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Worte... Ein Beitrag von Gandalf
Als wir Kinder waren haben uns Märchen fasziniert, vorgelesen von unseren Eltern. Wir spielten diese Geschichten nach und träumten davon. Manchmal machten sie uns Angst, meist suchten wir uns die Rolle darin aus und dann machte das alles ungemein Spaß.
Als Jugendliche tauchten wir ein in die Welt der Bücher und Filme. Jeder saugte sie ein, Bilder, Worte, geschrieben oder gesprochen vom maßgeschneiderten Darsteller. Wir fühlten, gingen, schauten wie Django oder Rambo. Mädchen waren/sind noch mehr gesteuert von dem, was einer schreibt, vorgibt, zur Mode erklärt. Lassen sich scheinbar naturgemäß leichter formen durch Vorgaben, Einflüsse von außen.
Worte sitzen tief. Können uns lebenslänglich verletzen oder auf Wolken durchs Leben gehen lassen. Sie bringen uns zum Nach- und Umdenken. Wenn sie aus der richtigen Richtung kommen. Welche das ist entscheiden wir intuitiv. Im Kopf oder im Bauch. Aber meist sofort.
Für mich kam diese Erkenntnis mit der persönlichen Reife. Irgendwann habe ich mich dabei ertappt mir vorzustellen wie der Mann, die Frau am anderen Ende der Telefonleitung, im Radio durch die Stimme auf mich wirkt. Und umgekehrt kamen Bemerkungen von Bekannten und Kunden, die mir bestätigten wie gut meine Stimme für sie "rüberkommt". Inzwischen bin ich davon überzeugt, es ist die Stimme, die etwas zum Schwingen bringt beim Gegenüber. Vielmehr als irgendeine Optik, Gestik, nur die Augen , der Mund, das Lächeln ergänzen die Wirkung.
Und dann kam die Erfahrung, was Worte auslösen können in den intensivsten Stunden zweier Menschen. Einfache, leise, ruhige Worte liessen die Frau vor meinen Augen sichtlich lockerer, geiler werden. Zur Einstimmung. Bis dann je nach Tagesform auch härtere, schärfere Töne aus mir heraus kamen, die sie auf dem Weg meine hingebungsvolle Sub zu werden unterstützten. Mir wurde klar, daß die Chemie zwischen ihr und mir gut einschätzbar war durch die kleinen, feinen Zwischentöne im täglichen, wie auch im nächtlichen Beisammensein.
Ich genieße es, ein selbstsicheres Vollblutweib tagsüber mit vollkommen anderer Stimme Anweisungen formulieren zu hören und später dasselbe Wesen mit heißerer, tieferer Tonlage in meinen Händen zu haben. Ich weiß mein Blick verändert sich wie meine Stimme. Sie wirkt warm, erregend, voller Spannung, vor allem aber umschmeichelt sie, gibt Vertrauen und Sicherheit. Die Rezeptoren sind absolut individuell und täglich etwas anders gefärbt. Ich spüre diese Stimmungen, resultierend aus dem Gesamtkunstwerk Frau : Was trägt sie, Mimik, Gestik, welches Parfüm, Frisur. Und wie klingt sie ? Ist es eher die Kopfstimme oder kommt der Ton aus der Mitte des Körpers. Laut oder leise. Geschäftliches Hochdeutsch oder der wunderbare Dialekt, der für mich immer so klingt als würde sie wo drauf lutschen.
Egal. Man(n) braucht eine Weile, um all diese Schwingungen zu deuten, denn letztlich will sie nur eins: Auf die heute passende Art gepackt, vorbereitet zu werden. Mal lieb, mal fordernd, mal ernst und unnachgiebig. Sie kann sonst die Kurve nicht kriegen von der einen in die andere Welt, die private Rolle. Ich liebe es zu sehen, zu fühlen, wie meine Worte ihr Schauer über den Rücken jagen. Wie sie zusehends heiß wird. Die Augen leuchten. Sie wird weich in ihrem Gang, läßt sich gut packen und zärtlich fest halten. Ich genieße diese Stunden, die kein bestimmtes Ziel haben außer dem, sie gefügig zu machen für ein Spiel, in dem sie meinen Worten immer besser folgt und damit annimmt, was ich ihr geben will.
Das ist nie ein Monolog. Zwischen uns gehen Worte wie Zeichen hin und her. Ich wünsche, fordere, verlange. Sie gibt, bejaht, erlaubt, genießt. Worte hüllen sie ein, füllen den Raum. Wir brauchen in diesen Stunden keine Musik. So soll es sein. Es ist mein Weg. Voller Freiräume, ohne Schranken, außer denen die ich spüre , zB. durch ihre Worte. Denn es gibt ein paar Worte, die von ihr ausgesprochen alles beenden können. Deshalb ist meiner Meinung nach auch sie diejenige, die das Heft letztendlich in der Hand hat. Aber das steht auf einem bisher nicht vorgekommenen Blatt und tut meiner geliebten, subtilen Dominanz keinen Abbruch ;-)
(c) Gandalf
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