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Interview - 10 Fragen an Wido Günther
1) Nach 8 Monaten Zielfindung, soll der Bundesverband Sadomasochismus (BVSM) nun am 31.05. 2003 als eingetragener Verein gegründet werden. Welche Ziele soll der BVSM bevorzugt vertreten?
Auf http://www.starbase-10.de/wiki befinden sich derzeit 39 Ziele. Einige scheinen vielleicht nicht so wichtig wie andere, aber im Grunde genommen zeigen diese Ziele doch schon ziemlich genau, wo sich der BVSM hinentwickeln soll. Es kommt halt darauf an, wofür sich Mitglieder finden um einen AK zu gründen. .
2) Du gehörst zu den Menschen, die sich an diesem anstrengenden Prozess rege beteiligt haben. Somit _ könnte _ Dir am 31.05. das Vertrauen einer Vorstandsposition ausgesprochen werden. Würdest Du die Wahl annehmen und warum? Wovon wäre eine "Vielleicht-Position" abhängig?
Ich stehe dem BVSM erst einmal _nicht_ als Vorstandsmitglied zur Verfügung. Am Anfang der Diskussionen hab ich gesagt: "Klar, wenn ein Bundesverband gegründet werden sollte, und man mich als Kassenwart wählt, stehe ich dem Bundesverband als Kassenwart und somit auch als Vorstandsmitglied zur Verfügung." Leider wurde mein im Konjunktiv gesprochenes "Ja!" so ausgelegt, dass einige der Meinung waren, es sei alles schon abgesprochene Sache und die Diskussionen wären nur, um den Anschein zu erwecken, es sei nichts abgesprochen.
Das hat mich dazu bewogen, mein "Ja!" zurückzuziehen und in ein kategorisches "Nein!" umzuwandeln. Wenn ich jetzt wieder meine Meinung ändern würde und den Posten des Kassenwarts annehmen würde, gäbe ich jetzt zwei potentiellen Kritikergruppen recht (man beachte wieder den Konjunktiv). Zum einen, diejenigen die sagen: "Es sei schon vorher alles fest gewesen." Und zum anderen diejenigen die meinen: "Erst sagt der Wido, dass er den Kassenwart machen würde, dann sagt er dass, er nicht mehr dazu bereit steht und jetzt ist er es doch. Kann er sich nicht mal endlich entscheiden?" Und genau diesen Menschen will ich kein Futter geben. Und genau dafür ist mir der Bundesverband zu wichtig. Ich brauche keinen Posten im BVSM. Ich bin mit BDSM-Berlin e.V. genug ausgelastet. Das soll aber nicht heißen, dass ich auch in Zukunft für den BVSM nicht als Vorstandsmitglied zur Verfügung stehe. Aber das hat noch ein paar Jahre Zeit.
3) Ob im Vorstand oder in einem der angedachten Arbeitskreise: welches Aufgabengebiet würde Dir für die aktive Mitarbeit im BVSM am meisten entsprechen? Wo möchtest Du Dich engagieren?
Da der Bundesverband den Sitz in Berlin haben soll, hab ich mich dazu bereit erklärt, meine Anschrift als Sitz zur Verfügung zu stellen. Das ist derzeit alles, was ich dem BVSM geben kann und möchte.
4) Gibt es einen Themenbereich des geplanten BVSM, den Du keinesfalls aktiv begleiten möchtest?
Es wird hoffentlich viele Themenbereiche geben, die ich nicht aktiv begleiten möchte. Dazu ist der Gesamtbereich, den BDSM abdeckt, viel zu weitläufig. Zwar ist mein "Aktenschrank" (für mich reicht schon lange keine Schublade mehr aus) ziemlich groß, aber der ist doch ziemlich klein im Vergleich zu den Möglichkeiten, die BDSM bietet.
5) Über weite Strecken der Diskussion wurde der Themenbereich "Öffentlichkeitsarbeit" aus Gründen des Facettenreichtums BDSM als nicht erstrebenswert benannt. Nun spricht sich eine überwältigende Mehrheit der SMer unter "die Umfrage" für genau diesen Schwerpunkt aus. Wie lautet Deine Meinung dazu?
Die Diskussionen, die auf der Mailingliste zwischen der "Keine ÖA"- und der "ÖA auf jeden Fall"-Fraktion stattfanden, waren sehr lang, aber gerade deswegen ziemlich erfolgreich. Es wurde sich auf einen Kompromiss geeinigt, mit dem beide Seiten wunderbar leben können. Dieser Kompromiss heißt ganz einfach: "Arbeitskreis Öffentlichkeits- und Pressearbeit" Dieser AK kann Stellungnahmen diskutieren und diese dann nach außen bringen, ohne dass es heißt: "Der BVSM legt jetzt fest, was BDSM ist, und was nicht."
6) Es ergibt sich die Möglichkeit, für ein akzeptables Print-/ oder TV Medium den BVSM in einem Interview zu vertreten. Bist Du bereit, offen mit Deinem Gesicht und Deinem Namen eine Stellungnahme abzugeben? Und: welche Ansprüche stellst Du selbst an einen Vertreter des BVSM, der zu einer öffentlichen Stellungnahme bereit ist?
Ich, als Vorstandsmitglied von BDSM-Berlin e.V., hätte kein Problem BDSM-Berlin e.V. oder BDSM-Berlin e.V., Mitglied im BVSM (mal angenommen, BDSM-Berlin e.V. wird Mitglied im BVSM, was ich nicht bezweifle), in einem Interview mit Bild und vollständigen Namen zu vertreten. Beide Szenarien setzen voraus, dass ich mich natürlich mit dem Vorstand von BDSM-Berlin e.V. abgesprochen habe. Was ich aber auf keinen Fall machen werde, ist für den BVSM direkt zu sprechen. Das steht und stünde mir nicht zu. In meiner Vision des BVSM kann nur der Vorstand, oder ein Mitglied des Vorstandes für den BVSM sprechen. Dieser aber leitet die Anfrage an den AK im BVSM, den er für kompetent für das Interview hält.
7) Organisatoren und aktiv Bewegende, stehen nicht nur im Fokus, sondern leider auch schnell im Angriff. Welche Deiner Eigenschaften und Fähigkeiten werden Dir in "heißen Phasen" am besten helfen, am Ball zu bleiben und die Sache weiter voran zu treiben?
Ich bin ein Fan von Logik. Ich überzeuge gern durch sie und lasse mich auch gern durch sie überzeugen.
8) Blick nach vorne: welche Ziele sollte - Deiner Meinung nach - der BVSM in den nächsten 2 Jahren erreicht haben?
Ich war in Marketing schon immer schlecht. Aber das wichtigste Ziel ist es, inner- und außerhalb der Szene anerkannt zu sein und möglichst viele Mitglieder zu haben.
9) Die "leichteste" Frage zum Schluss: Wie lautet Deine Definition von SM :) ?
SM ist das, was allen Beteiligten Spaß macht und über die Missionarsstellung hinausgeht.
Herzlichen Dank für Deine Antworten! Gibt es die Möglichkeit ein Bild von Dir zu veröffentlichen?
Bitteschön, gern geschehen. Ja. Ihr müsstet noch eins von mir auf der Bekennerschreiben-Seite haben. (siehe oben).
Kontaktadresse: wido(at)bdsm-berlin.de
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