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,Meine Damen und Herren, wertes Publikum, darf mich outen? Ich bin Mitglied bei SMart Rhein-Ruhr e.V. Oder müsste es "Mit-ohne-Glied" heißen? Das ist eine ähnlich ideologische Frage, wie die, ob man zum sadomasochistischen Tun überhaupt einen Verein braucht. So einen schönen deutschen Verein mit Vorstand, Mitglieder-versammlung und jährlicher Kassenprüfung.
Ja, braucht man, finde ich. Ein Verein liefert Struktur und Rückgrat für interessante Aktivitäten, die von kleineren, weniger organisierten Gruppen kaum geleistet werden können: Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Wissenschaft, große Parties und kleine Kulturförderung. Im Idealfall liefert er sogar ein kleines bisschen finanziellen Rückhalt für große Projekte. Ein Verein potenziert produktive Kommunikationsprozesse und kann Fähigkeiten und Energien gezielt bündeln und für die gute (eigene) Sache einsetzen. Wenn die Mitglieder es denn wollen und der Vorstand mitmacht.
Ja, auch und gerade als Sadomasochistin will ich einen Verein. Damit wir uns endlich aus der Schmuddelecke auf die Sonnenseite begeben können. Damit ich nicht jeden auf der Strasse ansprechen muss: "Entschuldigung? Wollen wir nicht zusammen den Bundestagsabgeordneten XY anschreiben, damit er was gegen die Zensur sadomasochistischer Webseiten unternimmt?" Für die Fußgängerzonen-Akquise von Mitstreitern habe ich keine Zeit. Ich will irgendwo hingehen können, wo ich zusammen mit begabten Menschen unsere kleine ökologische Nische auspolstern kann...
Ja, und eine Kuschelecke will ich haben, mit freundlichen Menschen, denen ich mal was erzählen kann und die mir was erzählen.
Über den Tellerrand will ich dabei gucken können, weshalb es mir Recht ist, wenn dieser Verein sehr viele verschiedene Neigungen und Ideen integrieren und unterstützen kann. Und mitmachen will ich dürfen und das Maul nicht verboten kriegen. Und nein, nicht immer nur Internet. Nicht immer nur Party mit Ramsteingedröhne. Da versteht man ja sein eigenes Wort nicht.
Also wurde ich Vereinsmitglied bei SMart Rhein-Ruhr. "Ach", dachte ich bei mir. "Wie schön. Jetzt spucken wir mal ordentlich in die Hände und packen mal was an." Pustekuchen!
Die roten, gelben und grünen Chef-SMarties hatten recht unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie sich betätigen wollten (soweit, so klar und unproblematisch), vor allem aber auch davon, wen sie sich wie betätigen lassen wollten. Da war ich nicht unbedingt dabei.
Ich gebe es ehrlich zu: ich war in dieser anfänglichen Zeit bei SMart nicht glücklich. Ich bin der "wenn-dann"-Typ. Ich eigne mich nicht zur Karteileiche. Ich eigne mich nicht zum Fingerhochheber und sonst nix. Da entschloss ich mich, am vorletzten Sonntag wenigstens ein letztes Mal den Finger zu heben - und zwar für einen neuen Vorstand. Hopp oder Topp.
Vielleicht hat es sich schon rumgesprochen? Ich bleibe.
Es gibt einen neuen Vorstand bei SMart, der seine Kernkompetenz in der Vielfalt sieht. Dem die Gruppengemütlichkeit ebenso wichtig ist wie zukunftsweisende Öffentlichkeitsarbeit und Kulturförderung. Schön, was?
Schade allerdings, dass die Ex-Vorständler plus Freundeskreis fast vollständig austraten. Die werden wohl eine andere SMarties-Dose aufmachen, die hoffentlich genauso bunt ist. Ist doch eigentlich toll, dass wir schon so viele sind, dass wir uns spalten können.
findet, mit aller gebotenen Subjektivität,
Apollonia
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