Bastonade und Falaka

Der Begriff Bastonade oder auch Bastinado wird hauptsächlich vom italienischen „bastonata“ abgeleitet, wodurch ein „Stockhieb“ beschrieben wird, früher auch „Sohlenstreich“ genannt.

Mit „Bastone“ bezeichnet man in diesem Fall den Stock und „bastonare“ bedeutet „prügeln“.

Im arabischen Sprachraum bezeichnet man die körperliche Züchtigung mit dem „Stockhieb“ als „Falaka“.

Die Bastonade oder Falaka gilt je nach Zwecksetzung und Ausführungsweise als Züchtigungspraktik oder Foltermethode, bei der eine Folge von Hieben auf die bloßen Fußsohlen einer Person vollzogen wird.

Ursprung der Bastonade und Falaka

In arabischen Ländern wurde Falaka als Bestrafung bei der Erziehung in Familien, sowie öffentlich für Kriminelle und Ehebrecher, als auch in Schulen angewendet.

In den Schulen war es selbstverständlich, die Kinder vor der ganzen Klasse mit Stockschlägen auf die nackten Fußsohlen zu bestrafen. Zur Fixierung der Füße des Delinquenten wurde hierzu ein etwa ein Meter langer Stock verwendet, an dessen Enden jeweils ein Seil befestigt war, welches lasch herunter hing. Dieser Stock wurde jeweils von einer Person an einem Ende gehalten. Der Delinquent musste sich dann auf den Rücken legen, die Füße anheben und diese zwischen den Stock und dem daran hängenden Seil stecken. Anschließend drehten die beiden Falaka-Helfer den Stock dann solange um die eigene Achse, bis sich das Seil spannte und die Füße fest am Stock hielt. Danach wurden dem Delinquenten noch die Schuhe und gegebenenfalls die Strümpfe ausgezogen und die Falaka ausgeführt.

Damit die Falaka für den Bestraften aber auch extrem schmerzhaft und demütigend ist, wurde diese im arabischen Raum ausschließlich auf nackten Fußsohlen ausgeführt, da dort der Anblick von blanken Fußsohlen als peinlich gilt, damals wie auch heute noch.
Meist schlug dabei der „Falakaci“, also der Vollstrecker der Falaka, mit einem Stock zu. Geschlagen wurde unter Anderem aber auch mit Peitsche und Lederriemen. Da man jedoch meistens einen größtmöglichen Schmerz verabreichen wollte, gerade auch bei schweren Vergehen, verwendete man deshalb oft einen Stock.
Durch die unterschiedlichen Vergehen bei der die Falaka zum Einsatz kam, variierte daher auch die Anzahl der Schläge stark.
In Schulen konnten dies um die 20 Schläge sein, und bei schweren Verbrechen auch mehr als 1000 Hiebe.

Heutzutage ist die Falaka in den meisten arabischen Ländern als körperliche Züchtigung verboten.
In orientalischen und ostasiatischen Staaten wird jegliche körperliche Züchtigung sogar mit gesetzlichen Strafen geahndet, wie beispielsweise in der Türkei.

Bastonade und Falaka im BDSM-Bereich

In der BDSM-Szene betreten wir mit der Bastonade und der Falaka ein Gebiet, welches sich bei Vollstrecker und Opfer größter Beliebtheit erfreut. Aber auch gerade im arabischen und fernöstlichen Raum ist diese SM-Methode sehr beliebt und gewinnt immer mehr Anhänger, wie auch in unseren Breitengraden.
Die Bastonade oder Falaka wird als Foltermethode nämlich gerne als lustvolle Bestrafung angewendet und praktiziert, genauso wie beim Spanking.

Im Orient bedient man sich für die Falaka hin und wieder zusätzlich einer Bank, die man in der blumenreichen Sprache des Morgenlandes liebevoll „Kamel der Schmerzen“ nennt.

Reiz und Druchführung der Bastonade oder Falaka im BDSM

Im BDSM gibt es viele körperliche Züchtigungen. Mit der Bastonade oder Falaka soll im SM-Bereich jedoch eine andere lebendige und genussvolle Variante der Leidenschaft aufgezeigt werden.
Bei der Bastonade kann sich nämlich das Spiel um Macht und Ohnmacht ganz besonders gut entfalten, da der Vorteil hierbei die Vielfalt an Schmerz und Wirkung ist.
Intensive Erfahrungen mit den Menschen und den Schmerzen geben einem zusätzlich die Möglichkeit, Grenzen auszureizen.
Die Kunst der Fußtortur ist nämlich die Kunst, über den Körper den direkten Weg zur Seele zu finden.

Allein die Vorbereitung auf die Züchtigung kann schon sehr reizvoll sein, da die Beine hochgestreckt und die Füße fixiert werden müssen. Zusätzlich stellt sich die Frage, ob sich das „Opfer“ nun auf den Bauch oder doch lieber auf den Rücken legen soll.

