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Ich habe eine Mail erhalten, die mir ungewollt endlich den richtigen Gedankenansatz zu einem Punkt liefert, der mir schon lange auf der Seele liegt: "Ich kann Dir den Schmerz und die Wut nicht nehmen - eine Trennung ist immer schlimm - in einer BDSM-Beziehung kommt es wohl einer Amputation gleich."
Immer wieder fallen mir auf Internetseiten Texte auf, in denen davon gesprochen wird, "...daß die Sub es genießt, sich sorgenfrei fallen zu lassen, ohne dafür Verantwortung tragen zu müssen..."
Oder, dass es eines der höchsten Ziele der Sub ist, "...die Verantwortung für sich selbst eine absehbare Zeit in die Hände des Partners zu legen..."
Ich bewege mich selber tief im BDSM. Ich träume davon, mit völliger Hingabe dienen zu dürfen. Und so werden es mir jetzt vielleicht einige Leute nicht glauben - aber ich habe jedes Mal ein Grummeln im Bauch, wenn ich so etwas lese. Warum meinen so viele, dass ich nur "richtig" dienen kann, wenn ich die Verantwortung über mein Handeln in die Hand eines anderen Menschen lege?
Ich gebe die Entscheidung, was in meinem Leben passiert, an meinen Herrn ab, weil ich mich ihm ganz schenke und ich damit sein Eigentum werde, über welches er bestimmen kann. Aber damit gebe ich nicht gleichzeitig die Verantwortung über mein Leben ab. Ganz im Gegenteil.
Konnte ich vorher "relativ" gedankenlos leben, muss ich nun umso mehr auf mich und meine Körper achten. Denn schließlich möchte ich, dass mein Herr nur seine Freude an mir hat. Viele haben mittlerweile von mir zwei Sätze gesagt bekommen, die für mich kurz und knapp eine der Grundvoraussetzungen für das Funktionieren einer BDSM-Beziehung bilden: Devotheit heißt Unterwürfigkeit, aber nicht Selbstaufgabe. Und auch als Sklavin laufe ich nicht blind, gefühl- und hirnlos durch die Gegend.
Wenn jetzt jemand davon spricht, dass eine Trennung in einer BDSM-Beziehung einer Amputation gleicht, dann erschreckt mich das. Es würde bedeuten, ich habe mich in dieser Beziehung selber aufgegeben. Damit bin ich lebensunfähig geworden. Und das, ist es sicherlich nicht, was beide Partner in einer BDSM-Beziehung anstreben sollten.
Klar, man kann auch mit fehlenden Gliedmaßen gut leben. Aber wer lässt sich schon gerne freiwillig ein Körperteil abhacken, wenn es noch gut funktioniert?
Es tut immer sehr weh, wenn eine Beziehung beendet wird, egal, ob im BDSM oder im "normalen" Leben. Jedoch darf ich innerhalb der Beziehung niemals die Verantwortung über mein Leben abgeben, denn das würde bedeuten, dass ich nicht in der Lage bin, mein Leben ohne meinen Partner zu leben.
Soweit darf es im BDSM niemals kommen. Ich muss als Sub die Verantwortung über mein Leben behalten, damit ich meinem Dom darauf hinweisen kann, wenn er eine Entscheidung für mein Leben trifft, die mir schadet.
Nur mit dieser Selbstverantwortung, schaffe ich die Basis für das grenzenlose Vertrauen zu meinem Herrn, die es mir ermöglicht, mich ihm ohne Grenzen ganz hinzugeben.
(c) Ina
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