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Subbie "draußen vor der Tür" - Ein Gastbeitrag von Bluemoon
Outdoor, SM vor der heimischen Tür, also auch außerhalb des sicheren Schutz- und Schamrahmens, - er übt schon einen gewaltigen Reiz aus, - gerade für leicht passive "Seelchen" wie mich. Wird zuhause vorwiegend mit tiefen und intensiven Spielvarianten experimentiert, so stehen in der geliebt/verhassten Öffentlichkeit eher kleine Gemeinheiten und versteckte Intimität im Vordergrund. Blöße, die nur mit leicht akrobatischen Verrenkungen zu verdecken ist oder ungewöhnlich "braves" Verhalten erfordert um ja nicht aufzufallen, - das sind die Reize die uns nach draußen locken.
Lust an der Natur? Klar, auch die Lust an Sonne und Strand spielt sicherlich eine Rolle. Aber mal ehrlich: wer schafft es schon, bedenkenlos die "Hardcorenummer" im dunklen Wald auszuleben? Schließlich kann jederzeit jemand die Szenerie stören und somit ist es mit Entspannung und somit großen Schmerzerfahrungen nicht allzu weit her. Nein, Kick ist die Möglichkeit "ein wenig verwegen" ertappt zu werden, mit Obszönität zu spielen und "Herrn und Gebieter" auch außerhalb der heimischen Räume seine unglaubliche Dominanz zu beweisen :) Schamvoll, liebestoll und einfach ein wenig unanständig.
Ich jedenfalls erkenne mich selbst kaum wieder, wenn ich beim Spaziergang in lauer Sommernacht plötzlich die Augenbinde übergezogen bekomme und somit für jeden evtl. Streifzügler ein sicherlich dummes Bild abgeben muss. In dieser Situation mit gelüpftem Röckchen auf den Grünstreifen pinkeln zu müssen, der üblicherweise den Töhlen der Nachbarschaft vorbehalten ist? Peinlich!
Da hilft nur der "schnelle Strahl" und die Hoffnung, dass sie näherkommenden Stimmen doch bitte noch an der vorderen Ecke abbiegen mögen. Links, rechts, - gerade egal, nur bitte nicht diesem entwürdigenden Szenario beiwohnen, in dem ich selbst mit verbundenen Augen Tops breites Grinsen körperlich spüren kann.
Vor aller Augen knien oder die Handschellen krampfhaft unauffällig hinterm Rücken verstecken? Gruselig schön, wobei ich mich manchmal frage, wo denn gerade dann wenn ich sie wirklich mal brauchen könnte, meine sonst so selbstverständliche Alltagsdominanz bleibt. Wäre doch viel unproblematischer, mit starkem Blick und geradem Rücken Aktion "Top will raus" zu überstehen. Aber Teufel noch mal, schließlich hänge ich nackt am Baum und biete ein klägliches Bild für alle Großfamilien, die in meiner Fantasie garantiert jeden Moment mit vollen Picknickkörben über die Waldlichtung schlendern werden. Und man muss schon eine gute Portion Realmasochismus besitzen, um uneinvernehmliche Bisse von Ameisen Heerschaaren und pieksende Zweige unter bloßen Fußsohlen erotisieren zu können.
Wohl jeder Top träumt von einer intergalaktischen Hängebondage zwischen deutschen Eichen, in der Umsetzung dürfte es allerdings etwas schwierig werden, was den feucht-schönen Träumen natürlich keinen Abbruch tun sollte. Bis zum dem Zeitpunkt, an dem SM-taugliche Waldstücke von netten Förstern mit funktionierenden Flaschenzügen versehen sein werden, können wir ja schließlich auch an kleinen Dingen viel Spaß haben. Ob Zierbondage unterm Oberteil oder leichtes Schellengeklingel von intimen Körperregionen, "erzwungene" Zeigefreudigkeit oder die kleine Ohrfeige zwischendurch... die Sonne scheint und die Lust zieht nach draußen.
Erlaubt ist, was gefällt und den netten Menschen nebenan nicht in moralische Identitätskrisen wirft. Übrigens: Die Brennnesseln sehen schon gut aus :)
In diesem Sinne: auf den Sommer!
© Bluemoon
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