Xenophilie

Der Begriff „Xenophilie“ steht im Allgemeinen für „Fremdenfreundlichkeit“.
Xenophilie setzt sich nämlich aus den griechischen Wörtern „xenos“ und „philos“ zusammen. „Xenos“ steht dabei für „fremd“ und „philos“ für die „Liebe“.
Die Xenophilie stellt also eine Präferenz dar, mit der man die freundliche Einstellung gegenüber Fremden bezeichnet, aber auch das Verlangen, die Vorliebe oder sogar die Lust nach Fremdem, also nach fremden und unbekannten Dingen oder Menschen. Sie beschreibt aber zusätzlich auch die Suche nach sexuellen Erlebnissen mit fremden Personen.

Grundsätzlich muss eine Xenophilie aber nicht unbedingt sexuell motiviert sein.
Im weitesten Sinne bezeichnet die Xenophilie nämlich ein Phänomen, welches man auch mit „Gastfreundschaft“ übersetzen kann.
Der Hauptantrieb der Xenophilie besteht jedoch im soziologischen Interesse am Unbekannten.

Einstufung der Xenophilie

Als Erstes sei gesagt, dass Xenophilie nicht ansteckend ist, da es sich hierbei nämlich nicht etwa um eine fiese Virenerkrankung oder Ähnliches handelt.
Dem Institut für „Interkulturelle Kompetenz und Didaktik“ ist die Xenophilie zufolge eine Präferenz, die darauf basiert, dass Menschen ihr Umfeld in Kategorien einteilen und auf dieser Basis Entscheidungen treffen sowie Einschätzungen über Personen abgeben.

In den Sozialwissenschaften definiert man Diejenigen als xenophil, die Fremden freundlich und aufgeschlossen begegnen, beispielsweise auch gegenüber Völkern und Stämmen oder Nationen.

In seinem Vortrag „Tractatus philosophico-touristicus“ sagte Peter Sloterdijk, dass die Positivität des Vorurteils der Xenophilen eine natürliche Disposition für fremden,- und fremdheitsfreundliche Wahrnehmungsweisen und Wertungen bietet. Dies sind Eigenschaften, von denen man behaupten darf, dass von ihnen aufs Ganze gesehen, zivilisierende Wirkungen ausgehen. Daher darf man die Xenophilie als protodemokratische Tugend würdigen.

Der Duden definiert „xenophil“ bildungssprachlich als persönliche oder kollektive Vorliebe für fremde unbekannte Dinge und Menschen, sowie allem und allen Fremden gegenüber positiv eingestellt und aufgeschlossen.

Xenophilie im sexuellen Zusammenhang

Im sexuellen Zusammenhang versteht man unter Xenophilie, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, einerseits die Zuneigung zu Menschen anderer Kulturkreise sowie zu Personen mit anderen Hautfarben als auch anderen physiogonomischen und physiologischen Eigenschaften als den gewohnten Eigenschaften aus der eigenen Umwelt. Andererseits versteht man darunter aber auch den Reiz der sexuellen Erregung durch eine völlig fremde Person.

Für den Xenophilen geht es sozusagen um das Neue und Unbekannte, sich also bewusst auf sexuelle Handlungen mit einer fremden Person einzulassen und sich damit genau in die Situation zu begeben, vor der immer gewarnt wird. Der Reiz daran ist also das Abenteuer und der Nervenkitzel, manchmal aber auch ein bisschen das Erschrecken darüber, zu welcher Lust man überhaupt fähig ist. Durch aber eben diesen Reiz des Unbekannten und dem damit verbundenen, nicht einzuschätzenden weiteren Verlauf des Geschehens, erhält der Betroffene seine sexuelle Erregung. Auch hier wirkt dieser Reiz ebenfalls geschlechtsübergreifend, denn Männer wie auch Frauen fantasieren den Sex mit Unbekannten. Dementsprechend hoch im Kurs sind daher auch „Eroberungen“ von Menschen anderer Kulturkreise, wie zum Beispiel Menschen einer anderen Nation mit einer anderen Hautfarbe. Eine solche Eroberung entspricht sozusagen der Königsdisziplin.
Darüber hinaus haben wahrscheinlich auch mehr Frauen als man glaubt, Fantasien von Sex mit einem Unbekannten.

Sobald der Xenophile allerdings die betreffende fremde Person, in diesem Fall den Sexualpartner, erfolgreich abgeschleppt und verführt hat, oder eventuell auch von diesem abgeschleppt wurde, verliert er jegliches Interesse an ihr. Als begehrenswert empfindet er nämlich ausschliesslich das Unentdeckte.

Xenophilie im Fetisch-Bereich

Xenophilie findet auch im Fetisch-Bereich statt. Bei Sexpraktiken, wie zum Beispiel den Glory-Holes, wird dazu einfach der Penis durch eine Trennwand gesteckt und von einem völlig fremden und nicht sichtbaren Sexdiener mit einem Handjob oder Blowjob zum Orgasmus gebracht.

Die Vorliebe für unbekannte Dinge und fremde Personen schliesst hierbei ebenfalls das Ausprobieren von neuen Sextechniken und einen häufigen Partnerwechsel mit ein.

Xenophilie in der BDSM-Szene

In der BDSM-Szene wird die sexuelle Neigung der ausgeprägten Fremdenliebe genutzt, um willige Sklaven beispielsweise für perverse Folterexperimente zu „missbrauchen“.
Xenophile Liebhaber sind daher im BDSM-Bereich die idealen Versuchsobjekte, da sie neugierig und für andersartige Orgasmusmöglichkeiten jederzeit offen sind.

Wo findet man xenophile Menschen

Xenophile Menschen findet man ganz einfach immer und überall, da man ihnen zu jederzeit und jedenort´s begegnen kann und sogar ziemlich sicher auch tatsächlich begegnet.

Wer es aber im sexuellen Zusammenhang darauf anlegt, der findet Xenophile wohl am ehesten in Swinger-Club´s, da sich hier Menschen sämtlicher Vorlieben, verschiedenster Nationen und auch Hautfarben wieder finden, welche unter Anderem ebenfalls auf der Suche nach dem Unbekannten oder einem One-Night-Stand sind.

Für den Sex mit fremden Männern oder Frauen gehören daher Swinger-Clubs für viele xenophile Menschen einfach zum Leben dazu.

Risiken für Xenophile im sexuellen Zusammenhang

Das wohl größte Risiko für xenophile Menschen im sexuellen Zusammenhang dürfte der Geschlechtsverkehr sein, da dieser nämlich durch die ständig wechselnden fremden Partner oftmals ungeschützt vollzogen wird. Dies kann widerum die Ansteckung mit verschiedensten Geschlechtskrankheiten mit sich bringen, schlimmstenfalls sogar die Infizierung mit dem HI-Virus. Damit die Freude also nicht gertrübt wird, sollte man als Betroffener und auch zum Schutz des Sexpartners besonders auf geschützten Sex achten.

Fazit

In diesem Sinne also keine Sorge, wenn man vom Sex mit mysteriösen Unbekannten träumt und diesen Wunsch in die Tat umsetzt. Nur bitte immer gut acht geben.

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