Nutzt man zur Falaka zusätzlich die „orientalische Bank“, legt sich der Delinquent normalerweise mit dem Bauch auf die Bank. Danach werden seine Unterschenkel und die Füße an den Tischbeinen festgebunden. Auch die Hände und der Kopf lassen sich mit diesem „Kamel der Schmerzen“ gut ruhig stellen.

Wer es jedoch andersherum lieber mag, kann das Objekt seiner Begierde aber auch einfach auf den Rücken legen und fixiert dann erst einmal die Beine mit einem Strick vom Nacken über die Kniekehlen. Ein Kissen unter dem Po macht das Ganze etwas bequemer. Danach werden noch die Arme hinter den Kniekehlen verschnürt und die Füße zusammen gebunden. Nun muss man nur noch dafür sorgen, dass die Person nicht seitlich weg rollen kann.
Ist das Opfer dann in dieser „Lage des Empfangen’s“, kann die „Bestrafung“ des „Sklaven“ oder der „Sklavin“ beginnen.

Hat man schließlich die Phase der Eingewöhnung erst einmal hinter sich, kann man Schmerz und Lust auch sehr gut miteinander kombinieren. Bei der Bastonade macht nämlich vor Allem die Kombination die Leidenschaft aus. Sie soll Lust auf mehr geben, aber dennoch strafend sein und die innere Lust auf ein unnachgiebiges und hungriges Verlangen bringen.

Submissive „Opfer“ der Bastonade berichten hierzu übereinstimmend von starken Lustgefühlen, wenn der Peiniger dabei sachte und behutsam, aber auch ausdauernd vorgeht.
An den Füßen befinden sich nämlich sehr viele Nervenpunkte, die direkt mit Körper und Seele verbunden sind.
Die Ausführung muss sich dabei auch nicht immer nach den strikten Regeln des BDSM richten.

Wenn man über einen „Sklaven“ oder eine „Sklavin“ genügend Erfahrung gesammelt hat, kann man die Bastonade auch in extremeren Dimensionen ausführen. Empfindet der Gegenüber dabei Lust an diesem Schmerz und gibt sich dem „Vollstrecker“ dabei noch freiwillig hin gibt, schmeichelt dies natürlich zusätzlich der sadistischen Natur des Ausführenden. Damit wurde nämlich der Einklang geschaffen, um sich gegenseitig zu erfüllen, und mit der Bedienung der Unversehrtheit des „Sklaven“, ist dies für beide Seiten eine Erfüllung der innersten Gelüste.

Die Durchführung der Bastonade kann zum Beispiel so erfolgen, dass der Passive bewegungslos daliegen muss, da er an Händen und Füßen gefesselt ist, die Sohlen aber frei sind.

Zusätzlich kann man ihm noch die Augen verbinden, damit die Reize ihn verrückt werden lassen. Im Hintergrund spielt noch leichte, aber exzessive Musik. Im Vordergrund hört man nur die Stimme des Ausführenden, der dem Passiven ruhig aber bestimmend zuredet, was beispielsweise ein leeres Gefühl im Bauch verursacht, sodass das Folgende kaum noch abgewartet werden kann. Durch einen Eiswürfel, den man dann von den Zehen aus über den Ballen ganz langsam bis hin zu den Sohlen gleiten lässt, ist es möglich, den Passiven zu einem plötzlichen Aufschrei zu bewegen.
Wird der Gefesselte dann immer unruhiger und kann es kaum mehr abwarten, als würden sich die Minuten wie Stunden anfühlen, kann man mit der Zunge weiterarbeiten, beginnend zwischen den Zehen, bis der Passive ein Kitzeln verspürt, was ihn verrückt macht, er aber auch nicht will, dass es aufhört. Geht es dann über die Sohle hinweg weiter, kitzelt es vermutlich schon ohne Gnade, dennoch möchte man nicht, dass es aufhört.

Um das Ganze dann richtig zur Folter werden zu lassen, gibt es urplötzlich einen Schlag, der zwar laut ist, aber nicht so schmerzhaft, wie der Aufklatschaut vielleicht vermuten lässt. Es ist verrückt, aber noch verrückter ist das anschließende Verlangen nach mehr, wenn der Aktive dann erst wieder abwartet, dem Gefesselten dann über die Füße streicht, sodass es leicht kitzelt, dann der nächste Schlag erfolgt und man wieder einen kurzen Aufschrei hört.

Erst in diesem Zustand ist die Bastonade im dann das, was es im BDSM ausmacht, nämlich eine zartbittere leidenschaftliche Folter-Tortur, deren Schmerz süchtig machen kann.

Bastonade und Falaka im Zusammenhang mit Fetisch

Die Leidenschaft zur Bastonade kann sich beispielsweise aus einem Fetisch heraus ergeben.
Im BDSM wie auch im Fetisch liegt der Fokus nämlich beide Male auf den Füßen.
In der fetischen Neigung wird sich dabei eher auf die Schönheit der Füße konzentriert.
Auf die sadistische Art konzentriert man sich dann lieber auf den Schmerz, den man dem „Opfer“ durch die Bastonade über die Fußsohlen am ganzen Körper und der Seele spüren lassen kann.

