. Es ist die Leere, das Fehlen dieser Inhalte, die uns schlaflose Nächte bereitet, die uns beißt, wenn wir an Orte kommen, an denen wir vorher noch mit einem Mensch gewesen sind, der uns soviel Zeit geschenkt hat; Zeit, in der wir nicht zu denken brauchten, in der wir einfach nur WAREN.
Soweit nehmen sich Vanillas und SM-ler nicht viel, aber in einer SM-Beziehung kommt noch etwas anderes hinzu: Wie Ina so trefflich formuliert hat, wird hier aus dem "ich gehöre zu Dir" ein "ich gehöre Dir". Was passiert nun also, wenn der Mensch, dem "man gehören wollte", plötzlich weg ist?
Plötzlich ist man "sein eigener Herr", und was für manchen ein erstrebenswertes Ziel ist, ist für einen Sub ein tiefes Loch. Plötzlich muss man jeden Weg allein gehen, die Momente, die man im Dienste des Menschen verbracht hat, den man liebte, in denen man Kraft und Rückhalt getankt hat, sind plötzlich Vergangenheit.
Wohlgemerkt, ich rede hier nicht einmal von 24/7 Verhältnissen. Dennoch sind die Stunden, in denen aus dem geliebten Partner die eiskalte Herrin (bzw. Herr) wurde, Zeiten, in denen man Ruhe uns Ausgeglichenheit schöpfte. Dadurch ist es etwas, was man selbst braucht, und was man außerdem bei anderer Gelegenheit so wundervoll zurückgeben konnte. Und wie bei allem, was wir positives in einer Beziehung zurücklassen, wollen wir auch das am liebsten gleich ersetzt haben.
Leider ist dies aber noch schwieriger als bei Vanillas; Es ist nicht damit getan, in einem Club auf jemanden zuzugehen und zu fragen: "Hey, hast Du Lust mit mir zu spielen, mich zu unterwerfen, mich ans Bett zu fesseln, ..., und am nächsten morgen schön mit mir im Bett zu frühstücken?" Auch wenn man jemanden findet, der dazu in der Lage ist, so ist dies doch kein Ersatz für das, was fehlt. Das was in einer intakten Beziehung so wundervoll war, ist eine ungeheure Barriere hinterher: SM hat etwas ungemein tiefes, es basiert auf tiefem Vertrauen und Zugehörigkeit. Und beides sind Dinge, die mit der Zeit von einem anderen Menschen verdient und miteinander erarbeitet werden müssen.
Letztendlich gilt aber hier das, was bei allen anderen Beziehungen auch gilt: sich über das Gedanken zu machen, was war oder was sein sollte, macht einen nur kaputt. Das wichtige ist, die verlorenen Inhalte aufzufüllen. Aber dies muss nicht durch einen adäquaten Partner erfolgen. Vielmehr muss man Dinge finden, die einem Freude bereiten, "für die man leben kann". Ob das wilde Club-Nächte, die Staatsoper oder der Strick-Kurs in der örtlichen Volkshochschule sind, sei jedem selbst überlassen; niemand hat je gesagt, das es leicht ist, aber es geht nicht anders. Anyway, ich wünsche Euch, das Euch diese Überlegungen entweder nicht betreffen, oder ihr gut damit klar kommt.
In diesem Sinne,
(c) Daniel
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