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Zartbitter, 1998: "Kannst Du verstehen...?"
Text: Andrea Schneider / Melodie: Daniel Layer
auf CD Zartbitter "Lieder für, gegen, mit Liebe"
Kannst Du verstehen, wenn ich sage
die Zeit kennt ihre eigene Zeit.
Manche Woche hat sieben Jahre
und die Sekunde eines Blickes, schnell verflogen,
bleibt Dir für die Ewigkeit.
Kannst Du verstehen, wenn ich sage
jedes Gefühl ist ein eigenes Land
und die Welt hat viele Länder.
Heiße Wüsten kannst du finden, kühles Blau gefährlich tief
ohne jemals anzukommen, reist du dich um den Verstand.
Kannst du verstehen, wenn ich sage
jede deiner Wahl hat ihren Preis
und wir wählen alle ständig.
Nimm dir Freiheit oder Treue, zahlen wirst du doch
mit der Wehmut kann nur leben, wer zuvor die Währung weiß.
Kannst du verstehen, wenn ich sage
auch ein Abgrund ist ein Weg
und es lohnt sich abzustürzen.
Flügel wachsen erst im Fallen, Flügel die du nie gekannt
und bevor du aufschlägst merkst du daß es nochmal weitergeht.
Dann kannst Du vielleicht auch verstehen, wenn ich sage
das Leben macht uns blind
- und es gäbe so viel anzusehen !
doch wir wollen alles halten, was im Augenblick uns Glück verspricht
vielleicht ist es einmal möglich zuzugeben,
daß auch ungelebte Lieben, Lieben sind...
Zartbitter, 1998: "Wenn es Dich geben sollte..."
Text: Andrea Schneider / Melodie: Daniel Layer
auf CD Zartbitter "Lieder für, gegen, mit Liebe"
...wenn es ihn geben sollte,
IHN, der in mich vernarrt ist und in den ich vernarrt bin,
und wir beide dennoch keine Narren sind,
sondern ein spürbares Gefühl das so groß ist,
daß es Zwei LEBEN lassen kann.
Wenn wir uns ansehen und ein wortloses Verstehen uns umgibt,
das zu keiner Sekunde nach dem WARUM, WESHALB, WIE LANGE, WOZU verlangt,
WEIL WIR ES NICHT WISSEN WOLLEN.
Weil wir es wissen.
Wenn wir beide den Alltagsfratzengeist verlachen können,
weil der Untergang der Sonne nur uns beiden gehört, ebenso wie ihr Aufgang. Und dazwischen der milchige Mond, der verklärt was nicht in seine Nacht gehört.
Denn diese Nacht ist unsre angehaltne Zeit,
die mit wahren Zungen spricht und küsst,
und mit heißen Händen sanft und leidenschaftlich dann berühren möchte,
was untertags abgehetzt im Rad des Lebens läuft.
Wenn süßer Schweiß an Oberschenkelinnenseiten und zwischen Brüsten rinnt, vermischt mit andren Säften die uns Leben spenden
und Speichelschwüre sich in deiner kleinen Beuge finden,
- dort am Hals, sanft pochend unterlegt vom Pulsschlag deines Herzens.
Wenn ich tief in der Wunde zwischen meinen Beinen
deine Stärke und Begierde spüre und sie dennoch fast verblassen möchte,
vor so viel SEELE, schutzlos dargeboten und doch mächtig.
Wenn diese Seele uns nie Pfand wird,
nie Schwur und Bürgschaft braucht um wahr zu sein,
dein Name mir ein Wunder bleibt,
von dir selbst jeden Tag auf´s Neue als Geschenk vergeben...
Wenn ich mich niemals selbst verliere und so auch dir
niemals verloren gehen kann,
kein großes WIR den einzelnen verschmälert,
Geist frei bleibt,
weil doch nur freier Geist, - wahrhaft lieben kann...
Wenn es dich und mich, wenn es UNS wirklich geben sollte...
Zartbitter, 1998: "Lebensmonster, Liebesgeist "
Text: Andrea Schneider / Melodie: Paul Amrod
auf CD Zartbitter "Lieder für, gegen, mit Liebe"
Lebensmonster, Liebesgeist ich kenne dein Geschäft
die Menschen nennen dich gern LIEBE
doch das wird dir nicht gerecht.
Du bist Freundschaft, du bist Treue
du bist fremd und unnahbar
manches mal verlangst du Reue
du belügst und du bist wahr.
Du kommst niemals ganz alleine
du bringst immer jemand mit
Bruder Sehnsucht, den ich meine
und schon sind wir zwei zu dritt.
Lebensmonster, Liebesgeist ich kenne dein Gesicht
du bist die Fee die Träume sendet und sie dann zerbricht.
Du bist heiße Haut und Bisse
du bist Schmerz, unsagbar tief
du sprichst mit Lippen die ich küsse
du trägst alle Namen die ich rief.
Du hast Geist und du hast Seele
du schmeckst süß und du schmeckst schal.
Du möchtest wissen, wie ich wähle
denn du bist Geilheit und Moral.
Lebensmonster, Liebesgeist ich kenne dein Gesicht
wer dich all zu leicht nimmt, den nimmst du in die Pflicht.
Du hast Ecken du hast Kanten
du bist wunderschön und rund
ich habe dich schon längst verstanden
und reib mich dennoch an dir wund.
Du bist Stimme in den Nächten
am Telefon unendlich weit
du schickst Träume die mich knechten
du bist frei und Einsamkeit.
Lebensmonster, Liebesgeist ich kenne dein Gesicht
du lädst gern an reiche Tafeln und predigst dann Verzicht.
Du bist Heimat du bist Hafen
du bist Schiff auf weitem Meer
auch sanfte Hände können strafen
du bist Sklave, du bist Herr.
Du bist Papier und bist geduldig
bist ein Wehmuts-Abschiedsbrief
du bist Freispruch und doch schuldig
Du bist all die Geister, die ich rief.
Lebensmonster, Liebesgeist ich kenne dein Gesicht
und das Bild das manche malen das entspricht dir leider nicht.
Du bist Dame du bist König
du bist Schach und schließlich matt
manchmal bist du sehr gewöhnlich
selten Sieger , meist nur patt.
Du bist klug und raffiniert
doch keiner soll je klagen
wenn deine Glut zu Eis erfriert
dann wars wohl menschliches Versagen.
Lebensmonster, Liebesgeist ich kenne dein Gesicht
wer dich ewig halten möchte dem entziehst du dich.
Du bist ein Spiel mit festen Regeln
du lachst hell voll Übermut
deine Blicke, sie sind Flegel
und eben deshalb tun sie gut.
Bevor sie irgendwann erkalten
lass uns auseinander gehn
viel zu oft wollt ich dich halten
ich will dich nie mehr sterben sehn.
Lebensmonster, Liebesgeist ich kenne dein Gesicht
wir verhandeln in den Nächten ob du denn hältst, was du versprichst, Lebensmonster, Liebesgeist ich kenne dein Gesicht
auch wenn wir uns nie einig werden du weißt, ich liebe DICH.
alle Texte: (c) Andrea Schneider
Die CD Zartbitter ist inkl. Textheft für 17 € direkt bei Andrea Schneider zu bestellen
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