Risiko der Bastonade und Falaka

Wenn im SM die Füße zum Fokus werden, ist umso mehr Vorsicht und sehr viel Feingefühl gefragt, da der Schmerz der Bastonade sehr unerträglich werden kann. Daher ist auch gerade hier jede unkontrollierte Ausübung von Kraft mit einem hohen Risiko behaftet.

Die Nervenenden an den Fußsohlen sind nämlich mit dem ganzen Körper verbunden. Außerdem hat der menschliche Fuß sehr viele Knorpel sowie 26 Knochen und eine Menge feiner Muskeln. Der Fuß hat jedoch keine kompakte Muskelmasse, anders als beim Gesäß, der Nummer Eins bei Bestrafungen. Beim Fuß ist es deshalb sehr schnell passiert, dass man diese oftmals kleinen Knöchelchen und Knorpel mit einem schweren Stock ernsthaft verletzt. Jede unkontrollierte Ausübung von Stockschlägen auf die nackten Sohlen ist deshalb auch immer mit Gefahr verbunden.

Deshalb also Hände weg von schweren Stöcken, denn diese haben zu viel Masse und sind schwer zu dosieren, da auch jeder Körper individuell ist.
Die eindeutig bessere Wahl zum Zwecke der Erzeugung von Lustschmerz sind daher eher dünne Weidenruten oder ein dünner Haselnusszweig sowie Ledergürtel. Desweiteren erfüllen aber auch Peitschen oder Reitgerten den Zweck der lustvollen Tortur sehr gut. Jede freiwillige Ausübung von gewollter Gewalt muss zudem in seiner Intensität und Art an den Körper und an die Seele des Opfer’s angepasst werden. Daher empfiehlt es sich gerade bei der Bastonade, sich von Anfang an erstmal an die Grundregeln zu halten und sich bei jedem neuen „Sklaven“ strikt an den Grundwerten zu orientieren, selbst wenn man als Ausführender sehr erfahren sein sollte. Man hat doch schießlich genug Zeit, um sich durch Erfahrung weiter vorzutrauen.

Was haben Bastonade und Falaka mit Vertrauen zu tun

Die Symbiose aus Sadismus und Masochismus sollte gleichermaßen erfüllend für beide Seiten sein.
Vor Allem Frauen schrecken aber meistens auf, wenn der Mann über SM beziehungsweise von Schmerzen oder Schlägen spricht, hauptsächlich in Bezug auf die Füße.
Eine Frau läßt sich normalerweise nämlich nur dann in die Hände eines Mannes fallen, wenn sie ihm vertraut. Die Basis für eine gute Erfahrung ist daher Vertrauen, da man sich fesseln lässt und somit ausgeliefert ist.
Nur Vertrauen schafft eine Behandlung, dessen Erfahrung unvergesslich bleibt. Die Bastonade ist nämlich eine Schmerzbehandlung, deshalb muss auch Schluß sein, wenn man „Nein“ sagt.

Frauen wissen zudem oft nicht, welche Reize ein Schlag auf die Sohlen haben kann, vorausgesetzt der Schlag ist gezielt und gut dosiert. Gerade die Füße und die Sohlen einer Frau sind sehr zart und geschmeidig, daher ebenso empfindlicher und reizvoller als Männerfüße.
Das Vertrauen wird zusätzlich gestärkt, wenn man also ausschließlich nur das macht, was der oder dem Gefesselten auch gefällt. Damit die Bastonade also nicht nur eine schmerzhafte Erfahrung bleibt, sondern diese mit Leidenschaft genießen kann, ist die Verantwortung des Aktiven deshalb sehr groß, da er gezwungen ist, auf den Passiven einzugehen und Grenzen zu erkennen.

Bastonade und Falaka im Zusammenhang mit Gesundheit

Im Zusammenhang mit der Bastonade oder Falaka wird sogar von der Verbesserung von Krankheitsbildern berichtet, was natürlich durchaus möglich sein kann.
Tatsache ist , dass von den Reflexzonen her gesehen, der Fuß in seiner ganzen Fläche, ein Abbild des Körper’s ist. Deshalb können die Füße eines Menschen auf alle Körperregionen einen Reiz ausüben und das Wohlbefinden der Seele beeinflussen, denkt man an eine Massage der Füße oder an eine Zunge, die über die Sohlen streicht, zwischen die Zehen geht und einen Menschen erotisch stimuliert, ein Wohlbefinden auslöst und gleichzeitig erregt.
Eine gefühlvolle Bastonade kann demzufolge also auch die beste Reflexzonenmassage sein, die man sich denken kann.

Fazit

Bastonade und Falaka sind vielseitig einsetzbar. Praktisch, dass sich die Luststeigerung und Befriedigung gleichermaßen auch noch positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Für den Anfang aber immer schön sachte beginnen. Ein kleiner Tipp dazu wäre vielleicht noch der Einsatz von Brennnesseln.

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